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Agra 68

Dokumentarfilm
1968
11 Minuten
Die „revolutionären Explosionen in Wissenschaft und Technik“ in einem populärwisschenaftlich-agitatorischem Beitrag über die Leistungsschau der Landwirtschaft „agra“, die alljährlich in Leipzig-Markkleeberg stattfand. Die begeisterten Tiraden über den Einsatz von möglichst viel Chemie, die vollautomatisierte Produktion von Pflanzen und Tieren und die bis 1980 geplante Steigerung der Arbeitsproduktivität um 250 Prozent (!) wirken im Verbund mit den Bildern im Takt fressender Kühe und den von zarten Damen rasant wie Bond-Auto gesteuerten Mähdrescherkolonnen wie reine Science-Fiction.
– Grit Lemke

Der Letzte Trabbi

Dokumentarfilm
1990
29 Minuten
Ende Juni 1990 rollt im Zwickauer Sachsenring-Werk der letzte Trabant vom Band. Er war das Symbol der DDR, so durchschnittlich wie sie, so mangelhaft und doch so unverwüstlich. Ein ironischer Blick auf eine lange Geschichte, der bei aller Melancholie doch nicht nostalgisch wird. „(…) auch ein Abschied von einem Selbstverständnis – vom Zugang zu einem großen Betrieb und von der gerade gewonnenen Freiheit uneingeschränkter Kritik. Kaum einer der Arbeiter, die hier über das schimpfen, was sie produzieren, wird künftig noch bereit sein, offen über seinen Betrieb zu reden, so er denn überhaupt noch Arbeit hat.“ (Heidemarie Hecht)
– Grit Lemke

Die Kumpel von Döhlen

Dokumentarfilm
1960
16 Minuten
Planschlacht im Stahlwerk „8. Mai 1945“ in Döhlen bei Freital. Der Parteitagsbeschluss, die Produktion bis 1965 zu verdoppeln, scheint angesichts der unsagbar schweren Arbeit am Hochofen unerfüllbar. Da treten die tüftelnden Stahlarbeiter auf den Plan, die Parteileitung greift ein und schrittweise wird die Produktion effektiver und Arbeitsabläufe werden automatisiert … Ein beliebtes Sujet der Kunst jener Jahre mit entsprechendem Pathos.
– Grit Lemke

Leipziger Messe 1946

Dokumentarfilm
1946
8 Minuten
Während Leipzig noch deutlich vom Krieg gezeichnet ist, macht man sich daran, in den Messepalästen der Innenstadt abgerissene Handelsverbindungen wieder aufzubauen. Der im Augenzeugen/Wochenschau-Stil gedrehte Beitrag des Spielfilmregisseurs Kurt Maetzig ist beseelt von der Hoffnung, dass die gerade wieder auferstehende Warenwelt eines Tages auch dem einfachen Bürger zugänglich sein wird. Bis dahin heißt es weiter: Lebensmittelmarken und sehnsüchtige Blicke bei der Messe-Modenschau der HO.
– Grit Lemke

Versuch über Schober

Dokumentarfilm
1971
23 Minuten
Im Gegensatz zu den meisten dokumentarischen Arbeiten der DEFA jener Zeit wird hier nichts behauptet, statt unumstößlicher Wahrheiten wird ein „Versuch“ präsentiert, die sehr subjektive Annäherung an einen „Vorzeigemenschen“ der DDR-Presse. In schlichten Beobachtungen dieses Meisters im Großforschungszentrum Leuna, am Telefon, am Schreibtisch, beim Rundgang im Betrieb, im Gespräch mit Arbeitern oder beim Preisskat, kommen wir ihm näher, wird er vom Sockel geholt. Und am Ende steht die schlichte Erkenntnis, „dass der Sozialismus mit Menschen wie Hans Schober, wie du und ich, aufgebaut wird“. Der Doktrin entsprach das nicht.
– Grit Lemke

Zum Achtenmal

Dokumentarfilm
1972
10 Minuten
Arbeiter im Braunkohletagebau Espenhain hören nach Schichtschluss ein Vivaldi-Konzert im Kulturhaus des Betriebs. In die Bilder von der Ankunft in der Kaue, der Arbeit auf dem Bagger, am Förderband oder den Gleisanlagen mischen sich die Töne der einzelnen Instrumente, bis eine Geige auf dem Förderband erscheint und das Konzert beginnt. Kunst als Arbeit, Arbeit als Kunst und wie sie verschmelzen, ganz jenseits wohlmeinender Programme des Bitterfelder Wegs.
– Grit Lemke