Filmarchiv

Internationales Programm
Downeast

Ein Unternehmer und seine Belegschaft versuchen, in einer kleinen US-Küstenstadt eine Fischfabrik aufzubauen und dem Würgegriff des Finanzkapitals zu trotzen. Packend erzählt.

Downeast

Dokumentarfilm
USA
2012
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Matthew Dougherty
David Redmon
David Redmon and Ashley Sabin
Die mit „Down East“ bezeichnete Region im US-Bundesstaat Mainegilt auch als „Hummerküste“ – und bis die Krise hierher gelangte, lebte man gut von Fischfang und -verarbeitung. Doch die letzte Ölsardinenfabrik in der kleinen Kommune Gouldsboro schloss 2010 und die Belegschaft – mit dem stolzen Durchschnittsalter von 65 Jahren – ist seither arbeitslos. Bis der italienisch-stämmige Unternehmer Antonio Bussone in dem Küstenort erscheint, um mit der Stammbelegschaft in den alten Anlagen den Neubeginn zu wagen: „Live Lobster“. Doch während die eifrigen älteren Damen die weißen Gummischürzen wieder überstreifen und voller Hoffnung am Fließband antreten, bekommt es Antonio nicht nur mit der Engstirnigkeit und dem Konkurrenzdenken der einheimischen Stadtväter – selbst Fischunternehmer – zu tun. Immer mehr gerät er in Abhängigkeit der Banken und ficht einen aussichtslosen Kampf um seinen „amerikanischen Traum“.
David Redmon und Ashley Sabin lebten anderthalb Jahre mit den Menschen von Gouldsboro und wurden Teil des Prozesses, dessen verschiedenen Akteuren sie folgen und nahe kommen. In bester amerikanischer Erzähltradition entwickeln sie eine packende Geschichte, in der ehrliches Unternehmertum („business is personal“) im Verein mit den Arbeitnehmern antritt gegen ein gesichtsloses Finanzkapital. Dabei geht es nicht nur um Existenzen und sehr viel Geld, sondern vor allem um Würde. Down East ist überall.
– Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Drivers Wanted

Eine kleine Taxifirma in Queens, der alte Chef und seine Fahrer, Alltag und Überlebenskämpfe. Voll schrulligem, jüdischen Humor - der Big Apple der kleinen Leute.

Drivers Wanted

Dokumentarfilm
USA
2012
54 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Adam Crystal
Joshua Z Weinstein
Jean Tsien
Das Straßennetz von New Yorker besteht aus 6174 Meilen überwiegend asphaltierter Straßen. Eine Legende besagt, dass der authentische Yellow Cab Driver diesen Dschungel kennen würde wie seine eigene Westentasche, was allein schon deshalb falsch ist, weil die meisten authentischen Fahrer gar keine Weste tragen. Die Filmemacher Jean Tsien und Joshua Weinstein mischten sich unter die bunte Gesellschaft von Fahrern, Mechanikern und Büroleuten eines alteingesessenen Taxi-Unternehmens in Queens, um zu bezeugen, wie in diesem etwas zerschlissenen Laden das ursprüngliche Ideal vom Big Apple der kleinen Leute überaus präsent und lebendig ist. Das gerät ihnen aber nicht zur Behauptung idyllischer oder gar paradiesischer Zustände, vielmehr vermitteln sie aufs Angenehmste jenes ebenso unspektakuläre wie großartige Gefühl, das Hemingway beschrieb, als er sich an die Begegnung mit Handwerkern während seines Paris-Aufenthalts in den 1920er Jahren erinnerte: "Es ließ sich leichter überlegen, wenn man ging oder etwas tat oder wenn man Leute sah, die etwas taten, worauf sie sich verstanden." Was bleibt? Die Gewissheit, dass es nicht schadet, gelegentlich auch für Kleinigkeiten Dankbarkeit zu empfinden.
– Ralph Eue

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Internationales Programm
Project Z: The Final Global Event Phillip Gara

Disney&Co im Dienste der U.S.Army: wie Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie nach 9/11 einen neuen, virtuellen Feind konstruierten. Ein Hauch von WikiLeaks im Kino.

Project Z: The Final Global Event

Dokumentarfilm
USA
2012
70 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
James Der Derian, Global Media Project
Phillip Gara
Brian Knoth, Ben Leadbetter, Alec Redfern, Bob Fish
Phillip Gara, James Der Derian
Phillip Gara
James Der Derian
Eine Reise ins Denksystem der militärischen Supermacht USA, vom Standpunkt der angewandten Medienkritik aus: „Project Z“ funktioniert wie eine schwarze Box, in der diverse Materialien abgelegt wurden: Interviewausschnitte mit teils hochrangigen Militärs, Politikern, Wissenschaftlern, aber auch Reportagepartikel, offizielle und weniger offizielle Bilder. Wenn diese Box vor den Augen des Zuschauers ausgeschüttet wird, dann, um die Zusammenhänge offenzulegen. Ein Hauch von WikiLeaks weht im Kino.
Die Spur führt zunächst zurück in die beginnenden 90er Jahre. Nach dem Ende des Kalten Krieges steht das US-Militär vor der Aufgabe, einen neuen Gegner zu finden. Ohne Bedrohung keine Innovation. In neuen Training-Centern mitten in der Wüste rätseln die Soldaten darüber, gegen wen es in Zukunft gehen soll und vor allem, wie und womit. Das Stichwort „Simulation“ erneuert den Schulterschluss zwischen Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie – da darf Jack Valenti nicht fehlen. Eine Militarisierung der Gesellschaft mit einem virtuellen Feind, der nach 9/11 endgültig zum Zombie erklärt wird, „Z“ wie „Zombie“. Von nun an bekämpft Amerika die Geister, die es selber rief. Der zweite Teil des Filmes analysiert in schnellen Interviewcollagen die aktuelle Situation und fragt, was passieren muss, damit die virtuelle Blase nicht zum finalen Unfall führt – vergleichbar nur noch mit einem gewaltigen Börsencrash, glaubt Paul Virilio. Willkommen in der Gegenwart.
– Lars Meyer

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When Hari Got Married

Dokumentarfilm
Indien,
Norwegen,
UK,
USA
2012
75 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Ritu Sarin, White Crane Films
Ritu Sarin, Tenzing Sonam
Arjun Sen
Tenzing Sonam
Tenzing Sonam
Tenzing Sonam
„I love you“ am Telefon zu sagen, verlangt eine persönliche Vorgeschichte. Doch Hari hat seine zukünftige Braut Suman, mit der er diese zärtlichen Worte täglich austauscht, während er sein Taxi über die holprigen Straßen seines indischen Heimatortes am Fuße des Himalayas steuert, noch nie getroffen. Die Hochzeit ist arrangiert und die Jahrtausende alte Tradition dahinter die Vorgeschichte. Haris Vater hat erst Ruhe, wenn sein Jüngster, immerhin schon 30, endlich verheiratet ist. Dafür investiert er sein gesamtes Vermögen. Denn eins ist klar: die Hochzeit wird bunt und teuer.
Wer möchte schon seinen Vater unglücklich machen? Und doch hat Hari einen Weg gefunden, die Tradition ein Stückchen aufzuweichen: das Mobiltelefon. „Wenn du täglich miteinander telefonierst, würdest du dich am Ende sogar in einen Stein verlieben“, sagt er in seiner unnachahmlichen, pragmatischen Art. Immer wieder überrascht der meist zu Scherzen aufgelegte junge Mann durch seine Direktheit. Und doch: je näher die Hochzeit rückt, desto nachdenklicher und verschlossener wirkt er. Denn er weiß genau: ein Stein ist Suman nicht, und dass sie die Trennung von ihrer Familie nicht verkraftet, bleibt eine berechtigte Sorge.
Die Feuerprobe auf diese ungewöhnliche Liebe steht noch aus – am Ende einer langen Zeremonie, auf die das Brautpaar am wenigsten Einfluss hat. Die Geschichte dieser traditionellen Hochzeit lebt von den kleinen Anzeichen einer behutsamen Modernisierung, zu der Hari seinen bescheidenen Beitrag leistet.
– Lars Meyer

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