Filmarchiv

Jahr

24 Buckets, 7 Mice, 18 Years

Dokumentarfilm
Rumänien
2012
30 Minuten
Untertitel: 
englische

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Pintilie Adina, Manekino Film
Iacob Marius
Marius Iacob
Marius Iacob, Vlad Voinescu
Marius Iacob
Vlad Voinescu
Zahlen spielen eine große Rolle im Leben der ungarisch-rumänischen Köhler Piroska und Imre – ebenso das Radio, die Karibik und ein florierender Elendstourismus. Den Zusammenhang dieser Ingredienzien stellen die jungen Regisseure Iacob Marius und Vlad Voinescu mit großer Leichtigkeit und sicherem dramaturgischen Gespür her.
Den Sommer verbringen Imre und Piroska damit, in einem Wald in Transsilvanien Holz zu einer Pyramide aufzutürmen. Als Grillkohle wird es nach ganz Europa gelangen. Da kommt es schon mal weiter als das Paar, das in einem heruntergekommenen Waggon ohne Strom haust und die Abende damit verbringt, Rundfunkreportagen aus fernen Ländern zu lauschen und über die perfekten Lottozahlen zu diskutieren. Regelmäßig kommt die Welt zu ihnen in Gestalt von – ganz urig! – auf dem Pferdewagen angekarrten Touristen, die gegen ein Entgelt echte osteuropäische Armut, gern auch selbst mit der Schaufel posierend, fotografieren. Piroska und Imre nehmen’s mit Humor und denken lieber darüber nach, wie man die Menge von 230 Kohlesäcken umwandelt in den Treffer, der einen an den Traumstrand bringen wird – eines Tages.
Eine kluge Reflexion über den vermeintlich dokumentarischen Blick. Denn der Wohlstandsbürger gruselt sich wohlig, füllt seine Speicherkarte mit Bildern und macht sich davon. Die im authentischen Dreck sitzen bleiben, müssen weiter auf ein Wunder hoffen – oder auf die richtige Zahl.

– Grit Lemke
Spätlese 2019
Marona’s Fantastic Tale Anca Damian

Marona-Sara-Ana-die Neunte ist edler Abstammung, aber keine Prinzessin. Ihre Namen bekam sie von Herrchen und Frauchen. Das moderne Märchen über eine Hündin wirft Identitätsfragen auf.

Marona’s Fantastic Tale

Animationsfilm
Belgien,
Frankreich,
Rumänien
2019
92 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

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Anca Damian
Anca Damian
Pablo Pico
Brecht Evens, Gina Thorstensen, Sarah Mazetti
Boubkar Benzabat
Dan Panaitescu, Chloé Roux, Hefang Wei, Mathieu Labaye, Claudia Ilea
Anghel Damian
Clément Badin
Marona-Sara-Ana-die-Neunte ist zwar väterlicherseits von adliger Abstammung, anmutig und schön, aber keine Prinzessin. In ihrem kurzen Leben meistert sie manche Abenteuer: Sie lernt Akrobatik und Zaubertricks, landet kurzzeitig auf der Straße und wird sogar zur Retterin in der Not. Sie ist eine Hündin. Ihre Namen bekam sie von diversen Herrchen und Frauchen. Anca Damian erzählt mit Fantasie und Humor eine berührende Geschichte.

Eine eigenwillige, surrealistisch-kindliche Ästhetik, die Kombination verschiedener Animationstechniken, starke Stilisierungen und die buntfröhliche Farbpalette verleihen den Figuren besondere Ausdruckstärke. Die Hintergründe beeindrucken als witzige und künstlerisch geprägte Wimmelbilder. Durch ungewöhnliche Perspektiven entdecken wir gleichzeitig aus vielen Blickwinkeln urbanes Treiben – wie mit allen Sinnen. Im Herzen des Films entfaltet sich ein realistisch-kritisches Stadtgesellschaftsporträt, das vor Fragen zur Beziehung zu Tieren und damit zu unseren Werten nicht zurückschreckt. Freude und Traurigkeit, Abschied und Anfang bedingen sich – auch der Tod wird sensibel mitbehandelt. Damians modernes Märchen dreht sich um Identität und Zugehörigkeit. Mit musikalischer und visueller Poesie sowie mit philosophischem Esprit feiert es – ebenso schlicht wie extravagant – die Komplexität der Existenz und die Einfachheit des Glücks.

Nadja Rademacher

The Royal Train

Dokumentarfilm
Österreich,
Rumänien
2019
92 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Johannes Rosenberger, Constantin Wulff, Johannes Holzhausen (Navigator Film), Ada Solomon, Diana Păroiu (HiFilm)
Johannes Holzhausen
Joerg Burger
Dieter Pichler
Johannes Holzhausen, Constantin Wulff
Andreas Hamza, Vlad Voinescu
Eine untergegangene Monarchie wird von einer Prinzessin repräsentiert, deren unerschütterliche Mission es ist, dass ihrer Dynastie wieder eine echte Verantwortung für Politik und Wirtschaft in der rumänischen Gegenwart übertragen wird. Mit großer Energie, manchmal auch komischen Ausrutschern, überwiegend aber mit dem gebührenden royalistischen Ernst spielt Prinzessin Margareta von Rumänien ihre Rolle als Subjekt und Objekt der eigenen Kampagne. Aufgeführt wird das Stück vom neuen Wein in alten Schläuchen. Mit höfischer Entourage bereist Margareta „ihr“ Land im gleichen königlichen Zug, auf derselben königlichen Strecke, in dem auch schon ihr Vater König Michael I. den Kontakt zu seinen Untertanen suchte und pflegte. Dass der rote Teppich als offensichtlichstes Symbol von monarchischer Grandezza auch beim kleinsten Zwischenstopp einen makellosen Eindruck zu machen hat, versteht sich von selbst – lässt sich aber nicht immer hundertprozentig herstellen.

Den Betrieb, der sich um diese Reise ins Rückwärts entfaltet, beobachtet Regisseur Johannes Holzhausen mit distanziert-staunender Neugier, offenbart sich darin doch eine vielsagende (Un-)gleichzeitigkeit zwischen altwurzelndem K.-u.-k.-Zeremoniell und aktueller Marketing-Vision.

Ralph Eue