Filmarchiv

Guilt

Animationsfilm
Polen
2019
6 Minuten
Untertitel: 
englische

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Agata Golańska
Marcjanna Urbańska
Ewa Kędzierska
Marcjanna Urbańska
Marcjanna Urbańska, Ewa Sztefka
Marcjanna Urbańska
Adam Krzyżanowski
Kann die Liebe einer Tochter so unschuldig und bedingungslos bleiben, wenn Alkoholismus unberechenbare Risse in die bisherige Geborgenheit treibt? Hier will ein Kind alles geben, um der Mutter in Liebe verbunden zu bleiben. Doch Mama ringt mit Depressionen. Das fragile Familiengeflecht kippt. Marcjanna Urbańska versinnbildlicht die verstörenden Metamorphosen, mit denen dieses Mädchen umgehen muss. Ihre Bilder für Zärtlichkeit und Zerbrechlichkeit von familiären Bindungen gehen unter die Haut.

Nadja Rademacher

Last Supper

Animationsfilm
Polen
2019
13 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Piotr Dumała
Sebastian Ładyżyński
Paweł Dębski, Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Paweł Dębski, Piotr Furmankiewicz, Mateusz Michalak
Piotr Dumała
Piotr Dumała
Jacek Hamela
Ein Zug fährt durch die Dunkelheit. Strommasten und die Zeit fliegen an den Fenstern vorbei. In einem großen Abteil prophezeit Jesus beim letzten Abendmahl den kommenden Verrat an ihm. Piotr Dumała choreografiert die Reaktionen der Jünger zum Rhythmus eines Streichquartetts. Ein Tanzstück des aufgeregten Erstaunens und des ratlosen Aufgewühltseins drückt sich in spannungsreichen Wiederholungen und Variationen aus. Am einsamen Ende ein offenes Fenster. Der Heilsplan ist in der Welt.

André Eckardt

Portrait of Suzanne

Animationsfilm
Frankreich,
Deutschland,
Polen
2019
15 Minuten
Untertitel: 
englische

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Christine Haupt, Jean-Laurent Csinidis, Izabela Plucińska, Robert Kern, Paulina Ratajczak
Izabela Plucińska
Pascal Comelade, Arfaaz Kagalwala
Izabela Plucińska
Izabela Plucińska, Nora Bertone
Izabela Plucińska, Robert Kuzniewski
Izabela Plucińska, Yann Goodfaith
Ein beleibter Hotelgast vergeht vor Sehnsucht nach seiner verflossenen Liebe Suzanne. Und vor Hunger. Auf der Suche nach Essen in der fremden Stadt bekommt er wegen Verständigungsschwierigkeiten statt einer Mahlzeit nur neue Schuhe – viel zu eng und lebensgefährlich. Die ganze Situation entzündet sich. Mit Knete formt Izabela Plucińska eine Kurzgeschichte von Roland Topor zu einem skurrilen Animationsfilm, der sinnlich, aber zuweilen auf unangenehm-köstliche Weise körpernah ist.

André Eckardt
Spätlese 2019
The Wind. A Documentary Thriller Michał Bielawski

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind: Charakterstudie einer Landschaft und eines regionalklimatischen Sonderfalls, der durch polnische Wälder, Organismen und Seelen weht.

The Wind. A Documentary Thriller

Dokumentarfilm
Polen,
Slowakei
2019
75 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

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Maciej Kubicki
Michał Bielawski
Bartłomiej Solik
Hubert Pusek
Michał Bielawski
Wenn in der Hohen Tatra im Süden Polens der Halny kommt, dann steigt die Zahl der Anrufe bei der Notrufnummer deutlich an. Der Halny ist ein Wind, der die Menschen nervös macht, der ihnen zusetzt und der ihre Krisen verstärkt. Michał Bielawski erzählt in seinem „dokumentarischen Thriller“ die Geschichte einer Naturgewalt und von den Menschen, die mit dem Wind leben müssen.

Nichts ist schwerer zu berechnen als das Wetter, denn es wirkt sich auf jeden Organismus und jede Seele anders aus. Und Bielawski setzt mit seinem Wetterbericht an beiden Endpunkten der Ereignisachse an: In beeindruckenden Panoramaaufnahmen zeigt er, wie der Halny entsteht, wenn sich dicke Wolken von den Bergen in die engen Täler wälzen. Er zeigt aber auch, wie sich die Menschen auf die Umschwünge und auf die gelegentlichen größeren oder kleineren Naturkatastrophen eingestellt haben. Eine besonders beeindruckende Figur scheint sich geradezu mit dieser besonderen Regionalwelt zu identifizieren: Teresa umarmt die Bäume, sie möchte gern einen Flecken für sich in den geschützten Wäldern. Sie wird zur Verkörperung einer Landschaft, über die Michał Bielwaski mit seinen Bildern und mit einem starken, atmosphärischen Soundtrack so etwas wie eine Charakterstudie angelegt hat.

Bert Rebhandl



Ausgezeichnet mit dem MDR-Film-Preis.