Filmarchiv

Jahr

The Last Limousine

Dokumentarfilm
Deutschland,
Russland
2013
79 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Marina Razbezhkina, Heino Deckert
Daria Khlestkina
Anton Silaev
Anna Dashina, Evgeniy Kurbatov
Daria Khlestkina, Mieneke Kramer
Daria Khlestkina
Sergey Ovcharenko, Maria Ushenina
Sie waren nicht nur der Stolz der Nation, sondern auch Sinnbild für offen zur Schau gestellte Macht, die zunehmend zur leeren Pose geriet. Die ebenso feudalen wie formvollendeten Limousinen, die die Paraden des sowjetischen Militärs auf dem Roten Platz anführten, forderten im Osten wie im Westen Ehrfurcht und Respekt ein. Bis zum Kollaps 1990 wurden sie im Moskauer Autowerk ZIL handgefertigt. Dann kam die Produktionsstrecke zum Erliegen. An einem Mangel an Diktatoren und Repräsentationsgelüsten kann es nicht gelegen haben. Vielleicht sind die offenen Limousinen zu riskant geworden? Kurzum: Plötzlich bricht ein Auftrag über die schon fast abgewickelte Fabrik herein. Drei Wagen werden von Staats wegen bestellt. Der Geist des alten Kollektivs erwacht, die Maschinen werden hochgefahren und der Betriebsdirektor schreitet ernst die gigantischen Hallen ab, wo es sich die Katzen längst gemütlich gemacht haben. Die Regisseurin Daria Khlestkina protokolliert präzise dieses letzte Aufbäumen eines Giganten und gewährt – nicht ohne Wehmut – Einblick in die Restposten einer einstmals sozialistischen Betriebsstruktur, wo Langmut und Improvisationskunst doch das eigentliche Kapital stellten.
Cornelia Klauß

The Track

Dokumentarfilm
Russland
2019
14 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Aleksej Evstigneev
Aleksej Evstigneev
Elizaveta Popova
Aleksej Evstigneev
Aleksej Evstigneev
Varvara Frolova
Kinder gucken aus den Fenstern, eine alte Frau in hellblauen Badeschlappen starrt in ihren Laptop. Eine Oma beschwert sich über die laute Musik ihres Enkels. Ein Mann hat es noch immer nicht verwunden, dass er damals in den Krieg musste. Eine Beobachtung. Eine Momentaufnahme, aus einer Welt, die in einer anderen Zeit stehen geblieben scheint. Einmal am Tag fährt ein einsamer Eisenbahnwaggon mit dem originellen Spitznamen „Matrix“ in das russische Bergdorf Otdaljonnyi, was soviel heißt wie „abgelegen“.

Julia Weigl