Filmarchiv

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Internationales Programm
In Touch Paweł Ziemilski

Ein Drittel der Bewohner eines polnischen Dorfes ist nach Island ausgewandert. Kontakt halten sie über Skype. Projektionen eines vermeintlich besseren auf ein vermeintlich schlechteres Leben.

In Touch

Dokumentarfilm
Island,
Polen
2018
61 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Łukasz Długołęcki, Haukur M. Hrafnsson
Paweł Ziemilski
Arni Valur Kristinsson, Martina Bertoni
Filip Drożdż
Dorota Wardęszkiewicz
Paweł Ziemilski, Łukasz Długołęcki, Haukur M. Hrafnsson
Piotr Kubiak, Paweł Szygendowski
Auf dem Weg in ein besseres Leben muss man zwangsläufig vieles hinter sich lassen. Das polnische Dorf Stare Juchy ist so ein zurückgelassener Ort. Seit den 1980er Jahren ist ein Drittel der Bevölkerung nach Island ausgewandert und niemand von ihnen ist bisher zurückgekehrt. Die Verwandten, die in Polen geblieben sind – meist Eltern und Großeltern der Emigranten –, nehmen über Skype und Facebook am Alltag der Weggegangenen teil. Selten klappt es, dass sie einander besuchen. Im sich immer weiter leerenden Dorf steht die Zeit still und die Bewohner werden zu Beobachtern eines Geschehens fernab ihrer Umgebung. Ihre Kinder machen Karriere als Polizistinnen oder Bauleiter, ihre Enkel singen isländische Popsongs, und ihnen selbst bleibt nichts anderes übrig, als vom Wetter und der Pilzernte zu berichten. Hier und da mischt sich ein zaghaftes Vermissen, auch ein drohendes Sehnen in die Gespräche. Die Hoffnung auf ein Wiedersehen stirbt zuletzt.

Paweł Ziemilski benutzt Filmaufnahmen aus Island, die er im polnischen Dorf auf jede erdenkliche Fläche projiziert. So tauchen in einem Wohnzimmer Polarlichter auf, ein Großvater spielt mit dem Abbild seines Enkels Fußball und eine Turnhalle wird zur eisigen Küste. Dieser ästhetische Kniff betont die Melancholie und Absurdität der Situation, in welcher das vermeintlich bessere und das vermeintlich schlechtere Leben eng miteinander verknüpft sind.

Kim Busch

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Spätlese
That Which Does Not Kill Alexe Poukine

Eine unaufgeregte, performativ inszenierte Bestandsaufnahme zum Thema Vergewaltigung. Alexe Poukine birgt das Delikt aus der Dunkelzone und bringt neben Betroffenen auch Täter zur Sprache.

That Which Does Not Kill

Dokumentarfilm
Belgien,
Frankreich
2019
85 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Cyril Bibas (CVB), Cécile Lestrade, Elise Hug (Alter Ego)
Alexe Poukine
Elin Kirschfink
Agnès Bruckert
Ada Leiris
Bruno Schweisguth
Conchita Paz, Epona Guillaume, Aurore Fattier, Marijke Pinoy, Marie Préchac, Sophie Sénécaut, Anne Jacob, Tristan Lamour, Noémie Boes, Maxime Maes, Yves-Marina Gnahoua, Tiphaine Gentilleau, Séverine Degilhage, Laurence Rosier
Es ist bekannt, dass der größte Teil sexualisierter Gewalt nicht im öffentlichen Raum, sondern im scheinbar geschützten Bereich von Familie, Partner- und Bekanntschaft stattfindet. So auch bei einer jungen Frau, die bei einer privaten Verabredung von einem guten Freund vergewaltigt wurde. Ihr Bericht war Anlass und Grundlage dieses Films, der ihn in verteilten Rollen von verschiedenen Frauen und auch Männern erst darstellerisch, dann analytisch interpretieren lässt.

Dabei kommen neben der Tat selbst ihre Folgen und der Umgang mit den Gefühlen von Schuld, Scham, Lähmung und Verdrängung zur Sprache – aber bald auch eigene Opfer- und Täter-Erfahrungen der Vortragenden. In seiner Direktheit und Ausführlichkeit ist das Sprechen für alle Beteiligten manchmal quälend. Doch das Erzählen und das Zuhören sind die einzige Chance, die Phantome und Dämonen der Vergangenheit einzuholen und so die erlittenen Wunden zu heilen. Uns, der Öffentlichkeit, gibt Alexe Poukines differenzierter und vielschichtiger Umgang mit dem sonst meist sensationalistisch verhandelten Thema die Möglichkeit, den Blick auf den Tatbestand der Vergewaltigung unaufgeregt neu zu justieren.

Silvia Hallensleben

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Fragment 53

Dokumentarfilm
Italien,
Schweiz
2015
71 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tommaso Bertani, Federica Schiavo
Carlo Gabriele Tribbioli, Federico Lodoli
Carlo Gabriele Tribbioli, Federico Lodoli
Carlo Gabriele Tribbioli, Federico Lodoli
Carlo Gabriele Tribbioli, Federico Lodoli
Extrem dichte, akribisch recherchierte und journalistisch angelegte Studie über Liberias jüngere Geschichte. In Interviews sprechen sieben ehemalige Warlords unterschiedlicher Rangordnung über Grausamkeiten, die sie eigenmächtig oder auf Befehl während des ersten Liberianischen Bürgerkrieges Anfang der 1990er Jahre verübten. In einer fast bürokratisch zu nennenden Genauigkeit werden die Erinnerungen an die brutalen Gewaltorgien vorgetragen, nur unterbrochen von präzise komponierten Aufnahmen der wunderschönen Landschaft, in der – wie nach und nach deutlich wird – der nun nicht mehr sichtbare Horror stattgefunden hat.

Lina Dinkla

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Gulîstan, Land of Roses

Dokumentarfilm
Kanada,
Deutschland
2016
86 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Sarah Mannering, Fanny Drew, Yanick Létourneau (Périphéria), Mehmet Aktaş (Mîtosfilm), Nathalie Cloutier (NFB), Denis McCready (NFB)
Zaynê Akyol
Christophe Lamarche-Ledoux
Étienne Roussy
Mathieu Bouchard-Malo
Zaynê Akyol
Olivier Calvert
Zaynê Akyol begleitet Kämpferinnen der PKK in den kurdischen Gebieten im Irak und in Syrien und richtet einen differenzierten Blick auf den Guerillakrieg. Neben konzentrierten Vorbereitungen auf die Einsätze gegen den IS nehmen sich die Frauen Zeit für Körperpflege, lachen und feiern ausgelassen mit ihren männlichen Kameraden.

Stets im Zentrum des Bildes, geben die Protagonistinnen offen Einblick in ihre Ängste und Ideale. Sie haben eine Lebensentscheidung getroffen – aus Überzeugung. Doch sie bedeutet auch Trauer.

Lina Dinkla

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Haunted

Dokumentarfilm
Syrien
2014
117 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Liwaa Yazji
Liwaa yazji
Kinan Abou Afach
Talal Khoury, Joude Gorani, Liwaa Yazji
Carine Doumit
Liwaa Yazji
DB Studio
Stell dir vor, es ist Krieg. Wo geht man hin? Was nimmt man mit? Für die Menschen in Syrien ist dies kein bloßes Gedankenspiel. Keiner will die Heimat verlassen. Alle versuchen, bis zur letzten Minute auszuharren. Man fragt sich, was bleibt, wenn man alles verlässt. Vielleicht ist die Tasse Kaffee am Morgen die letzte? Im Hintergrund fallen Bomben. Bilder von zerstörten Städten und Gespräche mit Menschen, die noch darin leben, zeigen, dass Krieg nichts Abstraktes ist. Er passiert jetzt.

Kim Busch

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Doc Alliance Selection
Homeland (Iraq Year Zero) Abbas Fahdel

Langzeitchronik des Lebens einer Familie in Bagdad vor und nach dem Irakkrieg. Der Versuch, Normalität im Krieg zu leben. Intime und intensive Saga mit Wucht.

Homeland (Iraq Year Zero)

Dokumentarfilm
Irak
2015
334 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
Abbas Fahdel
2002, ein Jahr vor der US-Invasion, beginnt Abbas Fahdel, seine Familie in Bagdad zu filmen. Für seinen 12-jährigen Neffen Haidar ist die Sache klar: Wenn Krieg ist, braucht man nicht zur Schule. Alle scheinen zu warten, niemand weiß, was kommt. 2003, ein paar Wochen nach der offiziellen Beendigung der Gefechte, kehrt Fahdel zurück – die Freude über den Einmarsch der US-Amerikaner ist einer großen Ernüchterung und dem Chaos gewichen.

Eine intensive Chronik des ganz normalen Lebens im Krieg, ohne diesen selbst zu zeigen.

Lina Dinkla

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Doc Alliance Selection
Striplife Andrea Zambelli, Valeria Testagrossa, Nicola Grignani, Alberto Mussolini, Luca Scaffidi

Gartenarbeit, Jungs beim Sport und eine Demonstration. Normales Leben – wären da nicht die Schüsse, Explosionen und Granatsplitter am Strand. Leben in Gaza.

Striplife

Dokumentarfilm
Italien
2013
64 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Raffaele Aspide
Andrea Zambelli, Valeria Testagrossa, Nicola Grignani, Alberto Mussolini, Luca Scaffidi
Walter Buonanno
Andrea Zambelli, Valeria Testagrossa, Nicola Grignani, Alberto Mussolini, Luca Scaffidi
Luca Gasparini
Ein junger Mann weckt seinen Bruder. Jemand arbeitet in seinem Garten. Ein paar Jungs machen gemeinsam Sport. Ein Fotograf macht Aufnahmen von einer Demonstration. Und wäre der junge Mann nicht für seinen Bruder verantwortlich, weil die Eltern verstorben sind, würden während der Gartenarbeit keine Schüsse ertönen, sähe man hinter den Sportlern keine Explosionen und säße der Fotograf nicht im Rollstuhl, weil ihm beide Beine amputiert wurden, könnte man es beinahe mit dem verwechseln, was wir Normalität nennen. Alles spielt sich ab im Gazastreifen, der wirkt wie eine Zwischenwelt. Eine Welt, in der es Supermärkte gibt, die bis oben hin vollgestopft sind, aber eben auch zuhauf Geschosssplitter am Strand. Der Film zeigt die Menschen von Gaza, die Anpassung an unmögliche Zustände, die Widersprüchlichkeit dieser Region und die Ruhe mitten im Sturm.

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The Great Night

Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2013
72 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Tomáš Hrubý, Pavla Kubečková, Tereza Polachová, Hana Kastelicová
Petr Hátle
Prokop Souček
Šimon Hájek
Petr Hátle
Martin Klusák
Ohne Licht gibt es keine Farben. So scheinen sie auch ein wenig, diese Menschen der Nacht, als wäre ihnen die Farbe entzogen worden. Wer weiß, ob sie nun so geworden sind, weil sich ihr Leben nachts abspielt, oder ob sie sich aufgrund der schwindenden Farben in die Nacht begeben haben. Zumindest suchen sie in einer Welt, die von einer gewissen Zeit- und Haltlosigkeit bestimmt ist, nach Ersatz für all das, was sie hinter sich gelassen haben oder was einfach hinter ihnen liegenblieb. Drogen, Sex, Alkohol, Glücksspiel fungieren dabei als Helfer oder Anlass, um die Zeit wegzuleben, die Nacht rumzubringen und vielleicht nicht ganz in die bedrückende Schwärze eintauchen zu müssen, die sie in sich tragen und welche sie umgibt. „Menschen sind das Gleiche wie eine Bank oder Metall. Menschen sind nur Gegenstände. Wir verschwinden wie Nebel und lassen nichts zurück“, sagt der Protagonist Zdeněk. Vielleicht ist es dann auch egal, wann die große Nacht beginnt und wie sie endet.

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Doc Alliance Selection
The Quest of the Schooner Creoula André Valentim Almeida

Eine Gruppe von Forschern auf der bisher größten wissenschaftlichen Expedition Portugals zu den Ilhas Selvagens im Atlantik. Entdeckungsreise, auch in die eigene Vergangenheit.

The Quest of the Schooner Creoula

Dokumentarfilm
Portugal
2013
87 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Joana Miranda
André Valentim Almeida
André Valentim Almeida
André Valentim Almeida
André Valentim Almeida
André Valentim Almeida, Paulo Cunha Martins
André Valentim Almeida hat sich 2010 auf Entdeckungsreise gemacht. Entdeckungsreisen in einer Zeit, in der alles erkundet scheint und neues Land womöglich nur noch im Weltall zu finden ist, führen vielleicht unweigerlich dazu, bei allem, was einem begegnet, genauer hin- und besonders zurückzuschauen. Auf dem Schoner „Creoula“ begleitet er eine Gruppe von Forschern, die sich zur bisher größten wissenschaftlichen Expedition Portugals zu den Ilhas Selvagens im Atlantik aufgemacht haben. Während der Reise eröffnen sich dem Filmemacher Verbindungen zu seinem Kapitänsonkel, der in Neufundland gefischt hat, zur maritimen Geschichte Portugals und auch immer wieder zu sich selbst. Er schaut in die Vergangenheit, die Gegenwart, die Zukunft und entdeckt mehr, als er von seiner Expedition erwartet hat. Und dann ist da auch irgendwie noch Fußballweltmeisterschaft und alle werden kurz euphorisch.

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Captivity

Dokumentarfilm
Portugal
2012
64 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Joana Gusmão
André Gil Mata
Maria Hermínia Gil Mata
André Gil Mata
Tomás Baltazar
André Gil Mata
Pedro Augusto
Gefangenschaft ist ein Zustand des Eingesperrtseins, sowohl in der Zeit als auch im Raum. Die Person in Gefangenschaft ist nicht immer oder zwangsläufig ein Gefangener, wird aber zum inhärenten Teil dieses Raums. Auf der anderen Seite ist der Raum der Gefangenschaft nicht unveränderlich, sondern wird von demjenigen geprägt, den er enthält, also durch die Erfahrung geformt.
Alzira wurde in dem Haus geboren und erzogen, in dem sie die gesamten 91 Jahre ihres Lebens verbracht hat: in São João da Madeira im Norden Portugals. Ihre Lebenserfahrungen sind von den Mauern und privaten Gegenständen dieses Hauses nicht zu trennen. Der Film versucht, die Beziehung gegenseitigen Formens zwischen der Frau und diesem Raum einzufangen – ein Formen, das durch die hier gelebte Zeit vollzogen wurde. Die Zeit ist es, durch die dieses Haus, dieser Raum seine Geometrie überwindet und zum Schutzraum ihrer Erinnerungen und Gedankengänge wird. So ist „Captivity“ ein Film über die Zeit, die der Erinnerung gehört, unauslöschlich in einen Raum eingeschrieben.

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Fortress

Dokumentarfilm
Tschechische Republik
2012
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Pavla Kubečková, Tomas Hruby, nutprodukce
Lukáš Kokeš, Klára Tasovská
Lukáš Kokeš
Alexandra Gojdičová
Lukáš Kokeš, Klára Tasovská
Die Pridnestrowische Moldauische Republik, auch bekannt als Transnistrien. Man stelle sich einen Raum vor, in dem die Zeit eingefroren wurde. Das Land, dessen Unabhängigkeit nur von einer Handvoll anderer Staaten anerkannt wird, ist eine isolierte Vielvölker-Enklave, zusammengehalten von einem autoritären Regime. Es ist ein Land, wo man nur vom Zugfenster aus filmen darf, wo die Einwohner Angst vor Denunziationen haben, aber froh sind, in dieser gemütlichen Zuflucht vor der hektischen modernen Welt zu leben, und wo die Lieder im Fernsehen den Präsidenten preisen. Die Zeit wurde angehalten, und das Leben ist in einer Form steckengeblieben, die an die Ära der Sowjetunion erinnert. Irgendwie hatten sich die Menschen an die Herrschaft der Geheimpolizei und die Furcht vor Bespitzelung gewöhnt. Die sowjetisch anmutende Propaganda des autoritären, machtbetonten Regimes von Präsident Igor Smirnov macht aus den meisten Bürgern der PMR einfache Arbeiter ohne jedes Bedürfnis zu verstehen, wie unerträglich ihre Situation ist. Smirnov herrscht schon seit zwanzig Jahren über dieses nicht-existierende Land.
Der Film konzentriert sich auf ein paar Personen, die in dieser geopolitischen Lücke feststecken, zwischen der Europäischen Union und Russland, Gegenwart und Vergangenheit, Verbrechen und Anstand, Dekadenz und der Hoffnung auf Veränderung. Er bleibt innerhalb des Zeitrahmens der Präsidentenwahl und zeigt sich als Reise in ein Museum des kommunistischen Totalitarismus, wo er die Organisation dieses „Nicht-Staates“ und die Regeln des Alltags dort analysiert.

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Doc Alliance Selection
The Shebabs of Yarmouk Axel Salvatori-Sinz

Junge Palästinenser in Syrien, Flüchtlinge in dritter Generation. Nächte auf einem Dach, Diskussionen zwischen Loyalität und Fernweh, eine Clique beim Aufbruch ins Erwachsensein.

The Shebabs of Yarmouk

Dokumentarfilm
Frankreich
2012
78 Minuten
Untertitel: 
englische
französische
Credits DOK Leipzig Logo
Magali Chirouze, Adalios
Axel Salvatori-Sinz
Reem Kelani
Axel Salvatori-Sinz
Aurélie Jourdan
Axel Salvatori-Sinz
Axel Salvatori-Sinz
Ala’a Hassan, Samer, Tasneem und Waed sind palästinensische Flüchtlinge in der dritten Generation. Sie gehören zu „Les Chebabs“, einer Gruppe, die sie als Teenager gegründet haben. In diesem schwungvollen, durch und durch humanistischen Film folgen wir den vier Jugendlichen, die in dem 50 Jahre alten Lager von Yarmouk in Syrien leben, wo die Mauern undicht sind und die Wohnquartiere wie schlampig aufeinandergestapelt wirken.
Mit aufmerksamer Kamera filmt Axel Salvatori-Sinz die Jugendlichen, die von Zweifeln an ihren Lebensentscheidungen geplagt werden, gefangen zwischen der Loyalität zu ihren Freunden und dem Wunsch zu fliehen und dabei manchmal auch die anderen zurückzulassen. An der Schwelle zum Erwachsenwerden haben sie alle einen echten Hunger nach Leben und nach dem Absoluten, auch wenn jeder von ihnen vor komplexen Situationen steht.
Die Wahl zwischen dem Bedürfnis nach Freiheit und den Zusammenhalt der Gruppe, zwischen der Sehnsucht nach Aufstand und der Aussicht auf ein wohlgeordnetes Leben ist schwierig – zumal, wenn man ein palästinensischer Flüchtling im Lager von Yarmouk in Syrien ist.

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Doc Alliance Selection
The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi, and 27 Years without Images Eric Baudelaire

Eine Anführerin der linksextremen Japanischen Roten Armee, seit 30 Jahren versteckt in Beirut, ihre Tochter und eine Heimreise auf Umwegen, vielfach verschachtelt im Gestern und Heute

The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi, and 27 Years without Images

Dokumentarfilm
Frankreich
2011
66 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Diego Eiguchi
Wer sind May und Fusako Shigenobu? Fusako, Anführerin einer kleinen linksextremistischen Gruppe, der Japanischen Roten Armee, lebt seit fast 30 Jahren versteckt in Beirut. Ihre Tochter May hat Japan erst mit 27 entdeckt. Und Masao Adachi? Ein Drehbuchautor und Radikaler, Aktivist und Filmemacher, der sich dem bewaffneten Kampf verschrieben hat. Unter anderem ist er der Initiator einer „Theorie der Landschaft“ – fukeiron: Indem er Landschaften filmt, will Adachi Unterdrückungsmuster freilegen. Anabase? Seit Xenophon ist das der Name für schwierige Heimreisen voller Umwege. Diese komplexe, dunkle und spannungsreiche Geschichte erzählt Eric Baudelaire mittels des Dokumentarfilmgenres. Auf Super 8 als „fukeiron“ gefilmt, vermischen sich zeitgenössische Ansichten von Tokio und Beirut mit Archivmaterial, Fernsehausschnitten und Szenen aus Filmen, die den Hintergrund für Mays und Adachis Stimmen und Erinnerungen bilden. Sie sprechen vom Alltag, davon, wie es ist, als kleines Mädchen versteckt zu leben, von Exil, Politik und Kino und ihrer faszinierenden Beziehung zueinander.
– Jean-Pierre Rehm (FID Marseille 2011)

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Doc Alliance Selection
The Will Christian Sønderby Jepsen

Drei Brüder, die von ihrem Großvater ein Vermögen erben, und ein Familienkrieg, der sich gewaschen hat. Eine Geschichte, die selbst in Hollywood niemand glauben würde …

The Will

Dokumentarfilm
Dänemark
2011
87 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Julie E.B. Pedersen, Sarita Christensen, Copenhagen Bombay
Christian Sønderby Jepsen
Jonas Colstrup
Christian Sønderby Jepsen
Rasmus Stensgaard Madsen
Peter Schultz
Henrik steckt ganz schön in der Klemme. Seine Freundin ist weg, sein Drogen- und Alkoholkonsum läuft aus dem Ruder und er hat haufenweise Schulden. Am dunkelsten Punkt, als seine Probleme endgültig unlösbar scheinen, öffnet sich die Tür zu einem neuen Leben. Henriks reicher Großvater stirbt und hinterlässt ein riesiges Vermögen. Aber bei der Aussicht auf Geld bricht ein Familienkrieg aus, der Jahre des Scheiterns und Verrats bloßlegt. Manchmal übertrifft die Realität jede Lügengeschichte. Und Christian Sønderby Jepsens tragikomischer und warmherziger Film über drei Brüder, die von ihrem Großvater ein Vermögen erben, ist schräger als jeder Roman. Selbst in Hollywood würde niemand die Geschichte glauben … Ein Film, der beweist, dass Blut dicker als Wasser ist und echtes Glück nicht käuflich.

Lina Dinkla



Ausgezeichnet mit dem Doc Alliance Award 2012

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Doc Alliance Selection
Work Hard - Play Hard Carmen Losmann

Brave new working world: human capital striving for task-oriented performances in non-territorial work spaces or being x-rayed at assessment centres. A report from a reality as cold as ice.

Work Hard - Play Hard

Dokumentarfilm
Deutschland
2011
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Erik Winker, HUPE Film- und Fernsehproduktion
Carmen Losmann
Henk Drees
Dirk Lütter
Henk Drees
Carmen Losmann
Arbeit: Menschen, die nur mehr Human Capital sind, hinter glänzenden Paneelen, an denen keine eigene Kaffeetasse – dafür bitte zum Coffee Point – mehr steht (der non-territoriale Arbeitsplatz). Futuristische Gebäude, in denen nichts an Arbeit erinnern soll und die Human Resources in Meeting Points taskorientiert performen, nachdem sie vom Führungspersonal – ausgerichtet an ihrem Skill Set und dem Teamkodex – über die täglichen Aktivitätskennzahlen informiert worden sind. „Da bin ich ganz bei dir“, sagt der im Waldcamp auf Selbstverpflichtung und Disziplin getrimmte Manager zum Mitarbeiter, dessen Stammdaten und Talenteinschätzung – ermittelt von einem bis in den Zentralkortex alles durchleuchtenden Assessment-Center – mittels Diagrammen im Netzwerk der Firma gespeichert sind.
Was klingt wie eine düstere Science-Fiction-Vision, ist gesellschaftliche Realität. In präzise gewählten Kameraeinstellungen, in Settings, die so kühl und arrangiert wirken wie die Welt, die sie beschreiben, mit einer Tonspur, die das ununterbrochen tönende Managersprech sparsam durch Industrial Electronic Sounds unterbricht oder ihm auch mal die Luft abdreht, gelingt Carmen Losmann die adäquate Umsetzung eines eher abstrakten Themas. Aus diesem Film kommt man zu Eis erstarrt heraus. Aber für Freude als Motiv hätte es in der Management-Bewertungsskala auch nur eine miese Drei gegeben.
– Grit Lemke (DOK Leipzig Festivalkatalog 2011)

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