Filmarchiv

Jahr

Hotel 22

Dokumentarfilm
USA
2014
8 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Elizabeth Lo
Elizabeth Lo
Jonathan Zalben
Elizabeth Lo
Elizabeth Lo
Elizabeth Lo
Christopher Giamo
Endstation Palo Alto, Kalifornien. Der Bus Nummer 22 fährt ununterbrochen Passagiere durch das wohlhabende Silicon Valley. Tagsüber ein normaler Linienbus, führt er nachts ein glanzloses Doppelleben. Nach Einbruch der Dunkelheit versammeln sich an der Bushaltestelle die Armen, die Obdachlosen, Gestalten im Schatten des Reichtums. Schweigend und schwerfällig erklimmen sie den Bus, der sich in einen fahrenden Schlafplatz verwandelt. Eine Nacht lang werden sie durchgerüttelt, Streitigkeiten und Rassismen ausgesetzt und mit Ordnungsanweisungen beschallt, die suggerieren, dass hier alles noch im grünen Bereich und unter Kontrolle ist: „If you're tired, put your head up against the window.“ In knapp acht Minuten fängt der Film die Stimmungsschwankungen einer Fahrt durch die Nacht ein, die für Viele schon zum Alltag geworden ist, und liefert damit zugleich die Skizze für ein großes Gesellschaftsporträt.
Lars Meyer

T's World: The Over-identification of Terry Thompson

Animadok
Frankreich,
UK,
USA
2014
29 Minuten
Untertitel: 
keine

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Ramon Bloomberg
Ramon Bloomberg
Ramon Bloomberg
Stark Haze
József Szimon, Balázs Őrley
Am 18. Oktober 2011 erhält der Sheriff von Zanesville in Ohio einen aufgeregten Anruf: Die Tiere, die der Sonderling Terry Thompson völlig legal auf seiner Ranch hält, würden durch das County streifen. Alarm! Ein schwer bewaffneter Polizeitross tötet in jener Nacht über 56 Bären, Tiger, Wölfe, Leoparden und Löwen. Thompson hatte die Käfige geöffnet, sich erschossen und den Tieren seinen Körper als Nahrung angeboten. So weit, so gut, so amerikanisch.
Das bizarre Geschehen verwandelt der britische Medienkünstler Ramon Bloomberg in eine Erzählung Brecht’scher Prägung. Dessen Lehrstück „Der Jasager“, das überlieferten Brauch und formalisiertes Gesetz thematisiert, verbindet Bloomberg mit der anarchistischen Freiheitslogik der amerikanischen Siedlermentalität, die jede Staatlichkeit als Einschränkung individueller Freiheitsrechte bekämpft: Ich bin der Herr über meine Tiere, mein Land, mein Haus, meine Familie. Basta!
Bloomberg übersetzt episches Theater in die Sprache des Films zu Zeiten der Play-Station-Spiele. Realaufnahmen wechseln mit Bildern der Videokamera aus Streifenwagen, Google-Earth-Data-Mining-Sequenzen und computeranimierten Reenactments. Dazu hören wir Protokolle und Aussagen der Beteiligten sowie einen Kommentar in Form des (antiken) Chors, der Stimme des Gesetzes, des Nachbarn und des Tiers. Nur Terry Thompson hören wir nicht. So bleibt sein Motiv ein großes Geheimnis.

Matthias Heeder



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Animationsfilm 2014