Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Jahr

79 Springtimes

Dokumentarfilm
Kuba
1969
25 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
ICAIC
Santiago Álvarez
Idalberto Gálvez
Iván Nápoles
Norma Torrado
Santiago Álvarez
Carlos Fernández, Raúl Pérez Ureta
Agit-Pop-Art in höchstmöglicher Verdichtung und Aufladung. Frenetische Erfindungslust von genuin materialistischer Sinnlichkeit und vorwärts drängender Bildgewalt. Inhaltlich gesprochen: Ein filmischer Bruderkuss zum Tod von Bác Hồ, genannt Hồ Chí Minh (1890–1969). Darüber hinaus: Formulierung der Gewissheit, dass der Kampf weiter geht, weiter gehen muss.

Ralph Eue
Re-Visionen
Der lachende Mann Walter Heynowski, Gerhard Scheumann

Einer der umstrittensten Dokumentarfilme überhaupt. Kernstück des Films ist ein langes Interview mit dem berüchtigten westdeutschen Söldner Siegfried Müller.

DDR

GDR
1962

Der lachende Mann

Dokumentarfilm
DDR
1962
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
Peter Hellmich, Horst Donth
Traute Wischnewski
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
Heinz Reusch, Ingrid Schernikau
Kernstück des Films ist ein langes Interview mit dem berüchtigten westdeutschen Söldner Siegfried Müller, ergänzt durch Aufnahmen, die für „Kommando 52“ entstanden. „Der lachende Mann“ betrat damals stilistisches Neuland. Er gilt einerseits als Meilenstein der DDR-Filmgeschichte, gehört jedoch andererseits aufgrund von Entstehung und Machart zu den umstrittensten Dokumentarfilmen überhaupt.

Ralph Eue
Re-Visionen
Die Musici Katja Georgi

Vier Kleinbürger, die sich mit viel Eifer an wohlklingender Hausmusik versuchen. In der Tageszeitung „Neues Deutschland“ wurde „Die Musici“ als ein Pamphlet gegen westdeutsche Spießer gedeutet.

Die Musici

Animationsfilm
DDR
1963
4 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Trickfilme
Katja Georgi
Addy Kurth
Manfred Schreyer
Eva d’Bomba
Katja Georgi
Mit ihrem kurzen Flachfigurenfilm über vier Kleinbürger, die sich mit viel Eifer an wohlklingender Hausmusik versuchen, gewann Katja Georgi 1963 die Bronzene Taube in Leipzig. In der Tageszeitung „Neues Deutschland“ wurde „Die Musici“ als ein Pamphlet gegen westdeutsche Spießer gedeutet, die die Aufrüstung vor ihren Augen nicht wahrnehmen und sich ins private Musizieren flüchten.

Ralph Eue
Re-Visionen
Don’t Get Me Wrong Adina Pintilie

Die Protagonisten, vielmehr Helden dieses ersten Films von Adina Pintilie sind die Bewohner eines psychiatrischen Wohnheims in Rumänien.

Don’t Get Me Wrong

Dokumentarfilm
Rumänien
2007
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Dan Nutu (Aristoteles Workshop)
Adina Pintilie
Sorin Gociu
Ligia Smarandache
Adina Pintilie
Tudor Petre
Die Protagonisten, vielmehr Helden dieses ersten Films von Adina Pintilie sind die Bewohner eines psychiatrischen Wohnheims in Rumänien. Ganz selbstverständlich ergreift Gott hier das Wort, und in aller Höflichkeit debattieren die „Verrückten“, wer den Regen regiert. Das weltweit als poetisch-politisches Meisterwerk gefeierte Debüt gewann 2007 die Goldene Taube bei DOK Leipzig.

Ralph Eue
Re-Visionen
Einmart Lutz Dammbeck

Ein hermetisch verschlossenes, ungemütliches Universum. Einmart, der Held, ist ein rumpfloser Kopf, der sich dort durchschlägt. Einmal gelingt Einmart ein Flugversuch. Anspielungsreich. Subversiv.

DDR

GDR
1980

Einmart

Animationsfilm
DDR
1980
15 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Trickfilme
Lutz Dammbeck
Thomas Herfel
Hans Schöne
Eva d‘Bomba
Lutz Dammbeck
Lutz Dammbeck
Heinz Kaiser
Friedrich-Wilhelm Junge, Dagmar Manzel
Ein hermetisch verschlossenes, ungemütliches Universum. Einmart, der Held, ist ein rumpfloser Kopf, der sich dort durchschlägt. Die gewöhnlichen Wesen sind zur Ebenerdigkeit verdammt. Einmal allerdings gelingt Einmart ein Flugversuch. Von oben kann er nach draußen schauen, wo das freie und unbegrenzte Fliegen normal zu sein scheint. Anspielungsreich. Subversiv.

Ralph Eue
Re-Visionen
Hanoi, Tuesday 13th Santiago Álvarez

Montage eines Tages im Leben der nordvietnamesischen Hauptstadt inklusive Luftangriffsinferno.

Hanoi, Tuesday 13th

Dokumentarfilm
Kuba
1967
38 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
ICAIC
Santiago Álvarez
Leo Brouwer
Iván Nápoles
Norma Torrado, Idalberto Gálvez
Jorge Pucheaux, Pepín Rodríguez, Adalberto Hernández
Santiago Álvarez, José Martí
Carlos Fernández
Montage eines Tages im Leben der nordvietnamesischen Hauptstadt inklusive Luftangriffsinferno. Álvarez sah sich selbst als interventionistischen Künstler, als Beteiligten am Aufbau einer neuen, hoffentlich besseren Welt, die es aus dem Gegebenen heraus zu definieren und darüber voranzubringen galt. Die Wirklichkeit seiner Filme ist die seiner Ideale, Auffassungen, Sehnsüchte.

Ralph Eue
Re-Visionen
Ich war ein glücklicher Mensch Eduard Schreiber

Ein Versuch zu verstehen, was den fast achtzigjährigen Tilbert Eckertz am Kommunismus festhalten ließ. Eckertz arbeitete als Wirtschaftsjournalist in der DDR.

DDR

GDR
1990

Ich war ein glücklicher Mensch

Dokumentarfilm
DDR
1990
58 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Eduard Schreiber
Peter Rabenalt, Michael Nyman
Sebastian Richter
Viktoria Dietrich
Rolf Richter, Eduard Schreiber
Andreas Walter
Tilbert Eckertz
Ein Versuch zu verstehen, was den fast achtzigjährigen Tilbert Eckertz am Kommunismus festhalten ließ. Eckertz arbeitete als Wirtschaftsjournalist in der DDR. Immer wieder als Abweichler zur Rechenschaft gezogen, bekennt er sich dennoch als glücklicher Mensch. Doch je weiter sein Leben fortschreitet, desto weniger vermag er, erlittene und zugefügte Verletzungen aus seinem Selbstbild zu verbannen.

Ralph Eue
Re-Visionen
Kommando 52 Walter Heynowski

Ein Porträt überwiegend westdeutscher Söldner im Kongo. Eine DDR-Produktion. Die Enthüllung, dass die Kommandeure ehemals Wehrmachtsoffiziere waren, wurde in der BRD als Propaganda abgetan.

DDR

GDR
1965

Kommando 52

Dokumentarfilm
DDR
1965
34 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme
Walter Heynowski
Thomas Billhardt, Horst Donth, Peter Hellmich
Traute Wischnewski
Walter Heynowski
Peter Nölle
Herwart Grosse
Ein Gruppenporträt von Söldnern, überwiegend westdeutsche Männer, die im Kongo kämpfen. Die Enthüllung, dass die Kommandeure der Truppe ehemals Wehrmachtsoffiziere waren, die ihr Handwerk im Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion gelernt hatten und es mit offensichtlichem Vergnügen bei der brutalen Partisanenbekämpfung in Afrika anwendeten, wurde in der BRD leichthin als Propaganda abgetan.

Ralph Eue

Märkische Ziegel

Dokumentarfilm
DDR
1989
35 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Volker Koepp
Mario Peters
Thomas Plenert
Yvonne Loquenz
Gotthold Gloger, Volker Koepp
Peter Dienst, Eberhard Pfaff
Eine Chronik des märkischen Zehdenick, ein Zeitbild aus dem Frühjahr 1988. Seit gut hundert Jahren bestimmen Ziegeleien den Lebensrhythmus der Kleinstadt und ihrer Bewohner. Hier äußern sich Ziegeleiarbeiter freimütig über ihre Arbeitsbedingungen. Volker Koepps Film wurde von der Hauptverwaltung Film als deprimierender Bericht über veraltete Produktionsmethoden und defätistische Zeitgenossen eingestuft.

Ralph Eue
Re-Visionen
Megatrick Anne Isensee

Ein Kleinod, das an Einfachheit kaum zu überbieten ist. Mit „Eeh“ geht es los. Und manchmal braucht es tatsächlich nur zwei Minuten, um das Leben zu durchschauen.

Megatrick

Animationsfilm
Deutschland
2017
2 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anne Isensee (Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF)
Anne Isensee
Dascha Dauenhauer, Felix Rösch, Robert Pilgram, Marcus Sander, Carl Ludwig Wetzig
Anne Isensee
Chandra Fleig
Ein Kleinod, das an Einfachheit kaum zu überbieten ist. Mit „Eeh“ geht es los. Und manchmal braucht es tatsächlich nur zwei Minuten, um das Leben zu durchschauen. Anne Isensee kommt schnell und geradlinig zum Punkt. Sieht dann auch verlockend aus, was die Linie so als Lebenskonzept umreißt. Nur schön, dass es dann aber doch ein, zwei Knicke gibt. Lässig, mit Witz und Tiefgang.

Ralph Eue



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm

Re-Visionen
Night of the Carrots Priit Pärn

Im PGI-Hotel scheinen sich die Bewohner gegenseitig an Absonderlichkeit übertreffen zu wollen. Die Hasen in der obersten Etage haben bereits die Weltherrschaft übernommen...

Night of the Carrots

Animationsfilm
Estland
1998
29 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Kalev Tamm, Linda Sade
Priit Pärn
Olav Ehala
Ruth-Helene Kaasik
Priit Pärn
Marje Ale, Eda Kurg, Raul Lunia, Ülle Metsur, Ruslan Piterja, Ebe Tramberg, Tarmo Vaarmets, Thomas Frey, Simon Piniel
Priit Pärn
Jaak Elling
Im PGI-Hotel scheinen sich die Bewohner gegenseitig an Absonderlichkeit übertreffen zu wollen. Die Hasen in der obersten Etage haben bereits die Weltherrschaft übernommen, die sie mittels Voodoo ausüben, und in der herannahenden Nacht der Karotten wird sich entweder etwas zum Gruseln Fürchterliches oder etwas ganz Wunderbares ereignen.

Ralph Eue
Re-Visionen
Now Santiago Álvarez

Gebt mir zwei Fotos, einen Schneidetisch und ein Musikstück. Das soll Santiago Álvarez (1919–1998) als Motto für sein Filmemachen reklamiert haben.

Now

Dokumentarfilm
Kuba
1965
6 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
ICAIC
Santiago Álvarez
Pepín Rodríguez, Adalberto Hernández
Norma Torrado, Idalberto Gálvez
Adalberto Jiménez
Gebt mir zwei Fotos, einen Schneidetisch und ein Musikstück. Das soll Santiago Álvarez (1919–1998) als Motto für sein Filmemachen reklamiert haben. Er meinte das wörtlich, auch wenn es am Ende doch nie bloß ein einziges Bilderpaar war. Hier: Ausrisse aus dem „Time Magazine“, vor allem Bilder von rassistischer Polizeigewalt in den USA, dazu Lena Hornes Jazz-Version des hebräischen Volksliedes „Hava Nagila“.

Ralph Eue
Re-Visionen
Oscar Marie-Josée Saint-Pierre

„Ich mache Musik mit dem, was ich fühle.“ Ein animierter Dokumentarfilm aus Kanada über Oscar Peterson (1925–2007), einen Giganten des Jazz.

Oscar

Animationsfilm
Kanada
2016
12 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Marc Bertrand, Jocelyne Perrier, Marie-Josée Saint-Pierre
Marie-Josée Saint-Pierre
Oana Suteu Khintirian
Ehsan Gharib, Brigitte Archambault
Olivier Calvert
„Ich mache Musik mit dem, was ich fühle.“ Ein animierter Dokumentarfilm aus Kanada über Oscar Peterson (1925–2007), einen Giganten des Jazz. Im Zusammenhang mit historischen Interviews offenbaren atmosphärische Zeichnungen Höhen und Tiefen seiner Biografie. Seine kleine „Hymn to Freedom“ enthält wie in einer Nussschale die Essenz eines ganzen Lebens.

Ralph Eue
DEFA Matinee
Östliche Landschaft Eduard Schreiber

Wozu Worte, wenn symbolische Bildelemente für sich sprechen? Der Kurzfilm zeigt, wie sich zahlreiche Ostdeutsche nach der Wende ihrer durchlebten Geschichte entledigen.

Östliche Landschaft

Dokumentarfilm
Deutschland
1991
13 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Eduard Schreiber
Thomas Klemm
Sebastian Richter
Ingeborg Marszalek
Rolf Richter
Henner Golz
Wozu Worte, wenn symbolische Bildelemente für sich sprechen? Der Kurzfilm zeigt, wie sich zahlreiche Ostdeutsche nach der Wende ihrer durchlebten Geschichte entledigen. Auf einer Müllkippe bei Berlin kristallisiert sich Zeitgeschehen: ein Fundort „historischer“ Reliquien aus sozialistischen Zeiten, die man für die heraufziehende Ära nicht mehr brauchen kann, Gegenstände, die mit dem Ende eines Staates ihren Gebrauchswert verloren haben.

Die beinahe unwirkliche filmische Form liegt wie ein verstörender Filter, wie das Narrativ eines verfehlten Traums über dem Gezeigten. In dieser Landschaft der Desillusion ist noch immer – oder vielleicht mit Abstand wieder – Raum für Poesie.

Nicolas Rossi
Re-Visionen
Psalm 18 Walter Heynowski, Gerhard Scheumann

Ein Gottesdienst in der Kirche des Nationalen Dankes, befohlen von der Regierung Pinochet, kurz nach dem Putsch in Chile im September 1973.

Psalm 18

Dokumentarfilm
DDR
1974
6 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Studio H & S Berlin
Walter Heynowski, Gerhard Scheumann
Peter Hellmich
Ein Gottesdienst in der Kirche des Nationalen Dankes, befohlen von der Regierung Pinochet, kurz nach dem Putsch in Chile im September 1973. Als die neuen Machthaber das Gotteshaus verlassen, erscheinen die den Psalmen entnommenen Worte in ihrem Rücken: „Sie rufen zum Herrn, aber er antwortet ihnen nicht. Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Winde; ich will sie wegräumen wie den Kot aus der Gasse.“

Ralph Eue
Re-Visionen
The Tiger Leaps and Kills but It Will Die … It Will Die Santiago Álvarez

Eine Erzählung in vier Liedern und einem Ehrenmal für die Opfer des chilenischen Faschismus.

The Tiger Leaps and Kills but It Will Die … It Will Die

Dokumentarfilm
Kuba
1973
16 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
ICAIC
Santiago Álvarez
Noticiero ICAIC Latinoamericano
Gloria Argüelles
Adalberto Hernández, Santiago Peñate
Santiago Álvarez
Juan Demósthene
Eine Erzählung in vier Liedern und einem Ehrenmal für die Opfer des chilenischen Faschismus. Noch vor der Film-Titelei erklingt Violeta Parras Anklagegesang „¿Que dirá el Santo Padre?“ zu Bildern des hehren Einverständnisses zwischen Kirche und Diktatur. Zu und nach den Titeln: dreimal der ermordete Sänger Víctor Jara (1932–1973) – während einer Studioaufnahme, als Volkstribun und als Märtyrer-Ikone.

Ralph Eue