Filmarchiv

Jahr

Internationales Programm
Do You Believe in Love? Dani Wasserman

Eine ungewöhnliche Heiratsvermittlerin und ihre Kundschaft: Frauen, Männer, Junge, Alte, Gesunde, Kranke, Behinderte, Normale und Verrückte. PC-frei und Spaß dabei.

Do You Believe in Love?

Dokumentarfilm
2013
50 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Barak Heymann
Dani Wasserman
Eli Soorani
Gonen Glazer, Daniel Miran
Ron Goldman
Dani Wasserman
Gil Toren
Keinen Finger kann Tova mehr rühren, seit die Krankheit ihre Muskeln lähmt. Nun thront sie wie ein Orakel in einem riesigen, weich ausgepolsterten Sessel und empfängt im Wohnzimmer ihre Kundschaft. Frauen, Männer, Junge, Alte, Gesunde, Kranke, Behinderte, Normale und Verrückte: Alle kommen sie zu Tova, denn jede und jeder von ihnen ist auf der Suche nach dem passenden Deckel. Obwohl Tova selbst nicht an die Liebe glaubt und das auch immer wieder laut und deutlich kundtut, hat das keine Auswirkung auf ihren Erfolg. Unermüdlich ist sie damit beschäftigt, für die Verzweifelten den richtigen Partner zu finden.
Mit Hingabe und einem ausgeklügelten buchhalterischen System versucht sie diejenigen zusammenzubringen, die bislang erfolglos auf „dem freien Markt“ auf der Suche waren. Von Mitleid oder falsch verstandener Korrektheit aber keine Spur: Eiskalt lässt Tovas „Star“ – eine junge, leicht spastische Frau im Rollstuhl – den Traummann abblitzen, als der sich nicht entblödet, ihr beim ersten Date Vorhaltungen über ihren ungesunden Lebensstil zu machen. Und weiter geht die Suche.
Dani Wasserman begleitet die einzigartige Kupplerin über ein Jahr und lässt uns teilhaben an Leben und Leiden einer starken Frau und ihrer Familie. Gelungen ist ihm, nicht zuletzt dank der tollen Protagonistin, ein warmherziger Film über die Liebe – oder eben das, was wir dafür halten.

Lina Dinkla

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Fading Note Hani Dombe

Eine Frau macht den Haushalt in ihrer Wohnung irgendwo in Osteuropa, wo sie ihre Jugend mit ihrer Schwester verbracht hat. Doch Erinnerungen befallen sie: gemeinsames Spielen, Klavierübungen und der Traum, zu zweit im Rampenlicht Erfolge zu feiern ...

Fading Note

Animationsfilm
2013
7 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Hani Dombe
Hani Dombe
Yoav Hudin
Hani Dombe
Uriel Malnovitzer
Hani Dombe
Hani Dombe
Yoav Hudin
Eine Frau macht den Haushalt in ihrer Wohnung irgendwo in Osteuropa, wo sie ihre Jugend mit ihrer Schwester verbracht hat. Doch Erinnerungen befallen sie: gemeinsames Spielen, Klavierübungen und der Traum, zu zweit im Rampenlicht Erfolge zu feiern. Mit dem Holocaust fand dies ein jähes Ende. Nur noch die Erinnerungen sind lebendig. Die Vorstellungen, wie es hätte sein können, verdrängen die Realität.

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Fading Valley Irit Gal

In den besetzten Gebieten der Westbank verdörren die Felder der palästinensischen Bauern, während die jüdischen Siedler Wasser en masse haben. Blick auf ein Drama in ruhigen Bildern.

Fading Valley

Dokumentarfilm
2013
56 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Irit Gal
Irit Gal
River
Daniel Gal
Rabab Haj Yahya
Irit Gal
Ginge es um den Handel mit illegalen Betäubungsmitteln, wäre es weniger verwunderlich, dass das Geschäft im Verborgenen abgewickelt werden muss. Die Ware, die hier im Mittelpunkt steht, ist allerdings kein Halluzinogen, sondern etwas, ohne das Leben überhaupt nicht möglich ist: Wasser. Aber gehört nicht der freie Zugang zu einer Wasserquelle zu den grundlegenden Menschenrechten?
Der Schauplatz des Geschehens ist das Jordantal in der Westbank. Wenn man den alltäglichen Diskussionen des Wassertransporteurs mit den ansässigen Palästinensern lauscht, die in diesem Gebiet versuchen, ihr Land zu bewirtschaften, bekommt man eine leise Ahnung davon, was es heißt, in einer fremd besetzten Militärzone zu leben. Während die überirdische Welt ständig von der Austrocknung bedroht ist, fließt doch in den unterirdischen Leitungen genügend Wasser. Irit Gal nähert sich den dort herrschenden Verhältnissen und nimmt diesen Widerspruch, der sich in ganz andere Bereiche fortsetzt, auf. Hinter den ruhigen Bildern verbirgt sich eine tragische Geschichte, die weit über die Grenzen dieses Tals hinausreicht.

Claudia Lehmann

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Schnee von gestern

Dokumentarfilm
2013
96 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Melanie Andernach (Made in Germany Filmproduktion GmbH), Saar Yogev, Naomi Levari (Black Sheep Film Prod.LTD)
Yael Reuveny
Volker Bertelmann
Andreas Köhler
Nicole Kortlüke, Assaf Lapid
Yael Reuveny
Cesar Fernandez Borras, Alfred Tesler, Nilly Kalmar, Idan Shemesh, Dovilas Meilus
Eine junge Israelin zieht nach Deutschland. „In die Diaspora!“, befinden ihre entsetzten Eltern, dorthin, wo ein Großteil der Verwandten im Holocaust umkam. Aber Yael Reuveny beharrt als Vertreterin der dritten Generation auf ihrem Recht, unvoreingenommen in eine Stadt zu gehen, die gerade nicht nur bei Israelis angesagt ist. Doch sie irrt. Die Vergangenheit folgt ihr auf dem Fuße. In Schlieben, einer unscheinbaren Kleinstadt in Brandenburg, stößt sie auf Spuren, die zum lange verschollen geglaubten Bruder der Großmutter führen. In einer nachdenklichen, komplex verwobenen und immer wieder um die wunden Punkte der Familiengeschichte kreisenden Montage, erzählt Reuveny, wie aus Feiv’ke erst Feiwusch und zu guter Letzt Peter Schwarz wurde. Tastend befragt die Regisseurin drei Generationen jeweils im Land der Täter und im Land der Opfer. So schafft sie es, den schwierigen Umgang mit Versöhnung aus den verschiedenen Perspektiven durchzudeklinieren. Ist Verdrängung möglicherweise unabdingliche Voraussetzung für Versöhnung? Feiv’ke ging nach dem Krieg nicht nach Israel, sondern entschied sich, ausgerechnet in jenem Ort zu leben, wo er im Konzentrationslager untergebracht war. Die Baracken werden kurzerhand umgebaut und aus den ehemaligen Aufsehern werden Nachbarn, ja sogar Fußballfreunde, wie ein Foto zeigt. Über Vergangenes reden sie nicht mehr, stattdessen krempelt man die Ärmel hoch für ein „besseres Deutschland“. Viele Fragen bleiben, aber vielleicht ist es auch gut, dass sie erst jetzt gestellt werden.

Cornelia Klauß



Ausgezeichnet mit dem DEFA-Förderpreis 2013

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Super Women

Dokumentarfilm
2013
79 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Yael Kipper
Yael Kipper, Ronen Zaretzky
Eyal Shechter, Menny Barzilay
Avigail Sperber
Tor Ben Mayor
Eyal Shechter, Menny Barzilay
Avigail Sperber
Einkaufswagen rasseln, die Kasse piept und über die Lautsprecher werden ewig Sonderangebote angepriesen. Allein akustisch ist es eine Zumutung, was die Kassiererinnen in einem Supermarkt in Tel Aviv permanent erdulden. Wer diesen Job macht, unterbezahlt und ganz unten in der Skala des sozialen Status, hat nicht viel zu verlieren – glaubt zumindest ihr Chef. Und bedrängt die Schichtleiterin unentwegt mit Vorschlägen und Anweisungen, wo man noch Lohn kürzen, Arbeitskräfte einsparen, das Konkurrenzdenken ankurbeln oder Arbeitszeiten flexibilisieren könnte. Während zugleich spürbar wird, wie sich die Schlinge um den Hals der Frauen – meist russische Migrantinnen und alleinerziehende Mütter oder 55 plus – zuzieht …
Yael Kipper und Ronen Zaretzky gelingt mittels präziser Beobachtung und Strukturierung eine Sozialstudie von großer Klarheit und Emotionalität. Momente der Intimität und Nähe, wenn die Frauen sich im Frühstücksraum oder rauchend am Lieferanteneingang über ihre Probleme austauschen, wechseln mit der Monotonie einer durchautomatisierten Arbeitswelt. In der die Frauen, die einst Julia, Maya, Nella, Ella und Levana waren, nur mehr billige menschliche Ressourcen sind. Nicht nur, indem er ihre Welt als das zeigt, was sie (auch) ist, nämlich großes Kino, gibt der Film ihnen ihre Würde zurück: In einem märchenhaft (und fiktiv) anmutenden Schluss erklärt sich der Titel „Super Women“, gegen die der Held mit dem „S“ auf der Brust ein blasses Männchen ist.

Grit Lemke



Lobende Erwähnung im Internationalen Wettbewerb Dokumentarfilm 2013

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Internationales Programm
The Lab Yotam Feldman

Der Palästina-Konflikt als Experimentierfeld der israelischen Rüstungsindustrie. Eine Untersuchung, die führenden Köpfen erschreckend nahekommt und tief in die Logik dahinter eindringt.

The Lab

Dokumentarfilm
2013
58 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Yoav Roeh, Serge Kestemont, Frank Eskenazi
Yotam Feldman
Gewehre, die um die Ecke schießen, sogenannte „Cornershots“, gehören zu den profitablen Spezialentwicklungen der israelischen Rüstungsindustrie. Von der Armee wurden sie bereits im Häuserkampf erprobt, bevor sie zu internationalen Verkaufsschlagern avancierten. Auffallend viele ehemalige Militärs steigen später ins Waffengeschäft ein. Sie liefern nicht nur die Kriegsgeräte, sondern auch gleich die praktische Erfahrung. Krieg als Experimentierfeld für die Rüstungsindustrie?
Israel ist inzwischen zum viertgrößten Waffenexporteur aufgestiegen. Regisseur Yotam Feldman will herausfinden, ob der Wohlstand in seinem Land, so ungleich er verteilt sein mag, trotz oder aufgrund militärischer Konflikte existiert. Also sucht er die auf, die es wissen müssen: die führenden Köpfe der todbringenden Industrie. Er ist dabei, wenn sie Diplomaten aus aller Welt empfangen und Rüstungsmessen besuchen. Wenn Militärphilosophen den Überbau erdenken und die brasilianische Polizei sich daran ein Vorbild nimmt. „The Lab“ ist ein im besten Sinne investigativer Film. Anders als etwa ein Michael Moore spielt Feldman nicht den Provokateur. Diese scheinbare Neutralität erlaubt es ihm, jenen Händlern und ihrer Logik wirklich erschreckend nahezukommen. Das dürfte auch für deutsche Staatsbürger aufschlussreich sein. Schließlich steht die Bundesrepublik auf Platz drei der weltweiten Rangliste.

Lars Meyer

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.