Filmarchiv

Sections

Jahr

Captivity

Dokumentarfilm
2012
64 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Joana Gusmão
André Gil Mata
Maria Hermínia Gil Mata
André Gil Mata
Tomás Baltazar
André Gil Mata
Pedro Augusto
Gefangenschaft ist ein Zustand des Eingesperrtseins, sowohl in der Zeit als auch im Raum. Die Person in Gefangenschaft ist nicht immer oder zwangsläufig ein Gefangener, wird aber zum inhärenten Teil dieses Raums. Auf der anderen Seite ist der Raum der Gefangenschaft nicht unveränderlich, sondern wird von demjenigen geprägt, den er enthält, also durch die Erfahrung geformt.
Alzira wurde in dem Haus geboren und erzogen, in dem sie die gesamten 91 Jahre ihres Lebens verbracht hat: in São João da Madeira im Norden Portugals. Ihre Lebenserfahrungen sind von den Mauern und privaten Gegenständen dieses Hauses nicht zu trennen. Der Film versucht, die Beziehung gegenseitigen Formens zwischen der Frau und diesem Raum einzufangen – ein Formen, das durch die hier gelebte Zeit vollzogen wurde. Die Zeit ist es, durch die dieses Haus, dieser Raum seine Geometrie überwindet und zum Schutzraum ihrer Erinnerungen und Gedankengänge wird. So ist „Captivity“ ein Film über die Zeit, die der Erinnerung gehört, unauslöschlich in einen Raum eingeschrieben.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Fortress

Dokumentarfilm
2012
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Pavla Kubečková, Tomas Hruby, nutprodukce
Lukáš Kokeš, Klára Tasovská
Lukáš Kokeš
Alexandra Gojdičová
Lukáš Kokeš, Klára Tasovská
Die Pridnestrowische Moldauische Republik, auch bekannt als Transnistrien. Man stelle sich einen Raum vor, in dem die Zeit eingefroren wurde. Das Land, dessen Unabhängigkeit nur von einer Handvoll anderer Staaten anerkannt wird, ist eine isolierte Vielvölker-Enklave, zusammengehalten von einem autoritären Regime. Es ist ein Land, wo man nur vom Zugfenster aus filmen darf, wo die Einwohner Angst vor Denunziationen haben, aber froh sind, in dieser gemütlichen Zuflucht vor der hektischen modernen Welt zu leben, und wo die Lieder im Fernsehen den Präsidenten preisen. Die Zeit wurde angehalten, und das Leben ist in einer Form steckengeblieben, die an die Ära der Sowjetunion erinnert. Irgendwie hatten sich die Menschen an die Herrschaft der Geheimpolizei und die Furcht vor Bespitzelung gewöhnt. Die sowjetisch anmutende Propaganda des autoritären, machtbetonten Regimes von Präsident Igor Smirnov macht aus den meisten Bürgern der PMR einfache Arbeiter ohne jedes Bedürfnis zu verstehen, wie unerträglich ihre Situation ist. Smirnov herrscht schon seit zwanzig Jahren über dieses nicht-existierende Land.
Der Film konzentriert sich auf ein paar Personen, die in dieser geopolitischen Lücke feststecken, zwischen der Europäischen Union und Russland, Gegenwart und Vergangenheit, Verbrechen und Anstand, Dekadenz und der Hoffnung auf Veränderung. Er bleibt innerhalb des Zeitrahmens der Präsidentenwahl und zeigt sich als Reise in ein Museum des kommunistischen Totalitarismus, wo er die Organisation dieses „Nicht-Staates“ und die Regeln des Alltags dort analysiert.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Doc Alliance Selection
The Shebabs of Yarmouk Axel Salvatori-Sinz

Junge Palästinenser in Syrien, Flüchtlinge in dritter Generation. Nächte auf einem Dach, Diskussionen zwischen Loyalität und Fernweh, eine Clique beim Aufbruch ins Erwachsensein.

The Shebabs of Yarmouk

Dokumentarfilm
2012
78 Minuten
Untertitel: 
englische
französische
Credits DOK Leipzig Logo
Magali Chirouze, Adalios
Axel Salvatori-Sinz
Reem Kelani
Axel Salvatori-Sinz
Aurélie Jourdan
Axel Salvatori-Sinz
Axel Salvatori-Sinz
Ala’a Hassan, Samer, Tasneem und Waed sind palästinensische Flüchtlinge in der dritten Generation. Sie gehören zu „Les Chebabs“, einer Gruppe, die sie als Teenager gegründet haben. In diesem schwungvollen, durch und durch humanistischen Film folgen wir den vier Jugendlichen, die in dem 50 Jahre alten Lager von Yarmouk in Syrien leben, wo die Mauern undicht sind und die Wohnquartiere wie schlampig aufeinandergestapelt wirken.
Mit aufmerksamer Kamera filmt Axel Salvatori-Sinz die Jugendlichen, die von Zweifeln an ihren Lebensentscheidungen geplagt werden, gefangen zwischen der Loyalität zu ihren Freunden und dem Wunsch zu fliehen und dabei manchmal auch die anderen zurückzulassen. An der Schwelle zum Erwachsenwerden haben sie alle einen echten Hunger nach Leben und nach dem Absoluten, auch wenn jeder von ihnen vor komplexen Situationen steht.
Die Wahl zwischen dem Bedürfnis nach Freiheit und den Zusammenhalt der Gruppe, zwischen der Sehnsucht nach Aufstand und der Aussicht auf ein wohlgeordnetes Leben ist schwierig – zumal, wenn man ein palästinensischer Flüchtling im Lager von Yarmouk in Syrien ist.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.