Filmarchiv

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Internationales Programm 2017
A Memory in Khaki Alfoz Tanjour

Khaki sei die Farbe, die in jedem Syrer stecke, heißt es hier. Die These wiederholt sich in Variationen, fliegt durch Kunst und Gedanken. Und Alfoz Tanjour findet die richtigen Bilder dafür.

A Memory in Khaki

Dokumentarfilm
Qatar
2016
108 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Louai Haffar
Alfoz Tanjour
Kinan Azmeh
Ahmad Dakroub
Alfoz Tanjour
Alfoz Tanjour, Louai Haffar
„Mein Blut besteht aus dieser Stadt, ihren Steinen, ihren Nachbarschaften, ihren Geschäften, ihren Menschen und ihren Morgen … Mein Blut ist vielleicht aus dem Geruch von Diesel gemacht, der in ihr ist.“ Alfoz Tanjour besucht den syrischen Schriftsteller Ibrahim Samuel 2009 in Damaskus und filmt ihn in seinem Adidas-Pullover am Schreibtisch sitzend, mit Kaffee und Zigarette vor seinem Manuskript. Als Tanjour in den 1990er Jahren nach Moldawien ging, um Film zu studieren, war eine Kurzgeschichte Samuels sein erster Stoff. Auch jetzt ist der Intellektuelle Ausgangspunkt für eine Arbeit, die trotz immanenter Schwere wie ein anmutiger Flug ist. „A Memory in Khaki“ teilt Kunst und Gedanken von Menschen, denen das oppressive syrische Regime eingeprägt ist – mitsamt einer Farbe und ihrer Symbolik: Khaki.

Carolin Weidner

City of the Sun

Dokumentarfilm
Georgien,
Niederlande,
Qatar,
USA
2017
100 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli, Jim Stark
Rati Oneli
Arseni Khachaturan
Ramiro Suárez
Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli
Sonia Matrosova, Alexey Kobzar
Einst gab Tschiatura der Zeit den Pulsschlag vor. Mit einem der weltweit größten Mangan-Bergwerke war die Stadt Motor der sowjetischen Schwerindustrie. Als Rati Oneli hier eintrifft, sind diese Zeiten vorbei. Wenig bewegt sich, außer seiner in die Breitbildweite fahrenden Kamera. Oder doch: die Gemüter und Körper eines Musiklehrers, eines Bergmannes und zweier junger Athletinnen, die am inzwischen geisterhaften Ort ausharren. Oneli fügt ihre Porträts zu einer fesselnden atmosphärischen Sage zusammen, die das georgische Nationalepos zitiert und mit suggestiver Musik ausgemalt ist. Damit gibt er seinem Langfilmdebüt eine narrative Form, die das Dokumentarische mindestens ins Fließen bringt.

Zaza Rusadze