Filmarchiv

Internationaler Wettbewerb Kurzfilm (ab 2015)
Ayan and the White Balloon Vida Dena

Nach fünf Jahren des Exils in Europa kehrt die Regisseurin in den Iran zurück, um einen Film zu drehen. Sie bittet ihre Freunde, darin mitzuspielen. Was als Spiel beginnt, erweist sich im Prozess des Drehens als knallharter Clash zwischen jenen, die geblieben sind, und der, die fortging

Ayan and the White Balloon

Dokumentarfilm
2015
26 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
KASK Academy of art, Gent University, Belgium
Vida Dena
Emad, Meisam, Ali, Pooyan
Vida Dena
Dieter Diependaele, Vida Dena
Vida Dena
Milad, Michel Coquette
Sich verstecken: hinter Masken, dem weißen Ballon, der Fiktion. Die Ängste sitzen tief. Nach fünf Jahren des Exils in Europa kehrt die Regisseurin in den Iran zurück, um einen Film zu drehen. Sie bittet ihre Freunde, darin mitzuspielen. Was als Spiel beginnt, erweist sich im Prozess des Drehens als knallharter Clash zwischen jenen, die geblieben sind, und der, die fortging. Wer hat die Deutungshoheit? Was ist Klischee, was will der Westen sehen, was wollen die Iraner von sich zeigen?

Cornelia Klauß

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Black Flag

Dokumentarfilm
2015
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Majed Neisi
Majed Neisi
Mahvash Sheykholeslami
Majed Neisi
Mani Hashemian
Oktober 2014, der Angriff schiitischer Milizen auf eine Kleinstadt im Südirak, die von IS-Terroristen besetzt ist. Unter den Milizionären der iranische Regisseur Majed Neisi, bewaffnet mit seiner Kamera. „Black Flag“ ist ein rauer, direkter, ungemein authentischer Film über einen Krieg, von dessen Wirklichkeit wir keine Vorstellung haben.

Zum Beispiel die Kämpfer: Freiwillige, die als gläubige Schiiten der Fatwa ihres religiösen Führers folgen und keine Zweifel kennen. Sie führen den Regisseur zum Sitz des ehemaligen Scharia-Gerichts der ISIS. Hier wurde verurteilt, dort enthauptet – „Unsere Sache ist gerecht.“ Oder die logistischen Probleme: Woher bekommt man Sprengstoff, Raketen, Munition? Am Telefon wird ein Preis ausgehandelt, 400 Dollar für 1.000 Patronen. Ein privater Spender zahlt. Schließlich der Angriff: Die Miliz muss durch einen dichten Palmenhain. Von überallher wird geschossen, geschrien, Granaten schlagen ein, Minen werden mit bloßen Händen ausgegraben, ein Bulldozer schlägt eine Schneise durch die Bäume. Die Kamera, immer im Windschatten der Kämpfer, kann den chaotischen Ereignissen kaum folgen. Plötzlich ist es vorbei und die Toten werden abtransportiert.

Das ist keine Kriegsberichterstattung, sondern dokumentarisches Arbeiten am Limit. Denn was, so der Regisseur, könne er anderes zum Kampf gegen ISIS beitragen? Dafür gebührt ihm höchster Respekt.

Matthias Heeder

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Next Masters Wettbewerb
Wedding: A Film Mohammadreza Farzad

Jede Menge Hochzeitsfilme. Eine Kinderfantasie in Zuckerguss. Archiv-, Amateur- und eigenes Filmmaterial famos montiert: Reflexion über ein merkwürdiges Ritual.

Wedding: A Film

Dokumentarfilm
2015
57 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Mohammadreza Farzad
Mohammadreza Farzad
Majid Mohammad Gholi
Farahnaz Sharifi
Mohammadreza Farzad
Mehrshad Malakouti
Dieser Film liefert jede Menge Hochzeit. Oder besser gesagt: jede Menge Hochzeitsfilme. Auch den von Mohammadreza Farzad, der dieses Material zu einem poetischen Essay über den merkwürdigen Brauch, einer Liebe Form und Regelwerk zu verpassen, verarbeitet. Hinter ihm liegt, wenig überraschend, eine Scheidung, die den Anlass für eine mitunter subversive Betrachtung des (laut Werbung) „schönsten Tags im Leben einer Frau“ liefert. Medial ein reiner Fake (hat man jemals eine Braut gesehen, die die Treppe hinunterfällt?), ist die Wirklichkeit im Hochzeitsfilm eine Kinderfantasie in Zuckerguss. Oder nicht?

Lustvoll durchforscht der Regisseur das Material nach Zeichen künftiger Entzweiung. Dieser Streifzug durch Hochzeitsgenerationen führt immer wieder zu kurzen Blicken nach Außen, dessen Aussparung (böse Realität, Politik, Krieg) im Hochzeitsfilm das Glück fest an das Innen, die Familie, kettet. Eine Spekulation: Was wäre geschehen, wäre Farzad am Tag der Hochzeit seiner aufrührerischen Fantasie gefolgt? Jedenfalls hätte es dann keine Scheidung gegeben, aber auch keinen Grund für diesen Film. Formal eine gelungene Mischung von Archiv-, Amateur- und eigenem Filmmaterial in famosen Schnittsequenzen, einem privaten Hochzeits-Loop und jeder Menge gedanklicher Anstöße, ist „Wedding: A Film“ auch eine Reflexion über die Last der persönlichen Entscheidung.

Matthias Heeder

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.