Filmarchiv

I’m OK

Animationsfilm
Kanada,
UK
2018
6 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

Credits DOK Leipzig Logo

Abigail Addison (Animate Projects), Elizabeth Hobbs, Jelena Popović (National Film Board of Canada)
Elizabeth Hobbs
Elizabeth Hobbs
Elizabeth Hobbs
Elizabeth Hobbs
Sacha Ratcliffe
Im rasanten Galopp durch das stürmische Delirium von Oskar Kokoschka. Nach gescheiterter Amour fou mit Alma Mahler stürzt er sich 1915 als Dragoner in den Krieg, wird verletzt und arbeitet auf: das expressionistische Drama „Orpheus und Eurydike“ entsteht. Elizabeth Hobbs nimmt die Dynamik von Kokoschkas Zeichnungen und das Bewegte seines emotionalen Rausches auf. Kraftvoll und in leuchtenden Farben verschlingen sich unruhige Tuschestriche zu kurzlebigen Szenen über Leidenschaft und Leiden.

André Eckardt

Island of the Hungry Ghosts

Dokumentarfilm
Australien,
Deutschland,
UK
2018
98 Minuten
Untertitel: 
englische

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Alexander Wadouh
Gabrielle Brady
Aaron Cupples
Michael Latham
Katharina Fiedler
Gabrielle Brady
Leo Dolgan
Es gibt Orte, die einem unmittelbar bewusst machen, dass sie uns nicht brauchen, nie gebraucht haben. Sie existieren, auch wenn sie von uns nicht angeschaut werden. Die Weihnachtsinsel, ein 135 Quadratkilometer winziger Flecken im Indischen Ozean, ist so ein Ort. Sie erblickte ihren ersten Menschen wohl 1643. Kaum auszudenken, wie die endemischen roten Krabben, die bis dahin allein mit sich, dem tropischen Dickicht und den schneeweißen Sandstränden waren, über den sich großmäulig als „Entdecker“ aufspielenden Gast gestaunt haben müssen! Das Flüchtlingsauffanglager auf der Weihnachtsinsel ist noch so ein Ort. Seit 2001 setzt die australische Regierung hier Asylsuchende fest, um ihnen das Recht auf ein reguläres Aufnahmeverfahren auf dem Festland vorzuenthalten. Die Krabben staunen weiter.

In Gabrielle Bradys bild-, ton- und metapherngewaltigem Filmnachdenken über Gastrecht und Duldsamkeit begegnen wir diesem Staunen – poetisch verdichtet, emotional eindringlich und politisch geschärft. Zunächst in Gestalt der Trauma-Therapeutin Poh Lin, die Insassen des Internierungslagers dabei hilft, ihr Schicksal zu fassen, während sie selbst um Fassung ringt. Dann als mythische Geschichte von den umherirrenden Geistern der Toten, die sich die chinesischen Einwanderer erzählen. Und schließlich in der wuchernden, wimmelnden, unbeeindruckt daseienden Natur, die wächst und kriecht, wohin sie will.

Sylvia Görke


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts