Filmarchiv

Sections (Film Archive)

Jahr

Internationales Programm
Superior Orders Viktor Oszkár Nagy, András Petrik

Während ein Priester in den serbischen Wäldern afghanischen Flüchtlingen hilft, liegt in Ungarn eine Bürgerwehr auf der Lauer, um sie auszuliefern. Eine Grenze in Europa.

Superior Orders

Dokumentarfilm
Ungarn
2013
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Sára László, Marcell Gerő
Viktor Oszkár Nagy, András Petrik
András Petrik
Péter Sass
Viktor Oszkár Nagy, András Petrik
Rudolf Várhegyi
Ein schwarzer Vogelschwarm wirkt wie mit Kohlestrichen in den grauen Himmel gesetzt. Kahle Äste strecken ihre Finger zu ihm hinauf. In den Wiesen hängt Raureif. Die Natur ist Schauplatz eines menschlichen Dramas, das durchaus vermeidbar wäre. Denn sie markiert eine künstliche Grenze: die zwischen Ungarn und Serbien, Außengrenze der EU. Täglich versuchen Flüchtlinge aus Afrika und Asien, sie zu überwinden. Wie vielen von ihnen es gelingt, weiß niemand. Jetzt ist es Winter und die Natur ein feindliches Terrain. Ein serbischer Priester bemüht sich, die Flüchtlinge aufzuspüren. Er hilft mit Kleidung und Essen und macht sich damit strafbar. Auf der anderen Seite patrouillieren freiwillige Grenzwächter, die mit der Polizei zusammenarbeiten. Auch sie versuchen, jemanden aufzuspüren, während sie sich darüber austauschen, dass die Grenzen einmal sicherer waren.
Der Priester und die Zivilpatrouillen haben nur eins gemeinsam: Sie handeln aus Überzeugung, nicht, weil sie es müssen. Aus zwei Perspektiven blickt der Film auf die Grenzaktivitäten und offenbart den Bruch in der Wahrnehmung. Mit dem Priester blicken wir durch Sträucher in unwirtliche Verstecke, mit den Grenzern durch Fernrohre und Thermokameras auf kleine rennende Punkte. „Diese Leute kennen keine Hindernisse“, sagt einer der Wächter. Die, von denen die Rede ist, kämpfen derweil gegen das Erfrieren. Staatsgrenzen sind auch Kommunikationsgrenzen.
Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.