Filmarchiv

Sections (Film Archive)

A Mythology of Pleasure

Dokumentarfilm
Deutschland,
Spanien
2017
6 Minuten
Untertitel: 
englische

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Lara Rodríguez Cruz, Jule Katinka Cramer, Ute Dilger (KHM – Kunsthochschule für Medien Köln)
Lara Rodríguez Cruz
Lennart Saathoff
Jule Katinka Cramer
Arturo Peña
Lara Rodríguez Cruz, Jule Katinka Cramer
Paul Große-Schönepauck
Früher war echt mehr los! Noch früher noch mehr. Und ganz am Anfang der Zeiten? Man mag sich gar nicht ausmalen, wie es da zugegangen ist. Filmemacherin Lara Rodríguez Cruz und ihre Kamera führende Co-Autorin Jule Katinka Cramer haben sich das aber doch ausgemalt, und zwar in den schönsten Farben und tollsten Worten. Dass unser lieber Gott, wenn er gewusst hätte, wie sich seine heidnischen Vorfahren bei der Arbeit amüsiert haben, vermutlich ein bisschen neidisch geworden wäre, darf spekuliert werden.

Ralph Eue

Agnosis

Animadok
Deutschland,
Ukraine
2015
39 Minuten
Untertitel: 
deutsche

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Anita Müller
Anita Müller
Oksana Kod'
Anita Müller, Clara Wieck
Anita Müller
Anita Müller
Anita Müller
Florian Marquardt
Wie in „Die chthonische Stadt“ weiß die Malerin Anita Müller ihr filmisches Material in den Katakomben Odessas zu beflügeln: Einlassungen konnotieren das dokumentarische Bild neu, Ergänzungen visualisieren Träume oder Gedanken. Sie nimmt sich eine assoziative Freiheit heraus, die den Vergleich mit dem Jazz zulässt. So flüchtig und flirrend wie die Bildschöpfungen mag der unsichtbare Protagonist sich gefühlt haben, der sich auf seiner spirituellen Suche in der Unterwelt verirrte und spurlos verschwand.

---Cornelia Klauß
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AIVA

AIVA
Veneta Androva
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Animationsfilm
Deutschland
2020
13 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Englisch

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Veneta Androva
Veneta Androva
Veneta Androva
Veneta Androva
Veneta Androva
Nadia D’Alò
Benedikt Frey
Vivienne Pettitt

AIVA ist Künstlerin, belebt durch Algorithmen. Vor allem aber ist sie die ernüchternd beschränkte männliche Tech-Vision davon, wie mehr Diversität im Kunstbetrieb aussehen könnte. In ihrer Malerei bevorzugt AIVA die Vertikale, man feiert Erfolge. Eine „Kunst-Doku“ lässt an ihrem Schaffen teilhaben und nimmt blauäugig jedes Klischee mit. Präzise beobachtet, mit reduzierten Gesten und zielsicherem Witz reflektiert Veneta Androva in ihrer computeranimierten Zukunftsfiktion einen Istzustand.

André Eckardt
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
#
Umverteilen und Mitreden
Zustand der Welt
Gewitzt
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Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
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Appropriation Takes You on a Weird Ride Nina Fischer, Maroan el Sani
Eine medienhistorische Befragung der deutschen Faszination für das kolonialistische Konstrukt „Indianer“, die bis hin zu dessen Instrumentalisierung durch die „Neue Rechte“ führt.
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Appropriation Takes You on a Weird Ride

Appropriation Takes You on a Weird Ride
Nina Fischer, Maroan el Sani
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Deutschland
2020
20 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

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Nina Fischer
Maroan el Sani
Nina Fischer
Maroan el Sani
Edith Russ Haus for Media Art
Hannes Hoelzl
Britt Tully
Christoph Bach
Moritz Hossli
Jochen Jezussek
Nina Fischer
Bruno Gola
Maroan el Sani
Kathrin Hunze
Maroan el Sani
Nina Fischer
Matthias Biber

Teils rhetorisch, teils ironisch, teils tiefgründig wird die merkwürdige, dreihundert Jahre alte Beziehung der Deutschen zu ihrer stereotypen Vorstellung von der Urbevölkerung Amerikas verhandelt. Dazu gehört auch die Frage, wie die Zuschauenden selbst zu diesem ominösen Faszinosum stehen. Als Kulisse und Ausgangspunkt einer schwebenden Fahrt durch die Geschichte vielfältiger Klischees dient die Ruine der ehemaligen US-Botschaft in Ostberlin, in der 1986 eine Ausstellung zum Thema stattfand.

Borjana Gaković
#
Poesie und Grenzgänge
Umverteilen und Mitreden
Zustand der Welt
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Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2018
Backyard Khaled Abdulwahed

Sukkulenten aus dem Drucker, der Horizont vor weiß gestrichener Wand: Hier wird Landschaft neu erschaffen, hinübergerettet, rekonstruiert – ein syrisches, nicht mehr existentes Kaktusfeld.

Backyard

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
26 Minuten
Untertitel: 
englische

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Alex Gerbaulet, Ines Meier
Khaled Abdulwahed
Khaled Abdulwahed
Khaled Abdulwahed
Khaled Abdulwahed
Khaled Abdulwahed
In einem Hinterhofstudio entsteht etwas, das es bereits gibt beziehungsweise einmal gab: ein Kaktusfeld in Syrien. Von allen Winkeln werden die fotografischen Aufnahmen der Landschaft vermessen und kategorisiert, wird ein bildlicher Gesamtzusammenhang in seine Bestandteile zerlegt, um für einen anderen Ort rekonstruierbar zu sein. Die Kakteen kommen aus dem 3-D-Drucker, im Hof donnert es manchmal wie bei einem Luftangriff.

Carolin Weidner
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2015
Boy Ginan Seidl, Yalda Afsah

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden.

Boy

Dokumentarfilm
Deutschland
2015
30 Minuten
Untertitel: 
englische

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Ray Peter Maletzki, Stephan Helmut Beier
Ginan Seidl, Yalda Afsah
Ginan Seidl
Ginan Seidl, Yalda Afsah
Steffen Martin, Manuela Schininá
Bildung DOK Leipzig Logo

Altersempfehlung: ab 14 Jahren 
Klassenstufen: ab 9. Klasse

Themen: Gender, Identität, Sexualität, fremde Kulturen, Kindheit, Außenseiter 
Unterrichtsfächer: Deutsch, Gemeinschaftskunde, Politik, Kunst, Ethik, Religion

Zum Inhalt

Warum dürfen Jungs oft mehr als Mädchen? Warum gelten Mädchen immer als braver? Warum spielen tradierte Geschlechterrollen – bei uns und anderswo in der Welt - bis heute eine so große Rolle?

In unserer nächsten Schulvorstellung steht die Frage im Mittelpunkt, wie Kinder und Jugendliche damit umgehen (können), dass bis heute gesellschaftliche Vorgaben existieren, die festlegen, was typisch männlich und was typisch weiblich ist.

Der Dokumentarfilm Boy, der das Leipziger Publikum im Wettbewerb 2015 begeisterte, widmet sich dieser Frage am Beispiel zweier junger Frauen, die in Afghanistan aufgewachsen sind, wo Mädchen und Frauen in ihrem Recht auf Entfaltung ausgesprochen stark eingeschränkt werden.

Beide Frauen haben sich entschieden, diese Einschränkungen nicht hinzunehmen und einen ungewöhnlichen Weg gewählt, sich dagegen zur Wehr zu setzen: sie sind zum Boy geworden. Der Film zeigt Ausschnitte aus dem Alltag der 14- jährigen Faranoz, die in Afghanistan als Junge aufwuchs und verwebt diese mit den Erfahrungen einer jungen afghanischen Sängerin in London, die ebenfalls in ihrer Kindheit Jungenkleidung trug, um sich freier in der Gesellschaft zu bewegen. Der Film hinterfragt gesellschaftliche Stereotype, die nicht nur in der afghanischen Gesellschaft wirken und zeigt zwei beeindruckende junge Frauen, die sich die Freiheit nehmen, sich nicht durch ihr Geschlecht definieren zu lassen.

Wie entkommt ein Mädchen den Restriktionen, die der weiblichen Rolle in einer traditionellen Gesellschaft eingeschrieben sind? Indem sie zum „Boy“ wird. In Afghanistan sind „bacha posh“ Mädchen, die als Jungen aufgezogen werden. Das Künstlerinnenduo Afsah/Seidl folgt zwei Mädchen und ihrer Entscheidung, welche Rolle sie im Leben einnehmen wollen. In traumhaften Bildern, die in langen Kamerafahrten die Menschen als Teil eines sozialen Umfelds erfassen, gelingt eine berührende Etüde über Gender und Freiheit.



Grit Lemke


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Dark Matter

Dark Matter
Viktor Brim
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Deutschland,
Russland
2020
19 Minuten
ohne Dialog
Untertitel: 
Keine

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Viktor Brim
Viktor Brim
David Schittek
Viktor Brim
Danila Lipatov

Ruhige, dunkle Aufnahmen von nächtlichen Nebelschwaden, von einer Mine, einem Muldenkipper oder einem Wrack, von riesigen Erdkratern und neuen Oberflächenkonturen, die durch die Ausgrabungen entstanden. Rohstoffgewinnung, Ökonomisierung und Ausbeutung von Natur sind die Themen dieser visuellen Studie. Ein unaufdringlicher, aber bedrohlicher und bestimmter Ton begleitet sie und unterstreicht das Mystische der Bilder. Aus postindustriellen werden postapokalyptische Landschaften.

Borjana Gaković
#
Ländlich vs. urban
Poesie und Grenzgänge
Natur in Bearbeitung
Zustand der Welt
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Deine Fremde

Animationsfilm
Deutschland
2017
10 Minuten
Untertitel: 
englische

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Matthias Stoll
Matthias Stoll
Matthias Stoll
Ivan Morales Jr.
Theo Huber, Matthias Stoll
Matthias Stoll
Jascha Viehl
Dieses fantastische Bündel aus Zufällen, das man Leben nennt! Vollzogen werden kann es nur nach vorn. Zur konsistenten Erzählung wird es sich erst im Rückblick formen. Das Kostbare dieses flüchtigen Moments von Nicht-mehr-das-Eine aber Noch-nicht-ganz-das-Andere zaubert Matthias Stoll auf die Leinwand: Stell dir vor, es liegt plötzlich wieder jemand neben dir. Aber es bedeutet nichts. Du bist eben der Einzige in deiner WG mit einem großen Bett … Ein Film wie ein Popsong. Raffiniert einfach.

Ralph Eue
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
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Der Schornsteinsegler Frédéric Schuld
England, Mitte des 19. Jahrhunderts: Kinder sorgen in engen, verrußten Kaminabzügen für freie Abluft. Der Bericht eines Essenkehrers jener Zeit wird durch Zeichenanimation lebendig.
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Der Schornsteinsegler

Der Schornsteinsegler
Frédéric Schuld
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Animationsfilm
Deutschland
2020
5 Minuten
Englisch
Untertitel: 
Deutsch

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Frédéric Schuld
Fabian Driehorst
Daniela Conrad
Frédéric Schuld
Fabian Driehorst
Rebecca Blöcher
Alba Dragonetti
Frédéric Schuld
Frédéric Schuld
Alex Müller-Welt
Frédéric Schuld
Henry Holland
Joschua Zühlke

Mitte des 19. Jahrhunderts bildet ein gigantischer Kamin das zentrale Prunkstück eines jeden herrschaftlichen Hauses in England. Kinder sind wendig genug, um in der Enge der dunklen Essen für freie Abluft zu sorgen. Ihre junge Haut schabt sich an den verrußten Steinwänden blutig. Ihre Angst vor dem Absturz ist ebenso groß wie die vor dem züchtigenden Meister. Schwarz-braun-rote Zeichenstiftschraffuren und ungewöhnliche Kameraperspektiven verlebendigen den Bericht eines Essenkehrers jener Zeit.

André Eckardt
Nominiert für: mephisto 97.6-Publikumspreis
#
Umverteilen und Mitreden
Poesie und Grenzgänge
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Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2015
Die Weite suchen Falk Schuster

So manche DDR-Kindheit ist geprägt von Ostseereisen – lange Fahrten auf schlechten Autobahnen im viel zu vollen Auto, Transitlaster und die Vorfreude auf das Meer. Doch dies ist mehr als nur eine nostalgische Aufarbeitung von Urlaubserinnerungen.

Die Weite suchen

Animadok
Deutschland
2015
30 Minuten
Untertitel: 
englische

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Ralf Kukula
Falk Schuster
Peter Piek
Ralf Kukula
Stefan Urlaß
Julian Quitsch, Alexander Schmidt, Tim Romanowsky, Nicole Bauer, Francie Liebschner, Jan Mildner, Olaf Ulbricht
Falk Schuster
Florian Marquardt, Klangfee
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Altersempfehlung: ab 9 Jahren 
Klassenstufen: ab 3. Klasse

Themen: Alltag im Sozialismus, Kindheit in der DDR, Vergangenheitsbewältigung, Erinnerungen 
Unterrichtsfächer: Sachkunde, Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde, Philosophie, Ethik/Religion

Zum Inhalt des Films

Es ist Sommer 1987, die junge Familie Schuster aus dem Bezirk Leipzig fährt in den Urlaub. Mit dem Trabant und Anhänger macht sie sich auf den Weg zu einer kleinen Privatunterkunft in der Nähe der Grenze zur damaligen BRD. Dieser autobiografische AnimaDok-Film begleitet die Familie während ihrer Reise und gibt dabei Einblick in einen mit allerhand Kuriositäten bestückten DDR-Urlaubsalltag so nah an der Westgrenze. Der Film pendelt zwischen Volkspolizei, Grenzpatrouillen, Mangelwirtschaft und Strandidylle im ostdeutschen Urlauberparadies und verwebt persönliche Erinnerungen und dokumentarisch aufbereitete Fakten zu einem im Zeichentrick animierten Reisetagebuch.

Über den Regisseur des Films

Falk Schuster wurde 1980 in Oschatz geboren und wuchs in Lampertswalde/Sachsen auf. Er studierte zunächst an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle und begann 2007 mit einem Parallelstudium im Rahmen der European Animation Masterclass seine Fähigkeiten als Animationsfilmer zu entwickeln. Schon während des Studiums entstanden diverse kurze Filme, bei denen Schuster mit unterschiedlichsten Animationstechniken arbeitete. Seit 2009 ist er als freiberuflicher Animationsfilmemacher tätig, seine Filme wurden vielfach auf Festivals ausgezeichnet und auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt.

So manche DDR-Kindheit ist geprägt von Ostseereisen – lange Fahrten auf schlechten Autobahnen im viel zu vollen Auto, Transitlaster und die Vorfreude auf das Meer. Doch dies ist mehr als nur eine nostalgische Aufarbeitung von Urlaubserinnerungen. Aus dem unschuldigen Blickwinkel eines Siebenjährigen wirkt die Reise zwar wie ein großes Abenteuer, doch im Subtext der reduzierten, rotoskopierten Bilder wird die Absurdität eines Lebens in engen Grenzen – zu denen auch der Strand gehört – deutlich. Annegret Richter


Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
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Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert Anne Isensee
Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Und so ereilt einen unvorbereitet der Appell an die eigene politische Verantwortung. Die zufällige Brecht-Lektüre fordert zur Aktion auf.
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Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert

Dieser Film heißt aus rechtlichen Gründen Breaking Bert
Anne Isensee
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Animationsfilm
Deutschland
2020
5 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

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Anne Isensee
Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Lorena Junghans
Anne Isensee
Anne Isensee
Anne Isensee
Jonathan Hamann
Irma Heinig
Franziska May
Anne Isensee
Arun Leander Boudodimos

Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Und so ereilt eine sympathische, jazzliebende Zeichenfigur unvorbereitet der Appell an die eigene politische Verantwortung. Die zufällige Brecht-Lektüre aktiviert die Lesende. Zumindest dazu, irgendetwas zu tun. Um nicht auf die schiefe Bahn oder falsche Seite zu geraten. Pointiert, aufgeräumt, mit wohldosiertem Humor und großem Herzen für menschliches Zaudern hinterfragt Anne Isensee die Illusion eines permanenten Widerspruchs in der Wirklichkeit.

André Eckardt
Nominiert für: Gedanken-Aufschluss-Preis, mephisto 97.6-Publikumspreis
#
Gewitzt
Kleine Welten, große Menschen
Poesie und Grenzgänge

Doppelgänger

Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland
2017
20 Minuten
Untertitel: 
englische

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Michaela Taschek
Michaela Taschek
Anna Kohlweis
Sandra Wollner
Michaela Taschek
Denis Elmaci
Erich Taschek, Vater der Filmemacherin Michaela Taschek, war einst ein lebenshungriger und geselliger Mann. Doch dann verwandelte sich „Eichi“ in einen wortkargen Eigenbrötler, der sich zum Modellbauen im Keller verschanzte und kaum noch das Haus verließ. Nach seinem Tod spinnt Taschek mithilfe von Familienfotos und Home-Movies eine wilde Doppelgänger-These, die ihren jahrelangen Entfremdungsgefühlen einen Plot gibt. Ein Versuch über das Verschwinden und die Projektionskraft „dokumentarischer“ Bilder.

Esther Buss
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2015
Eisen Benjamin Kahlmeyer

In einer streng komponierten Bildfolge werden Porträts von Asylsuchenden aus der ganzen Welt in Impressionen des trostlosen Alltags platziert. Sie erzählen von der Hoffnung auf ein besseres Leben: hier, in Deutschland.

Eisen

Dokumentarfilm
Deutschland
2015
18 Minuten
Untertitel: 
deutsche

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Felix Eisele
Benjamin Kahlmeyer
John Gürtler, Jan Miserre
Stefan Neuberger
Benjamin Kahlmeyer
Moritz Stumm
Benjamin Kahlmeyer
Jonathan Schorr
Neblige Landschaft mit Neubauten in Eisenhüttenstadt an der deutsch-polnischen Grenze: Eisen – so nennt man den Ort hier. In einer streng komponierten Bildfolge werden Porträts von Asylsuchenden aus der ganzen Welt in Impressionen des trostlosen Alltags platziert. Sie erzählen von der Hoffnung auf ein besseres Leben: hier, in Deutschland.

Zaza Rusadze



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm 2015

Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
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Elefantin Marie Zrenner, Johanna Seggelke
Die filmische Traumabewältigung für eine entwurzelte Elefantenkuh – ein soziales Wesen, das wie wir alle Sicherheit und Heimat braucht, um stabile Beziehungen eingehen zu können.
Media Name: bd56281b-1512-46fe-9fef-a93b881ed092.jpg

Elefantin

Elefantin
Marie Zrenner, Johanna Seggelke
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Deutschland
2020
29 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

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Marie Zrenner
Johanna Seggelke
Daniel Kunz
Kerstin Zachau
Oliver Buchalik
Melanie Jilg

Schicksalsschläge prägen die Biografie der als verhaltensauffällig geltenden Elefantin Bibi: 1985 in Simbabwe geboren. Kurz nach der Geburt Verlust der Mutter. 1989 in den Tierpark Ostberlin importiert. 2008 in den Zoo Halle abgeschoben. Anhand der empathischen Aufarbeitung dieser traumatischen Ereignisse wird hier über die Bedeutung des Sozialen und den Umgang mit Ausgrenzung in heutigen Zeiten nachgedacht: eine filmische Stellvertreter-Therapie mit hoffentlich heilender Fernwirkung für Bibi.

Annina Wettstein
Nominiert für: Young Eyes Film Award, Gedanken-Aufschluss-Preis
#
Umverteilen und Mitreden
Natur in Bearbeitung
Regional (Heeme)
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Erwin

Erwin
Jan Soldat
Deutscher Wettbewerb Kurzfilm 2020
Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland
2020
16 Minuten
Deutsch
Untertitel: 
Englisch

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Jan Soldat
Jan Soldat
Jan Soldat
Jan Soldat

Als „schon alt, aber geil“ stellt sich der 58-jährige Erwin vor. Er hat ein Wohnmobil in seinem Vorgarten zum bevorzugten Refugium erklärt. Hier gibt es für ihn alles, was er braucht: einen Computer, ein Bett, eine Kaffeemaschine. Zwei Webcams vernetzen Erwin mit anderen Männern, die sein fleischliches Verlangen stillen. Auf winziger Fläche kommt Jan Soldat ihm nah, natürlich. Er erfährt von Lieben, so groß wie erloschen, von einem komplizierten Familiengeflecht und Zukunftssorgen.

Carolin Weidner
Nominiert für: Gedanken-Aufschluss-Preis
#
Liebe/ohne Liebe
Kleine Welten, große Menschen
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F32.2

Dokumentarfilm
Deutschland
2017
40 Minuten
Untertitel: 
englische

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Florian Kamhuber, Fabian Halbig
Annelie Boros
Cico Beck, Florian Kreier
Julian Krubasik
Nina Ergang
Annelie Boros
Annika Sehn, Anja Scharf, Tuna Kaptan, Gisela Carbajal Rodríguez
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Altersempfehlung: ab 14 Jahre 
Klassenstufen: ab 9. Klasse

Themen: Freundschaft, Psyche, Krankheit, Depression, Erwachsen-Werden, Medizin
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde, Deutsch, Religion, Ethik, Politik, Philosophie, Kunst

Zum Inhalt

„Es ist etwas mit mir passiert.“ Mit diesen Worten beginnt der Brief, den Vera an Annelie schreibt. Die beiden sind enge Freundinnen, studieren in München an der Filmhochschule und sind mit ihrem ersten gemeinsamen Kurzfilm durch die halbe Welt getourt. Vera schreibt Gedichte und dreht gern verrückte Videos über sich selbst. Sie gehen tanzen, planen neue Projekte und genießen das Leben. Doch plötzlich verändert sich alles. Ohne Anlass und Vorwarnung gerät Vera in eine schwere Depression, Kürzel „F32.2“. Etwas in ihrem Gehirn scheint nicht mehr zu funktionieren. Annelie fühlt sich hilflos, weiß nicht, was der Freundin, die sie so gut zu kennen glaubte, zugestoßen ist. Sie reagiert instinktiv, lässt Vera nicht allein und beginnt, zu recherchieren. 

Auf authentische und ästhetisch herausragende Weise baut F32.2 eine Brücke zwischen dem wissenschaftlichen und dem emotionalen Aspekt dieser facettenreichen Krankheit. Interviews mit Fachärzt*innen, Psycholog*innen und Forscher*innen bieten die Möglichkeit, den Verlauf einer Depression nachvollziehen zu können. Veras Gefühle werden durch ihre Gedichte und einen intimen Briefdialog mit Annelie im Film gegenwärtig – ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der sie selbst den Kontakt zu sich verloren hatte. 

F32.2 ist kein Film über Depression, sondern ein Film über den erfolgreichen Umgang mit dieser Krankheit. Ein Film, für den es Mut brauchte und der gleichzeitig Mut macht, sich einer psychischen Krankheit zu stellen. Die DOK Leipzig Jugendjury zeichnete F32.2 mit dem Young Eyes Film Award 2017 aus.

„Es ist etwas mit mir passiert“, schreibt Vera der Freundin und Filmemacherin Annelie. Passiert ist F32.2, das professionelle Kürzel für anlasslose Depressionen. Fachleute erörtern Diagnosen und Therapien, stehen aber (wie Vera) vor einem Rätsel. In den intimen Brieftrialog zwischen Protagonistin, Regisseurin und Kamera bricht der Mediziner-Jargon ein. MRT-Hirnschnitt und subjektives Sprachbild, Analyse und Emphase: ein Ringen um valide Metaphern für eine Krankheit „aus heiterem Himmel“.



Sylvia Görke





Ausgezeichnet mit dem Young Eyes Film Award 2017