Filmarchiv

A Sister’s Song

Dokumentarfilm
Kanada,
Israel
2018
91 Minuten
Untertitel: 
englische
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Danae Elon, Paul Cadieux
Danae Elon
Peter Venne
Danae Elon, Itamar Mendes Flohr
Vincent Guignard, Alexandre Leblanc
Danae Elon
Benoît Dame
Marina und Tatiana sind als Kinder mit ihrer Familie aus Russland nach Israel gezogen. Als Einwanderinnen war die Ankunft im neuen Heimatland nicht einfach. Diese Backstory schwingt bei ihrer Suche nach Vorbildern und Identität mit. Im Zentrum der Erzählung steht Marina. Ihre jüngere Schwester Tatiana ist als Jugendliche ihrem spirituellen Vater in ein streng orthodoxes Kloster in Griechenland gefolgt. Das ist zwanzig Jahre her. Vor vier Jahren haben sie sich zum letzten Mal gesehen. Seither verstärkt sich bei Marina der Eindruck, ihre Schwester sei dort unglücklich, und sie möchte sie zurückholen. Doch ist sie verantwortlich für Tatianas Glück? Wie kann man Verständnis aufbringen für die Entscheidung eines nahestehenden Menschen, der im Widerspruch zur eigenen Haltung steht?

Die in Kanada lebende preisgekrönte israelische Regisseurin und Kamerafrau Danae Elon kehrt auch für diesen Film in ihr Heimatland zurück. Diskret und doch sehr präsent schaut sie der Wiederbegegnung der beiden Schwestern zu. Nur punktuell, aber fast komplizenhaft wird sie von den Protagonistinnen ins Gespräch einbezogen. Die Geschichte von Marina und Tatiana erzählt sie dramaturgisch herausragend und innovativ. „A Sister’s Song“ – ein Lied über Liebe und Verlust und über die Kunst, seiner inneren Stimme zu folgen.

Annina Wettstein

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Architektur der Unendlichkeit

Dokumentarfilm
Schweiz
2018
86 Minuten
Untertitel: 
englische
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Brigitte Hofer, Cornelia Seitler
Christoph Schaub
Jojo Mayer
Ramon Giger
Marina Wernli
William Crook
Christoph Schaub, Samuel Ammann
Jan Illing, Jacques Kieffer, Reto Stamm
In der japanischen Ästhetik beschreibt Wabi-Sabi einen kontinuierlichen Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Zeitlichkeit und Alterung wohnen jedem Ding und Wesen inne und transzendieren je nach Anschauung ins Unendliche. Wie kann das gedacht werden? Was geht über das hinaus? Der Filmemacher Christoph Schaub setzt in seiner sehr persönlichen Reise durch Zeit und Raum bei seiner Kindheit an, als seine Faszination für sakrale Bauwerke begann. Und sein Staunen über Anfang und Ende.

Architektur hilft, Endliches vom Unendlichen zu trennen. Sie gibt Schutz vor dem Uferlosen und kreiert gleichzeitig ein Gefühl von Weite, so der Erzähler. Gemeinsam mit Architekten und Kunstschaffenden ergründet er die Magie sakraler Räume, deren Definition hier weit über kirchliche Bauten hinausgeht. Der Künstler James Turrell, der unter anderem für seine „Skyspaces“ bekannt ist, denkt darüber nach, wem Spiritualität gehört – grundlegend für diesen Film, der „geistigem Leben“ in Bau- und bildender Kunst, aber auch in der Natur nachgeht und es im wahrsten Sinne über Denkgrenzen hinaushebt. Eine leicht schwebende Kamera lässt uns eintauchen in entrückte, traumwandlerische Bilder, nimmt uns mit auf eine (be-)sinnliche Reise in räumliche Weiten, führt unseren Blick in die Unendlichkeit des Sternenhimmels und in die Tiefe des Meeres. Vergangenheit und Zukunft, Urzeiten und Lichtjahre. Alles ist da.

Annina Wettstein

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Charleroi, the Land of 60 Mountains

Dokumentarfilm
Belgien
2018
126 Minuten
Untertitel: 
englische
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Cyril Bibas
Guy-Marc Hianant
Vincent Pinckaers
Simon Arazi
Dominique Goblet
Laszlo Umbreit
Charleroi, ehemaliges Zentrum der westeuropäischen Kohle- und Stahlindustrie. Einst auch eine Hochburg der Flachglasproduktion. Lange Zeit war dies eine Stadt auf dem Abstellgleis. Inzwischen ist sie aber mitten im Strukturwandel angekommen, was jedoch, wie das Wort schon sagt, auch wieder nur ein Provisorium bedeutet. Wie gibt sich der Geist dieses Gemeinwesens heute zu erkennen? Artikuliert er sich zeitlich oder räumlich? Horizontal oder vertikal? Ist er eher sportlich oder doch künstlerisch? Wohnt er in der gebauten Umgebung oder in den Gesichtern und Körpern der Bewohner? Vielleicht ist es einfach ein kompliziertes Mischverhältnis? Oder ein kompliziert Einfaches?

Der belgische Schriftsteller, Verleger, Musikproduzent und Filmemacher Guy-Marc Hinant ist gebürtiger wie bekennender „Carolorégien“. Und er hat sich daran gemacht, ein komplexes Porträt seiner Stadt zu komponieren. Poetische Heimatkunde mit gewaltiger Flügelspannweite. Große Ereignisse und kleine blinde Flecken und manchmal das eine im anderen. Alles in allem ein essayistisches Itinerarium entlang der persönlichen Mythologie des Regisseurs.

Ralph Eue

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Die Tage wie das Jahr

Dokumentarfilm
Österreich
2018
86 Minuten
Untertitel: 
englische
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Othmar Schmiderer
Othmar Schmiderer
Othmar Schmiderer
Arthur Summereder
Angela Summereder, Othmar Schmiderer
Angela Summereder, Arthur Summereder, Othmar Schmiderer
Ein Film aus ruhiger Hand: ein Jahr auf einem biologischen Hof im niederösterreichischen Waldviertel. Aus einem Abstand, der weder zu nah noch zu fern, sondern ganz angemessen das Leben mitsamt seinen einzelnen Tätigkeiten und Ereignissen zwischen Haus und Ställen beschreibt. Da ist das Mutterschaf, welches unter fast menschlichen Lauten sein Lamm auf die Welt bringt. Die zarten Zicklein, die über das Stroh hüpfen, als wären darin glühende Steine verborgen. Der Frontlader, der seine langen, dünnen Arme in die Heuballen fährt und sie damit aufspießt. Oder Bäuerin Elfie, dabei zu beobachten, wie sie Glasflaschen mittels Klebstift auf die Etiketten vorbereitet. Bauer Gottfried baut indes einen kleinen Marktstand auf. Und Ziegen wie Menschen werden beim Melken mit historischer Tanzmusik bei Laune gehalten. Dem Beiwohnen all dieser Vorgänge wohnt etwas Meditatives inne, der besondere Rhythmus, gemacht aus einem kräftigen, aber nicht hektischen, dafür sehr gleichmäßigen Takt, überträgt sich und verschafft Genuss und Zuversicht.

Carolin Weidner


Nominiert für den Healthy Workplaces Film Award

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I Had a Dream

Dokumentarfilm
Frankreich,
Italien
2018
84 Minuten
Untertitel: 
englische
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Claudia Tosi, Nathalie Combe
Claudia Tosi
Daniele Rossi, Enrico Pasini
Claudia Tosi, Andrea Gioacchini
Marco Duretti
Claudia Tosi
Diego Schiavo
Zwei Männer flankieren diesen Film: Silvio Berlusconi, der 2008 zum vierten Mal italienischer Ministerpräsident wurde, und Donald Trump, der ein knappes Jahrzehnt später als amerikanischer Präsident vereidigt wurde. Für Manuela, eine Abgeordnete des italienischen Parlaments, und Daniela, eine Lokalpolitikerin, ist dieser dergestalt männlich markierte Zeitraum der Inbegriff für den politischen Regress. Seit Jahren kämpfen die beiden für mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, für bessere Gesetze zum Schutz vor häuslicher Gewalt gegen Frauen und für ein diverseres Gesamtbild politischer Verantwortungsträger.

Ist die Politik tot? Diese brutale Frage leitet Claudia Tosis Langzeitstudie über die Entwicklungen des letzten italienischen Jahrzehnts an. Mit einem Verlust von 6,7 % der Stimmen unterlagen die Demokraten 2018 deutlich gegen die populistische und europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung. Dass Demokratie, zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt und Fortschrittswille noch einmal derart infrage stehen, dass der überwunden geglaubte Berlusconismus noch in einem solchen Ausmaß nachwirkt, hätten Manuela und Daniela nicht für möglich gehalten.

Lukas Stern



Ausgezeichnet mit einer Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Langfilm, mit dem Preis der Interreligiösen Jury und mit dem FIPRESCI Preis



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Keeping & Saving – Or How to Live

Dokumentarfilm
Niederlande
2018
85 Minuten
Untertitel: 
englische
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Monique Busman, Michiel van Erp
Digna Sinke
Jan Wich
Albert Elings
Digna Sinke
Mark Wessner
In einer alten Box finden sich allerlei Schätze: ein Armband aus Hühnerknochen, ein kleiner Papierfächer, in dem sich einst Rasierklingen versteckten, ein Bierdeckel, beschrieben von einem Schwarm. Und ein Heft mit einem braunen Flecken darin: „Stimmt, ich hatte Nasenbluten.“

Regisseurin Digna Sinke ist bewusst, dass sie gern und viel sammelt. Doch: „Überall lese ich, dass wir aufräumen müssen. Ein ordentliches Zuhause ist ein ordentliches Leben.“ Sie hängt an Dingen, an denen für sie wiederum Wünsche, Hoffnungen, Leidenschaften hängen – kurz: das, was ein Menschenleben ausmacht. Und sie ist nicht die einzige. Überall trifft sie Personen, denen es ähnlich geht. Aber auch solche, die sich entschieden haben, nichts mehr zu besitzen. Die Regisseurin ahnt: Sie befindet sich in einer Zwischenzeit. Einerseits die materielle Vergangenheit, voller Kunsthandwerk, Greifbarem, Ballast. Da die digitale Zukunft mit ihren Clouds, kollektiven Eigentümern, Unpersönlichem. Sinke stellt beide Optionen einander gegenüber, überprüft den eigenen Hang, die eigene Anhänglichkeit und die Freiheit der anderen, der sie nicht ganz zu trauen scheint, aber mit Offenheit begegnet.

Carolin Weidner

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Letter to Theo

Dokumentarfilm
Belgien
2018
63 Minuten
Untertitel: 
englische
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Isabelle Truc
Élodie Lélu
Tristan Galand
Philippe Boucq
Élodie Lélu
Félix Brume, Bruno Schweiguth
Während der Dreharbeiten zu seinem letzten Film stirbt der griechische Regisseur Theodoros Angelopoulos im Januar 2012. Élodie Lélu, eine enge Mitarbeiterin und Vertraute Angelopoulos’, erinnert in „Letter to Theo“ an sein Werk und verwebt das Griechenland, welches der zum Zeitpunkt seines Todes 76-Jährige noch erlebt hat, mit dem gegenwärtigen. Lélus Film erzählt von beiden Krisen, der „Griechenland-Krise“ und der „Flüchtlingskrise“, verschachtelt sie ineinander und lässt Angelopoulos, jenen „Filmemacher der Migration“, sprechen, ohne dessen Worte für ein eigenes Bildwerk zu missbrauchen.

Wie Wellen steigen ihre Gedanken abwechselnd auf und wieder ab, vermischen sich Ausschnitte aus den Filmen des Griechen mit den dokumentarischen Aufnahmen der Französin Lélu, die in Angelopoulos’ Visionen starke Niederschläge im Jetzt erkennt. Sie sagt, der Regisseur sei der Krise zum Opfer gefallen – ein Melancholiker, enttäuscht von der Welt. Doch ausgerechnet in dieser wieder neuen Welt, in der eine multinationale Fußballmannschaft in unmittelbarer Nähe zum Quartier der neonazistischen Partei Goldene Morgenröte trainiert, meint Lélu Dinge auszumachen, die den Bewunderten dazu hätten bringen können, wieder an die Politik zu glauben.

Carolin Weidner

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No Obvious Signs

Dokumentarfilm
Ukraine
2018
62 Minuten
Untertitel: 
englische
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Mariya Berlinska, Alina Gorlova
Alina Gorlova
Ptakh Jung
Oleksiy Kuchma
Alina Gorlova
Alina Gorlova
Vasyl Yavtushenko
Seit 2014 brodelt in der Ukraine ein Krieg, der das Land destabilisiert und die Menschen traumatisiert. Reservisten wie die circa 50-jährige Oksana, die nach ihrer Dienstzeit als Soldatin die Armee hochdekoriert verlassen hat, kämpfen mit den psychischen Folgen ihrer Erlebnisse. Denn wenn der Körper äußerlich unversehrt erscheint, bleiben seelische Verletzungen oft unbemerkt – von Ärzten genauso wie von den Betroffenen selbst.

Oksana leidet unter Angst und extremen Panikattacken und gehört zu den wenigen, die ihre posttraumatische Belastungsstörung in der Ukraine unter ärztlicher Aufsicht behandeln lassen können. Der Film begleitet die starke, reflektierte Frau auf ihrem Weg zurück ins Leben und zeigt eindrücklich, wie unauslöschlich sich der Krieg in das Leben hineinfrisst.

Luc-Carolin Ziemann


Ausgezeichnet mit dem MDR-Filmpreis

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Ojo Guareña

Dokumentarfilm
Belgien,
Spanien
2018
55 Minuten
Untertitel: 
englische
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Andrea Cinel
Edurne Rubio
Charo Calvo
Edurne Rubio, Sergi Gras, Alvaro Alonso de Armiño
Jan De Coster
Edurne Rubio
Hugo Fernandez, David Elchardus
Im nordspanischen Kantabrien erstreckt sich ein gigantisches Höhlensystem mit eindrucksvollen unterirdischen Felsgalerien, Seen und Krauchgängen. Edurne Rubio begegnet dem Ort in wahrlich kinematografischen, sinnlichen Dimensionen. Bei ihrem neugierigen Vorstoß ins Unbekannte verlässt sie sich auf die Stimmen der Höhlenforscher, die sie begleitet, sowie auf den Schein, der von ihren Stirnlampen herrührt. Sie verlässt sich im großen, undurchdringlichen Dunkel auf tanzende Lichtpunkte in der Ferne, auf Lichtkegel, die tastend über Gesteinsformen gleiten, sowie auf Tropfgeräusche, die den Höhlenräumen akustisch Konturen verleihen. Feine, unruhige Wasserfäden und -perlen glänzen silbern an den Wänden und bilden metertief unter der Erde einen unglaublichen Sternenhimmel. Während Neil Armstrong 1969 lediglich seine eigenen Fußabdrücke auf dem Mond sah, stoßen die noch jungen Höhlenforscher in Ojo Guareña auf 17.000 Jahre alte Fußspuren – Speläologie ist eben eine Raum-Zeit-Reise. Und wie die Stimmen der Tiefenerkunder berichten, spielten die verzweigten unterirdischen Räume auch eine bedeutende Rolle in ihren eigenen Biografien. Wenn Augen („ojos“) die Fenster zur Seele sind, dann offenbarte ihnen der Ort den menschlichen Abgrund der jüngeren Geschichte Spaniens und bot ihnen gleichzeitig ein Refugium vor einem repressiven Alltag und Platz für Träume von der Zukunft.

André Eckardt

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On the Water

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
79 Minuten
Untertitel: 
englische
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Hrvoje Osvadić
Goran Dević
Damian Nenadić
Jan Klemsche, Vanja Siruček
Goran Dević
Martin Semenčić
Flüsse mögen einfache geografische Gegebenheiten sein. Darüber hinaus sind sie eloquente Mikromilieus, in denen sich Geschichte und Geschichten abgelagert haben. Durch das Zentrum der kroatischen Industriestadt Sisak fließen die Save, die Kupa und die Odra. Sie waren und sind die Lebensadern der Stadt und der Region. Heute muten diese Flüsse zwar wie pastorale Rückzugsorte an, jedoch liegen dort auch die zahlreichen aus der Vergangenheit kommenden Erzählungen offener zutage als anderswo.

Die Existenzen der Flussanwohner und -nutzer, um die herum Goran Dević seinen Film strukturiert hat, sind überwiegend mit Ereignissen des jugoslawischen Bürgerkriegs und dessen ethnischen und sozialen Konflikten verknüpft. Obwohl inzwischen über zweieinhalb Jahrzehnte zurückliegend, erscheint diese historische Zeit wie eine Parallelwirklichkeit, die ihre Schatten wie ein fortwährendes Trauma über die Protagonisten stülpt. „On the Water“ ist eine poetisch-politische Studie über Wandelbarkeit und Beständigkeit von Menschen und Räumen, wobei die Trennlinie zwischen beiden unscharf bleibt.

Ralph Eue


Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Langfilm

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The Principal Wife

Dokumentarfilm
Niederlande
2018
70 Minuten
Untertitel: 
englische
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Koert Davidse, Marc Thelosen
Hester Overmars
Diego van Uden
Jefrim Rothuizen
Ralf Verbeek
Hester Overmars
Diego van Uden
Wie man der eigenen Familiengeschichte auf die Spur kommt, obwohl niemand offen darüber sprechen will, zeigt „The Principal Wife“ auf beeindruckende und berührende Weise. Im Mittelpunkt steht dabei die 38-jährige Malerin Marijke van der Meulen, deren Mutter Aagje sie und ihre Familie verließ, um sich einer christlichen Sekte anzuschließen, als die Tochter acht Jahre alt war. Aagje wurde zur Frau des Sektenführers, der seine Anhänger manipulierte und den man später unter anderem wegen Kindesmissbrauchs verurteilte. Marijke selbst entging zwar den Übergriffen, wird aber bis heute von den traumatischen Erinnerungen an diese Zeit verfolgt, ohne genau zu wissen, was eigentlich vorgefallen ist.

Mit ihren Fragen stößt sie auf eine Mauer des Schweigens. Widerwillig lassen sich Familienmitglieder und Freunde auf ein Gespräch ein, wollen allerdings anonym bleiben. Marijke akzeptiert. Fortan konzentriert sich die Kamera komplett auf sie und zeigt, wie sich Emotionen und Ängste, Wut und Trauer auf ihrem Gesicht Bahn brechen. Flankiert von ihren eigenen künstlerischen Arbeiten wird aus der kreativen Notlösung ein filmischer Glücksfall. Nur selten ist es einem Film auf so intensive und packende Weise gelungen, dabei zu sein, wenn ein Mensch die eigene Lebensgeschichte nachvollzieht und dem Geschehenen einen Sinn gibt. Am Ende steht nur noch eine Gesprächspartnerin auf Marijkes Liste …

Luc-Carolin Ziemann

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The Trial

Dokumentarfilm
Niederlande
2018
127 Minuten
Untertitel: 
englische
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Sergei Loznitsa, Maria Choustova, Peter Warnier
Sergei Loznitsa
Danielius Kokanauskis
Sergei Loznitsa
Vladimir Golovnitski
Der Prozess gegen die sogenannte „Industrie-Partei“ fand im Schicksalsjahr des Ersten Fünfjahresplanes der UdSSR statt, vom 25. November bis zum 7. Dezember 1930. Es war nicht der erste Schauprozess unter Stalin, aber historisch deshalb so zentral, weil die Show hier klappte und das Kalkül voll aufging. Hatten beim Schachty-Prozess 1928 noch einige Angeklagte ihre Schuld bestritten, so gestanden hier alle, zeigten Einsicht und Reue. Vollständig, inständig. „Schädlinge“ und „Saboteure“ seien sie – „Konterrevolutionäre“ also. Zum Zwecke der „sozialen Sicherheit“ mussten demnach – darüber waren sich die Tausenden im Saal mit den draußen auf den Straßen Marschierenden einig – „die höchsten Maßnahmen“ ergriffen werden: „Tod durch Erschießen“. So lautete denn auch das Urteil, nach dessen Verkündung die Menge unter tosendem Applaus in Freudentränen ausbrach.

Gespenstischer, so denkt man sich bei jedem neuen Film Sergei Loznitsas, geht es nicht mehr. Und doch kriecht der Horror der Sowjetmacht diesmal noch ein Stückchen weiter unter die Haut. Unkommentiert baut der Geschichtsanalytiker des Kinos das sorgfältig recherchierte Archivmaterial zu einem Kammerspiel der rhetorischen und inszenatorischen Perfidie. Und er rekonstruiert – in der Ausführlichkeit notwendig brutal – das Ereignis einer allumfassenden juristisch-politischen Fabrikation. Eine „Industrie-Partei“ hat es nie gegeben …

Barbara Wurm

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