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Special Screening
Meine Mutter, ein Krieg und ich Tamara Trampe, Johann Feindt

Eine Mutter, die ihr Kind im Krieg gebar und weiterkämpfte. Eine Tochter, die heute fragt. Über Frauen im Großen Vaterländischen Krieg: der Schmerz nicht erzählter Geschichten.

Meine Mutter, ein Krieg und ich

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Johann Feindt, Doris Hepp
Tamara Trampe, Johann Feindt
Johann Feindt
Stephan Krumbiegel
Tamara Trampe
Jule Katinka Cramer
Vergilbte Fotos junger Frauen in Uniformen der Roten Armee. Eine von ihnen ist Tamara Trampes Mutter, die ihr Kind im Kriegswinter 1942 auf einem verschneiten Feld in Woronesch gebar und entgegen aller Wahrscheinlichkeit im Fronteinsatz durchbrachte. Den Vater, einen Offizier, wird das Mädchen nie kennenlernen und später mit dem deutschen Ehemann der Mutter in der DDR aufwachsen. Da hat die Mutter die Kriegstraumata tief im Inneren verschlossen, von wo sie die Kinder wie Schreckgespenster verfolgen. Erst kurz vor ihrem Tod kann sie vom Krieg erzählen, vor der Kamera ihrer Tochter.
Die sucht nun die alten Mitkämpferinnen in der Ukraine auf. Kaum sind sie auffindbar, kaum wollen sie reden. Niemand mochte ihre Geschichten hören in einer Gesellschaft, die bis heute den Mythos vom Großen Vaterländischen Krieg pflegt. Sparsam kommentieren Bilder von Kriegsmuseen und Schwesternschülerinnen, die den Fronthabitus kopieren, jene von den alten Frauen in ihren ärmlichen Behausungen.
Nie jedoch verweist der Film das Problem auf „die da“ im Osten. Vielmehr wird hinter all den Andeutungen und vielleicht auch Auslassungen ein Machtgefüge sichtbar, das sich bis heute durch die Geschichte zieht. Wie jeder gute Film tut auch dieser weh. Es ist vor allem der Schmerz über die nicht erzählten Geschichten. In der Familie, in der Gesellschaft. Den traurigsten Satz sagt eine der alten Frauen: „Ich werde mich bald selbst vergessen haben.“
Grit Lemke

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Special Screening
Money in Minutes Monika Hielscher, Matthias Heeder

420 Milliarden US-Dollar senden Migranten jährlich um den Globus. Schnelles Geld für Western Union und MoneyGram. Von Gewinnern und Verlierern der Globalisierung.

Money in Minutes

Dokumentarfilm
Deutschland
2014
95 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Heino Deckert
Monika Hielscher, Matthias Heeder
Lars Ohlendorf
Roland Wagner
Michelle Barbin
Monika Hielscher, Matthias Heeder
Ralf Richter
Mehr als 200 Millionen Migranten arbeiten außerhalb ihrer Heimat. Über 400 Milliarden US-Dollar senden sie jährlich an ihre Familien, um deren Lebensunterhalt zu unterstützen oder gar zu bestreiten. Dabei spielen Firmen wie Western Union oder MoneyGram eine entscheidende Rolle: In den meisten Fällen wird das von Auswanderern erwirtschaftete Geld auf diesem vermeintlich einfachen, schnellen und unabhängigen Weg in die Heimatländer übermittelt. Doch der Mechanismus hinter dem Wirtschaftszweig, die profitorientierten Machenschaften der Geldvermittler und das teils moralisch fragwürdige und kriminell anmutende Geschäftsmodell der Geldtransferunternehmen bleibt ihren Kunden dabei weitestgehend verschlossen. Monika Hielscher und Matthias Heeder sind der Frage nachgegangen, welche Entbehrungen die Betreffenden auf sich nehmen müssen, um ihre Verwandten und Freunde zu unterstützen. Vor allem geht es darum, wie und auf welchen Wegen das Geld von einem Ort an den anderen kommt – und was am Ende tatsächlich davon übrig bleibt. Auf diese Weise gelingt es ihnen, ein erschreckendes und ernüchterndes Bild vom Zustand unserer Welt zu zeichnen, wo Reichtum oftmals nur durch die Armut anderer entstehen kann.
Kim Busch

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.