Filmarchiv

Internationales Programm
95 and 6 to Go Kimi Takesue

Ein Drehbuchtitel wird gesucht und ein Opa gefunden. Ein liebe- und humorvoller Blick im Homevideo-Stil: auf den Großvater, die Familiengeschichte und die Landschaften der Vorfahren.

95 and 6 to Go

Dokumentarfilm
USA
2016
85 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Kimi Takesue, Richard Beenen
Kimi Takesue
Paul Brill
Kimi Takesue
Kimi Takesue
Jeff Seelye
Die Filmemacherin Kimi Takesue und ihr verwitweter Großvater Tom haben viel vor: Zunächst muss erst einmal Toms Haus entrümpelt werden. Vieles hat sich hier angesammelt seit dem Tod der Großmutter, die Toms Vorliebe für Film und Fernsehen nicht wirklich teilen konnte. Dann gibt es da noch Kimis unfertiges Drehbuch, das seit Jahren auf Vollendung wartet und dringend einen neuen Titel braucht. Der rüstige Pensionär entwickelt hierfür viele – teils schmalzige – Ideen, die leider nicht immer auf Gegenliebe treffen. Und nebenbei versucht die wissbegierige Enkelin noch, ihre Familiengeschichte mithilfe von Toms Erinnerungen aufzudröseln. Dabei ergeben sich Einblicke in die Lebensumstände der Vorfahren, die als japanische Einwanderer auf Hawaii versuchten, sich ein Leben aufzubauen. Auch die Liebesbeziehung der Großeltern ist von großem Interesse – vor allem, was die Frage angeht, wie die beiden eigentlich zueinanderfanden und ob es wirklich Liebe auf den ersten Blick war.

Im Stil eines Homevideos gedreht und durchsetzt mit Archivmaterial und Aufnahmen der hawaiianischen Landschaft, wirft Takesue einen liebe- und humorvollen Blick auf ihren Großvater und die eigenen Wurzeln. Dabei findet sie vielleicht keinen neuen Titel für ihr Drehbuch, aber sie kommt ihrem Opa auf bezaubernde Weise nah.

Kim Busch
Internationales Programm
A Tangled Tale Corrie Francis Parks

In dieser ungewöhnlichen Romanze wird handgefärbter Sand zur Metapher für zwei Seelen, die sich vereinigen und wieder trennen. Ein einsamer Fisch ...

A Tangled Tale

Animationsfilm
USA
2012
6 Minuten
Untertitel: 
englische
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Corrie Francis Parks
Corrie Francis Parks
Mark Orton
Corrie Francis Parks
Cole Pierce
In dieser ungewöhnlichen Romanze wird handgefärbter Sand zur Metapher für zwei Seelen, die sich vereinigen und wieder trennen. Ein einsamer Fisch, der an einem Angelhaken hängt, trifft einen anderen in der gleichen traurigen Lage.

Adolescence

Dokumentarfilm
Puerto Rico,
USA
2017
10 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
José Fernando Rodríguez, Guillermo Zouain
José Fernando Rodríguez
José Fernando Rodríguez
José Fernando Rodríguez, Guillermo Zouain
José Fernando Rodríguez
Alain Muñiz, José Fernando Rodríguez
Ein Mädchen im Pool, ganz dicht an der Linse. Sie fragt nach einem Handtuch. Bildrauschen. Ein Junge hüpft als Hühnchen durch den Raum, pickt mit dem Kopf in die Matratze. Bildrauschen. José Fernando Rodríguez rekonstruiert mit „Adolescence“ die Zustände seiner eigenen Jugend. Aus Bildresten früherer Zeiten, aus Bildkreuzungen: Maßlose Hormonschübe und erste Todesängste, ein Mädchen im Pool und eine Trockenübung im Kinderzimmer. Dazwischen fehlen die Bilder. Dazwischen rauscht es nur.

Lukas Stern
Internationales Programm
América Erick Stoll, Chase Whiteside

Das Gesetz der Verantwortung ist unhintergehbar, unhinterfragbar: Drei Brüder aus Mexiko teilen sich die Pflege ihrer 93-jährigen Großmutter. Ein Beweisstück für den Humanismus.

América

Dokumentarfilm
USA
2018
76 Minuten
Untertitel: 
englische
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Erick Stoll, Chase Whiteside
Erick Stoll, Chase Whiteside
Erick Stoll
Erick Stoll, Chase Whiteside
Christian Giraud
Die äußerste Schicht besteht aus Küssen und Berührungen. Ein Film, eingehüllt in Zärtlichkeit, umgriffen von Gesten der Innigkeit, Empfindsamkeit und Herzlichkeit. Diego und seine beiden Brüder sind nach Colima, in den Westen Mexikos, zurückgekehrt, um ihre 93-jährige Großmutter zu pflegen. América heißt diese alte Frau mit den träumenden Augen und dem warmen Lächeln, die abends von den Brüdern ins Bett gebracht und zugedeckt wird, die morgens von ihnen gewaschen und angekleidet wird, die mittags von ihnen umsorgt, beschützt, umtanzt wird. Der Vater der Brüder sitzt im Gefängnis, die ökonomische Situation ist prekär und die Arbeit, die anfällt, ist uferlos. Aber die Würde des Menschen und das Gesetz der Verantwortung sind unhinterfragbar, unhintergehbar. Niemals – und koste es, was es wolle, koste es Geld, Zeit, Kräfte oder eine Schlägerei – würden Diego, Rodrigo und Bruno ihre Großmutter in ein Altersheim bringen.

Über einen Zeitraum von drei Jahren begleiteten die US-amerikanischen Regisseure Erick Stoll und Chase Whiteside die Familie und legen mit diesem intimen Film ein Debüt vor, das mehr ist als ein Dokument der Verantwortungsethik. Es ist, so müsste man es nennen, ein Beweisstück für den Humanismus.

Lukas Stern

Appalachian Holler

Dokumentarfilm
Deutschland,
USA
2018
29 Minuten
Untertitel: 
englische
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Matthias Lawetzky (Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main)
Matthias Lawetzky
Matthias Lawetzky
Matthias Lawetzky
Matthias Lawetzky
Matthias Lawetzky
Reich wird man nicht in den Bergen der Appalachen: „Sie versuchen es, aber meist sterben sie vorher“, heißt es hier. Das Ende der Kohleförderung hat die Bewohner der Berge mit den Folgeproblemen, der Umweltzerstörung und Arbeitslosigkeit weitgehend alleingelassen. Im gemeinsamen Musizieren – und sei es auf Esslöffeln – finden die Menschen an einem der entlegensten Orte der USA Halt und Würde.

Fabian Tietke
Internationales Programm
Atmahaú Pakmát Cameron Quevedo

Ein poetisch-politischer Film über Grenzziehungen und deren Folgen, den Überlebenskampf von Lehmziegel-Herstellern im mexikanisch-US-amerikanischen Grenzgebiet und den Zauber eines Flusses.

Atmahaú Pakmát

Dokumentarfilm
Mexiko,
USA
2017
24 Minuten
Untertitel: 
englische
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Cameron Quevedo
Jesús Gerdel
Jim Hickcox
Cameron Quevedo
Will Harrell
Die geplante Mauer zwischen den USA und Mexiko ist in aller Munde. Oft geht dabei unter, dass diese Grenzlinie an sich ein Konstrukt ist. Mitte des 19. Jahrhunderts musste Mexiko massive Gebietsverluste an den mächtigen Nachbarn im Norden hinnehmen. Seither verläuft die Demarkation entlang des Rio Grande. Ein poetisch-politischer Film über Grenzziehungen und deren Folgen, den Überlebenskampf von Lehmziegel-Herstellern im mexikanisch-US-amerikanischen Grenzgebiet und den Zauber eines Flusses.

Annina Wettstein
Internationales Programm
Before the Bridge Lewis Wilcox

Aus dem fahrenden Auto ergibt sich freie Sicht auf postapokalyptische Szenarien: ruinöse Fabrikgebäude, verwitterte Häuser, schwere Luft. Ein flüchtiger Blick ins Trump-Amerika – und in die Zukunft der Ökonomie.

Before the Bridge

Dokumentarfilm
USA
2017
18 Minuten
Untertitel: 
keine
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Savannah Mark
Lewis Wilcox
Arthur King & The Night Sea
Lewis Wilcox
Lewis Wilcox
David Carson
Jesse Herrera
Aus dem fahrenden Auto ergibt sich freie Sicht auf postapokalyptische Szenarien: ruinöse Fabrikgebäude, verwitterte Häuser, schwere Luft. Dann: staubfreie Einstellungen von riesigen Lagerhallen, Roboterarmen, Gabelstaplern. Ein katastrophisches Bildregister trifft die Science-Fiction-Fantasie. Kein Hollywood-Superlativismus, sondern der Effekt der Automatisierung und Robotisierung der Arbeitswelt. Beispiel: Indiana. Ein flüchtiger Blick ins Trump-Amerika – und in die Zukunft der Ökonomie.

Lukas Stern



Ausgezeichnet mit dem Healthy Workplaces Film Award 2017

Bohemia, IA

Dokumentarfilm
Deutschland,
USA
2017
30 Minuten
Untertitel: 
keine
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Angelo Wemmje (Kunsthochschule für Medien Köln)
Angelo Wemmje
Angelo Wemmje
Angelo Wemmje
Angelo Wemmje
90 Prozent des „Mais-Staates“ Iowa werden landwirtschaftlich genutzt. Das brandmarkt die hier in den Vordergrund gerückten „Eingeborenen“ aber noch lange nicht als weltfremde Landeier. Sie machen Musik und Polaroidfotos, schauen sich auf YouTube Vorträge über Quantenphysik an oder diskutieren darüber, ob nun Elvis oder Picasso mehr „goth“ ist. Aus dem Maisfeld ertönt Buddy Hollys „Listen to Me“ – und das Iowa-Attribut „Swing State“ hat plötzlich einen anderen Klang.

Esther Buss

Clean Hands

Dokumentarfilm
USA
2016
9 Minuten
Untertitel: 
englische
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Katherine Gorringe, Allison Kelley
Lauren DeFilippo
Hector Laguna
Lauren DeFilippo
Lauren DeFilippo
Josh Berger
Saubere Hände, saubere Kühlerhauben, sauberer Rasenschnitt. Alles sauber in der Drive-in-Kirche in Daytona Beach, Florida. Christi Blut gibt’s schon fertig abgefüllt an der Einfahrt, den priesterlichen Werdet-Mensch!-Appell empfängt man über 88.5 FM, die Kollekte zahlt man bequem wie eine Mautgebühr. Fast könnte man denken, in dieser Pkw-Kirche beteten die Autos selbst – vielleicht für eine Take-away-Absolution wegen der Dieselsünde.

Lukas Stern
Internationales Programm
Dina Dan Sickles, Antonio Santini

Zeit, dass zusammenzieht, was zusammengehört. Dina lebt eine „ordinary love“ – im libidinösen wie Schlafanzug-technischen Normalformat. Ein unwiderstehliches Statement zur Lust am Gewöhnlichen.

2017

Dina

Dokumentarfilm
USA
2017
101 Minuten
Untertitel: 
keine
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Dan Sickles, Antonio Santini
Dan Sickles, Antonio Santini
Michael Cera
Adam Uhl
Sofía Subercaseaux
Wohin kann ein Film schon führen, der ausgerechnet mit einem Besuch beim Zahnarzt beginnt?! Zunächst einmal zu einer Grundsatzerklärung: Sie habe eben Angst vor dem Unerwarteten, erläutert Dina der assistierenden Zahnfee, von der sie sich die Hand halten lässt. Das ist keine Floskel. Die nächste Einstellung, aufgenommen von schräg oben, ertappt die Endvierzigerin beim Überqueren einer Straße: Blick nach links, Blick nach rechts, Blick nach links, Blick nach rechts, immer noch kein Auto, nirgends. Umso überraschender, dass sie in Liebesdingen vergleichsweise beherzt voranschreitet – zur Hochzeit, zur gemeinsamen Wohnung. Aber sie hat sich vorher belesen …

Man muss sich Dina als die bessere, nein, gewichtigere Hälfte eines Doppelpacks vorstellen. Nicht wegen der paar überflüssigen Pfunde, sondern weil sie merkwürdigerweise sogar im Sitzen das Tempo zu bestimmen scheint, in dem Scott sie durchs Leben begleiten darf. Vermutlich war sie auch diejenige, die Daniel Sickles und Antonio Santini Zutritt zu dieser manchmal unbeholfenen, ja fast kindlichen Zweisamkeit gewährte. Selbst auf die Gefahr hin, ein komisches Bild abzugeben. Die Filmemacher folgen ihren Liebenden durch die Sofa- und Sessellandschaften der vorstädtischen amerikanischen Wohnkultur – in einer spitzfindigen, lakonischen Dokumentarromanze über das Gewöhnliche und wie schwer es manchmal zu bekommen ist.

Sylvia Görke
Internationales Programm
Do Not Resist Craig Atkinson

Ein Land auf dem Weg zum Polizeistaat: Reise durch die USA mit erstaunlichem Material über den militärisch-industriellen Komplex, der hinter der Erschießung von Schwarzen steht.

Do Not Resist

Dokumentarfilm
USA
2016
72 Minuten
Untertitel: 
englische
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Laura Hartrick
Craig Atkinson
Grayson Sanders
Craig Atkinson
Craig Atkinson, Laura Hartrick
Scott Weber
Das waren Zeiten, in denen Hollywood der Welt erlaubte, über amerikanische Polizeirekruten zu lachen, die ihre Revolver anstarrten wie Bügeleisen! Natürlich sah die Realität nie so aus wie in „Police Academy“. Heute dagegen gleichen reguläre Polizeieinsätze zuweilen wirklich einem Kinoszenario, nämlich dem Kriegsfilm. „Do Not Resist“ eröffnet mit apokalyptischen Bildern aus Ferguson, Missouri, wo nach der Erschießung des 18-jährigen Afroamerikaners Mike Brown im August 2014 gegen Polizeigewalt protestiert wird. In der Hitze des Abends rücken schwer bewaffnete Polizisten vor, Gewehre im Anschlag, begleitet von einem Panzerwagen. Wozu werden sie hier eingesetzt? Und wer schützt die Rechte der Bürger?

Von Ferguson aus unternimmt Regisseur Craig Atkinson eine investigative Reise durch die USA, um die Polizeimethoden von morgen zu erkunden, und trifft auf eine lebhafte Debatte über die Militarisierung und den Weg in einen Polizeistaat. Tatsächlich: In Gemeinden fast ohne Kriminalität beschließen Abgeordnete die Anschaffung von Panzerwagen. Ideologen wie der Polizeitrainer Dave Grossman bemühen die Frontier-Metapher und das Gut-Böse-Schema. Brigaden im Einsatz gegen ein paar Gramm Gras zerschmettern wahllos Fensterfronten. Und Kriminologen erkunden die technischen Potenziale zur Früherkennung von Straftätern. Der Slogan „Yes We Can“ bekommt eine völlig neue Bedeutung.

Lars Meyer
Internationales Programm
Don’t Think I’ve Forgotten: Cambodia’s Lost Rock and Roll John Pirozzi

Hypnotische Rhythmen, exotische Klänge, coole Sängerinnen: ostasiatischer Rock, eliminiert von den Roten Khmer. Zeitreise mit magischem Archivmaterial.

2014

Don’t Think I’ve Forgotten: Cambodia’s Lost Rock and Roll

Dokumentarfilm
USA
2014
107 Minuten
Untertitel: 
englische
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John Pirozzi, Andrew Pope
John Pirozzi
Scot Stafford
John Pirozzi
Daniel Littlewood, Matthew Prinzing, Greg Wright
In den 60er und frühen 70er Jahren entstand in Kambodscha eine neue Musikszene, die die Stilrichtung des Rock’n‘Roll auf den Kopf stellte. Sie mischte die westlichen Klänge mit den filigranen Melodien, hypnotischen Rhythmen und dem weiblichen Gesang der traditionellen kambodschanischen Musik und erschuf daraus etwas Neues. Der Amerikaner John Pirozzi führt auf eine musikalische Reise voller exotischer, aber auch vertrauter Klänge. Gleichzeitig schlägt er mittels Archivmaterial und Erzählungen von Zeitzeugen eine Brücke in die nationale Geschichte. Während sich die jungen Musiker ebenso wie Teile der kambodschanischen Gesellschaft den westlichen Einflüssen öffneten, bewegte sich das Land langsam in den Abgrund. Ab 1975 eliminierten die Roten Khmer mit der gesamten Kunst und Intelligenz auch die Musikszene auf das Grausamste. Die Wiederentdeckung ihrer Lieder ist ein später Triumph des Rock’n‘Roll.

---Zaza Rusadze
Internationales Programm
Downeast

Ein Unternehmer und seine Belegschaft versuchen, in einer kleinen US-Küstenstadt eine Fischfabrik aufzubauen und dem Würgegriff des Finanzkapitals zu trotzen. Packend erzählt.

Downeast

Dokumentarfilm
USA
2012
78 Minuten
Untertitel: 
englische
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Matthew Dougherty
David Redmon
David Redmon and Ashley Sabin
Die mit „Down East“ bezeichnete Region im US-Bundesstaat Mainegilt auch als „Hummerküste“ – und bis die Krise hierher gelangte, lebte man gut von Fischfang und -verarbeitung. Doch die letzte Ölsardinenfabrik in der kleinen Kommune Gouldsboro schloss 2010 und die Belegschaft – mit dem stolzen Durchschnittsalter von 65 Jahren – ist seither arbeitslos. Bis der italienisch-stämmige Unternehmer Antonio Bussone in dem Küstenort erscheint, um mit der Stammbelegschaft in den alten Anlagen den Neubeginn zu wagen: „Live Lobster“. Doch während die eifrigen älteren Damen die weißen Gummischürzen wieder überstreifen und voller Hoffnung am Fließband antreten, bekommt es Antonio nicht nur mit der Engstirnigkeit und dem Konkurrenzdenken der einheimischen Stadtväter – selbst Fischunternehmer – zu tun. Immer mehr gerät er in Abhängigkeit der Banken und ficht einen aussichtslosen Kampf um seinen „amerikanischen Traum“.
David Redmon und Ashley Sabin lebten anderthalb Jahre mit den Menschen von Gouldsboro und wurden Teil des Prozesses, dessen verschiedenen Akteuren sie folgen und nahe kommen. In bester amerikanischer Erzähltradition entwickeln sie eine packende Geschichte, in der ehrliches Unternehmertum („business is personal“) im Verein mit den Arbeitnehmern antritt gegen ein gesichtsloses Finanzkapital. Dabei geht es nicht nur um Existenzen und sehr viel Geld, sondern vor allem um Würde. Down East ist überall.
– Grit Lemke

Drift

Dokumentarfilm
USA
2016
21 Minuten
Untertitel: 
keine
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Chris Ward
Chris Ward
Jay Purdy, Chris Ward
Chris Ward
Chris Ward
Cheng Zheng
Eine Werkstatt. Klebeband dichtet die Fenster ab. Ein alter Mann lötet und schraubt, isst aus Plastikschüsseln zu Mittag, kriecht nachts in einen Schlafsack. 1973 stach Tom Ward mit elf weiteren Männern in See – auf Holzflößen von der Küste Ecuadors bis nach Australien. Heute lebt er zurückgezogen. Ward hat damals wunderschöne Aufnahmen von der Expedition gedreht: vom Ozean, der übers Holz schwappt, vom rot-bewölkten Himmel. Jetzt werden sie wiederaufgeführt – im Film seines Sohnes Chris.

Lukas Stern
Internationales Programm
Drivers Wanted

Eine kleine Taxifirma in Queens, der alte Chef und seine Fahrer, Alltag und Überlebenskämpfe. Voll schrulligem, jüdischen Humor - der Big Apple der kleinen Leute.

Drivers Wanted

Dokumentarfilm
USA
2012
54 Minuten
Untertitel: 
englische
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Adam Crystal
Joshua Z Weinstein
Jean Tsien
Das Straßennetz von New Yorker besteht aus 6174 Meilen überwiegend asphaltierter Straßen. Eine Legende besagt, dass der authentische Yellow Cab Driver diesen Dschungel kennen würde wie seine eigene Westentasche, was allein schon deshalb falsch ist, weil die meisten authentischen Fahrer gar keine Weste tragen. Die Filmemacher Jean Tsien und Joshua Weinstein mischten sich unter die bunte Gesellschaft von Fahrern, Mechanikern und Büroleuten eines alteingesessenen Taxi-Unternehmens in Queens, um zu bezeugen, wie in diesem etwas zerschlissenen Laden das ursprüngliche Ideal vom Big Apple der kleinen Leute überaus präsent und lebendig ist. Das gerät ihnen aber nicht zur Behauptung idyllischer oder gar paradiesischer Zustände, vielmehr vermitteln sie aufs Angenehmste jenes ebenso unspektakuläre wie großartige Gefühl, das Hemingway beschrieb, als er sich an die Begegnung mit Handwerkern während seines Paris-Aufenthalts in den 1920er Jahren erinnerte: "Es ließ sich leichter überlegen, wenn man ging oder etwas tat oder wenn man Leute sah, die etwas taten, worauf sie sich verstanden." Was bleibt? Die Gewissheit, dass es nicht schadet, gelegentlich auch für Kleinigkeiten Dankbarkeit zu empfinden.
– Ralph Eue

Elk Grass

Animationsfilm
USA
2013
3 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Abbey Luck
Abbey Luck
Pete Van Leeuwen
Awesome + Modest
Der einsame Elchberg sehnt sich nach einem Gefährten. Auf ihm leben zwar viele wilde Tiere, aber in seiner steinernen Form kann er sie nur steif beobachten, bis er einen Weg findet, eine Elchkuh in seine Ohrhöhle zu locken. Nach Peter van Leeuwens Lied „Elk Grass“.