Filmarchiv

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In the Claws of a Century Wanting

Dokumentarfilm
2017
120 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Jewel Maranan
Jewel Maranan
Jewel Maranan
Lawrence S. Ang
Francis Raphael Solajes, Mikael Andres Quizon
Mit der Regenzeit kommt dieser Film zur Ruhe. Taifune ziehen heran und die Geräusche – das Schreien spielender Kinder, das Knirschen riesiger Verladekräne, das laute Treiben in den Gassen, das Rattern der LKWs – weichen dem gleichförmigen Klang anhaltend strömenden Wassers. Erst jetzt merken wir, wie durchlässig und empfindlich, wie labil und wie reich diese Welt ist, in die uns die philippinische Regisseurin Jewel Maranan mit ihrem Film führt.

Entlang der Ränder von Manilas gigantischem Handelshafen erstrecken sich notdürftige Barackensiedlungen, gebaut aus Blechwänden, Holzlatten und Plastikplanen. Wer hier lebt ist arm, arbeitet als Tagelöhner oder nachts in der Containerverladung. Das Hafengeschäft floriert, die Anlagen expandieren, die Menschen werden von der Regierung zur Umsiedlung genötigt. Anhand von fünf Protagonisten sehen wir mitten hinein in die Realität eines marginalisierten Lebensraums. Und immer wenn die Kamera – durch die Planen und Wellbleche hindurch – den Blick ein Stück weit freigibt auf die Bockkräne und Containertürme hinter den Häusern, dann sehen wir auch mitten hinein ins grimassierende Gesicht der globalisierten Weltwirtschaft.

Lukas Stern


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Nine Month War

Dokumentarfilm
2018
73 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ágnes Horváth-Szabó, András Pires Muhi
László Csuja
Zágon Nagy
Ágnes Mógor
László Csuja
Tamás Beke
János ist Anfang zwanzig, als ihn die ukrainische Regierung zum Krieg einzieht. Seine Familie zählt zur ungarischen Minderheit im Land. Viele fliehen in die EU, um dem Dienstantritt zu entgehen. János aber entscheidet sich für das Militär. László Csuja begleitet ihn in den Wochen, bevor er sich auf den Weg zur 1.500 Kilometer entfernten Frontlinie macht, ist dabei, wenn János über die Feiertage zu seiner Familie zurückkehrt, und nimmt ihn nach dem Kriegseinsatz zu Hause in Empfang. Verwendung findet auch Material, das der Soldat selbst mit seiner Handykamera aufgenommen hat – Einblicke in den Alltag auf der Basis.

Die neun Monate im Filmtitel erinnern nicht umsonst an die Dauer einer klassischen Schwangerschaft – „Nine Month War“ ist das Porträt einer Entwicklung, vielleicht nicht vom Embryo zum Säugling, aber doch vom Jungen zum Mann, je nachdem, was man darunter verstehen möchte. Der Junge János wirkt so kraftvoll wie unbedarft, ist umringt von der Liebe der Verlobten und einer ewig präsenten Mutter. Der Mann János, jener, den das ukrainische Militär nach dem Einsatz zurückgibt, ist unzugänglicher, teils grob. Gegen die weiblichen Hauptfiguren in seinem Leben hat sich Widerstand aufgebaut. János ist mit sich selbst beschäftigt, sitzt im Halbdunkel und spielt an seinen Händen. Den Soldaten, die in den Kiosk kommen, in dem er arbeitet, blickt er mit undurchdringlicher Miene nach.

Carolin Weidner


Nominiert für den MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.