Filmarchiv

Internationales Programm
Score for Joanna Kotze Shelly Silver

Ein Raum, der alles sein kann. Oder auch nichts. Ein vierminütiger essayistischer Bewusstseinsstrom über die amerikanische Choreografin Joanna Kotze – und Umweltverschmutzung im Mittelmeer.

Score for Joanna Kotze

Dokumentarfilm
Italien,
USA
2019
4 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Shelly Silver
Shelly Silver
Shelly Silver
Shelly Silver
Shelly Silver
Shelly Silver
Maureen McLane
Ein imaginärer Raum, der alles sein kann. Oder auch nichts. Ein Raum, der alles ist, was man möchte. Tänzer vereinnahmen Orte und verwandeln sie in einen unwiderstehlichen Sog – so auch die amerikanische Choreografin Joanna Kotze, für die diese essayistische Wort-Bild-Partitur geschrieben wurde. Shelly Silver hat einen vierminütigen assoziativen Bewusstseinsstrom entworfen, der zudem auch mit Umweltverschmutzung im italienischen Mittelmeer abrechnet.

Julia Weigl

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
My Home, in Libya Martina Melilli

Mithilfe des jungen Mahmoud blickt die Regisseurin aus dem italienischen Padua aus der Ferne nach Tripolis – auf der Suche nach der Geschichte ihrer Großeltern.

My Home, in Libya

Dokumentarfilm
Italien
2018
66 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Edoardo Fracchia, Stefano Tealdi, Elena Filippini
Martina Melilli
Nicola Ratti
Nicola Pertino
Enrica Gatto
Martina Melilli
Matteo Valeri
Der Urgroßvater der Regisseurin emigrierte Mitte der 1930er Jahre, mitten im Kolonialkrieg, den Italien gegen Libyen führte, von Sizilien nach Tripolis und beschloss zu bleiben. Aus Gesprächen mit ihrem Großvater in Padua, aus Fotos, coram publico improvisierten Straßenskizzen, Polaroids und Erinnerungen formt Martina Melilli das Bild einer Stadt in der Ferne. Da die Filmemacherin kein Visum für Libyen bekommt, bittet sie den jungen Mahmoud, ihr Auge in Tripolis zu sein. Aus den Chats zwischen ihr und ihm ergibt sich ein komplexes Bild der wechselvollen und teils gewalttätigen Beziehungen zwischen Italien und Libyen, aber auch ein neuer Blick auf den Alltag der beiden. Die Suche nach der richtigen Tür, dem passenden Balkon zu den Erinnerungen der Großeltern, nach den Brachen, in denen in Tripolis einst Kinos ihr Alltagsgeschäft verrichteten, stehen neben der Gegenwart: Stagnation in Libyen, Sterben im Mittelmeer, Kommunikation via Internet. „Ich will so nah rankommen, wie ich kann“, postuliert eine eingeblendete handschriftliche Notiz. Die Nähe stellt sich her: auf Umwegen, auf Umbildern, auf Umschriften – vermittelt und in ihrer Vermitteltheit authentisch.

Fabian Tietke

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Internationales Programm
Open to the Public Silvia Bellotti

Zwischen Kratzbürstigkeit und gemeinsamem Lächeln – die Beratungsstelle für Sozialmieter in Neapel als Lebensbühne und gemeinsame Gefühlsfront gegen das bunte Tier der Bürokratie.

Open to the Public

Dokumentarfilm
Italien
2017
60 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Antonella Di Nocera
Silvia Bellotti
Silvia Bellotti
Silvia Bellotti
Lea Dicursi
Silvia Bellotti
Marco Saitta
Morgengrauen in Neapel, Leuchtstoffröhren öffnen blinzelnd ihre Augen in einem Büro. Sie wecken mit ihrem Licht in den hohen cremefarbenen Altbauräumen die Registraturen und Stapel von Pappheftern, aus denen einzelne Formulare hervorlugen und auf lange Vorgänge verweisen. Die Ruhe erstirbt in aufkommendem Gemurmel und ersten Unmutslauten: Ein Vordrängler an einem der beiden wöchentlichen Öffnungstage der Beratungsstelle für Sozialmieter. Der Tag nimmt Fahrt auf. Die adrett gekleidete Signora – eine von den auffällig vielen Witwen – und der lässige Berater spielen leidenschaftlich ihre Rollen zwischen Kratzbürstigkeit und gemeinsamem Lächeln: „Sie lassen uns nie ausreden.“ – „Bei dem Mist, den ich mir von den Leuten anhören muss, ist es besser, wenn ich spreche.“ Und ganz beiläufig hat die Hand wieder eine Papierseite an den richtigen Platz verbracht.

Vier Tische in einem Raum mit offener Tür zu den Wartenden im Gang – Silvia Bellottis Film tänzelt dezent um Gespräche, quetscht sich wachsam in der Enge dieser besonderen Lebensbühne in Position. Hier verhandeln Verzweifelte, Fordernde, Einsichtige mit den Beraterinnen und Beratern über existenzielle Wohnungsnöte. In dem Gewusel befinden sich die Angestellten und Psychologen des Alltags an der Gefühlsfront, versuchen das bunte Tier der Bürokratie zu zähmen und eine Lücke in den unzähligen Vorschriften für ihre Klienten zu finden.

André Eckardt


Lobende Erwähnung Healthy Workplaces Film Award

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Pierino

Dokumentarfilm
Italien
2018
70 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Andrea Zanoli
Luca Ferri
Luca Ferri, Samantha Angeloni
Stefano P. Testa
Stefano P. Testa, Luca Ferri
Luca Severino
Pierino ist ein Rentner mit heiterem Gemüt, alleinstehend und Filmliebhaber. Sein strukturierter Alltag verläuft nach dem immer gleichen Wochenrhythmus. Montags und freitags Einkaufen sind Fixpunkte, genauso wie der regelmäßige Besuch am Grab der Mutter oder beim Frisör – außer das Wetter spielt gerade nicht mit.

Luca Ferri begleitet den gut organisierten Pensionär ein Kalenderjahr lang, beginnend im Januar. Die Aufnahmen sind an seinen Zeitplan angepasst. So finden ihre Treffen jeden Donnerstag exakt um 10:30 Uhr statt und beginnen mit einem Wochenrückblick. Pierino lässt sich von der Kamera nicht stören, denn er kommentiert gern, was er erlebt. Er erweist sich als Zeitgenosse mit detailliertem Gedächtnis und großem Allgemeinwissen. Die Akribie seines Protagonisten schlägt sich nicht nur in der Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der vom Filmemacher anberaumten Drehtermine nieder, sondern auch in den filmischen Gestaltungsmitteln. Die Patina der seit Jahren unveränderten Wohnung findet ihre kongeniale Entsprechung in der Musik der Siebziger und in der Materialität: Aufgenommen auf VHS ist der Film eine Verneigung vor der analogen Zeit, die sich im Bild genauso manifestiert wie in Pierinos unzähligen Filmnotizbüchern und in seiner Videokassettensammlung. Die liebevoll-schräge Chronik eines unscheinbaren Alltags.

Annina Wettstein

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Una Primavera

Dokumentarfilm
Österreich,
Deutschland,
Italien
2018
80 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Johannes Schubert
Valentina Primavera
Macarena Solervicens
Valentina Primavera
Federico Neri
Valentina Primavera
Valentina Primavera, Macarena Solervicens
Die Fotos aus der Zeit, in der Fiorella und Bruno geheiratet haben, tragen den Index einer verlorenen Epoche. Die Braut – weißes Kleid, Spitzenschleier – blickt leicht nach oben. Eine Art Marienbildnis. Der Bräutigam – schwarzes Haar, schwarzer Anzug – richtet den Blick ins Objektiv: durchdringend und dunkel. Ob sie ihn damals geliebt habe, könne sie nicht sagen, meint Fiorella, die sich gerade das schwere, enzyklopädisch große Hochzeitsalbum auf den Schoß gelegt hat. 40 Jahre liegen zwischen jenen Aufnahmen und der Gegenwart dieses Films – 40 Jahre eines Selbstverlusts, wie Fiorella einmal unter Tränen erzählt.

Valentina Primavera, die jüngste Tochter der Eheleute, reist nun mit der Kamera zurück ins Elternhaus, um eine jahrzehntelange Geschichte des Streits, der Beleidigungen und der häuslichen Gewalt frei- und offenzulegen. Und sie begleitet ihre Mutter bei dem Versuch, sich nach 40 Jahren Ehe endlich und endgültig von ihrem Mann zu trennen. Die Kamera ist ein gnadenloser Apparat. Ihre Gnadenlosigkeit auszuhalten – darin liegt die physische Kraft und Anstrengung dieses Films.

Lukas Stern


Nominiert für den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

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Die fünfte Himmelsrichtung

Dokumentarfilm
Deutschland,
Italien
2017
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Martin Prinoth, Valerio B. Moser, Andreas Pichler
Martin Prinoth
Max Andrzejewski, Marco Mlynek
Jytte Hill
Martin Prinoth
Martin Prinoth, Akın E. Şipal
Martin Prinoth
Das Drama spiegelt sich in geologischen Dimensionen, in urgeschichtlichen Tiefen. Woher kommt die Sehnsucht des Menschen zu erfahren, wie die Welt entstand? Woher kommen wir? In den Gesteinen aus der Tiefe des Ozeans steckt der Sternenstaub, die Urmaterie, die Antwort auf die Frage. Der Ursprung allen Lebens lässt sich erforschen. Der Ursprung eines ganz bestimmten Lebens jedoch nicht unbedingt.

Martin Prinoth hat seinen Film bis auf den Meeresgrund gebracht – dorthin, wo das Urgestein liegt. Und dorthin, wo die Leiche seines Cousins Georg sank, als der 2009 bei einem Flugzeugabsturz über dem Atlantik ums Leben kam. Georg war ein Adoptivkind, genau wie sein Bruder Markus. Sie wurden in Brasilien geboren und zogen als kleine Kinder in ein Dorf in den Dolomiten – ohne jede Kenntnis über ihre Herkunft, ohne zu wissen, wer ihre leiblichen Mütter waren oder sind. Mit besonderer Sensibilität und Aufmerksamkeit begibt sich die „Die fünfte Himmelsrichtung“ auf die Suche nach den Wurzeln und der Identität seiner Protagonisten – von Südtirol bis nach Brasilien und schließlich bis auf den Grund des Meeres.

Lukas Stern


Nominiert für Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts

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Appunti del passaggio

Dokumentarfilm
Belgien,
Italien,
Schweiz
2016
44 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Maria Iorio, Le Souvenir du Présent
Maria Iorio, Raphaël Cuomo
Alessandra Eramo
Gilles Aubry
„Ich habe keine bildliche Erinnerung. Ich erinnere mich an die Empfindungen.“ In ihrem künstlerisch bemerkenswert verdichteten Dokumentarfilm bündeln Maria Iorio und Raphaël Cuomo verschiedene Zeitzeugenaussagen zum persönlichen Bericht einer Italienerin, die 1965 als Arbeitsmigrantin in die Schweiz einreiste. Zentral ist für die Stellvertreterin vieler damaliger Wirtschaftsflüchtlinge aus Südeuropa das Gefühl, ein „vogelfreier Arbeits-Körper“ gewesen zu sein. Sie fühlt sich gedemütigt und kontrolliert durch die Prozeduren in der „Grenzsanität“, durch massive Unterbezahlung, gefährliche Arbeitsbedingungen, psychischen Druck in der Fabrik sowie durch offen geäußerte, verletzende Ressentiments gegenüber dem Fremden.

Der Film ist eine Collage aus Erinnerungsstücken, der eine weibliche Sprecherin ihre Stimme leiht und die bildlich bewusst im Ungefähren bleibt. Im Ungefähren, aber äußerst wirkungsvoll und offensichtlich skeptisch gegenüber realitätsversprechenden visuellen Zeugnissen. Neben verdrehten Detailausschnitten und Negativen von wenigen überlieferten Fotos bieten vor allem ruhige Videoaufnahmen aus der Jetztzeit, etwa die eines verlassenen Gebäudes mit all seinen Gebrauchsspuren, dem Audiobericht der Sprecherin und einer Stimmenperformance den passenden poetischen Raum.

André Eckardt

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The Lives of Mecca

Dokumentarfilm
Italien,
Schweiz
2015
54 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Nicola Genni, Domenico Lucchini, Enrica Viola
Stefano Etter
Mariangela Marletta
Amos Pellegrinelli
Nick Bedo
Dieses Mekka liegt im Westen. Am Strand von Coney Island, Brooklyn. Hierher pilgern seit Jahren einige Virtuosen des erfüllten Müßiggangs, um einer gemeinsamen Leidenschaft zu frönen: American Handball. Die Männer, überwiegend Freaks in fortgeschrittenem Alter, sind wechselseitig Akteure und Zaungäste. In einer Szene diskutieren zwei der Protagonisten über den richtigen Titel für den Film, an dem sie gerade mitwirken. Handball müsste im Zentrum stehen, sagt einer, dem das Spiel ernst und sein Geist heilig ist. Der andere will, dass es um die Fauna der Existenzen geht, die hier ums Spiel herum ins Kraut schießen: the lives of Mecca.

Es ist Patrick, der das sagt. Und der ist so etwas wie ein heiter-pantheistischer Philosoph. Manchmal hat er auch die Hoheit über die Musik, die hier aus dem alten Gettoblaster dröhnt, und er ist der Therapeut auf diesem sympathischen Flecken Erde. Ihm zur Seite stehen Aufschneider und Verschlossene, Kinder und Alte, Zerrissene und Gelassene. Jeder für sich ist ein begnadeter Performer der eigenen Geschichte(n). Worum es eigentlich geht: die Vielfalt der Ränder. Das Drunter und Drüber des Alltags. Die volle Energie des Sports. Und die totale Entspannung des nachbarschaftlichen Miteinanders.

Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Internationales Programm
Haircut Virginia Mori

Eine Schülerin und eine Lehrerin, allein in einem kargen Klassenraum. Vordergründig geht es um die Frisur des Mädchens. Aber was entspinnt sich da um den langen Zopf: ein Machtspiel, ein Showdown, oder ist es nur ein Fantasiegespinst?

Haircut

Animationsfilm
Frankreich,
Italien
2014
8 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Pascaline Saillant
Virginia Mori
Andrea Martignoni
Lola Capote Ortiz
Virginia Mori
Virginia Mori
Andrea Martignoni
Eine Schülerin und eine Lehrerin, allein in einem kargen Klassenraum. Vordergründig geht es um die Frisur des Mädchens. Aber was entspinnt sich da um den langen Zopf: ein Machtspiel, ein Showdown, oder ist es nur ein Fantasiegespinst? Virginia Mori zeichnete ein Jahr lang mit Bleistift und Kugelschreiber auf Papier. Ihre 3.000 Zeichnungen verdichten sich mit der Musik von Andrea Martignoni zu einem so melancholischen wie traumartigen Kammerspiel um Macht und Unterwerfung.

Nadja Rademacher

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Internationales Programm
Winter Love Isabel Herguera

Eine Winterlandschaft in Spanien, Jäger durchstreifen das Feld, kahle Sträucher ragen in den Himmel. Isabel Herguera versammelt in ihrem atmosphärischen Animationsfilm eine verträumte Tischgesellschaft aus Mensch und Tier zum melancholischen Klang der Gitarre.

Winter Love

Animationsfilm
Italien,
Spanien
2015
8 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Isabel Herguera, Alessandro Ingaria
Isabel Herguera
Gianmarco Serra
Arun Prakash
Gianmarco Serra
Ranjeeta Rajeevan, Arun Prakash, Isabel Herguera
Isabel Herguera, Gianmarco Serra, Alessandro Ingaria
Gianmarco Serra, Xabi Erkizia
Eine Winterlandschaft in Spanien, Jäger durchstreifen das Feld, kahle Sträucher ragen in den Himmel. Isabel Herguera versammelt in ihrem atmosphärischen Animationsfilm eine verträumte Tischgesellschaft aus Mensch und Tier zum melancholischen Klang der Gitarre. „Love me without talking“ – das Schweigen verbindet, beschwört sogar die mythische Vergangenheit herauf und vereint ganz nebenbei Malerei und Cutout. Ein leidenschaftlicher Appell, nach innen zu horchen, statt auf das Geraune der Welt.

Lars Meyer

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Internationales Programm
Last Call Enrico Cerasuolo

Die Geschichte eines legendären Buches, das die Welt verändern wollte: „Die Grenzen des Wachstums“, der Club of Rome, seine Gründer, und was aus ihnen und ihren Ideen wurde.

Last Call

Dokumentarfilm
Italien
2013
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Massimo Arvat, Ingunn Knudsen
Enrico Cerasuolo
Gregorio Caporale, Antonio Raspanti, Tommaso Cerasuolo
Krister Johnson
Marco Duretti
Tommaso Cerasuolo, Pietro Luzzati, Tipper
Enrico Cerasuolo
Torstein Nodland
Wachstum scheint die Antwort auf alle Herausforderungen unserer Gesellschaft zu sein – glaubt man den Politikern, die uns regieren. Als ob nicht bereits vor 40 Jahren ein Buch mit dem warnenden Titel „Die Grenzen des Wachstums“ mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet worden und zum Bestseller avanciert wäre. Eine Gruppe internationaler Wissenschaftler, vereint im „Club of Rome“, hatte deutlich auf die Gefahren des Klimawandels hingewiesen. Was zu tun sei, legten sie offen. Die Autoren des Buches waren jung und optimistisch, aus heutiger Sicht sogar erstaunlich naiv. 40 Jahre später treffen wir sie wieder.
Diverse Krisen und Schocks haben die Menschheit nicht dazu bringen können, vom kurzfristigen zum langfristigen Denken überzugehen. Was sind die Lehren aus der Geschichte? Sind wir lernresistent? Gibt es noch eine Chance, einen „last call“? Die einstigen Gründer des Clubs haben dazu inzwischen unterschiedliche Gedanken entwickelt. Doch eines scheint sicher: Die Optionen, die vor 40 Jahren noch bestanden, gibt es nicht mehr. Der Film verfolgt Entstehung, Rezeption und Verteidigung jenes legendären Buches, das die Welt hätte verändern sollen. Das umfangreiche Archivmaterial, das zum Einsatz kommt, wird stets in die Gegenwart gespiegelt. Und auf den Spuren des „Club of Rome“ fallen immer wieder stimulierende Denkaufgaben ab.

Lars Meyer

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Internationales Programm
On the Art of War Luca Bellino, Silvia Luzi

Der lange Kampf italienischer Arbeiter für ihren Betrieb: Besetzung, Streik und zermürbende Bürgerkriegsmanöver. Komplexe Untersuchung zwischen heißer Agitation und kalter Analyse.

On the Art of War

Dokumentarfilm
Italien,
USA
2012
85 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Giovanni Pompili, Margherita Di Paola, Claudia Antonucci
Luca Bellino, Silvia Luzi
Nicolò Mulas
Vania Tegamelli, Giorgio Carella
Luca Bellino
Luca Bellino, Silvia Luzi
Paolo Benvenuti, Stefano Grosso, Marzia Cordò
Am 31. Mai 2008, einem ruhigen und sonnigen Samstag, traf sich die Belegschaft eines Montagewerks für Schwermechanik aus Milano-Lambrate zu einem Picknick. Kaum waren die Stullen ausgepackt, erreichte sie eine kurze Mitteilung des damals aktuellen Besitzers, der das Werk erst 2006 erworben hatte: „Wir haben beschlossen, ab dem 31. Mai 2008 sämtliche Aktivitäten einzustellen.“
Der Film von Luca Bellino und Silvia Luzi macht den langen Kampf der 50 Arbeiter nachvollziehbar. Er begann an jenem Tag mit einer Betriebsbesetzung, führte zur Fortsetzung der Produktion in Eigenregie und mündete nach einer ersten Räumung durch die Polizei in einem unbefristeten Streik vor den Werkstoren, der den klammheimlichen Abtransport der Maschinen verhindern sollte. Am 2. August 2009 griff schließlich ein Großaufgebot der Polizei mit einem Bürgerkriegsmanöver die Streikenden an, woraufhin fünf von ihnen einen Industriekran auf dem Gelände kaperten und über mehrere Wochen besetzt hielten. Die Entschlossenheit der AktivistInnen löste eine breite internationale Unterstützerwelle aus und erregte große mediale Aufmerksamkeit, was schließlich gar zu einer langfristigen Einigung in diesem Konflikt beitrug. Bellino und Luzi gelingt die komplexe filmische Untersuchung eines intensiv gelebten Beispiels anarchosyndikalistischer Theorie und Praxis in Italien, souverän ausbalanciert zwischen heißer Agitation und kalter Analyse.

Ralph Eue

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Internationales Programm
The Valley of the Jato Caterina Monzani, Sergio Vega Borrego

Verseuchter Fluss, kaputter Sendemast, Kampf gegen die Mafia – Pino, Kette rauchender Patron eines sizilianischen Lokalsenders, erledigt alles. Turbulentes Plädoyer für unabhängigen Journalismus.

The Valley of the Jato

Dokumentarfilm
Italien,
UK
2012
67 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Caterina Monzani, Sergio Vega Borrego
Caterina Monzani, Sergio Vega Borrego
Roger Goula
Sergio Vega Borrego
Sergio Vega Borrego
Zhe Wu
Als Lokaljournalist und Patron muss man alles selber machen: in Fabriken und auf den Straßen mit Menschen sprechen, Namen recherchieren, Kommentare schreiben, auf den „News Chair“ springen und die (zweistündigen!) Nachrichten einsprechen, die Belegschaft anschnauzen, Wasserproben aus dem verseuchten Fluss entnehmen und untersuchen lassen, vom 105. Geburtstag einer Einwohnerin berichten, mit einem kleinen Schraubendreher den Sendemast des Kanals reparieren, die Frau mit einem Kuss bei Laune und den ganzen Betrieb über Wasser halten. Der hagere, schnauzbärtige und stets hektisch Kette rauchende Pino Maniaci ist eine Institution in Partinico, einer Stadt in der Provinz von Palermo auf Sizilien. Mit seiner gesamten Familie betreibt er den örtlichen Fernsehkanal und führt durch schonungslose Offenlegung einen erbitterten Kampf gegen die Mafia, die immer wieder ebenso erbittert zurückschlägt. Alle Hoffnungen der gebeutelten Bevölkerung ruhen auf ihm. Doch ein Gesetz zur Digitalisierung des Fernsehens droht, den kleinen Kanal finanziell in die Knie zu zwingen …
Caterina Monzani und Sergio Vega Borrego erzählen in der turbulenten Art italienischer Komödien von einem modernen Don Quichote im Kampf gegen die Windmühlenflügel von Korruption und Kapitalismus. Vor allem zeigen sie, dass das Sterben des unabhängigen Lokaljournalismus einen unersetzlichen Verlust für die Demokratie bedeutet.

Grit Lemke

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Internationales Programm
Isqat al Nizam - At The Regime Border Antonio Martino

Erkundungen an der syrischen Grenze, Begegnungen mit Flüchtlingen, desertierten Militärs, Internet-Aktivisten. Blut, Schläge, Folter, Exekutionen. Eine erschütternde Grenz-Erfahrung.

Isqat al Nizam - At The Regime Border

Dokumentarfilm
Italien
2012
78 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Roberto Ruini, Pulsemedia
Antonio Martino
Mario Romanazzi, Valerio Pellegri, Vincenzo Scorza
Antonio Martino
Giuseppe Trepiccione, Simone Incerti Zambelli
Giordano Raggi
Diego Schiavo
Grenzerfahrungen bietet dieser heftige Film über die syrische Revolution in vielfacher Hinsicht. Da ist zum Einen der im Exil lebende Journalist, der an der türkisch-syrischen Grenze Material für einen TV-Sender der Opposition sammelt. Er trifft auf Landsleute aus allen Bevölkerungsteilen - desertierte Soldaten, Internet-Kämpfer, Flüchtlinge. Die Kamera ist in diesen O-Ton Passagen wie festgefroren, die Schatten auf den Gesichtern scharf: Erzählungen über den Beginn der Revolution, über tote Freunde und Geschwister. Dann sind da die verstörenden You Tube-Filme, die täglich zu Hunderten entstehen - das System läuft Amok. Soldaten, die mit schweren Stiefeln auf den Köpfen gefesselter Demonstranten herumspringen. Soldaten, die einen Gefangenen abknallen. Soldaten, die ganze Städte als Geisel nehmen. Befehl an die Scharfschützen: Handyfilmer erschießen! Auf dem Rücksitz eines Taxis verblutet ein junger Mann, der eben noch gedreht hat. Sein Bruder macht weiter. Upload ins Netz. Irrsinnigerweise filmen sich die Agenten des Systems gegenseitig bei ihrer Arbeit. Folter vor laufender Kamera. Exekutionen. Und Schläge, Schläge, Schläge. Hier existiert keine Grenze mehr. Schließlich die Panik in der Stimme eines jungen Mädchens, als sie sieht, wie die Soldaten das Haus der Eltern stürmen. Und wir, die wir zuschauen? Wir lassen die Staatsmänner und Sonderbotschafter und Bevollmächtigten ihr Spiel um Öl und Stützpunkte und Geopolitik treiben. So müde sind wir geworden der vielen Bildern, die uns überfluten - und so kraftlos. Dennoch - zur Veröffentlichung des Entsetzens existiert keine Alternative. Das Aufbegehren kreisti im Netz. Die Fieberkurve steigt.
– Matthias Heeder

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