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Internationales Programm
North Çayan Demirel, Ertuğrul Mavioğlu

Durchs wilde Kurdistan: Kämpferinnen und Kämpfer der PKK über ihre Motive, ihren Alltag, ihr Volk, ihr Recht auf Widerstand. Ein Film, der Stellung bezieht. In der Türkei verboten.

North

Dokumentarfilm
Türkei
2015
96 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ayşe Çetinbaş
Çayan Demirel, Ertuğrul Mavioğlu
Koray Kesik
Burak Dal
Ahmet Bawer Aydemir
Auf dem Istanbul Film Festival 2015 kam es zu einem handfesten Skandal, der – siehe Internetzensur, siehe Taksim-Platz – nicht wirklich überraschte: Ein Film über die kurdische PKK-Guerilla musste aufgrund der Intervention des türkischen Kulturministeriums kurzfristig aus dem Programm genommen werden. „North“ folgt Fragen, die sich um nationale Identität, die Geschichte der PKK, Menschenrechte und die Rolle der Frau bewegen. Hintergrund der Erzählung bilden Szenen aus verschiedenen Ausbildungslagern der PKK in der bergigen Grenzregion zwischen der Türkei, Syrien und dem Irak. Selbstbewussten jungen Menschen sind die Regisseure hier begegnet. Illusionslos in der Beschreibung der kurdischen Situation und sehr persönlich in der Darlegung ihrer Motive gelingt es dem Film, individuelle Schicksale glaubwürdig und authentisch mit dem Begriff von Heimat und dem Recht auf Widerstand zu koppeln. Auf einer zweiten Ebene wird diese persönliche Sichtweise durch politisch-historische Einschätzungen militärischer und politischer Führungskräfte der PKK erweitert. „North“ ist ein politischer Film, der eindeutig Stellung bezieht und Selbstbestimmung als universelles Menschenrecht beschreibt. In einem Land, in dem jeder verdächtig ist, der nicht die Meinung des Präsidenten teilt, ganz sicher eine Provokation. Aber welch paranoide Antwort.

Matthias Heeder

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