Filmarchiv

Jahr

City of the Sun

Dokumentarfilm
Georgien,
Niederlande,
Qatar,
USA
2017
100 Minuten
Untertitel: 
englische

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Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli, Jim Stark
Rati Oneli
Arseni Khachaturan
Ramiro Suárez
Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli
Sonia Matrosova, Alexey Kobzar
Einst gab Tschiatura der Zeit den Pulsschlag vor. Mit einem der weltweit größten Mangan-Bergwerke war die Stadt Motor der sowjetischen Schwerindustrie. Als Rati Oneli hier eintrifft, sind diese Zeiten vorbei. Wenig bewegt sich, außer seiner in die Breitbildweite fahrenden Kamera. Oder doch: die Gemüter und Körper eines Musiklehrers, eines Bergmannes und zweier junger Athletinnen, die am inzwischen geisterhaften Ort ausharren. Oneli fügt ihre Porträts zu einer fesselnden atmosphärischen Sage zusammen, die das georgische Nationalepos zitiert und mit suggestiver Musik ausgemalt ist. Damit gibt er seinem Langfilmdebüt eine narrative Form, die das Dokumentarische mindestens ins Fließen bringt.

Zaza Rusadze

My English Cousin

Dokumentarfilm
Qatar,
Schweiz
2019
82 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

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Joëlle Bertossa, Flavia Zanon
Karim Sayad
Patrick Tresch
Naïma Bachiri
Miguel Antunes Dias
Fahed möchte sein Leben verändern. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit er Algerien verließ. Damals kam er voller Hoffnungen in Grimsby an, einer britischen Hafenstadt, die ihre florierenden Zeiten längst hinter sich hatte. Sein Traum von Wohlstand verflüchtigte sich. Um finanziell zu überleben, geht er heute in einer 50-Stunden-Woche zwei Jobs nach. Zwar besitzt er inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt gut integriert in einer Arbeiter-WG, doch nun, in der Mitte seines Lebens, zieht es ihn zurück in die algerische Heimat. Um näher bei seiner Mutter zu sein. Und er hat Heiratspläne! Doch wird es Fahed gelingen, sich nach so langer Abwesenheit wieder in Algerien einzuleben und seine Rolle zu finden? Seine Familie glaubt ihm die Rückkehrabsichten nicht so recht und neckt ihn, weil die Verlobung ein Mysterium bleibt. Wahrscheinlich habe er sich bereits zu sehr an die britische Mentalität gewöhnt, vermutet seine Tante.

Wo ist nun Faheds Heimat? Unvoreingenommen und mit humorvollem Blick für Details begleitet Karim Sayad seinen wortkargen Cousin bei dessen unentschlossenem Hin und Her. Ein Film über persönliche und nicht zuletzt auch gesellschaftliche Wendepunkte, denn im Hintergrund bewegen sich die beiden Länder England und Algerien auf politische Umwälzungen zu.

Annina Wettstein

Tiny Souls

Dokumentarfilm
Frankreich,
Jordanien,
Libanon,
Qatar
2019
85 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

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Dina Naser
Dina Naser
Ronald Heu
Dina Naser, Hasan Abu Hammad
Najwa Khachimi, Qutaiba Barhamji
Dina Naser
Antonin Dalmasso
Sie und all die anderen werden das Leben immer inspirieren, schreibt Dina Naser am Ende ihres Films über drei Kinder des Krieges in Syrien. Sie wachsen in einem Lager für Geflüchtete in Jordanien auf: Marwa ist die älteste, dann kommt ihre Schwester Ayah und schließlich Mahmoud, der Kleine. Sie haben noch sieben weitere Geschwister, aber die Familie ist auseinandergerissen worden, seit ein Bruder in Syrien nicht mehr in der Armee und damit dem Diktator Assad dienen wollte. Marwa ist die Heldin des Films. Sie wird bald groß sein oder jedenfalls von ihren Eltern als beinahe heiratsfähig betrachtet werden. Mutter und Vater achten nun darauf, dass sie nicht mehr ausgeht. Dabei hat sie doch schon einen Freund.

Dina Naser verfolgt das Geschick und den Alltag der drei Kinder über einen längeren Zeitraum, beginnend im Jahr 2014. Vorübergehend gibt die Filmemacherin ihren Protagonisten sogar eine Kamera in die Hand – für die Zeit, in der sie nicht bei ihnen sein kann. Zu vergleichen ist und darf dies sein mit der Situation geflüchteter Palästinenser im Jahr 1948, darunter Dina Nasers Vater, auf dessen Erfahrungen die Regisseurin anspielt. Damit öffnet sich ein größerer Kontext für diese zutiefst allgemein menschliche, mit vielen Details zugleich aber in den komplizierten Syrien- und Nahostkonflikt eingebundene Geschichte.

Bert Rebhandl