Filmarchiv

Sections (Film Archive)

… sie bewegt uns alle

Animationsfilm
BRD
1950
10 Minuten
Untertitel: 
keine

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Kurt Stordel Filmproduktion
Kurt Stordel
Gerhard Trede
Kurt Stordel
Bertram Otto
Eine Animation zum Lobe der Deutschen Mark als solide Währung des Vertrauens.

Olaf Möller
Internationales Programm 2018
(M)Other Antonia Hungerland

Wie verändert sich das Bild des Mutterseins, wenn sich durch Eizellenspende, Leihmutterschaft oder Adoption diverse Alternativen zum Modell Mann-Frau-Beischlaf-Biologie gesellen?

(M)Other

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
88 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

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Christopher Zitterbart, Saskia Veigel, Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF
Antonia Hungerland
Markus Zierhofer
Antonia Hungerland
Antonella Sarubbi
Antonia Hungerland
Tim Altrichter, Benedikt Ludwig, Christoph Walter, Luise Hofmann
Heute ist es durchaus realistisch, dass ein Kind drei Mütter hat: eine Eizellenspenderin gibt einem Baby ihre Gene, das von einer Leihmutter austragen und später von einer weiteren Frau oder einer Person, die eventuell männlich und schwul ist, aufgezogen wird. Das klassische Konzept der „natürlichen“ Mutterschaft kommt hier (und anderswo) an seine Grenzen.

Die Definition von Mutterschaft ist umkämpft. In der Debatte über (gute) Mütter spiegelt sich das generelle Ringen um gesellschaftliche Normen im Wandel. Diese Diskussion, das macht „(M)Other“ sehr deutlich, betrifft alle. Sowohl jene, die als „klassische“ Mütter mit Klischees und Vorurteilen zu kämpfen haben, als auch solche, die den Begriff für sich in Anspruch nehmen, obwohl sie dem etablierten, sich stur gegen alle offensichtlichen Veränderungen behauptenden „Modell“ nicht entsprechen. Antonia Hungerland zeigt, dass das vermeintlich Private noch immer (oder: erst recht heute) hochgradig politisch ist.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

[Demonstration in Dresden am 22. Januar 1990; Besichtigung in Dresdener Stasi-Objekt] [Ausschnitt]

Dokumentarfilm
DDR
1990
15 Minuten
Untertitel: 
keine

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anonymous
Ein Amateurfilmdokument inmitten der politisch-gesellschaftlichen Veränderungen, die seit der Öffnung der innerdeutschen Grenze im November 1989 gefordert, gewünscht oder gefürchtet wurden. Die Unsicherheit dieser Zeit scheint der oder dem Filmenden die Kamera zu führen: Aus ungünstiger Perspektive heraus, um gute Sicht bemüht, aber ungeübt und noch nicht in der Lage, Übersicht herzustellen, sollen zwischen Transparenten und Fahnen die Redner auf der Bühne eingefangen werden. Dort erläutern prominente Sprecher ihre Deutung der Vergangenheit und stellen unter leidenschaftlichem Applaus der Zuhörer Forderungen für die politische Gestaltung der unmittelbaren Zukunft auf.

Konstantin Wiesinger

[Kolloquium Ausstellung „Zeitzeichen. Stationen Bildender Kunst in NRW“ am 11. November 1989 in Leipzig] [Ausschnitt]

Dokumentarfilm
DDR
1989
28 Minuten
Untertitel: 
keine

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Stadtkabinett für Kulturarbeit Leipzig
Stadtkabinett für Kulturarbeit Leipzig
Anlässlich einer Ausstellung im Museum der bildenden Künste zu Leipzig kurz nach dem Fall der Berliner Mauer äußern sich namhafte Künstler und Kunstvermittler der DDR in einem Podiumsgespräch zur gegenseitigen Durchdringung von Kunst und Gesellschaft in der DDR und in der BRD. Unter den Bühnengästen sind die Maler und Professoren Arno Rink und Wolfgang Mattheuer, beide über die Grenzen der DDR hinaus anerkannte Stimmen der Leipziger Schule, sowie Erhard Frommhold, Publizist und ehemaliger Cheflektor im Verlag der Kunst in Dresden. Die Befragten reflektieren ihre eigene Biografie und versuchen einen Ausblick auf die Freiheit der Kunst unter den Vorzeichen der freien Marktwirtschaft.

Konstantin Wiesinger
Kids DOK 2019
199 kleine Helden: Jésùs aus Mexiko Lina Luzyte, Sigrid Klausmann

Der elfjährige Jésùs lebt in Mexiko-Stadt und er hat einen ganz besonderen Schulweg: Jeden Morgen rudert er mit seiner kleinen Schwester auf einem Boot durch verzweigte Kanäle.

199 kleine Helden: Jésùs aus Mexiko

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
10 Minuten
Untertitel: 
VO_Deutsch

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Gerhard Schmidt, Walter Sittler
Lina Luzyte, Sigrid Klausmann
Roland Klausmann
Justyna Feicht
Lina Luzyte
Lina Luzyte
Der elfjährige Jésùs lebt in Mexiko-Stadt und er hat einen ganz besonderen Schulweg: Jeden Morgen rudert er mit seiner kleinen Schwester auf einem Boot durch verzweigte Kanäle. Dabei sieht er jeden Tag, wie sehr die Verschmutzung des Wassers der Natur und den Menschen zusetzt. Jésùs befürchtet, dass sein schönes Zuhause nicht mehr lange existieren wird.

Marie-Thérèse Antony
Kids DOK 2019
199 kleine Helden: Koolee aus Australien Kaye Harrison

Koolees Schulweg führt über die staubtrockenen Straßen Australiens. Koolee gehört zu den Aborigines, aber in der Schule steht ihre Sprache nicht auf dem Stundenplan.

199 kleine Helden: Koolee aus Australien

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
8 Minuten
Untertitel: 
VO_Deutsch

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Greer Simkin
Kaye Harrison
Archer Darcy
Kaye Harrison
Kaye Harrison
Auf der anderen Seite der Welt führt Koolees Schulweg über die staubtrockenen Straßen Australiens. Koolee gehört zu den Aborigines, aber in der Schule steht ihre Sprache nicht auf dem Stundenplan. Daher gibt sie sich besonders viel Mühe, mehr über ihre Identität zu lernen, damit ihre Kultur nicht verloren geht. Zum Glück bleibt trotzdem noch viel Zeit, um Fußball zu spielen!

Marie-Thérèse Antony
Kids DOK 2019
199 kleine Helden: Rania aus Jordanien Gessie George

In diesem Dokumentarfilm lernen wir Rania kennen. Sie freut sich jeden Tag auf die Schule, denn nicht alle Kinder in ihrem Zuhause dürfen zum Lernen gehen.

199 kleine Helden: Rania aus Jordanien

Dokumentarfilm
Deutschland
2018
8 Minuten
Untertitel: 
VO_Deutsch

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Gerhard Schmidt, Walter Sittler
Gessie George
Tobias Müller
Cem Springer
Gessie George
Rami Alquaisi
In diesem Dokumentarfilm lernen wir Rania kennen. Sie freut sich jeden Tag auf die Schule, denn nicht alle Kinder in ihrem Zuhause dürfen zum Lernen gehen. Sie wohnt in einer riesigen Zeltstadt in Jordanien, seit sie vor dem Krieg mit ihrer Familie aus Syrien fliehen musste. Die schwierigen Umstände bestärken sie in ihrem Wunsch, als Ingenieurin einmal die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.

Marie-Thérèse Antony
Internationales Programm 2017
209 rue Saint-Maur, Paris, 10ème – The Neighbours Ruth Zylberman

Rekonstruktion einer aufgelösten Hausgemeinschaft. Ein experimentell-historiografischer Blick hinter die Fassade eines Pariser Gebäudes.

209 rue Saint-Maur, Paris, 10ème – The Neighbours

Dokumentarfilm
Frankreich
2017
103 Minuten
Untertitel: 
englische

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Paul Rozenberg, Céline Nusse (Zadig Productions)
Ruth Zylberman
Nicolas Repac
Cédric Dupire
Valérie Loiseleux
Benjamin Bober, Graciela Barrault
Die französische Regisseurin und Historikerin Ruth Zylberman sitzt in den USA in einem Wohnzimmer – zu Besuch bei einem 79-jährigen Mann, der während der Besatzung von Paris durch die Deutschen von seinen jüdischen Eltern bei einer fremden Familie versteckt wurde. Heute kann sich Henry Osman, geboren als Henri Ossmann, an seine Eltern kaum erinnern – nicht, wie sie aussahen, nicht, was sie beruflich taten. Zylberman hat einen Stapel kopierter Dokumente dabei und kann diese Kindheit in Teilen rekonstruieren.

Das Haus mit der titelgebenden Adresse – hier lebte Osman als kleiner Junge – liegt im jüdischen Viertel von Paris. Minutiös hat Zylberman die ehemalige Hausgemeinschaft während der Kriegsjahre nachgebildet: Wer hat hier gewohnt? Wer hat wen gekannt? Reenactments mit Puppenmöbeln und gezeichneten Raumplänen an den Küchentischen der einstigen Bewohner wechseln sich mit Ansichten des Gebäudes von heute ab. Der typische Pariser Bau in der Rue Saint-Maur mit der Hausnummer 209 wird so als ein anachronistischer Raum entworfen, in dem die Geschichte bis in den gepflasterten Innenhof hinein nachlebt. Ein zugleich hoch konzentriertes und hoch emotionales Stück experimenteller Historiografie.

Lukas Stern
Internationales Programm 2016
21 x New York Piotr Stasik

Verängstigte und Aufgekratzte, Erleuchtete und Verwirrte, Notgeile und Befriedigte. Menschen in NYC. Der A-Train als Erzählmuster rasanter Bildläufe und meditativer Passagen. Eine Pop-Perle.

21 x New York

Dokumentarfilm
Polen
2016
70 Minuten
Untertitel: 
englische

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Agnieszka Wasiak
Piotr Stasik
Piotr Stasik
Dorota Wardęszkiewicz, Tomasz Wolski, Piotr Stasik
Michał Fojcik
Mag sein, dass die 21 eine willkürliche Zahl ist: Porträts von 21 Personen, die in der Summe für die Gesamtheit der mehr als acht Millionen Einwohner von New York City stehen, sie repräsentieren sollen? Das ist keine valide Menge, würde jeder Statistiker sagen und hätte recht damit. Doch gottlob geht es im Kino nur ganz am Rand, wenn überhaupt, um Statistik.

„21 x New York“ beginnt mit dem Bild eines in der Subway-Röhre auftauchenden „A“-Trains und erschafft sich mit diesem selbstbewussten Hinweis auf eines der größten Jazzstücke des 20. Jahrhunderts zugleich das Muster für das eigene Erzählen. In der Folge sind zu sehen: Verängstigte und Aufgekratzte, Erleuchtete und Verwirrte, notgeile Passanten und befriedigte Paare. Extrem schnelle Wechsel zwischen den einen und den anderen, weniger kontrastierend als kaleidoskopisch. Unterbrochen werden die rasanten Bildläufe immer wieder von meditativen Passagen, und über den Bildern, als würden Stimmen aus dem Speicher eines künstlichen neuronalen Netzes zugeschaltet, Erzählungen oder Räsonnements einiger Protagonisten aus diesem aufregenden Geperle. Man könnte glauben, Baudelaire sei wieder auferstanden, hätte Zeit, Ort und Medium gewechselt und noch einmal eine Reihe von lyrischen Tableaus begonnen. Herausgekommen wären dann keine „Tableaux Parisiens“, sondern „Tableaux New Yorkaises“ oder eben „21 x New York“.

Ralph Eue


Nominiert für MDR-Filmpreis

32 Souls

Dokumentarfilm
Myanmar
2016
26 Minuten
Untertitel: 
englische

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Lindsey Merrison (Yangon Film School)
Say Naw Kham
Nay Linn Htun
Say Na Kham
Sai Naw Kham
Soe Arkar Htun
32 Seelen hat ein Mensch, so sagt es ein Glaube in Myanmar, doch wir müssen sie immer wieder zu uns zurückrufen. Der Film ist zugleich das Porträt einer Frau, die gegen Ende ihres Lebens allein in einer ärmlichen Hütte mitten im Wald lebt, und eine Anrufung der Geister der Vergangenheit eines von Kriegen und Verlusten heimgesuchten Landes. Der observierende, poetische Bilderfluss wird mehrfach von einer geisterhaften, subjektiven Kamera durchbrochen – stellvertretend für die umherwandernden Seelen.

Lars Meyer
Internationales Programm 2015
8 Bullets Frank Ternier

Ein gedankenverlorener, in Taipeh lebender französischer Geschäftsmann mit einem Loch im Kopf wird von seiner Obsession in den Wahnsinn getrieben: der Geruch von gebratenem Fisch.

8 Bullets

Animationsfilm
Frankreich
2014
12 Minuten
Untertitel: 
englische

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Maud Martin
Frank Ternier
Zed
Frank Ternier, Shihhan Shaw, Laurent Moulin
Frédéric Duzan
Ein gedankenverlorener, in Taipeh lebender französischer Geschäftsmann mit einem Loch im Kopf wird von seiner Obsession in den Wahnsinn getrieben: der Geruch von gebratenem Fisch. In Wirklichkeit jagt er dem Duft der Rache nach, die grimmig mit 8 Kugeln geübt werden wird.
Durch verschiedene Blickwinkel und Rückblenden, die ineinander verschlungen sind wie die Tentakel eines Oktopus, wird um einen Kern reduzierter Linien, Hintergründe und Farben herum eine in sich zerrissene Erzählung konstruiert.

Victor Orozco
Internationales Programm 2017
8, Lenin Avenue Valérie Mitteaux, Anna Pitoun

Langzeitbeobachtung einer geglückten Integration: Aus dem illegalen Wohnwagenlager hat es die rumänische Romni Salcuta mit ihren beiden Kindern in die französische Gesellschaft geschafft.

8, Lenin Avenue

Dokumentarfilm
Frankreich
2017
101 Minuten
Untertitel: 
englische

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Igor Ochronowicz
Valérie Mitteaux, Anna Pitoun
Valérie Mitteaux, Anna Pitoun, Raquel Freire, Sébastien Balanger
Fabrice Rouaud
Hugo Leitão
Langzeitbeobachtungen haben ihre eigenen Regeln. Oft entwickeln sie sich aus vorherigen Filmen und dem anhaltenden Kontakt zu den Gefilmten. Anna Pitoun und Valérie Mitteaux haben das Schicksal ihrer Protagonistin Salcuta Filan über fast 15 Jahre mit der Kamera begleitet. Das erlaubt ihnen, einen großen Erzählbogen zu spannen und Entwicklungen aufzuzeigen. Die ersten Bilder, in denen die Bürger von Achères, einer Gemeinde nordöstlich von Paris, ein Roma-Lager vor der Räumung schützen wollen, wurden 2003 gedreht. Damals entstand „Caravan 55“, ein erster Film über Salcuta und ihre beiden Kinder Denisa und Gabi.

Die Regisseurinnen wollen zeigen, dass Integration sehr wohl möglich ist, und zwar auch für Roma, denen größere Vorurteile als anderen Zuwanderern entgegenschlagen. Rechten Populisten dienen sie als Sündenböcke, an denen sich politische Exempel statuieren lassen. Trotz der herzlichen Helferinnen und Helfer, die Salcutas Familie in echter Freundschaft verbunden sind, werden auch alltäglicher Rassismus und Antiziganismus deutlich, ebenso der Rechtsruck der letzten Jahre, der das gesellschaftliche Klima in Frankreich veränderte. Dennoch entwickelt sich Salcuta von einer schüchternen, alleinerziehenden Witwe zu einer selbstbewussten Matriarchin, die für ihre Rechte kämpft. In Frankreich findet sie eine Stimme, die sie als Romni in ihrer Heimat Rumänien nie hatte.

Sirkka Möller


Nominiert für Filmpreis "Leipziger Ring"
Internationales Programm 2015
9 Days – From My Window in Aleppo Thomas Vroege, Floor van der Meulen

Der Fotograf Issa Touma kann seine Wohnung in Aleppo nicht verlassen – vor der Tür wird hart gekämpft: die Assad-Armee gegen die Aufständischen und schließlich kommt noch der IS.

9 Days – From My Window in Aleppo

Dokumentarfilm
Niederlande,
Syrien
2015
13 Minuten
Untertitel: 
englische

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Jos de Putter
Thomas Vroege, Floor van der Meulen
Issa Touma
Thomas Vroege, Floor van der Meulen
Issa Touma
Tom Jansen
Der Fotograf Issa Touma kann seine Wohnung in Aleppo nicht verlassen – vor der Tür wird hart gekämpft: die Assad-Armee gegen die Aufständischen und schließlich kommt noch der IS. Issa richtet die Kamera auf sich selbst und durch die heruntergezogene Jalousie aus dem Fenster. So entsteht ein authentisches Bild, das Menschen aus Konfliktregionen vertraut scheinen mag: Nachrichtenbilder, die echten Geräusche der Straßengefechte von draußen und die „Normalität“ des Alltags – Perversion des Kriegs.

Zaza Rusadze
Internationales Programm 2017
95 and 6 to Go Kimi Takesue

Ein Drehbuchtitel wird gesucht und ein Opa gefunden. Ein liebe- und humorvoller Blick im Homevideo-Stil: auf den Großvater, die Familiengeschichte und die Landschaften der Vorfahren.

95 and 6 to Go

Dokumentarfilm
USA
2016
85 Minuten
Untertitel: 
keine

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Kimi Takesue, Richard Beenen
Kimi Takesue
Paul Brill
Kimi Takesue
Kimi Takesue
Jeff Seelye
Die Filmemacherin Kimi Takesue und ihr verwitweter Großvater Tom haben viel vor: Zunächst muss erst einmal Toms Haus entrümpelt werden. Vieles hat sich hier angesammelt seit dem Tod der Großmutter, die Toms Vorliebe für Film und Fernsehen nicht wirklich teilen konnte. Dann gibt es da noch Kimis unfertiges Drehbuch, das seit Jahren auf Vollendung wartet und dringend einen neuen Titel braucht. Der rüstige Pensionär entwickelt hierfür viele – teils schmalzige – Ideen, die leider nicht immer auf Gegenliebe treffen. Und nebenbei versucht die wissbegierige Enkelin noch, ihre Familiengeschichte mithilfe von Toms Erinnerungen aufzudröseln. Dabei ergeben sich Einblicke in die Lebensumstände der Vorfahren, die als japanische Einwanderer auf Hawaii versuchten, sich ein Leben aufzubauen. Auch die Liebesbeziehung der Großeltern ist von großem Interesse – vor allem, was die Frage angeht, wie die beiden eigentlich zueinanderfanden und ob es wirklich Liebe auf den ersten Blick war.

Im Stil eines Homevideos gedreht und durchsetzt mit Archivmaterial und Aufnahmen der hawaiianischen Landschaft, wirft Takesue einen liebe- und humorvollen Blick auf ihren Großvater und die eigenen Wurzeln. Dabei findet sie vielleicht keinen neuen Titel für ihr Drehbuch, aber sie kommt ihrem Opa auf bezaubernde Weise nah.

Kim Busch
Internationales Programm 2015
A Baptism of Fire Jérôme Clément-Wilz

Der Alltag junger Kriegsreporter, die auf eigene Kosten in Krisenregionen reisen und ihr Leben riskieren, um das entscheidende Bild zu schießen. Ein prekärer Job.

A Baptism of Fire

Dokumentarfilm
Frankreich
2015
58 Minuten
Untertitel: 
englische
französische

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Jérôme Caza – 2P2L
Jérôme Clément-Wilz
Jérôme Clément-Wilz
Ael Dallier Vega
Jérôme Clément-Wilz
Zahlreiche Journalist/innen und Fotograf/innen sind heute auf der ganzen Welt unterwegs, um so schnell wie möglich Neuigkeiten und Bilder aus den Konfliktregionen direkt zu uns nach Hause zu liefern. Oft hat das Kino von Kriegsreportern als Helden erzählt. Jérôme Clément-Wilz nimmt eine andere Perspektive ein: Auch der Nachrichtenjournalismus ist eine Industrie. Viele freiberufliche, zumeist junge Fotografinnen und Fotografen reisen auf eigene Kosten in die Kriegsgebiete – in der Hoffnung, zur richtigen Zeit am richtigen Ort das entscheidende Foto zu schießen und es für teures Geld an die führenden Medien oder Agenturen zu verkaufen. In einer intimen Beobachtung folgt der Film dem Alltag junger französischer Reporterinnen und Reporter und gibt ihnen Raum, über ihre Arbeit zu reflektieren. Während des Arabischen Frühlings erfüllt sich ihr Traum: Ihre Bilder schaffen es auf die Titelseiten der größten Blätter. Dennoch vermeidet Clément-Wilz jedes heldenhafte Pathos, sondern zeigt einerseits Abenteuerlust und jugendliche Unbekümmertheit seiner Protagonist/innen, andererseits aber auch das harte Geschäft, in dem es keine Absicherung gibt und am ehesten der überlebt, der sein Leben am bereitwilligsten aufs Spiel setzt. Der Beruf des Kriegsreporters – ein prekärer Job.

Zaza Rusadze
Internationales Programm 2014
A Goat For a Vote Jeroen van Velzen

Schulsprecherwahl im ländlichen Kenia. Wofür die Kandidaten stehen? Egal! Es geht um Prestige. Und um „little somethings“, die sie ans Wahlvolk verteilen. Ein Grundkurs in Demokratie.

A Goat For a Vote

Dokumentarfilm
Kenia,
Niederlande
2013
52 Minuten
Untertitel: 
englische

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Hasse van Nunen, Maarten van der Ven
Jeroen van Velzen
Alex Boon
Stef Tijdink
Daan Wijdeveld
Jeroen van Velzen
Robil Rahantoeknam
Richten wir den Blick auf das Einüben demokratischer Prozesse am Beispiel einer Schülerwahl im ländlichen Kenia: Was eigentlich ist die Aufgabe eines Schulsprechers? Egal! Geht es doch um das Amt. Um das Prestige. Um die Weichenstellung individueller Karrieren. Die Kandidaten: Magdalena, die es als einzige weibliche Bewerberin traditionell schwer hat. Harry, der bitterarm ist. Um seine Kampagne zu finanzieren, verkauft er Fische und Kokosnüsse auf dem Markt. Said, der Charmeur. Berufsziel: Armeegeneral. Stratege ist er schon jetzt: Fototermin mit dem Vize, der einen Schritt hinter ihm stehen muss, Plakate kleben, Geld bei Verwandten auftreiben. Und dazu dieses verführerische Lächeln! Allen ist klar, dass sie nur durch Wahlkampfgeschenke siegen können. Oder nennen wir es, wie Magdalenas Großmutter, beim Namen: durch Bestechung. Also verteilen sie Süßigkeiten und „little somethings“. Harry gelingt es sogar, seinen Verwandten eine Ziege abzuschwatzen. Fleisch für alle! Einzig bei Magdalena geht es um Inhalte – weshalb sie verlieren wird …
Was lehrt uns das? Die Schule als gesellschaftlicher Mikrokosmos übt ein, was Erfolg verspricht. Wenn der Weg dorthin über Korruption führt, ist das eine Alltagserfahrung in vielen Ländern. Wie heißt es zu Beginn des Films so schön: „Am besten verstehen wir unsere Gesellschaft, wenn wir auf unsere Kinder blicken.“ In diesem Sinne: A vote for a goat!
Matthias Heeder