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Jahr

The Family

Dokumentarfilm
Österreich,
Slowenien
2017
106 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Erna Gorše Biček, Rok Biček
Rok Biček
Rok Biček
Rok Biček, Yulia Roschina
Julij Zornik
Immer wieder ist der Name „Rok“ zu hören. Man solle ihn grüßen, heißt es etwa durchs Telefon, als Matej mit seiner neuen Freundin auf dem Eiffelturm steht. Rok Biček scheint Teil der Familie geworden zu sein, die er über eine Dekade mit der Kamera begleitet hat – was auch die Selbstverständlichkeit erklärt, mit der vor allem Matej agiert. Er ist gewissermaßen das Zentrum dieses Films, der ihn beim Verlassen seiner ursprünglichen Familie und beim Gründen einer eigenen beobachtet. In keiner von beiden hat er es leicht. Matej wurde in eine Familie geboren, deren Mitglieder, im Gegensatz zu ihm, geistig wie körperlich eingeschränkt sind. Der Umgangston ist ruppig und von Missverständnissen geprägt. Die besonderen Unüberwindbarkeiten verursachen Schmerzen.

In der neuen Familie mit seiner ersten Freundin ist wiederum gleich zu Beginn ein Mann präsent, der Matejs Nachfolger werden soll. Dennoch zeugt das Paar Nachwuchs, obwohl Matej früh über eine Sterilisation nachdenkt. Rok Biček changiert in seinem Film zwischen Aufnahmen, die Matej als Jugendlichen zeigen, und solchen vom jungen Erwachsenen und Vater. Einige Fragen, die zunächst offen bleiben, beantworten sich nach und nach, andere werden nicht berührt. Die Souveränität des Erzählens und das Gespür für Situatives heben diesen Film heraus.

Carolin Weidner


Nominiert für MDR-Filmpreis