Filmarchiv

Internationales Programm
People Who Came to Power Oleksiy Radynski, Tomáš Rafa

Lagerfeuer, Zelte, Barrikaden, Panzerfahrzeuge, maskierte Soldaten, aufgebrachte Massen, Losungen skandierend, an den Wänden Bilder der Gefallenen, aus einem Auto lädt man Särge.

People Who Came to Power

Dokumentarfilm
2015
17 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Lyuba Knorozok
Oleksiy Radynski, Tomáš Rafa
Tomáš Rafa
Oleksiy Radynski, Tomáš Rafa, Jan Wachowski
Veronika Kanisheva
Lagerfeuer, Zelte, Barrikaden, Panzerfahrzeuge, maskierte Soldaten, aufgebrachte Massen, Losungen skandierend, an den Wänden Bilder der Gefallenen, aus einem Auto lädt man Särge. Die ruhelose Kamera fängt Flaggen ein, vorzugsweise die russische, die der Volksrepublik Donbass, selten nur (auf der gegnerischen Seite) die ukrainische. Überall redet man von Frieden, aber die Fakten sagen: Krieg. Die beunruhigende Momentaufnahme eines anarchischen Chaos, das einmal Freiheit sein wollte.

Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Rodnye (Close Relations)

Dokumentarfilm
2016
112 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Simone Baumann, Guntis Trekteris, Natalya Manskaya, Marianna Kaat
Vitaly Mansky
Harmo Kallaste
Aleksandra Ivanova
Pēteris Ķimelis, Gunta Ikere
Vitaly Mansky
Harmo Kallaste
Immer wieder hat sich über die letzten Jahre in Vitaly Manskys Filme seine eigene Stimme eingeschlichen. Ein lakonischer Kommentator ist er dabei, bewusst sachlich und doch nicht ohne Emotion. Er wünschte, er hätte diesen Film nie machen müssen. Damit beginnt „Rodnye (Close Relations)“, sein Bericht über das ereignisreiche Jahr zwischen Mai 2014 und Mai 2015. Für die Ukraine – und um die geht es – war es das wichtigste seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs: ein politisches Dauererdbeben, das keinen Stein auf dem anderen ließ, und das, um im Wortfeld der sozialen Seismografie zu bleiben, tiefe Gräben zwischen die Menschen riss. Manskys Gratwanderung führt dabei nicht zu irgendwelchen Menschen, sondern zu seinen nächsten Familienmitgliedern. Das Geburtshaus in Lwiw ist Ausgangspunkt einer Reise, die so manches bietet. Überraschungen: Die Mutter spricht Ukrainisch, ein Großonkel lebt noch – im Donbass! Aber auch Enttäuschungen: Die Tanten – eine in der Westukraine, eine auf der Krim – reden nicht mehr miteinander. Und Erschütterungen: Der Sohn der Cousine muss zum Wehrdienst, und das bedeutet Ende 2014 mehr als sonst.

Mansky selbst hat mittlerweile seinen Wohnsitz in Kremlnähe geräumt und lebt, wie so viele, in der Emigration. Davon, dass in der immer noch zerfallenden „Heimat“ kein Platz für Nostalgie ist, handelt sein Film – der Annäherungsversuch eines sich Entfremdenden.

Barbara Wurm


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Leading Role

Dokumentarfilm
2016
63 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Maksym Asadchy
Serhiy Bukovsky
Giya Kancheli
Anatoliy Khymych, Serhiy Bukovsky
Svitlana Zaloga, Maksym Desyateryk
Serhiy Bukovsky
Ihor Barba, Borys Peter
Ihr Gesicht gleicht einer Landschaft voller Risse und Furchen, die Stimme tief, rau und sinnlich. Sie raucht, trinkt, ist unwirsch – und lässt ahnen, wie schön und stolz sie einst war und auf ihre Art immer noch ist. Nina Antonova war ein Filmstar in der einstigen Sowjetunion, mehr noch, die Muse Anatoliy Bukovskys, seines Zeichens vielbeschäftigter Regisseur, Arbeitstier und Charismatiker. Sie waren 48 Jahre lang miteinander verheiratet. Er ist die Leerstelle in dem Film, 2006 verstorben. Geblieben sind der Lenin-Orden und etliches anderes „Metall“, unauffindbar irgendwo in der Wohnung voller Erinnerungen an einstige Erfolge, die sich zwischen Mutter und Sohn gestellt haben. Für ein Kind gab es damals keinen Platz.

Serhiy Bukovskys Antwort auf die Welt der Maske, der Premieren und des roten Teppichs: Er ist Dokumentarfilmer geworden und richtet nun die Kamera auf seine Mutter. Er taucht sie in weiches Licht, zeichnet zärtliche Züge und stellt sie zur Rede. Die szenischen Arrangements pendeln zwischen Hingabe und Demontage, Inszenierung und Konfrontation. Alles kommt auf den Prüfstand. Ödipus light. „Vergiss Stanislawski“, ruft er ihr zu – einer Schauspielerin in der Rolle einer Mutter.

Cornelia Klauß


Nominiert für MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.