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Forgotten Ridha Tlili

Der Arabische Frühling überwintert in Sidi Bouzid. Vier junge Tunesier trotzen mit ihrer Energie der repressiven „Normalisierung“ und der unerträglichen Bewegungslosigkeit.

Forgotten

Dokumentarfilm
Tunesien
2017
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ridha Tlili
Ridha Tlili
Ridha Tlili
Ridha Tlili
Yazid Chebi
Der Arabische Frühling überwintert in Sidi Bouzid. Provinziell und unbedeutend mutet die Stadt im Hinterland von Tunesien an. Um den Jahreswechsel 2010/2011 war sie mit der Selbstverbrennung von Mohamed Bouazizi und den anschließenden Protesten hunderter Jugendlicher gegen behördliche Willkür Ausgangsort des Aufbruchs geworden, der zahlreiche Autokratien im arabischen Raum infrage stellte. Chafi, Ferid, Abdelhak und Boujdik sind vier junge Männer, die sich damals hoffnungsvoll auf die Straße wagten. Zwei Jahre später finden sie sich in einem Alltag zwischen unbändiger Energie und unerträglich bewegungsloser, repressiver „Normalisierung“ eingeklemmt. Ridha Tlili begleitete sie von 2013 bis 2016 mit der Kamera und zeichnet ein sehr einnehmendes Porträt seiner Protagonisten. Der Film offenbart in all der Trostlosigkeit ihre menschliche und gedankliche Tiefe, ihre Träume und ihren Humor: „Pleite aber gut angezogen!“ Die Clique wehrt sich gegen das Zermürbende der Arbeitslosigkeit, das langsame Ersticken der Revolution und die Behinderung eines normalen Verhältnisses zu Frauen. Sie gründen eine Theatergruppe, machen Musik und gehen mit politischen Aktionen auf die Straße. Philosophierend, jugendlich scherzend überwintern die vier in ihren Hinterzimmern, im Lebensmittelladen und auf Spaziergängen durch die Wadilandschaft vor der Stadt.

André Eckardt


Nominiert für Filmpreis "Leipziger Ring"

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