Filmarchiv

Countries (Film Archive)

Altzaney

Dokumentarfilm
Georgien
2009
31 Minuten
Untertitel: 
englische

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Nino Orjonikidze, Salome Jashi
Nino Orjonikidze, Vano Arsenishvili
Vano Arsenishvili
Vano Arsenishvili, Nino Orjonikidze
Im Nordosten Georgiens, eingebettet in die Berge des Kaukasus, liegt das Pankissi-Tal. Seit jeher ist es die Heimat muslimischer Kisten und seit 80 Jahren auch die von Altzaney. In der eigentlich patriarchalisch geordneten Gemeinschaft hat die Greisin eine besondere Stellung inne: als Vermittlerin zwischen den Welten der Toten und denen der Lebenden, als weise Ratgeberin bei existenziellen Entscheidungen. Nino Orjonikidze und Vano Arsenishvili rücken Altzaney mit der Kamera auf den Leib – ins Gesicht und in dessen Falten, in die Hände und deren Gesten, mit Seitenblicken auf weiße Wäsche, die im Wind flattert. Aus diesen Bildern wird das intime Porträt einer besonderen Frau zusammengesetzt.

Zaza Rusadze
Best of MDR 2014
Biblioteka – Von Büchern, einsamen Frauen und einem Leser Ana Tsimintia

Man quatscht, schreit, hämmert auf einem Klavier, isst, trinkt und knallt mit Türen. Und es gibt mehr Bibliothekarinnen als Leser in der kleinen georgischen Bücherei.

Biblioteka – Von Büchern, einsamen Frauen und einem Leser

Dokumentarfilm
Georgien,
Litauen
2014
54 Minuten
Untertitel: 
englische

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Mikheil Svanidze, Bernardas Andriushis, Ana Tsimintia
Ana Tsimintia
Nika Pasuri
Ana Tsimintia
Ana Tsimintia, Bernardas Andriushis
Ana Tsimintia
Sigitas Motoras
Dr. Claudia Schreiner
Es muss erfüllendere Berufe geben als den der Bibliothekarin in der städtischen Bücherei von Zugdidi in Georgien. Im Grunde würde man bei dem, was in „Biblioteka“ gezeigt wird, erst einmal nicht vermuten, dass diese Frauen arbeiten, und dass es sich bei ihrem Arbeitsplatz um eine Bibliothek handelt. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen scheint die der Besucher bei Weitem zu übersteigen. Es wird gequatscht, getratscht und geschrien, irgendjemand hämmert auf einem Klavier herum, in den Lesesälen wird gegessen und getrunken, Türen werden geknallt – wahre Dramen spielen sich ab in einer Einrichtung, die doch von Stille und Konzentration geprägt sein sollte. All das Ungewöhnliche und Aufgeregte überspielt streckenweise, wie es denn eigentlich um die Bibliothek steht. Doch in kleinen Pausen inmitten des Gepolters oder beim Anblick der teils baufälligen Räume mit bröckelndem Putz und blankem Betonboden wird es deutlich: Dieser Ort ist ein Anachronismus, ein Überbleibsel aus einem anderen System, einer anderen Zeit. Vielleicht stellt er lediglich noch einen Treffpunkt für die Bibliothekarinnen dar, die ohne diesen Ort auch nichts anderes wären als Überbleibsel.

City of the Sun

Dokumentarfilm
Georgien,
Niederlande,
Qatar,
USA
2017
100 Minuten
Untertitel: 
englische

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Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli, Jim Stark
Rati Oneli
Arseni Khachaturan
Ramiro Suárez
Dea Kulumbegashvili, Rati Oneli
Sonia Matrosova, Alexey Kobzar
Einst gab Tschiatura der Zeit den Pulsschlag vor. Mit einem der weltweit größten Mangan-Bergwerke war die Stadt Motor der sowjetischen Schwerindustrie. Als Rati Oneli hier eintrifft, sind diese Zeiten vorbei. Wenig bewegt sich, außer seiner in die Breitbildweite fahrenden Kamera. Oder doch: die Gemüter und Körper eines Musiklehrers, eines Bergmannes und zweier junger Athletinnen, die am inzwischen geisterhaften Ort ausharren. Oneli fügt ihre Porträts zu einer fesselnden atmosphärischen Sage zusammen, die das georgische Nationalepos zitiert und mit suggestiver Musik ausgemalt ist. Damit gibt er seinem Langfilmdebüt eine narrative Form, die das Dokumentarische mindestens ins Fließen bringt.

Zaza Rusadze
Special Screening 2019
Creeping Borders Tako Robakidze

2011 wurde von Russland der sogenannte "Grenzprozess" gestartet - die Errichtung künstlicher Barrieren wie Stacheldraht, Schilder oder Zäune entlang der Besatzungslinie.

Creeping Borders

Dokumentarfilm
Georgien
2018
13 Minuten
Untertitel: 
englische

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Tako Robakidze
Irakli Abramishvili
Tako Robakidze
Tako Robakidze, Levan Butkhuzi
Levan Butkhuzi, Ian Ardouin-Fumat, Mapbox, Open street map, Digital Globe
Tako Robakidze
Levan Butkhuzi, Tako Robakidze
2011 wurde von Russland der sogenannte "Grenzprozess" gestartet - die Errichtung künstlicher Barrieren wie Stacheldraht, Schilder oder Zäune entlang der Besatzungslinie. Mit dieser schleichenden Grenzverschiebung werden der lokalen Bevölkerung das Land, die Ernte und die eigenen Häuser genommen und eine neue Welle von Binnenvertriebenen zieht durch das Land. Die Verhaftung von Ortsansässigen wegen "illegalen Grenzübertritts" durch den russischen FSB ist zudem schon fast zur Gewohnheit geworden: Seit Beginn der beobachteten "Grenzüberschreitung" wurden mehr als 1000 Menschen festgenommen.

Exodus

Dokumentarfilm
Georgien
2015
15 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Lasha Khalvashi, Tinatin Kajrishvili
Vakhtang Jajanidze
Sandro Wysocki
Giga Japaridze
Vakhtang Jajanidze
Paata Godziashvili, Nino Tevdorashvili
Wo verläuft die Grenze zwischen dokumentarischer Beobachtung und inszenierter Nachempfindung? Möglicherweise mitten durch Tschiatura, der in Tristesse versinkenden ehemaligen Welthauptstadt des Manganabbaus, die vielleicht nur noch von den letzten verbliebenen Seilbahnen zusammengehalten wird. Vakhtang Jajanidze machte aus Schauplätzen Spielorte und aus Einwohnern Darsteller – angetreten, um sozusagen von sich selbst zu erzählen, und zwar auf Basis eines Drehbuchs nach der sprichwörtlichen „wahren Begebenheit“. Es begab sich also, dass das Schicksal zwei Schwestern trennen wollte. Die Seilbahnfahrerin Lily war entschlossen zu bleiben, die arbeitslose Tatiana hatte sich entschieden zu gehen …

Zaza Rusadze

Horizon

Animationsfilm
Georgien
2017
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Dato Kiknavelidze, Lali Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Zviad Mgebrishvili
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Dato Kiknavelidze
Beso Kacharava
Alles färbt sich blutrot, die Wüste glüht, das Gesicht eines Mannes brennt vor Anstrengung. Er ist an einen Stein gekettet und zieht die schwere Last entschlossen hinter sich her – bis er in Ohnmacht fällt. Das Unterbewusstsein sendet noch rötere Bilder: von einem modernen Krieg mit Explosionen, rollenden Panzern und knatternden Maschinengewehren. Dato Kiknavelidzes animierter Kurzfilm ist wie sein Protagonist in Ketten geschlagen. Assoziative, farbsymbolische Bindungen, an deren Ende, absichtlich oder zwangsläufig, der Kaukasuskrieg 2008 hängt, beschwert mit jenem Patriotismus, der seit Jahrhunderten das nationale Narrativ ebenso wie die georgischen Trinksprüche bestimmt.

Zaza Rusadze

Li.Le

Animationsfilm
Georgien
2017
10 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Vladimer Katcharava
Natia Nikolashvili
Nikoloz Ghoghoberidze
Natia Nikolashvili
Natia Nikolashvili
Beso Kacharava
Ein Mädchen im orangefarbenen Gewand und ein Hirsch wandern durch den kalten Zauberwald. Die Natur ringsherum ist im Winterschlaf versunken. Die Flüsse sind gefroren, die Pflanzen verwelkt. Doch wohin soll die Wanderung in der eisigen Kälte führen? Das Mädchen Li.Le beginnt, nach Zeichen zu suchen. Sie entdeckt Hinweise, will sie deuten, ihnen vielleicht sogar folgen. Aber der Hirsch findet daran zunächst keinen Gefallen … In Natia Nikolashvilis animierter Märchenwelt ist das Wandern die eine, das Herausfinden eine andere Sache. Erlebt Li.Le einen aufkeimenden Frühling und ein Seelentreffen in Gedanken? Oder gibt es in diesen Bildern Wegweiser in die Wirklichkeit?

Zaza Rusadze
Next Masters Wettbewerb 2016
Listen to the Silence Mariam Chachia

Der kleine Luka lebt mit dem Temperament eines Wirbelsturms in der Stille seines Körpers. Und er tanzt – die Revue der Gehörlosen in einem bezaubernden Märchen.

Listen to the Silence

Dokumentarfilm
Georgien
2016
80 Minuten
Untertitel: 
englische

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Nik Voigt, Mariam Chachia, Nino Jincharadze
Mariam Chachia
Micheal Palmer
Hugues Landry, Nik Voigt, Tibo Motte
Celine Kelepikis
Mariam Chachia
Sebastian Zsemlye
Wie ein Märchen beginnt dieser bezaubernde Film über eine Schule für gehörlose Kinder irgendwo in Georgien. Und genauso soll es auch sein. Manchmal brauchen wir einfach Geschichten, die Mut machen. Wie die von Luka, dem Träumer, der mit dem Temperament eines kleinen Wirbelsturms in der Stille seines Körpers lebt. Bei uns würde man einen Jungen wie Luka vermutlich als hyperaktiv beschreiben und auf Ritalin setzen. An der georgischen Peripherie hingegen sagen die Lehrer: „Ihm fehlen halt die Eltern.“ Oder: „Das sind eben Jungs, die müssen mal raufen.“

Für ihre Erzählung über diesen unwahrscheinlichen Ort hat die georgische Filmemacherin Mariam Chachia eine bestechend einfache Form gewählt: In einem Klassenzimmer malt ein Mädchen Bilder zu Texten, die auf einer Tafel geschrieben stehen und die beschreiben, wie Luka sich fühlt. Zwischen diesen Kapiteln erleben wir die Schule, die Kinder, Streitereien, den glücklichen Luka und den unglücklichen, eine kleine Liebesgeschichte. Und die Stille. Plötzlich werden die Geräusche ausgeblendet, und wir hören – ein wattiges Nichts. Die Welt der Kinder. Lukas Welt. Dann kehren die Geräusche auf die Leinwand zurück und wir sehen den Tanz derer, die keine Musik hören können. Wie die Revue der Gehörlosen.

Matthias Heeder



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Next Masters Wettbewerb 2016;
Nominiert für MDR-Filmpreis 2016

Madonna

Dokumentarfilm
Georgien
2014
58 Minuten
Untertitel: 
englische

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Natia Guliashvili
Nino Gogua
Alexander Kvatashidze
Sandro Khutsishvili
Niko Tarielashvili
Nino Gogua nimmt uns mit auf eine Genderreise. Gefahren werden wir von der 57-jährigen Madona, die in Tiflis als einzige Frau einen Linienbus durch den Stadtverkehr steuert. Madona hat sich in dem „Männerjob“ durchgesetzt und lenkt ihr marodes Gefährt selbstbewusst durch die Straßen, öfter auch in die Reparaturwerkstatt. Dabei passiert sie auch die patriarchalischen Selbstverständlichkeiten der georgischen Gesellschaft. Nino Gogua begleitet die starke Frau, auch in der Auseinandersetzung mit ihrer femininen Seite. Zum internationalen Frauentag wird Madona von den Arbeitskollegen wohl wieder keine Blumen bekommen. Deshalb will sie sich selbst ein Geschenk machen, zum Beispiel eine neue Frisur.

Zaza Rusadze

Sonnige Nacht

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2017
85 Minuten
Untertitel: 
englische

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Soso Dumbadze, Lea Hartlaub
Soso Dumbadze, Lea Hartlaub
Lea Hartlaub
Soso Dumbadze
Ein Film über Kirche, Nation, Republik und Volk und ihr Verhältnis in Zeiten des Wandels, vollständig aus Archivmaterial aufgebaut, das Lea Hartlaub und Soso Dumbadze im Internet fanden. Ihr Found-Footage-Essay rekonstruiert chronologisch die neueste Geschichte Georgiens – von der Unabhängigkeit bis in die Gegenwart. Ein- und Anordnung der Aufnahmen offenbaren den im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich gewachsenen Einfluss der christlich-orthodoxen Kirche, die sich mit zunehmender Macht auch das Recht nimmt, tatkräftig in gesellschaftliche Prozesse einzugreifen. Heute bewerfen Priester LGBT-Demonstranten mit Steinen. Heute wollen tiefgläubige Frauen die Homosexuellen mit Nesseln heilen.

Zaza Rusadze

Sovdagari

Dokumentarfilm
Georgien
2016
22 Minuten
Untertitel: 
englische

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Ilia Tavberidze
Tamta Gabrichidze
Gigi Chipashvili
Vano Andiashvili
Nona Gogodze
Ilia Magradze
Gela hat seinen Minibus in ein Geschäft verwandelt. Er fährt übers georgische Land, verkauft bunte Kleidung aus zweiter Hand sowie Haushaltsutensilien aus grellfarbigem Kunststoff, alles direkt aus dem Laderaum seines nicht mehr ganz so leuchtenden Wagens. Fragt man Gela nach dem Preis einer Ware, nennt er ihn in Kartoffeln. Denn die zählen mehr als Geld. Tamta Gabrichidzes quasi Roadmovie gewann bei Hot Docs 2017 den Best Short Documentary Award. Vielleicht auch für seine beeindruckende Kulisse, jene vorbeifliegenden georgischen Berge und die Landschaften zu ihren Füßen. Vielleicht auch wegen seiner Skurrilität, die der westlichen Sehnsucht nach exotischer Ferne ein Stück entgegenzukommen scheint.

Zaza Rusadze

Talking Money

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland,
Schweiz
2017
81 Minuten
Untertitel: 
englische

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Susann Schimk
Sebastian Winkels
Sebastian Winkels
Frederik Bösing
Sebastian Winkels
Frederik Bösing, Nelson Marca Esprella, Corneille Houssou, Till Passow, Markus CM Schmidt, Johannes Schneeweiß, Niko Tarielashvili
Wer seine Hausbank zum Beratungsgespräch aufsucht, hat entweder zu viel oder zu wenig Geld. Überhaupt „Hausbank“ – das klingt nach Verbundenheit, nach „Finanzarzt des Vertrauens“. In jedem Fall entsteht dieser besondere Gesprächsbedarf aus Missverhältnissen: zwischen Träumen und Einkommen, Investitionsbedarf und Risikoprognose, persönlichen Umständen und objektiven Sachzwängen. Dass sich daraus eine wiederum besondere Gesprächskultur ergibt, und zwar eine, die in Bolivien nach ähnlichen Regeln verläuft wie in der Schweiz oder in Pakistan, ist die These von Sebastian Winkels’ Film. Und egal, in welches Kreditinstitut dieser Welt man ihm folgt und welcher Landessprache man dort lauscht: übereinandergelegt, wird aus den Bild- und Tonspuren der Einzelsitzungen ein Sound, von dem der Bankkunde als kollektives Subjekt ein Lied singen kann. Oh, diese Scham über die eigene finanzielle Impotenz. Ach, diese Lebensbeichten, zu denen er sich genötigt sieht. Und herrje, diese Ohnmacht, mit der er sich den Zahlenkolonnen ergeben muss.

Die Kamera ergreift Partei – nicht moralisch, sondern dramaturgisch. Sie ist immer hinter dem Tisch aufgestellt, dort, wo die geschulten Ablehner und Formblatterklärer sitzen, von denen man allerdings selten mehr als einen Ärmel sieht. Und sie hält die Blicke der vorbeidefilierenden Bittsteller und Beratungsbedürftigen aus wie eine beschlagene Anthropologin: unbestechlich, aber berührbar.

Sylvia Görke


Nominiert für ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness, Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, DEFA-Förderpreis

The Dazzling Light of Sunset

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2016
74 Minuten
Untertitel: 
englische

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Urte Amelie Fink, Salomé Jashi, Gregor Streiber
Salomé Jashi
Salomé Jashi
Derek Howard
David Sikharulidze, Ivane Gvaradze, Giorgi Khancheli
Salomé Jashi filmt in der Provinzstadt Zalendschicha. Sie folgt den Arbeitswegen der Reporterin Dariko, die für den örtlichen Fernsehsender von Rieseneulen, Modenschauen und Beerdigungen berichtet. Dabei sind die Menschen, die der Lokaljournalistin und vermittelt auch der Filmemacherin vor die Kamera kommen, peinlich um ihre Außenwirkung bemüht – so sehr, dass man schmunzeln wollte, wäre da nicht immer auch die Kläglichkeit der sich wandelnden Verhältnisse. So bleibt die stets präsente Komik leise, aber auch dicht am georgischen Alltag. Denn der scheint beständig „mit Hässlichkeit verbundene Fehler“ zu produzieren und könnte damit Pate für Aristoteles’ Definition der Komödie gestanden haben.

Zaza Rusadze

The Machine Which Makes Everything Disappear

Dokumentarfilm
Georgien,
Deutschland
2012
101 Minuten
Untertitel: 
englische

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Tamar Gurchiani (Alethea Ltd)
Tinatin Gurchiani
Mahan Mobashery, Marian Mentrup
Andreas Bergmann
Nari Kim
Tinatin Gurchiani
Michael Krajczok
Alles begann mit einem Casting. 2011 suchte die Filmemacherin Tinatin Gurchiani nach jungen Leuten im Alter zwischen 15 und 25 Jahren, die ihr Leben und ihren Alltag für besonders kinotauglich hielten. Ältere kamen, Jüngere auch. Befragt wurden alle: zu Wünschen und Zielen, zu Liebe und Krieg, aufgestellt vor einer hellblauen Turnhallenwand, von der der Putz bröckelte. Der Bildausschnitt, in dem Gurchiani ihre Protagonisten präsentiert, nennt sich im Kinojargon „amerikanische Einstellung“ und gehört zur kinematografischen Folklore des Western-Genres: ein Rahmen, in dem die Waffen des Cowboys zur Geltung kommen. Oder der offenbart, dass der Revolverheld gar keinen Revolver bei sich trägt.

Zaza Rusadze

The Pocket Man

Animationsfilm
Frankreich,
Georgien,
Schweiz
2016
7 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel

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Réginald de Guillebon, Corinne Destombes
Ana Chubinidze
Yan Volsy
Nadine Buss
Hervé Guichard
Lorelei Palies, Pierre-Luc Granjon, Antoine Lanciaux, Chaïtane Conversat, Christophe Gautry
Ana Chubinidze
Loïc Burkhardt, Julien Baissat
Als das kleine Männchen sein Zuhause – einen Koffer – verliert, hüpft es kurzerhand einem blinden Mann in die Tasche und lebt fortan als dessen Wegweiser.

Lina Dinkla
Internationales Programm 2014
The Ruler Shalva Shengeli

Ein Dorf in Georgien, ein Kloster und eine Stalin-Statue. Soll sie den Nonnen weichen oder darf sie bleiben? Mörder, Religionsgegner oder gutes altes Väterchen? Absurde Komödie.

The Ruler

Dokumentarfilm
Georgien
2014
53 Minuten
Untertitel: 
englische

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Nino Chutkerashvili
Shalva Shengeli
Zurab Javakhia
Giorgi Sigua
Beka Gersamia
Shalva Shengeli, Nino Chutkerashvili
Paata Godziashvili
Stalin und die Kirche? Im georgischen Tsromi steht er davor rum. Zwar ist seine Aura abgeblättert, die rechte Hand kam ihm ebenso abhanden wie das einstige Reich, und sein Blick schweift nur über Kühe und Gänse auf der staubigen Dorfstraße – doch immerhin hatte man ihn ein halbes Jahrhundert lang in Ruhe gelassen. Bis ein Nonnenkloster nicht nur das einstige Kulturhaus, sondern auch die Kirche samt Hof beansprucht und Stalin weichen soll. Die Emotionen schlagen hoch: Kann man es den Nonnen zumuten, mit einem Mann, der die Religion erbittert bekämpfte, quasi unter einem Dach zu leben? Aber trug nicht die Kolchose seinen Namen, und war damals nicht alles besser? War er ein Mörder? Hatten sich die Dorfmädchen nicht alle in ihn verliebt, als er einst in Tsromi weilte? Ist es an der Zeit, Buße zu tun – oder wäre eine Disko nicht besser als ein Kloster?
In pittoresken Bildern und mit dem absurden Humor georgischer Komödien umkreist Shalva Shengeli einen Mythos. Im Reich des Homo Sovieticus, wo „Führer“ zu religiösen Lichtgestalten verklärt werden, man heute Stalin-Bilder neben Ikonen aufreiht und die orthodoxe Kirche kürzlich einen Stalin-Kalender veröffentlichte, fragt er nach dem Umgang mit der Vergangenheit, wenn die Gegenwart nicht allzu rosig aussieht. Väterchen Stalin aber bekommt einstweilen eine neue Hand, um den Seinen den Weg zu weisen …
Grit Lemke