Filmarchiv

Internationales Programm
Big Boys Gone Bananas!* Fredrik Gertten

Der schier aussichtslose Kampf einer kleinen Filmproduktion gegen den Lebensmittelkonzern Dole. Der Zusammenhang von Konsum, Meinungsfreiheit und Demokratie als Thriller.

Big Boys Gone Bananas!*

Dokumentarfilm
Schweden
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Margarete Jangård, WG Film
Fredrik Gertten
Conny Malmqvist, Dan "Gisen" Malmquist
Frank Pineda, Joe Aguirre, David McGuire, Malin Korkeasalo, Stefan berg, Kasia Winograd, Sasha Snow, Terese Mörnvik
Jesper Osmund, Benjamin Binderup
Charlotte Rodenstedt
Fredrik Gertten
Alexander Thörnqvist
Die Banane galt 1989 in Ostdeutschland, als ein ganzes Volk „gone bananas“ war, als Symbol des schönen Lebens schlechthin. Die Freiheit uneingeschränkten Konsums schien mit jener der Rede und der Kunst automatisch einherzugehen. Frederik Gertten lehrt uns nun, was Bananen wirklich mit Demokratie zu tun haben.
Dass ihr Anbau auf den nikaraguanischen Plantagen des Lebensmittelkonzerns Dole extrem gesundheitsschädigend für die Arbeiter ist, hatte Gertten in seinem letzten Film gezeigt. Vor dessen Premiere erhält der Filmemacher ein 200-seitiges Schreiben der Firma mit dem Ziel, die Aufführung zu stoppen. Eine beispiellose Kampagne – die Gertten hier dokumentiert und nacherzählt – nimmt ihren Lauf. Eine kleine, unabhängige Filmproduktion trotzt einem Big Player, der von der Justiz, dem L.A. Filmfestival und der Presse bis zum gesamten Internet alles und jeden nach Belieben kaufen, manipulieren, bedrohen oder gar vernichten zu können scheint. Ein ungleicher, schier aussichtsloser Kampf gegen eine Macht, die alle Orwellschen Fantasien in den Schatten stellt.
Erst, als die Zivilgesellschaft in Form des schwedischen Parlaments und einer Handvoll aufgeklärter Konsumenten zu begreifen beginnt, dass die Verantwortung für die Freiheit der Meinung und der Kunst nicht allein beim einzelnen Künstler liegen kann, sondern dass dieses Gut von allen verteidigt werden muss, gibt es eine unerwartete Wendung, die – wir ahnen es – etwas mit dem Konsum von Bananen zu tun hat …
– Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Bilder von Vietnam

Dokumentarfilm
Schweden
1972
24 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Sveriges Radio SVT
Peter Nestler
Peter Nestler
Peter Nestler
Die Zeit zwischen 1965 und 75 galt in Leipzig als das „Vietnam-Jahrzehnt“, als auch dieser Film hier lief. Es waren „Dokumentaristen“ und Fotografen, die auf die Gräuel eines zunächst fern der Weltöffentlichkeit stattfindenden Krieges aufmerksam machten. Mit Nestler und dem renommierten ostdeutschen Fotografen Thomas Billhardt fanden die Gattungen auf wunderbare Art zusammen: Billhardts Fotos vom Alltag eines gequälten Volkes, aber auch von Momenten des Luftholens und Glücks, die manchmal – hier ist er Nestler sehr nah – den Blick auf kleine Details richten, brennen sich ins Gedächtnis. Klug montiert, von Zsóka Nestler nüchtern kommentiert und kontrastiert von Gedichten vietnamesischer Kinder, gelesen von schwedischen – die einzigen bewegten Bilder.
– Grit Lemke

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Chilefilm

Dokumentarfilm
Schweden
1974
23 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Sveriges Radio SVT
Peter Nestler
Luis Francisco Roca, Ramon Chavez
Peter Nestler
Peter Nestler
Dieser für ein Jugendmagazin des Schwedischen Fernsehens produzierte Beitrag erläutert auf einfache, nachvollziehbare Weise die Hintergründe des Militärputsches in Chile. Unter – der für Nestler typischen – Zuhilfenahme historischer Dokumente und Zeichnungen sowie Fotos (auch von Thomas Billhardt) zieht er einen Bogen vom Befreiungskampf der Indios bis zu Allende und dessen Sturz. In aller betonten Sachlichkeit dennoch eine leidenschaftliche Parteinahme für die Sache der Unidad Popular: „Dass so viele schrecklich arm sind und so viele reich, hängt zusammen.“ Der Film wurde nie ausgestrahlt.
– Grit Lemke

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Colombianos

Dokumentarfilm
Schweden
2012
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Antonio Russo Merenda, Hysteria Film AB
Tora Mårtens
Andreas Unge
Erik Vallsten
Tora Mårtens
Die kolumbianischen Brüder Pablo und Fernando sind um die 20 und könnten unterschiedlicher nicht sein. Pablo lebt in Kolumbien, verfolgt klare Ziele und setzt sie entschlossen durch. Fernando, nur wenige Jahre jünger, hängt in Stockholm ab. Drogenabhängig, orientierungslos und kurz vor dem Absturz. Da soll eine Therapie unter Pablos Aufsicht in Kolumbien helfen. Über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren folgt Tora Mårtens Film den ungleichen Brüdern und Olga, ihrer Mutter, deren Rolle in Fernandos Unglück, je länger es andauert, zutage tritt. Ähnliches gilt für Pablo. Ferdi nennt er den Jüngeren, und behandelt ihn auch so: er plant die Therapie, er fordert, er organisiert. In aller Liebe, beide, und da liegt Fernandos Problem. Wie sich der Fürsorglichkeit entziehen, die wie ein Senkblei auf ihm lastet? Mit viel Gespür für Situationen, für die leisen Zwischentöne und stillen Beobachtungen erzählt „Colombianos“ die Geschichte einer Familie, deren Beziehungsgewebe neu ausbalanciert wird. In Verkehrung seines Status als Benjamin bildet Fernando hierbei das Gravitationszentrum, um das herum sich die alten familiären Bande auflösen, um auf einer neuen, geläuterten Ebene wieder zusammenzufinden. Olga sucht eine Selbsthilfegruppe auf, um ihr Verhalten zu ergründen. Pablo erhöht den Druck und befreit sich von der Verantwortung für den Bruder. Der schließlich setzt sich durch und kehrt allein nach Schweden zurück.
Schnitt. Ein Jahr später. Das Leben bietet manchmal auch ein Happy End. Wie im Kino.

Matthias Heeder



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm 2012

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Das Warten

Dokumentarfilm
Schweden
1985
6 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Sveriges Radio, Stockholm
Peter Nestler
Peter Nestler, Kenneth Jacobsson
Peter Nestler
Im Archiv des Schwedischen Fernsehens fand Peter Nestler Fotos eines Grubenunglücks, bei dem 1930 in Niederschlesien 155 Arbeiter starben. Die Darstellungen der oben Wartenden, von verzweifelten Angehörigen und Hilfskräften, von der Trauerfeier und KPD-Protesten sowie von der Bergwerksarbeit jener Zeit zeichnen im Verein mit Texten aus schwedischen Zeitungen und düsterer Musik von Weber und Grieg in nur sechs Minuten das Bild einer Gesellschaft, die für Profit über Leichen geht.
– Grit Lemke

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Die Folgen der Unterdrückung

Dokumentarfilm
Schweden
1982
40 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Sverige Radio SVT
Peter Nestler
Peter Nestler und ein Team aus Chile
Peter Nestler
Neun Jahre nach dem Militärputsch kommt Peter Nestler in ein Land, das scheinbar in der Normalität angekommen ist. Doch hinter den Bildern von Reichtum und urbanem Leben findet er die Kratereinschläge der Vergangenheit: traumatisierte Familien. Kinder, die die Verhaftung oder Folterungen ihrer Eltern mit ansehen mussten. Gebrochene Menschen, die nur mühsam in den Alltag zurück finden. Unterdrückung kann hier auch im psychischen Sinne verstanden werden als Verdrängung von Trauer, Wut und Erinnerung, die eine ganze Gesellschaft krank macht.
– Grit Lemke

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Die Hasen fangen und braten den Jäger

Animationsfilm
Schweden
1994
7 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Peter Nestler Filmproduktion, München
Peter Nestler
Lennart Bang
Peter Nestler
Hans Sachs
In Einzelbildern von Kohlezeichnungen Peter Nestlers wird ein Gedicht von Hans Sachs erzählt: Die Hasen verbünden sich gegen den Jäger, eine Parabel auf die Möglichkeit von Widerstand.
– Grit Lemke

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Meatballs and Catching Anger

Animationsfilm
Schweden
2011
5 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Johan Hagelbäck, HB Johan Hagelbäck Tecknad Film
Johan Hagelbäck
Johan Hagelbäck
Der Chef von Vater Fleischklößchen hat schlechte Laune und steckt damit seine Umgebung an. Werden sie je wieder fröhlich sein?

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Tzvetanka

Dokumentarfilm
Bulgarien,
Schweden
2012
69 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Mårten Nilsson, GNUFILM; Martichka Bozhilova, AGITPROP
Youlian Tabakov
Rikard Borggård
Adam Nilsson
Nina Altaparmakova, Adam Nilsson,Youlian Tabakov, Johan Söderberg
Youlian Tabakov
Opulent, verspielt und bisweilen heiter erzählt Youlian Tabakow in seinem Debut die wechselvolle Lebensgeschichte einer Bulgarin, die drei politische Systeme erlebt hat: Die Monarchie, den Sozialismus und das Heute. Dem Regisseur kommt zu Gute, dass er Kostüm und Design studiert hat. Davon inspiriert, vermag er das dokumentarische Material so mit Passagen von Animationen und Inszenierungen zu verweben, dass es sich in einen Strom phantasievoller und überraschender Bilder verwandelt.
Seine Großmutter Swetanka Goschewa, Jahrgang 1926, entstammt einer reichen Kaufmannsfamilie, die ihr den Besuch einer privilegierten Schule in Sofia ermöglichte. Aber gerade dieser bürgerliche Hintergrund wird ihr nach dem Krieg zum Verhängnis. Ihre Eltern kommen als Feinde der Partei ins Gefängnis, der Vater wird sich davon nie erholen. Nur durch viel Glück gelingt es ihr, zum Studium zugelassen zu werden. Sie wird Ärztin, erfährt jedoch viele Demütigungen und Behinderungen in der Arbeit. Dennoch bleibt sie im Land, obwohl sie Möglichkeiten gehabt hätte, im Ausland zu bleiben. In der Krankheit ändern sich die Menschen, sagt sie. Ihr letzter Arbeitstag ist ironischerweise der 10. November 1989, der Tag an dem Todor Schiwkow gestürzt wird. Was folgt, nennt sich Demokratie. Swetanka bleibt politisch hellsichtig, auch wenn sie langsam ihr Augenlicht verliert. Das neue System erlebt sie als korrupt. Ursprünglich wollte sie Schauspielerin werden: in diesem Film hat die zierliche Frau einen ganz großen Auftritt.
– Cornelia Klauß

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Zigeuner sein

Dokumentarfilm
Schweden
1970
47 Minuten
Untertitel: 
Schwedische Zwischentitel
Credits DOK Leipzig Logo
Sveriges Radio SVT, Stockholm
Peter Nestler
Peter Nestler
Peter Nestler
Zsóka Nestler, Peter Nestler
Nach Bildern des Malers Otto Pankok mit Darstellungen von Roma aus den 30er Jahren erzählen diese von ihren Erfahrungen im Dritten Reich und der Bundesrepublik: Ergreifende Berichte von Verfolgung, Diskriminierung, Ausgrenzung, von einem Leben als Menschen zweiter Klasse – unglaublicher Weise bis in die angeblich demokratische Gegenwart des Films, da sie unter menschenunwürdigen Bedingungen in Baracken am Rand der Städte und der Gesellschaft hausen und als Nazi-Opfer nicht anerkannt sind. In langen, nahezu ungeschnittenen Einstellungen erhalten die Menschen und ihre Geschichten Raum. Mehr braucht es nicht.
– Grit Lemke

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