Filmarchiv

A Story for the Modlins

Dokumentarfilm
2012
26 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Sergio Oksman, Documenta Films
Sergio Oksman
Sergei Rachmaninov
Migue Amoedo
Fernando Franco, Sergio Oksman
Carlos Muguiro, Emilio Tomé, Sergio Oksman
Carlos Bonmatí
Sitzen Sie im falschen Film? Wollten Sie nicht einen kurzen Dokumentarfilm sehen, der um die Erinnerungsstücke eines bereits verstorbenen, amerikanischen Ehepaars kreist? Warum läuft der Vorspann eines Hollywoodfilms: Mia Farrow in „Rosemary’s Baby“?
Fiktion und dokumentarische Realität stoßen bei diesem Dokumentarfilm immer wieder aufeinander. Nicht Mia Farrow ist die Hauptheldin unseres Films, sondern der Kleindarsteller Elmar Modlin und seine Frau Margaret, eine passionierte Malerin. Ausschließlich anhand von gefundenen Briefen, Fotos und anderen dokumentarischen Materialien rekonstruiert der Regisseur die Lebensgeschichte dieser beiden Menschen. Nach einer Statistenrolle in „Rosemarys Baby“ verließ Elmer mit Frau und Sohn die USA und zog nach Madrid. Dort lebten sie in einer kleinen Wohnung über 30 Jahre abgeschieden von der Außenwelt. Margret inszenierte sich als Künstlerin, Elmer arbeitete als TV-Darsteller. Was von ihnen blieb? Eine leere Wohnung und eine Mülltonne voller weggeworfener Andenken. Indizien ihres gelebten Lebens, durch Zufall entdeckt vom Filmemacher bei einem Spaziergang durch Madrid. Die spannendsten Geschichten liegen eben auf der Straße.

– Antje Stamer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Another Night on Earth

Dokumentarfilm
2012
52 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
David Muñoz, Hibrida
David Muñoz
David Muñoz
David Muñoz, Alicia Medina
David Muñoz
David Muñoz
Straßenverkehr in Kairo kann mit Fug und Recht als experimentelles Chaos angesehen werden. Ampeln etwa scheinen grundsätzlich nur als Lichtorgel wahrgenommen zu werden, platziert zur Auflockerung des Stadtbildes, aber sonst nicht weiter zu beachten. Taxis allerdings gelten als halbwegs vertrauenswürdige Fähren in diesem unberechenbaren Fluss der Verkehrsteilnehmer, umso mehr, wenn in der Stadt plötzlich, noch mehr als zu normalen Zeiten, alles in Bewegung geraten ist. Produziert zwischen März und September 2011, also während der Frühlingsblüte der arabischen Revolution und aufgezeichnet mit kleinstem Equipment, das fest in verschiedenen Taxis installiert war, ist „Otra noche en la tierra“ ein aufregendes Zeitbild der ägyptischen Gesellschaft in diesen Monaten. Dutzende Passagiere lassen uns teilhaben an ihrem aktuellen Kummer (häufig) oder ihrer Euphorie (manchmal) und ihren Erwartungen oder Befürchtungen angesichts einer ungewissen Zukunft. Der interessanteste Moment einer Taxifahrt, so der spanische Regisseur David Muñoz (der zugleich Kameramann, Produzent und Cutter war), sei jener, in dem das Taxi von einem Fortbewegungsmittel zu einem zensurfreien Kommunikationsraum wird, in dem diese seltsame Mischsituation aus Anonymität und Privatheit zum Katalysator für atemberaubend echte Momente menschlichen Miteinanders wird, man könnte auch sagen: wenn die Condition humaine ihre vielfältigen Gesichter offenbart.

Ralph Eue



Ausgezeichnet mit dem Preis der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Preis der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique 2012

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