Filmarchiv

Jahr

Next Masters Wettbewerb 2018
Denisa, a Story of a Friend Mária Brnušáková

Denisa möchte eigentlich nur eins: Liebe. Die sucht sie seit ihrer Teenagerzeit in Form von Männern. Mária Brnušáková filmt ihre Freundin über mehrere Jahre – das Porträt ist spröde.

Denisa, a Story of a Friend

Dokumentarfilm
Slowakei
2017
53 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Academy of Performing Arts – Film and Television Faculty
Mária Brnušáková
Mária Brnušáková
Mária Brnušáková, Tomáš Holocsy
Mária Brnušáková
Mária Brnušáková
Es gibt nicht nur Liebe, sondern auch die Sucht nach Liebe. Denisa, eine junge Slowakin, verzehrt sich nach ihr. Gleich zu Beginn stellt sie klar: „Ich will Liebe. Kein Geld, keine Kohle, keine Scheine … Nur Liebe, das ist alles.“ Denisa möchte unbedingt mit einem Mann zusammen sein und sie hat auch ganz genaue Vorstellungen davon, wie dieser aussehen beziehungsweise sein sollte: Einer glich am ehesten einem Mitglied der Kelly Family, bevor sie sich auf das Berufsbild des Polizisten versteifte. Holprig verlaufen alle Beziehungen. Aus der ersten ist außerdem ein kleiner Junge hervorgegangen, der nach der Trennung vom Vater aus Denisas Blickfeld gerät. Mária Brnušákovás Langzeitporträt ist spröde und ungeschönt. Begegnet einem Denisa zunächst noch als aufgedrehter Teenager, dem das Kochen für den Ehemann wie einer spaßiger Zeitvertreib erscheint, verändert sich das Auftreten der jungen Frau über die Jahre. Was bleibt, ist ein besonderer Humor und eine gewisse Unbezwingbarkeit: Ringt Denisa anfänglich noch um die Liebe von Männern, verlagert sich ihr Kampf später auf die Wiederherstellung des Kontakts zu ihrem Sohn.

Carolin Weidner


Nominiert für den MDR-Filmpreis

Spätlese 2019
The Wind. A Documentary Thriller Michał Bielawski

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind: Charakterstudie einer Landschaft und eines regionalklimatischen Sonderfalls, der durch polnische Wälder, Organismen und Seelen weht.

The Wind. A Documentary Thriller

Dokumentarfilm
Polen,
Slowakei
2019
75 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Maciej Kubicki
Michał Bielawski
Bartłomiej Solik
Hubert Pusek
Michał Bielawski
Wenn in der Hohen Tatra im Süden Polens der Halny kommt, dann steigt die Zahl der Anrufe bei der Notrufnummer deutlich an. Der Halny ist ein Wind, der die Menschen nervös macht, der ihnen zusetzt und der ihre Krisen verstärkt. Michał Bielawski erzählt in seinem „dokumentarischen Thriller“ die Geschichte einer Naturgewalt und von den Menschen, die mit dem Wind leben müssen.

Nichts ist schwerer zu berechnen als das Wetter, denn es wirkt sich auf jeden Organismus und jede Seele anders aus. Und Bielawski setzt mit seinem Wetterbericht an beiden Endpunkten der Ereignisachse an: In beeindruckenden Panoramaaufnahmen zeigt er, wie der Halny entsteht, wenn sich dicke Wolken von den Bergen in die engen Täler wälzen. Er zeigt aber auch, wie sich die Menschen auf die Umschwünge und auf die gelegentlichen größeren oder kleineren Naturkatastrophen eingestellt haben. Eine besonders beeindruckende Figur scheint sich geradezu mit dieser besonderen Regionalwelt zu identifizieren: Teresa umarmt die Bäume, sie möchte gern einen Flecken für sich in den geschützten Wäldern. Sie wird zur Verkörperung einer Landschaft, über die Michał Bielwaski mit seinen Bildern und mit einem starken, atmosphärischen Soundtrack so etwas wie eine Charakterstudie angelegt hat.

Bert Rebhandl



Ausgezeichnet mit dem MDR-Film-Preis.