Filmarchiv

Guilt

Animationsfilm
2019
6 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Agata Golańska
Marcjanna Urbańska
Ewa Kędzierska
Marcjanna Urbańska
Marcjanna Urbańska, Ewa Sztefka
Marcjanna Urbańska
Adam Krzyżanowski
Kann die Liebe einer Tochter so unschuldig und bedingungslos bleiben, wenn Alkoholismus unberechenbare Risse in die bisherige Geborgenheit treibt? Hier will ein Kind alles geben, um der Mutter in Liebe verbunden zu bleiben. Doch Mama ringt mit Depressionen. Das fragile Familiengeflecht kippt. Marcjanna Urbańska versinnbildlicht die verstörenden Metamorphosen, mit denen dieses Mädchen umgehen muss. Ihre Bilder für Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit von familiären Bindungen gehen unter die Haut.

Nadja Rademacher

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
In Touch Paweł Ziemilski

Ein Drittel der Bewohner eines polnischen Dorfes ist nach Island ausgewandert. Kontakt halten sie über Skype. Projektionen eines vermeintlich besseren auf ein vermeintlich schlechteres Leben.

In Touch

Dokumentarfilm
2018
61 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Łukasz Długołęcki, Haukur M. Hrafnsson
Paweł Ziemilski
Arni Valur Kristinsson, Martina Bertoni
Filip Drożdż
Dorota Wardęszkiewicz
Paweł Ziemilski, Łukasz Długołęcki, Haukur M. Hrafnsson
Piotr Kubiak, Paweł Szygendowski
Auf dem Weg in ein besseres Leben muss man zwangsläufig vieles hinter sich lassen. Das polnische Dorf Stare Juchy ist so ein zurückgelassener Ort. Seit den 1980er Jahren ist ein Drittel der Bevölkerung nach Island ausgewandert und niemand von ihnen ist bisher zurückgekehrt. Die Verwandten, die in Polen geblieben sind – meist Eltern und Großeltern der Emigranten –, nehmen über Skype und Facebook am Alltag der Weggegangenen teil. Selten klappt es, dass sie einander besuchen. Im sich immer weiter leerenden Dorf steht die Zeit still und die Bewohner werden zu Beobachtern eines Geschehens fernab ihrer Umgebung. Ihre Kinder machen Karriere als Polizistinnen oder Bauleiter, ihre Enkel singen isländische Popsongs, und ihnen selbst bleibt nichts anderes übrig, als vom Wetter und der Pilzernte zu berichten. Hier und da mischt sich ein zaghaftes Vermissen, auch ein drohendes Sehnen in die Gespräche. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen stirbt zuletzt.

Paweł Ziemilski benutzt Filmaufnahmen aus Island, die er im polnischen Dorf auf jede erdenkliche Fläche projiziert. So tauchen in einem Wohnzimmer Polarlichter auf, ein Großvater spielt mit dem Abbild seines Enkels Fußball und eine Turnhalle wird zur eisigen Küste. Dieser ästhetische Kniff betont die Melancholie und Absurdität der Situation, in welcher das vermeintlich bessere und das vermeintlich schlechtere Leben eng miteinander verknüpft sind.

Kim Busch

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Hommage Brothers Quay
Inventorium of Traces: Jan Potocki at Łańcut Castle Brothers Quay

Besuchergruppen schlappen in Museumspantoffeln durch das barocke Schloss Łańcut. Sie werden von den ehemaligen Herrschaften von ihren Ölgemälden herab beobachtet.

Inventorium of Traces: Jan Potocki at Łańcut Castle

Animationsfilm
2009
23 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Serafiński Studio Sp.
Brothers Quay
Małgorzata Sady
Brothers Quay
Brothers Quay
Brothers Quay
Brothers Quay
Besuchergruppen schlappen in Museumspantoffeln durch das barocke Schloss Łańcut nahe der ukrainischen Grenze. Die wunderlichen Eindringlinge werden von den ehemaligen Herrschaften des Hauses von ihren Ölgemälden herab gemustert und beobachtet, ebenso wie von den unauffälligen Holzstufen und Stuhlfüßen – bescheidene, ungefragte Zeugen, die sich an die dramatische Historie des Ortes erinnern.

André Eckardt

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Last Supper

Animationsfilm
2019
13 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Piotr Dumała
Sebastian Ładyżyński
Paweł Dębski, Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Paweł Dębski, Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Piotr Dumała
Piotr Dumała
Jacek Hamela
Ein Zug fährt durch die Dunkelheit. Strommasten und die Zeit fliegen an den Fenstern vorbei. In einem großen Abteil prophezeit Jesus beim letzten Abendmahl den kommenden Verrat an ihm. Piotr Dumała choreografiert die Reaktionen der Jünger zum Rhythmus eines Streichquartetts. Ein Tanzstück des aufgeregten Erstaunens und des ratlosen Aufgewühltseins drückt sich in spannungsreichen Wiederholungen und Variationen aus. Am einsamen Ende ein offenes Fenster. Der Heilsplan ist in der Welt.

André Eckardt

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Maska

Animationsfilm
2010
24 Minuten
Untertitel: 
englische
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Se-ma-for Film Production, Polish Cultural Institute
Brothers Quay
Brothers Quay
Brothers Quay
Brothers Quay
Brothers Quay
Janusz Czubak
Brothers Quay
Durch ein Fensterauge beobachtet der König die Entstehung seines Androiden. Das „Ding“ entdeckt sich als weibliches, fühlendes Wesen, erkennt jedoch, dass es nur eine perfekt programmierte Verführungsmaschine für den höfischen Machtkampf ist. Zu Stanisław Lems Erzählung entwickeln die Quays stilisierte Bühnen, die ins Nichts auslaufen. Auf ihnen kommunizieren Puppenfiguren – mit Blicken der Täuschung.

André Eckardt

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Portrait of Suzanne

Animationsfilm
2019
15 Minuten
Untertitel: 
englische
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Christine Haupt, Jean-Laurent Csinidis, Izabela Plucińska, Robert Kern, Paulina Ratajczak
Izabela Plucińska
Pascal Comelade, Arfaaz Kagalwala
Izabela Plucińska
Izabela Plucińska, Nora Bertone
Izabela Plucińska, Robert Kuzniewski
Izabela Plucińska, Yann Goodfaith
Ein beleibter Hotelgast vergeht vor Sehnsucht nach seiner verflossenen Liebe Suzanne. Und vor Hunger. Auf der Suche nach Essen in der fremden Stadt bekommt er wegen Verständigungsschwierigkeiten statt einer Mahlzeit nur neue Schuhe – viel zu eng und lebensgefährlich. Die ganze Situation entzündet sich. Mit Knete formt Izabela Plucińska eine Kurzgeschichte von Roland Topor zu einem skurrilen Animationsfilm, der sinnlich, aber zuweilen auf unangenehm-köstliche Weise körpernah ist.

André Eckardt

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Hommage Brothers Quay
Splinters Jerzy Kucia

Splitter aus der Vergangenheit drängen sich in den häuslichen Alltag einer Frau. Jerzy Kucia dokumentiert in seiner Animation die innere Welt der Empfindungen und ein Menschenleben.

Splinters

Animationsfilm
1984
10 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Studio Filmów Animowanych w Krakowie
Jerzy Kucia
Marek Wilczyński
Andrzej Jeziorek, Marek Norek
Jerzy Kucia
Jerzy Kucia
Jerzy Kucia, Ewa Gołogórska
Jerzy Kucia
„Splinters“ tastet sich durch die Dunkelheit und durch eine Klangcollage. Darin blitzen schwer zuzuordnende Szenen auf. Splitter aus der Vergangenheit drängen sich in den häuslichen Alltag einer Frau. Durch intensive fotografische und grafische Bearbeitung von Filmbildern dokumentiert Jerzy Kucia in seiner Animation präzise die innere Welt der Empfindungen und ein Menschenleben.

André Eckardt

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The Kite

Animationsfilm
2019
13 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Peter Badač
Martin Smatana
Aliaksander Yasinski
Ondřej Nedvěd
Lucie Navrátilová
Martin Smatana, Martyna Koleniec, Łukasz Grynda, Matouš Valchař, Stanisław Szostak, Piotr Chmielewski
Martin Smatana
Viera Marinová
Wie schön, wenn man auf dem Nachhauseweg einfach bei Opa vorbeischauen und mit ihm die Welt entdecken darf. Ein selbstgebastelter Drache lässt das Enkelkind-Herz höherschlagen und bleibt eine wichtige Verbindung zum Großvater – auch nachdem er gestorben ist. Eine Puppenanimation über den Umgang mit Trauer, die zeigt, dass sich zwei Menschen auch über den Tod hinaus nahe sein können.

Marie-Thérèse Antony

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Spätlese
The Wind. A Documentary Thriller Michał Bielawski

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind: Charakterstudie einer Landschaft und eines regionalklimatischen Sonderfalls, der durch polnische Wälder, Organismen und Seelen weht.

The Wind. A Documentary Thriller

Dokumentarfilm
2019
75 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Maciej Kubicki
Michał Bielawski
Bartłomiej Solik
Hubert Pusek
Michał Bielawski
Wenn in der Hohen Tatra im Süden Polens der Halny kommt, dann steigt die Zahl der Anrufe bei der Notrufnummer deutlich an. Der Halny ist ein Wind, der die Menschen nervös macht, der ihnen zusetzt und der ihre Krisen verstärkt. Michał Bielawski erzählt in seinem „dokumentarischen Thriller“ die Geschichte einer Naturgewalt und von den Menschen, die mit dem Wind leben müssen.

Nichts ist schwerer zu berechnen als das Wetter, denn es wirkt sich auf jeden Organismus und jede Seele anders aus. Und Bielawski setzt mit seinem Wetterbericht an beiden Endpunkten der Ereignisachse an: In beeindruckenden Panoramaaufnahmen zeigt er, wie der Halny entsteht, wenn sich dicke Wolken von den Bergen in die engen Täler wälzen. Er zeigt aber auch, wie sich die Menschen auf die Umschwünge und auf die gelegentlichen größeren oder kleineren Naturkatastrophen eingestellt haben. Eine besonders beeindruckende Figur scheint sich geradezu mit dieser besonderen Regionalwelt zu identifizieren: Teresa umarmt die Bäume, sie möchte gern einen Flecken für sich in den geschützten Wäldern. Sie wird zur Verkörperung einer Landschaft, über die Michał Bielwaski mit seinen Bildern und mit einem starken, atmosphärischen Soundtrack so etwas wie eine Charakterstudie angelegt hat.

Bert Rebhandl



Ausgezeichnet mit dem MDR-Film-Preis.

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