Filmarchiv

Countries (Film Archive)

Kids DOK
A Tiger with No Stripes Raúl “Robin” Morales Reyes

Ein Tiger ohne Streifen? Kann das überhaupt ein richtiger Tiger sein, der die anderen Bewohner des Dschungels in Angst und Schrecken versetzt?

A Tiger with No Stripes

Animationsfilm
Frankreich,
Schweiz
2018
8 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Reginald de Guillebon, Nicolas Burlet
Raúl “Robin” Morales Reyes
Yan Volsy, Pablo Pico
Hervé Guichard
Marc Robinet, Pierre Bouvier, Morten Riisberg Hansen
Raúl “Robin” Morales Reyes
Yan Volsy
Ein Tiger ohne Streifen? Kann das überhaupt ein richtiger Tiger sein, der die anderen Bewohner des Dschungels in Angst und Schrecken versetzt? Um nicht mehr ausgelacht zu werden, macht sich der kleine Tiger auf die Suche nach seinen Streifen. Er entdeckt sie als Schatten auf seinem Fell, malt sie mit Schlamm auf, aber nichts davon ist von Dauer. Wie kann er noch zu seinen Streifen kommen?

Marie-Thérèse Antony

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Average Happiness

Animationsfilm
Schweiz
2019
7 Minuten
Untertitel: 
englische
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Olivier Zobrist
Maja Gehrig
Joy Frempong
Maja Gehrig, Nora de Baan
Maja Gehrig, Stefan Holaus
Maja Gehrig
Peter Bräker
Was mit der nüchternen PowerPoint-Präsentation einer Datenerhebung über die Zufriedenheit in Europa beginnt, entwickelt sich zu einer wahrhaft sinnlichen Reise. Diagramme brechen aus ihren x- und y-Achsen aus. Farbenprächtige Säulen, Kreise und Linien werden zu Akteuren in Infografik-Landschaften. Immer euphorischer gebärden sie sich: Alterspyramiden tanzen, Balken verschmelzen zu Figuren und steigern sich gemeinsam bis hin zum Höhepunkt. Eine orgiastische Welt der Statistik, wer hätte das gedacht!

Annina Wettstein

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Bird Island Maya Kosa, Sergio Da Costa

Eine Vogelpflegestation ist ein wundersames Refugium für verletzte Wildvögel – und für den Protagonisten Antonin, der nach längerer Krankheit dort eine Arbeit aufnimmt.

Bird Island

Dokumentarfilm
Schweiz
2019
60 Minuten
Untertitel: 
englische
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Joëlle Bertossa, Flavia Zanon
Maya Kosa, Sergio Da Costa
Sergio Da Costa
Gabriel Gonzalez, Maya Kosa, Sergio Da Costa
Maya Kosa, Sergio Da Costa
Xavier Lavorel
Nach längerer Krankheit und Isolation nimmt Antonin in einer Vogelpflegestation seine Arbeit auf. Als Folge der Krankheit hat er noch immer mit Fatigue zu kämpfen. Die neuen Kolleginnen und Kollegen lassen ihm geduldig Zeit anzukommen. In diesem kleinen Universum erhält Antonin genauso Schutz wie die Patienten. Die Wildvögel werden mit teilweise sehr schweren Verletzungen abgeliefert, einige leiden unter Schock. Sie benötigen die ganze Hingabe der Tierärztin und der Pflegerin – und die bekommen sie auch. Vom lauten Getöse des nahegelegenen Flughafens lassen sie sich nicht aus der Ruhe bringen.

Tagebuchartig berichtet Antonin als Erzähler im Off über die Station. In einer literarischen Sprache erklärt er die Arbeitsabläufe und berichtet von den Schicksalen der Schwäne, Uhus oder Krähen. Auch die Interaktionen im Team und die Behandlungen der Tiere sind minimalistisch gezeigt. So pendelt der Film zwischen stilisierter Künstlichkeit und dokumentarischer Beobachtung hin und her. Behutsam entwickelt sich die warmherzige Geschichte an diesem wundersamen Ort zu einer Fabel über die Rettung von Tieren – und Menschen – in Not.

Annina Wettstein



Ausgezeichnet mit dem Healthy Workplaces Film Award.

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Birds of Paradise

Dokumentarfilm
Schweiz
2019
15 Minuten
Untertitel: 
englische
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Rocco Senatore
Aline Suter, Céline Carridroit
Adrien Kessler
Aline Suter
Aline Suter, Céline Carridroit
Céline Carridroit
Die Fotografien sind in einer Zeit entstanden, in der ein todbringender Virus wütete. Um ein Haar hätte er eine Familie zerstört, noch bevor sie überhaupt zu einer solchen wurde. Die Hand, die die Fotografien hält, und die Stimme, die über sie spricht, zeugen jedoch davon, dass es manchmal ein Leben nach dem Leben mit dem Tod gibt. Das dann, wiederum manchmal, einen neuen Blick ermöglicht: nicht nur auf das eigene Leben, sondern auf all das Lebendige, das uns umgibt.

Lukas Foerster

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Das Fieber

Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland,
Schweiz
2019
99 Minuten
Untertitel: 
englische
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Markus Wailand
Katharina Weingartner
Siri Klug
Andrea Wagner
Toby Cornish
Katharina Weingartner
Patrick Becker, Peter Braeker
Der Kampf will nicht enden. Noch immer regiert Malaria weite Teile Afrikas. Alle 60 Sekunden stirbt südlich der Sahara ein Kind an diesem Parasiten. Insgesamt ist sie der Grund für rund eine halbe Million Todesfälle im Jahr. Aber warum gelingt es einfach nicht, die Krankheit erfolgreich zu bezwingen, obwohl seit etlichen Jahren unzählige internationale Hilfsorganisationen an einer Lösung arbeiten?

Natürlich liegt das am Geld, an globalen Interessenskonflikten, an der mächtigen Pharmaindustrie. Das ist nichts Neues. Doch der österreichischen Filmemacherin Katharina Weingartner ist nun ein spannender dokumentarischer Thriller gelungen, der in das leidlich bekannte große Bild im Wortsinn aufregende, den Kontext verschiebende und erweiternde Verbindungslinien einzeichnet: zwischen dem Parasiten und der Pharmaindustrie, zwischen Selbstbestimmung in Ostafrika und dem reichsten Mann der Welt. Im Fokus stehen drei mutige Menschen in Uganda und Kenia, die vor Ort gegen die Krankheit kämpfen und oft mit alternativen Methoden weiter kommen, als das die westliche Medizin gerne hätte. Denn eine eigene Lösung, ohne fremde Hilfe und Technologien, ohne die merkantilen oder öffentlichkeitswirksam philanthropischen Interessen der Helfenden, würde ja Unabhängigkeit bedeuten.

Julia Weigl

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Das Forum

Dokumentarfilm
Deutschland,
Schweiz
2019
116 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Christian Beetz, Georg Tschurtschenthaler, Karin Koch, Marcus Vetter
Marcus Vetter
Marcel Vaid
Georg Zengerling
Marcus Vetter, Ana Fernandez Rocha, Michele Gentile
Christian Beetz
Melanie Westphal, Dieter Meyer, Marco Teufen, Jonathan Schorr, Marcus Vetter
Jährlich im Januar gibt das schweizerische Davos die Kulisse für das Weltwirtschaftsforum (WEF). Dieses Treffen ist ein Stelldichein der globalen Eliten aus Wirtschaft und Politik. Zwar werden seit einiger Zeit die öffentlichen Debatten und Pressekonferenzen auf der Website des WEF gestreamt – im Sinne eines transparenten, jedoch auch des Offiziösen verdächtigen audiovisuellen Protokolls –, doch noch nie in der 49-jährigen Geschichte des WEF gewährte man einem unabhängigen Filmemacher Einblicke in die Maschinerie des Ereignisses oder hinter die Fassaden der Institution.

Über einen Zeitraum von drei Jahren beobachtete Regisseur Marcus Vetter das Funktionieren dieser Maschinerie. Er warf dabei auch wenige, dafür hochkonzentrierte Blicke in die Geschichte des 1971 von Klaus Schwab gegründeten Forums und verknüpft nun, sehr souverän, individuelle Biografien, historische Momente, folgerichtig Zusammenhängendes und peripher Umherschwirrendes zum komplexen Bild eines weltumspannenden Gewebes. Klaus Schwab, inzwischen 79-jährig, kann der Gewebe-Metapher viel abgewinnen, äußerte er doch mehr als nur einmal, dass in „seinem“ WEF die Fäden der Welt zwar zusammenlaufen mögen, dass Sinn und Zweck dieser Verknotung aber erst entstünden, wenn die Fäden später wieder verantwortungsvoll verteilt würden. Um nicht weniger als diese Fäden, also den Sinn und Zweck des WEF, geht es in diesem Film.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

HanaHana Full Bloom

VR-Erfahrung
Frankreich,
Schweiz
2019
999 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Mélodie Mousset
Mélodie Mousset
Joe Williams
Christian Heinrichs
Vinicius P. Faria
Thibault Brevet
Mélodie Mousset
Victor Beaupuy, Tom Frackowiak
Jean-Marc Benoit
Marietta Eugster
Seltsame Gebilde stehen in einer Wüstenlandschaft. Auf Knopfdruck sprießen unendlich viele Hände aus dem Boden. Hände, überall Hände. Angelehnt an den Anime-Charakter Nico Robin, die Körperteile überall beliebig wachsen lassen kann, wird man hier aufgefordert, eigene Narrative, Körper-, Geist- und Sinneseindrücke in diese Wüste einzubringen. Das Ergebnis ist, auf überraschende Art, zufriedenstellend.

Lars Rummel, Marie Hinkelmann

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Kids DOK
Home Sweet Home Chaïtane Conversat

Großmutters Haus ist voller Schätze! Bei jedem Besuch gibt es neue Dinge zu entdecken und sie erzählt nur zu gerne, welche Abenteuer sie erlebt hat, um Muscheln, Knöpfe und Blätter zu finden.

Home Sweet Home

Animationsfilm
Frankreich,
Schweiz
2018
13 Minuten
Untertitel: 
englische
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Reginald de Guillebon, Florence Adam
Chaïtane Conversat
Patricia Dallio
Nadine Buss, Sara Sponga
Hervé Guichard
Pierre-Luc Granjon, Antoine Lanciaux, Chaïtane Conversat, Marjolaine Parot
Chaïtane Conversat, Pierre-Luc Granjon
Loïc Burkhardt
Großmutters Haus ist voller Schätze! Bei jedem Besuch gibt es neue Dinge zu entdecken und sie erzählt nur zu gerne, welche Abenteuer sie erlebt hat, um Muscheln, Knöpfe und Blätter zu finden. Aber mit jedem Besuch gibt es mehr Kisten im Haus, sodass es immer schwerer wird, die Großmutter überhaupt zu finden. Irgendwann verschwindet sie hinter ihren Kisten. Gelingt es der Enkelin, sie zu befreien?

Marie-Thérèse Antony

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My English Cousin

Dokumentarfilm
Qatar,
Schweiz
2019
82 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Joëlle Bertossa, Flavia Zanon
Karim Sayad
Patrick Tresch
Naïma Bachiri
Miguel Antunes Dias
Fahed möchte sein Leben verändern. Fast zwanzig Jahre ist es her, seit er Algerien verließ. Damals kam er voller Hoffnungen in Grimsby an, einer britischen Hafenstadt, die ihre florierenden Zeiten längst hinter sich hatte. Sein Traum von Wohlstand verflüchtigte sich. Um finanziell zu überleben, geht er heute in einer 50-Stunden-Woche zwei Jobs nach. Zwar besitzt er inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung und lebt gut integriert in einer Arbeiter-WG, doch nun, in der Mitte seines Lebens, zieht es ihn zurück in die algerische Heimat. Um näher bei seiner Mutter zu sein. Und er hat Heiratspläne! Doch wird es Fahed gelingen, sich nach so langer Abwesenheit wieder in Algerien einzuleben und seine Rolle zu finden? Seine Familie glaubt ihm die Rückkehrabsichten nicht so recht und neckt ihn, weil die Verlobung ein Mysterium bleibt. Wahrscheinlich habe er sich bereits zu sehr an die britische Mentalität gewöhnt, vermutet seine Tante.

Wo ist nun Faheds Heimat? Unvoreingenommen und mit humorvollem Blick für Details begleitet Karim Sayad seinen wortkargen Cousin bei dessen unentschlossenem Hin und Her. Ein Film über persönliche und nicht zuletzt auch gesellschaftliche Wendepunkte, denn im Hintergrund bewegen sich die beiden Länder England und Algerien auf politische Umwälzungen zu.

Annina Wettstein

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Our Lucky Hours

Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich,
Schweiz
2019
77 Minuten
Untertitel: 
englische
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Alexandre Cornu
Martine Deyres
Olivier Brisson, Nicola Marinoni
Jean-Christophe Beauvallet, Dino Berguglia, Antoine-Marie Meert
Philippe Boucq, Catherine Catella, Martine Deyeres
Martine Deyeres, Anne Paschetta
Olivier Hespel, Marianne Roussy, Olivier Schwob
Zwischen 1939 und 1945 starben 45.000 Patienten in psychiatrischen Kliniken in Frankreich. Es gab nur einen Ort, an dem die Kranken die Euthanasie überlebten: das Hospital in dem abgelegenen Dorf Saint-Alban. Hinzu kam, dass es hier Ärzten, Pflegekräften und Patienten gemeinsam mit den Dorfbewohnern gelang, eine ganze Reihe von Kriegsflüchtlingen, Widerstandskämpfern und verfolgten Juden zu verstecken und damit vor dem sicheren Tod zu retten.

Warum war Saint-Alban so eine Ausnahme? Die Regisseurin Martine Deyres fand bei ihrer Recherche in den Archiven des Krankenhauses Fotos, Schmalfilme und Tonaufnahmen. Dieses Material nutzt sie, um das Bild einer Einrichtung zu zeichnen, die ihrer Zeit weit voraus war. Die Patienten wurden respektiert, integriert und individuell gefördert. Außerdem trugen sie durch die Mitarbeit im Haushalt oder auf den Feldern vor allem in der Kriegszeit dazu bei, dass in Saint-Alban niemand hungern musste. Es gab eine Patientenzeitung sowie diverse künstlerische und handwerkliche Kurse. Die Holzskulpturen von Auguste Forestier gelangten sogar als „Art Brut“ zu Berühmtheit, als der Maler Jean Dubuffet die Arbeiten des Saint-Alban-Patienten nach Kriegsende entdeckte. Aus all dem wird ein flammender filmischer Appell für einen respektvollen Umgang mit psychisch Erkrankten, der in Zeiten ökonomischer Zwänge und starker Normierungstendenzen wichtiger ist denn je.

Luc-Carolin Ziemann

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Taste of Hope

Dokumentarfilm
Deutschland,
Schweiz
2019
71 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
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Laura Coppens
Laura Coppens
Azadeh Zandieh
Laura Coppens
Angelika Levi, Laura Coppens
Azadeh Zandieh
Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des genossenschaftlichen Wirtschaftens. Es verbreitet Angst, weil es den kleinen Rädchen im gigantischen Wirtschaftsgetriebe die Macht gibt, über Sinn, Zweck und Drehzahl der ganzen Maschine zu entscheiden. Es ist eines der letzten großen Emanzipationsprojekte: die Befreiung vom Frust, die eigenen Geschicke in den nicht immer geschickten Händen fremder Leute zu wissen. Die seit 2016 bestehende Teeveredelungskooperative Scop-TI im südfranzösischen Gémenos geht auf einen solchen Befreiungsakt zurück: 1.336 Tage lang besetzte die Belegschaft die Produktionsstätten der Fralib-Teefabrik und erpresste vom „arbeitgebenden“ Weltkonzern einen Neuanfang unter eigener Regie.

Wie genau diese Regie aussieht und ob sie den revolutionären Geist des Maschinen-Kidnappings in eine funktionierende, für alle existenzsichernde Produktionsroutine zu überführen vermag, ist die Grundfrage von Laura Coppens’ Film, der damit zu einer Art Rechenschaftsbericht wird – über Einnahmen und Ausgaben, über Einsichten und Verausgabung. Auf einem Fließband schickt sie uns in einen genossenschaftlichen Arbeitsalltag, der doch wartungsintensiver ist, als sich das die eine oder der andere vorgestellt hatte. Im Leitungsbüro hängt ein Konterfei von Che Guevara, bei der Bank hängt ein Kreditverfahren in der Luft. Der Kampf geht weiter.

Sylvia Görke

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Kids DOK
The Last Day of Autumn Marjolaine Perreten

Die Ketten sind geölt, der Reifendruck geprüft und die Helme festgezurrt. Schon ertönt das Startsignal für Igel, Schildkröte und Familie Hase zum letzten Radrennen des Herbstes.

The Last Day of Autumn

Animationsfilm
Frankreich,
Schweiz
2019
7 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Nicolas Burlet
Marjolaine Perreten
Yan Volsy
Marjolaine Perreten, Zoltan Horvath
Marjolaine Perreten, Marion Fredembach
Marjolaine Perreten
Jonathan Vanneste
Die Ketten sind geölt, der Reifendruck geprüft und die Helme festgezurrt. Schon ertönt das Startsignal für Igel, Schildkröte und Familie Hase zum letzten Radrennen des Herbstes. Über Stock und Stein, Berg und Tal führt die Rennstrecke die Bewohner des Waldes. Schaffen sie es auch alle ins Ziel, bevor der eisige Winterwind sie einholt? Es muss kräftig in die Pedale getreten werden!

Marie-Thérèse Antony

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Next Masters Wettbewerb
Under the Skin Robin Harsch

Drei Transgender-Teenager gehen den langen Weg der körperlichen Transformation, um mit Eltern- und Beraterhilfe endlich in ihrer gefühlten Geschlechtsidentität anzukommen.

Under the Skin

Dokumentarfilm
Schweiz
2019
84 Minuten
Untertitel: 
englische
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Britta Rindelaub
Robin Harsch
Le Bruit.
Robin Harsch
Ana Acosta
Igor Marlot
Drei Transgender-Teenager erleben durch Hormontherapien und operative Eingriffe eine radikale körperliche Veränderung: Es ist eine äußere Metamorphose, die ihr Aussehen endlich mit ihrer längst gefühlten Geschlechtsidentität in Übereinstimmung bringt. Hinter ihnen liegen verzweifelte Jahre, in denen sie nicht nur mit sich selbst, sondern auch mit ihrem familiären und schulischen Umfeld zu kämpfen hatten. Die kontinuierliche Erfahrung von Zurückweisung und Schikane machte sie verletzlich. Sie sehnen sich danach, sich nicht mehr andauernd erklären zu müssen.

Durch die neugierigen und unverblümten Fragen des Regisseurs, der selbst die Kamera verantwortet hat, entwickelt sich zwischen ihm und den Gefilmten ein sehr vertrautes Verhältnis. Deutlich wird, wie schwierig, kompliziert und allumfassend der Weg der Transformation nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Eltern ist. Was bedeutet es für eine Mutter, wenn ihr Kind, das sie als Mädchen geboren hat, ein Junge wird? Eine Beratungsstelle unterstützt die Teenager und ihre Familien in allen Belangen, hilft ihnen bei psychologischen und rechtlichen Fragen, begleitet sie bei Gesprächen mit Lehrkräften und medizinischem Personal. Diese Begleitung ist essenziell, um allen Beteiligten Orientierung zu geben. Und sie ermöglicht es den Heranwachsenden, endlich in ihren Körpern, in ihrem Selbst anzukommen.

Annina Wettstein

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Warum Schnecken keine Beine haben Aline Höchli

Schnecken gehen ins Büro, aber ein Knick in der Kapitalkurve verlangt rigorose Maßnahmen. Eine Tragikomödie über den Wirtschaftsfaktor in der biologischen Evolution.

Warum Schnecken keine Beine haben

Animationsfilm
Schweiz
2019
11 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Michèle Wannaz, Marcel Derek Ramsay
Aline Höchli
Samuel Schranz, Gurpreet Kaur
Marcel Derek Ramsay
Aline Höchli
Aline Höchli
Peter Bräker
Bunt, groovy und leichtfüßig kommt sie zunächst daher, Aline Höchlis Zeichenanimation. Schnecken gehen ins Büro. Die kreativen, geselligen, aber langsamen Arbeitskollegen werden in der bieneneifrigen Arbeitswelt toleriert. Doch ein Knick in der Kapitalkurve verlangt rigorose Maßnahmen. Am Ende stimmt die Work-Life-Balance wieder, allerdings mit überraschender Verteilung. Eine Tragikomödie über den Wirtschaftsfaktor in der biologischen Evolution.

André Eckardt

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Spätlese
Where We Belong Jacqueline Zünd

Analytisch und eloquent sprechen fünf Trennungskinder über die Fragen und Leerstellen, die ihre Eltern hinterließen. Was Normalität bedeutet, das müssen sie und wir selbst entscheiden.

Where We Belong

Dokumentarfilm
Schweiz
2019
78 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Jacqueline Zünd, Stefan Jung
Jacqueline Zünd
Thomas Kuratli
Nikolai von Graevenitz
Gion-Reto Killias
Jacqueline Zünd
Marco Teufen, Reto Stamm, Benoit Barraud
Die Eltern trennen sich, die Kinder bleiben mit Fragen und Leerstellen zurück: Papa hat Mama betrogen, da hat sie ihn rausgeschmissen. Aber hat nicht auch Mama Papa betrogen? Das Leben spielt sich nun zwischen zwei Wohnungen ab, zwischen zwei Welten. Nach einem Streit fährt die Mutter in die „Ferien“, die auch nach einem Jahr noch andauern. Gesprochen wird darüber nicht. Bruder und Schwester landen im Heim, nachdem sie von der Mutter wegwollten. Der Vater hatte sie immer wieder vor ihnen schlechtgemacht. Die Kinder zu sich zu nehmen, kommt ihm allerdings nicht in den Sinn.

Mit solchen Erfahrungen fertig zu werden, lässt einen früh erwachsen werden. Erstaunlich analytisch und eloquent sprechen die fünf Trennungskinder über das Erlebte, um im nächsten Moment wieder ganz Kind zu sein. Mit atmosphärischen Bildern, mal impressionistisch-experimentell, mal mit der perfekten Ausleuchtung für die Stars auf der großen Leinwand, die sie für kurze Zeit werden, schafft die Regisseurin eine Überhöhung dieses Alltäglichen, von dem ihre Protagonisten berichten: Wohin sie gehören, wissen sie inzwischen wahrscheinlich besser als alle Erwachsenen um sie herum. Was Normalität bedeutet, das müssen sie und wir selbst herausfinden. Am besten jeweils ganz elternseelenallein.

Frederik Lang



Ausgezeichnet mit dem Young Eyes Film Award.

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Spätlese
#Female Pleasure Barbara Miller

Misogynie ist strukturell in die kulturellen Kerne sämtlicher Gesellschaftssysteme der Welt eingeschrieben. Klarsichtig und global perspektiviert, legt „#Female Pleasure“ diese Kerne frei.

#Female Pleasure

Dokumentarfilm
Deutschland,
Schweiz
2018
97 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Philip Delaquis, Arek Gielnik
Barbara Miller
Peter Scherer
Anne Misselwitz, Gabriela Betschart, Akiba Jiro
Isabel Meier
Barbara Miller
Tom Weber
Frauen sind dem Mann untergeordnet. Sie sind von Geburt an sündig und haben keinen Rechtsanspruch auf den eigenen Körper. Misogynie ist nicht nur ein Phänomen, das über kontinentale Grenzen hinweg überall auf der Welt auftritt und in Einzelfällen zu Missbrauch und Verbrechen führt. Sie ist strukturell in die kulturellen Kerne sämtlicher religiös fundierter Gesellschaftssysteme eingeschrieben – und zwar wortwörtlich. In der Bibel heißt es etwa: „Bitterer als der Tod ist die Frau […]. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen.“

Fünf Protagonistinnen erzählen in diesem klarsichtigen und global perspektivierten Film von den frauenfeindlichen Erfahrungen, die sie gemacht haben, von den Anfeindungen, denen sie ausgesetzt waren, von den Verbrechen, die an ihnen begangen wurden. Rokudenashiko, eine japanische Künstlerin, steht wegen der Obszönität ihrer Kunst vor Gericht. Deborah Feldman brach gemeinsam mit ihrem Sohn aus ihrer chassidischen Gemeinde in Brooklyn aus und trennte sich so auch von ihrem Mann, mit dem sie zwangsverheiratet wurde. Außerdem berichten Leyla Hussein, Doris Wagner und Vithika Yadav von Vergewaltigung und Verstümmelung, von fehlendem Rechtsschutz, von Homophobie, von Scham und von dem fremdartigen Gefühl, dass die eigene Sexualität und der eigene Körper von Geburt an mit Schuld verknüpft sind.

Lukas Stern



Ausgezeichnet mit dem Spezialpreis der Interreligiösen Jury

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