Filmarchiv

Internationales Programm
Cornered Dmytro Tiazhlov

Das ukrainische Dörfchen Panasivka ist abgehängt vom öffentlichen Verkehr. Eine beherzte Bürgerin nimmt den Kampf mit den Behörden auf … Vergnügliche Lektion in Demokratie.

Cornered

Dokumentarfilm
2012
25 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ella Shtyka
Dmytro Tiazhlov
Dmytro Tiazhlov
Dmytro Tyazhlov
Karim Fadl Naser
Im ukrainischen Panasivka leben noch um die 50 Leute, meist Alte. Früher gab es hier eine Schweinefarm, eine Post, eine Bank und dreimal täglich Busse in die Stadt. Wer heute einkaufen will, muss sich in einem der (sich in ständiger Reparatur befindenden) Autos über eine staubige Buckelpiste durch den Wald quälen – die Straße wurde nie fertig gebaut. Doch die findige Bürgerin Zoya Ivanivna Shulha erinnert sich eines einst von Väterchen Yanukovich erlassenen Dekrets, das allen Einwohnern die Anbindung an den öffentlichen Verkehr verspricht, sowie an ein zweites, das Transparenz in behördlichen Entscheidungen zusichert. Also geht man sie an, die Mühen der Ebene: Briefe werden geschrieben, bei ob des Ansinnens ungläubigen bis amüsierten Bäuerchen Unterschriften gesammelt („Wozu? Bringt ja doch nichts.“) und zwischendurch Wodkas auf das Vaterland ausgeschenkt. Schließlich wird gar der Präsident adressiert und der Privatisierung des öffentlichen Sektors ein ordentliches Schnippchen geschlagen.
Wir erinnern uns an die Satiren Soschtschenko’schen Einschlags: "Das Flugwesen, es entwickelt sich". Die Demokratie, sie entwickelt sich auch.

Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Sirs and Misters

Credits DOK Leipzig Logo
Yulia Serdyukova
Olexandr Techynskyy
Olexandr Techynskyy, Oleksiy Solodunov
Marina Maykovskaya
Olexandr Techynskyy, Yulia Serdyukova
Oleg Golovoshkin
Uman ist eine Stadt in der Ukraine, die weniger als 90.000 Einwohner zählt. Einmal im Jahr versammeln sich hier Menschen aus dem ganzen Land. Sie spielen Karten, rauchen und warten … Handelt es sich um einen Umschlagplatz für Hi-Fi-Geräte oder für Zelte? Vielleicht für beides. Jedenfalls beginnt mit der Anfahrt des ersten Reisebusses aus Israel für viele Ukrainer das Geschäft des Jahres, wenn nämlich die jüdischen Pilger zum Grab des Rabbi Nachman reisen, um dort den traditionellen Neujahrstag Rosch ha-Schana feierlich zu begehen. Gepäckstücke werden – natürlich gegen Geld – verschleppt, Behausungen werden verkauft, man handelt und feilscht. Selten hat ein Film das Geschäftemachen mit so viel Liebe zum Detail eingefangen. Dem regen Treiben zwischen den Kulturen und Religionen darf man hier aus einer ganz besonderen Perspektive beiwohnen, mit der die Aufmerksamkeit auf die Ränder des eigentlichen Spektakels gelenkt wird. Absurderweise scheint hier – trotz harter Verhandlungen – alles so zu laufen, wie man es sich andernorts und zu anderen Zeiten gewünscht hätte und wünschen würde. „Mister God knows what he’s doing …“

Claudia Lehmann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.