Filmarchiv

Internationales Programm 2015
Don't Lose Your Head Karolina Specht

Allzu viele Inhalte menschlicher Kommunikation bleiben Kopfgeburten und recht kurzlebig. Wie die Revolution ihre Kinder fressen die Sprechblasen sich selbst, während das System sich beständig reproduziert. Geht es um Medien, Kirche, Politik? Das entscheide jeder selbst.

Don't Lose Your Head

Animationsfilm
Polen
2015
4 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

Credits DOK Leipzig Logo

Marcin Malatyński
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Karolina Specht
Bogdan Klat, Wieslaw Nowak
Allzu viele Inhalte menschlicher Kommunikation bleiben Kopfgeburten und recht kurzlebig. Wie die Revolution ihre Kinder fressen die Sprechblasen sich selbst, während das System sich beständig reproduziert. Geht es um Medien, Kirche, Politik? Das entscheide jeder selbst. Ironisch schraubt die Computeranimation die Wiederholungsspirale der „Talking Heads“ weiter und setzt dafür nicht Sprache, sondern Bildsprache ein: die der grafischen Icons, die unsere Verständigung erleichtern. Oder auch nicht.

Lars Meyer
Internationales Programm 2015
Fences Natalia Krawczuk

Ein einsamer Baum in einem Bretterwald – und ein kleiner Vogel, der ihn anschmachtet. Zwei Hunde, die sich ankläffen, solange Latten zwischen ihnen stehen. Menschen, die sich umzäunen oder gar nicht merken, wenn Zäune verschwinden.

Fences

Animationsfilm
Polen
2015
7 Minuten

Credits DOK Leipzig Logo

Marcin Malatyński
Natalia Krawczuk
Natalia Krawczuk
Magdalena Chowańska
Natalia Krawczuk
Natalia Krawczuk
Ewa Bogusz
Ein einsamer Baum in einem Bretterwald – und ein kleiner Vogel, der ihn anschmachtet. Zwei Hunde, die sich ankläffen, solange Latten zwischen ihnen stehen. Menschen, die sich umzäunen oder gar nicht merken, wenn Zäune verschwinden. Die grotesken Episoden zum einstudierten Grenzverhalten könnten auch von Roy Andersson stammen. Doch anders als in dessen opulenten lebenden Tableaus reduziert Natalia Krawczuk ihre Bildsprache mit einem schlichten Zeichenstil, der auch politische Lesarten erlaubt.

Lars Meyer
Internationales Programm 2015
Snails Grzegorz Szczepaniak

Hinreißend in Szene gesetzte Schnecken, zwei Jungunternehmer und Reichtum am Horizont der Wünsche. Das ist die Ausgangslage dieser polnischen Komödie über große Ambitionen und geplatzte Träume.

Snails

Dokumentarfilm
Polen
2015
30 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Zuzanna Król
Grzegorz Szczepaniak
Mikołaj Majkusiak
Daniel Wawrzyniak, Marek Kozakiewicz
Wojciech Janas
Grzegorz Szczepaniak
Paulina Bocheńska
Hinreißend in Szene gesetzte Schnecken, zwei Jungunternehmer und Reichtum am Horizont der Wünsche. Das ist die Ausgangslage dieser polnischen Komödie über große Ambitionen und geplatzte Träume. Schneckenzucht ist eine Wissenschaft für sich, und der Hindernisse sind da viele. Zwar geben unsere Jungunternehmer ihr Bestes, doch ist die Schnecke beharrlich in ihrem Widerstand, so langsam sie auch sein mag.

Matthias Heeder
Internationales Programm 2015
The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls Krzysztof Kopczyński

In Uman prallen chassidische Pilger und ukrainische Bürger aufeinander. Antisemitismus und Nationalismus, soziale Ungleichheit und Ängste, Legenden und Rituale. Komplexe Betrachtung.

The Dybbuk. A Tale of Wandering Souls

Dokumentarfilm
Polen,
Schweden,
Ukraine
2015
90 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Krzysztof Kopczyński, David Herdies, Gennady Kofman
Krzysztof Kopczyński
Jacek Petrycki, Serhiy Stefan Stetsenko
Michał Leszczyłowski
Krzysztof Kopczyński
Mateusz Adamczyk, Marcin Lenarczyk, Sebastian Witkowski
Mit einem Ausschnitt aus dem jiddisch-sprachigen polnischen 30er-Jahre-Klassiker „Der Dybbuk“ reißt gleich zu Beginn eine Wunde auf: Die Welt des Schtetls mit ihrem alten Volksglauben gibt es nicht mehr. Doch der Totengeist, der Dibbuk, wandert auch jetzt noch umher. Und er hat viele Gesichter.

Aus der Vergangenheit tauchen wir im ukrainischen Uman kurz vor dem „Euromaidan“ wieder auf. Ein heiliger Ort für Tausende orthodoxe Juden, die während des Neujahrsfestes zum Grab des chassidischen Rabbis Nachman pilgern und das Stadtbild verwandeln. Zum Ärger ukrainischer Mitbürger, die sich vor einem Ausverkauf fürchten und mit Provokationen reagieren. Mal mit einem illegal aufgestellten Kreuz, mal mit einer Informationstafel zu Ehren des antisemitischen Kosakenführers und Schlächters Ivan Gonta. Oder etwas subtiler mit Extragebühren für einen koscheren Imbiss.

Die Welten prallen vielgestaltig aufeinander. Mit großer Neugierde fängt Krzysztof Kopczyński die kaum zu vereinbarenden Legenden und Rituale ein, die auf beiden Seiten zum Leben erwachen. Hier ein vollkommen verarmtes Land im Selbstfindungsprozess, begleitet von nationalistischen Tönen. Dort eine verlorene Tradition und die Erfahrungen des Holocausts. Wem gehört das Land? Der Film schöpft aus der Fülle des Materials, das voller Eindrücke, ungeschliffener Szenen und Fabeln steckt, und fördert dabei auch Unerwartetes zu Tage.

Lars Meyer