Filmarchiv

Countries (Film Archive)

1717 Kilometers of Summer 2009

Dokumentarfilm
Bosnien-Herzegowina,
Kroatien,
Serbien,
Slowenien,
Kosovo,
Montenegro
2010
27 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

Credits DOK Leipzig Logo

Jurij Meden, KINO!
Jurij Meden
Vlado Škafar, Jurij Meden
Jurij Meden
Jurij Meden
Ein persönlicher sommerlicher Reisebericht durch unpersönliche Erinnerungen, kollektive persönliche Ideale und persönliche kollektive Kollektive. Ein altes Es-war-einmal-Land, wiedergeboren und annulliert in einem Wimpernschlag. Eine jugendliche, romantische Fahrt durch öde Orte, vergessene Straßen und rekonstruierte Träume. Ein Gedicht.
Kumjana Novakova

A Cat Is Always Female

Animationsfilm
Kroatien
2019
16 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Igor Grubić
Martina Meštrović, Tanja Vujasinović
Alen Sinkauz, Nenad Sinkauz
Jasenko Rasol
Iva Kraljević
Martina Meštrović
Martina Meštrović, Tanja Vujasinović
Hrvoje Pelicarić
Marija Ujević Galetović ist eine Frau voller Widersprüche. „Eine Frau ist wesentlich Natur“, sagt sie. Aber auch, dass sie nicht nach ihrem Geschlecht beurteilt werden will. An der Akademie in Zagreb war sie die einzige Professorin für Bildhauerei. Ein kongeniales Kurzporträt von zwei jungen Filmemacherinnen, die mit selbstreflexivem Witz und pfiffigen Animationen der Werke der Künstlerin Verbindungs- und Trennlinien zwischen den Generationen skizzieren.

Silvia Hallensleben

A Two Way Mirror

Dokumentarfilm
Kroatien
2016
42 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Nenad Puhovski, Tamara Babun
Katarina Zrinka Matijević
Šumovi protiv valova
Vjeran Hrpka
Ana Štulina
Katarina Zrinka Matijević
Vesna Biljan Pušić, Ivan Zelić

Beeindruckende Naturaufnahmen der Region Lika im kroatischen Landesinneren während der vier Jahreszeiten, zum Teil mit einer Makrokamera fotografiert, kontrastieren die aus dem Off erzählte autobiografische Geschichte der Regisseurin – vier verlorene Schwangerschaften, Trennung, Epilepsie. Poetische Bilder von Grashalmen und Tieren, von Gewässern und Tunneln allegorisieren den mentalen Überlebenskampf und fokussieren das Schöne, allen schmerzlichen Erfahrungen zum Trotz. Der Film, in den sich nicht nur die individuelle traumatische Vergangenheit der Regisseurin, sondern auch die kollektive Geschichte des Landes eingeschrieben hat, funktioniert als meditative Selbstreflexion von universellem Wert. Borjana Gaković


Länderfokus Kroatien 2019
After Party Viktor Zahtila

Eine universelle Trennungsgeschichte zweier Liebender, die nicht zusammen leben können. Ein Exkurs über die Homophobie in der kroatischen Alltagsgesellschaft inklusive.

After Party

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
22 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Marin Leo Janković, Laura Vuksan
Viktor Zahtila
Karla Jurić
Elena Radošević, Viktor Zahtila
Viktor Zahtila

Eine universelle Trennungsgeschichte zweier Liebender, die nicht zusammen leben können. Klug sind diese Auseinandersetzungen über Lebens- und Liebeskonzepte, Hedonismus und Prinzipien geführt – erzählt in fünf Kapiteln, mit einer vollen Ladung Erotik, obsessiven Jump Cuts und wunderschön fotografiert – ein Exkurs über die Homophobie in der kroatischen Alltagsgesellschaft inklusive. Borjana Gaković


Airport

Animationsfilm
Kroatien,
Schweiz
2017
10 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

Credits DOK Leipzig Logo

Ruedi Schick, Ankica Jurić Tilić
Michaela Müller
Hrvoje Štefotić
Michaela Müller
Michaela Müller
Michaela Müller
Michaela Müller, Aleksandar Battista Ilić
Fa Ventilato
Buchstaben einer Abflugtafel verwandeln sich in graue Gestalten mit Rollkoffern, die durch die Hochsicherheitsflughäfen dieser Welt hetzen. Eine rote Wand beendet abrupt die Reise eines Rastlosen. Dessen ausgebreitete Arme zerfließen wie die Flügel von Ikarus. Das Reale wird durchbrochen und metaphorisch offenbaren sich verhängnisvolle Widersprüche unserer globalisierten Welt. Sechs Jahre lang hat Michaela Müller ihre anfänglichen Tonskizzen-Standbilder aufwendig künstlerisch verdichtet.

Nadja Rademacher
Länderfokus Ex-Jugoslawien 2014
Autofocus Boris Poljak

In der Beobachtung von Touristen aus aller Welt, die seine Heimat an der dalmatischen Küste besuchen, gelingt dem als Kameramann von Spiel- und Dokumentarfilmen bekannten Poljak eine erstaunliche Studie.

Autofocus

Dokumentarfilm
Kroatien
2013
28 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Damir Čučić, Milva Čučić, Milva film i video
Boris Poljak
Boris Poljak
Damir Čučić
Boris Poljak
Martin Semenčić
In der Beobachtung von Touristen aus aller Welt, die seine Heimat an der dalmatischen Küste besuchen, gelingt dem als Kameramann von Spiel- und Dokumentarfilmen bekannten Poljak eine erstaunliche Studie: Mit scharfem Blick erforscht er so kuriose wie ernste Spielarten menschlichen Verhaltens.
Rada Šešić

Chris the Swiss

Dokumentarfilm
Kroatien,
Finnland,
Deutschland,
Schweiz
2018
90 Minuten
Untertitel: 
englische
deutsche

Credits DOK Leipzig Logo

Samir (Dschoint Ventschr), Siniša Juričić (Nukleus Film), Heino Deckert (Ma.ja.de.), Iikka Vehkalahti (IV Films Ltd / p.s.72 productions)
Anja Kofmel
Marcel Vaid
Simon Guy Fässler
Stefan Kälin
Simon Eltz
Anja Kofmel
Daniel Hobi, Marco Teufen, Hrvoje Petek
Christian Würtenberg starb 1992 in Kroatien. Obwohl der junge Schweizer als Journalist gekommen war, trug er die Uniform einer internationalen Miliz, die auf kroatischer Seite im Bürgerkrieg kämpfte. Lange blieb rätselhaft, warum er selbst zur Waffe griff. Seine Cousine, die Filmemacherin Anja Kofmel, hat sich dieser Frage gestellt.

Sie befragt Weggefährten und ergänzt die dokumentarischen Aufnahmen mit düsteren, aufs Wesentliche reduzierten Animationssequenzen, die das narrative Gerüst des Films bilden. Tief eintauchend in die politischen Wirrungen zeichnet der Film nach, wie Chris Teil der nationalistischen, von Opus Dei unterstützten Söldner wurde. Ein politisch bis heute brisanter, visuell beeindruckender Krimi, der zeigt, wie schnell die persönliche Haltung im Krieg versehrt werden kann.

Luc-Carolin Ziemann


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts und den MDR-Filmpreis; Schweizer Filmpreis 2019: Bester Dokumentarfilm, Beste Musik, Beste Montage

Internationales Programm 2018
Days of Madness Damian Nenadić

Maja und Mladen leben und leiden in jahrelanger Abhängigkeit von Psychopharmaka. Videotagebuchartig schildert „Days of Madness“ den Versuch, die Kontrolle über das Leben zurückzugewinnen.

Days of Madness

Dokumentarfilm
Kroatien,
Slowenien
2018
74 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Oliver Sertić
Damian Nenadić
Miro Manojlović, Filip Sertić
Maja Šćukanec, Mladen Bađun, Damian Nenadić, Srđan Kovačević
Sandra Bastašić
Martin Semenčić
Kventiax, Seroquel, Rivotril, Prazine, Normabel … Wenn Mladen und Maja mit einer Mischung aus Abgeklärtheit und Wut all die psychoaktiven Substanzen aufzählen, die ihr Leben bestimmen und die ihre Körper mit ihren toxischen Nebenwirkungen kaputt machen, glaubt man sich in einem Gespräch über schrecklich penetrante Familienmitglieder. Zu ihrer langen und von zahllosen Klinikaufenthalten bestimmten Krankheitsgeschichte kommt hinzu, dass die echten Familienmitglieder, egal ob längst auf dem örtlichen Friedhof begraben oder als Elternpaar verächtlich aus dem Nebenzimmer herausschimpfend, ebenfalls nicht von ihnen ablassen. In enger Zusammenarbeit mit Mladen und Maja, die sich in Form videotagebuchartiger Nahaufzeichnungen selbst porträtieren, zeigt Damian Nenadić zwei Menschen, die von der Gesellschaft mit ihrem Leid allein gelassen wurden – oder deren Leid überhaupt erst durch diese hervorgebracht wurde. Majas Borderline-Störung diagnostizierten die Ärzte als Folge ihrer Transgender-Identität. Mladen, der mit Depressionen aus dem Jugoslawienkrieg heimkehrte, wurde von den Eltern erst einmal zum Priester geschickt. „Days of Madness“ schildert den schrittweisen Versuch, die Kontrolle über das von Psychiatrie, Familie und Kirche entwendete Leben ein Stück weit zurückzugewinnen. „Warum ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung eine Störung und Nationalismus nicht?“

Esther Buss


Nominiert für den MDR-Filmpreis

Dum Spiro Spero

Dokumentarfilm
Kroatien
2016
50 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Nenad Puhovski
Pero Kvesić
Srđan Sacher
Pero Kvesić
Ana Šerić
Pero Kvesić
Danijel Pejić
Machen wir uns nichts vor – sterben gehört zu den eher unangenehmen Dingen, die wir im Leben zu bewältigen haben. Des Weiteren kaputte Warnblinklichter, lampenlose Glühbirnen, renitente Ehepartner und die Schwägerin, die nie ihr Handy findet, wenn sie (endlich) das Haus verlassen will. Trost bieten das wunderbare Verhältnis zur Schwiegermutter, das auf gegenseitiger Nichtbeachtung gründet, ein wohlgeordneter Haushalt, in dem Bücher die Herrschaft über alle Räume übernommen haben, und ein alter Hund, mit dem man in den Wettlauf tritt, wer als erster abdankt …

Dum spiro spero, nach Cicero: Solange ich atme, hoffe ich. Nun ist es mit dem Atmen so eine Sache, wenn man wie Pero Kvesić nur noch über zwanzig Prozent Lungenvolumen verfügt. Tendenz: fallend. Der Grundsound dieses Films ist (neben Kvesićs Maultrommel) das Schnaufen, mit dem er sich, die Kamera im Anschlag, durch sein kleiner werdendes Universum bewegt. Kvesić, der unzählige Romane, aber auch Drehbücher für Dokumentar- und Animationsfilme verfasst hat, dokumentiert mit sicherem Gespür für Rhythmus und Details das Vergehen. Ohne Larmoyanz, voller Lakonie und tiefschwarzem, abgründigem Humor, mit dem man auf dem Balkan dem Tod und anderen schlimmen Krankheiten begegnet. Es geht um Würde, Selbstbestimmung und die nächste Zigarette. Eventuell wird die Sache mit dem Atmen überschätzt. Vielleicht hoffen wir auch, solange wir lachen?

Grit Lemke


Nominiert für MDR-Filmpreis

Father

Animadok
Bulgarien,
Kroatien,
Deutschland
2012
16 Minuten
Untertitel: 
keine

Credits DOK Leipzig Logo

Maria Stanisheva, Compote Collective
Ivan Bogdanov, Moritz Mayerhofer, Veljko Popović, Asparuh Petrov, Rositsa Raleva, Dmitry Yagodin
Petar Dundakov
Ivan Bogdanov
Vessela Dantcheva, Kristijan Dulic, Moritz Mayerhofer, Asparuh Petrov, Dmitry Yagodin
Ivan Bogdanov, Phil Mulloy
Emil Iliev
Wann hast du zum letzten Mal mit deinem Vater gesprochen? Wann fragst du ihn nach dem, was dich verletzt hat? Dieser Film führt einen unmöglichen Dialog zwischen dem, der gegangen ist, und denen, die zurückgeblieben sind.



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb Animationsfilm 2012

Gangster of Love

Dokumentarfilm
Kroatien
2013
80 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Vanja Jambrović
Nebojša Slijepčević
Augustin Kujundžić Ago
Nebojša Slijepčević
Nebojša Slijepčević, Iva Kraljević
Nebojša Slijepčević, Vanja Jambrović
Vladimir Božić, Milan Čekić
Diese charmante, meisterhaft erzählte Saga von einem altmodischen Heiratsvermittler in der Provinz war in den regionalen Kinos enorm erfolgreich. Was umso mehr verwundert, wenn man weiß, dass selbst einheimische Spielfilme mit berühmten Schauspielern Probleme haben, ihr Publikum zu finden. Der in der Gegend als „Gangster“ bekannte Kroate Nedjeljko Babić ist der charismatische Protagonist. Er hilft seinen Landsleuten, Partner zu finden. Mitunter nehmen sogar deutsche und andere ausländische Kunden seine Hilfe in Anspruch. Die Hauptfigur des Films aber ist eine bulgarische alleinerziehende Mutter, die dem Heiratsvermittler mit ihrer intensiven Suche eine gewaltige Nuss zu knacken gibt. Das zwischen Spaß und Ernst gut ausbalancierte Drama erlaubt einen tiefen Einblick in die typische Machokultur eines pittoresken Balkanstädtchens.
Rada Šešić
Länderfokus Kroatien 2019
Ghost in the Machine Leon Rizmaul

Der die Materialität und die Technizität der Bilder verhandelnde experimentelle Dokumentarfilm nimmt die Mediengeschichte in den Blick und geht der Frage nach, was aus in (Fernseh-)Archiven schlummernden Erzählungen wird.

Ghost in the Machine

Dokumentarfilm
Kroatien
2018
27 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Sunčana Hrvatin Kunić
Leon Rizmaul
Marko Lucijan Hrašćanec
Ivan Brezovec
Hrvoje Mršić
Tajana Prpić

Der die Materialität und die Technizität der Bilder verhandelnde experimentelle Dokumentarfilm, produziert vom kroatischen öffentlichen Fernsehen, nimmt die Mediengeschichte in den Blick und geht der Frage nach, was aus in (Fernseh-)Archiven schlummernden Erzählungen wird, wenn die Geräte zu ihrer Wiedergabe nicht mehr existieren. Unter Mitwirkung von Irena Vrkljan, dffb-Absolventin der ersten Stunde, reflektiert die poetische Dokumentation den (Fernseh-)Alltag in einer oft verdrängten Epoche – dem jugoslawischen Realsozialismus. Und zwar auf inzwischen im postjugoslawischen Raum ungewöhnlich liebevolle Weise. Borjana Gaković


Here There

Animationsfilm
Kroatien,
USA
2015
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

Credits DOK Leipzig Logo

Vanja Andrijević
Alexander Stewart
Alexander Stewart
Alexander Stewart, Darko Masnec
Alexander Stewart
Alexander Stewart, Gideon Kiers
Tagaus, tagein flirrt die Sonne über Hafen und Cafés – der ewige kroatische Sommer als gezeichnetes Tagebuch. Durch den repetitiven Einsatz von Originaltönen und die zunehmende Reduktion der animierten Zeichnungen entsteht Dynamik: Skizzen werden zu grafischen Abstraktionen, Gegenstände zu Farbflächen, freie zu geometrischen Formen. Und im Kopf des Zuschauers entsteht ein Sommer, der mehr ist als die Summe seiner Teile.

Nadja Rademacher
Retrospektive 2013
I Have Nothing Nice to Say to You Goran Dević

Ein Kriegsverbrechen, diverse Mitwissende, allseits bekannte Täter, und dennoch: Es wird geschwiegen...

I Have Nothing Nice to Say to You

Dokumentarfilm
Kroatien
2006
30 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Nenad Puhovski
Goran Dević
Jure Černec
Vanja Siruček
Goran Dević
Ein Kriegsverbrechen, diverse Mitwissende, allseits bekannte Täter, und dennoch: Es wird geschwiegen oder in Ellipsen gesprochen. Wie Suchscheinwerferkegel durchbrechen Erinnerungen und Beobachtungen das Dunkel um die Ereignisse.

Olaf Möller
Nach der Angst 2017
Ich kann es mir sehr gut vorstellen Daniel Šuljić

In einer berührenden, einfach gehalten Kaffee-Animation stellt sich ein Vater die Verzweiflung vor, die er beim Verlust seiner Tochter empfinden würde.

Ich kann es mir sehr gut vorstellen

Animationsfilm
Österreich,
Kroatien
2003
4 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
Daniel Šuljić
In einer berührenden, einfach gehalten Kaffee-Animation stellt sich ein Vater die Verzweiflung vor, die er beim Verlust seiner Tochter empfinden würde.

Franziska Bruckner
Internationales Programm 2018
IKEA for YU Marija Ratković Vidaković, Dinka Radonić

Die Identitätsgeschichte Jugoslawiens und Ex-Jugoslawiens ist konflikt- und widerspruchsreich. Marija bereist diese Geschichte, indem sie in ihre eigene Familie hineinforscht.

IKEA for YU

Dokumentarfilm
Kroatien,
Schweden
2018
52 Minuten
Untertitel: 
englische

Credits DOK Leipzig Logo

Vera Robić Škarica, Marija Ratković Vidaković
Marija Ratković Vidaković, Dinka Radonić
Siniša Krneta
Dinka Radonić
Damir Čučić
Marija Ratković Vidaković, Dinka Radonić
Johan Bodin, Siniša Krneta
Ein Familien-Selfie vor den „Drei Fäusten“, einem Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg getöteten Bürger von Niš, der drittgrößten Stadt im heutigen Serbien. Drei Betonfäuste aus der Zeit des Titoismus ragen in den Himmel: die Faust eines Vaters, die einer Mutter, die eines Kindes. Marija bringt sich in Position, Mutter und Vater stellen sich daneben, der Bruder drückt den Auslöser. Nichts anderes wird auf diesem Bild gespeichert als die gesamte konflikt- und widerspruchsreiche Identitätsgeschichte Jugoslawiens und Ex-Jugoslawiens – eine Geschichte, die noch immer nachzittert und der Marija Ratković Vidaković, unterstützt von Co-Autorin Dinka Radonić, mit diesem persönlichen Familienfilm auf den Grund geht.

Geprägt durch Eltern und Großeltern, die die realsozialistischen Ideen und Werte der Tito-Ära auf dem Balkan noch in sich tragen, muss sich die Dreiunddreißigjährige mit einem paradoxen Identitätserbe auseinandersetzen, das mit ihrer privaten Welt und ihrem Leben in Kroatien kaum etwas zu tun hat. Marija weiß, dass sie dieses Erbe nicht an ihren Sohn weitergeben möchte, und sie weiß, dass es dafür in ihr verblühen muss. „IKEA for YU“ ist das über Jahre entstandene Zeugnis einer Reise in die eigene Familiengeschichte, tief hinein in die intimsten Geflechte, in denen sich eine lange, wendungsreiche Geschichte festgebissen hat. Und eine Reise weit hinaus aus Kroatien.

Lukas Stern


Nominiert für den MDR-Filmpreis