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Dragan Wende - West Berlin

Dokumentarfilm
Deutschland,
Serbien
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Lena Müller, von.müller.film
Dragan von Petrovic, Lena Müller
Ognjan Milosević
Vuk Maksimovič
Dragan von Petrovic
Braća Burazeri
Vuk Maksimovič, Lena Müller, Dragan von Petrovic
Vladimir Uspenski, Vladimir Zivković, Miloš Drndarević
Seit 20 Jahren hat der Exiljugoslawe Dragan Wende keinen Fuß in den Osten Berlins gesetzt. Wenn nur dieser Gorbatschow mit dem Mauerfall nicht das wunderbare Gleichgewicht der Welt, insbesondere der Dragan Wendes, zerstört hätte! Einst König der Berliner Unterwelt und halbseidenen Amüsierszene um den Ku’damm, rechte Hand des legendären Rolf Eden (der sich allerdings kaum an seinen besten Mitarbeiter zu erinnern vermag) und – die Taschen voller Westgeld – Traum aller Ostberliner Ladys, fristet er heute ein eher bescheidenes Dasein. Zwar stilecht am Adenauerplatz in bordellrotem Plüsch und immer noch als „street manager“ (Türsteher) diverser Nachtclubs, doch eigentlich eher einsam und auf Stütze. Und als wäre das nicht genug, kommt auch noch der filmende Neffe Vuk daher, um den Mythos des West-Onkels zu erforschen, dicht gefolgt von Vater Mile, Gastarbeiter der ersten Generation, stolzer Erbauer Westberlins und ebenfalls ein großer Freund der Mauer …
In ihrer „Balkan-Tragikomödie“ porträtieren die Regisseure voller Liebe und schwarzem Humor einen Menschenschlag, der sich von einer dahergelaufenen Geschichte nicht zum Verlierer stempeln lässt – auch wenn alles dagegen spricht. Glanz ist in der kleinsten Hütte und zwischen Balkansongs und Dönerbuden haben sie ihre Heimat gefunden in einer Gemeinschaft aus bizarren Überlebenskünstlern. In die schließlich auch Vuk aufgenommen wird – als „street manager“, versteht sich. Westberlin ist vorerst gerettet.
– Grit Lemke

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