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Dead When I Got Here Mark Aitken

Ein Asyl für psychisch Kranke in Juárez, Mexiko. Der Ex-Junkie Josué betreut hier die Gestrandeten. Erstaunliche Ballade vom Anderssein und Verlust, von Gewalt und Fürsorge.

Dead When I Got Here

Dokumentarfilm
Mexiko,
UK
2015
72 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Mark Aitken
Mark Aitken
Mark Pilkington
Mark Aitken
Sibila Estruch
Alex Bryce, John Thorpe
Auf den ersten Blick erinnert Josué an einen in die Jahre gekommenen Schwergewichtsboxer, der nach einem Knockout zurück ins Leben gefunden hat. Und zu seiner Bestimmung. Wir befinden uns im „Visión en Acción“, einem Heim für psychisch Kranke am Rande von Juárez, Mexiko. Eine gewalttätige Stadt, in der Josué sein Leben als Heroinjunkie verschwendete. Vor sechs Jahren hatten sie ihn hier halbtot abgeladen. Im „Visión en Acción“ gibt es keine Ärzte oder Pfleger, dazu ist es zu arm, sondern nur eine Art Selbstverwaltung der Geschädigten. Die haben Josué in ihre Arme genommen und geheilt. Seitdem lebt er hier und managt das Heim mit der Hingabe eines Mannes, der eine Grenze überschritten hatte und zurückgeholt wurde, um seinen Mitmenschen in Liebe zu dienen. Ein erstaunlicher Ort ist dieses „Visión en Acción“, dessen Alltag uns Mark Aitken in sehr sachlichen Bildern näherbringt. Die Situationen bedürfen auch keiner spektakulären Aufmerksamkeit, sondern sprechen für sich: für die mentale Andersartigkeit, den Verlust, die Fürsorge und die Gewalt der Stadt. Gleichzeitig zwingt uns diese Haltung der Kamera immer wieder dazu, unsere eigene Grenze gegenüber der Auffälligkeit zu benennen. Denn auch das lehrt uns Josué, der in anderen Einstellungen gar nicht mehr an einen Boxer erinnert, sondern an einen in sich zusammengesunkenen, nachdenklichen Buddha.

---Matthias Heeder

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