Filmarchiv

Countries

Nuit

Dokumentarfilm
2018
15 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Ann Aurebekk
Ann Holmgren
Nikolai Aurebekk Handeland, Erik Ljunggren
Ann Holmgren
Ann Holmgren
Erik Ljunggren
Vorstellungen von Schönheit unterliegen kulturell geprägten Normen. Die Protagonistin Nuit kann diese Konventionen nicht kennen: Seit ihrer Geburt ist sie blind. Die Blindheit betreffe auch ihr Bewusstsein für soziale Regeln, so die Erzählerin. Es entsteht ein sehr eigenwilliges und unbequemes Porträt einer verwahrlosten Frau, gefilmt in ihrem Reich. Das Porträt konfrontiert uns Zuschauende mit unseren Sehgewohnheiten und ästhetischen Regeln und gibt einer Ausgestoßenen Würde und Ermächtigung.

Annina Wettstein

Exit

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Eirin Gjørv
Karen Winther
Michel Wenzer
Peter Ask
Robert Stengård
Karen Winther
Yvonne Stenberg, Gisle Tveito
Bildung DOK Leipzig Logo

Dokumentarfilm über Wege aus dem Extremismus

 

Altersempfehlung: ab 14 Jahre
Klassenstufen: ab 9. Klasse

Themen: Extremismus, Rassismus, Gewalt, Schuld, Neuanfang, Ausstieg
Unterrichtsfächer: Gemeinschaftskunde, Religion, Ethik, Politik, Deutsch, Philosophie

 

Zum Inhalt

Als Karen Winther wegen eines Umzugs alte Kisten in die Hände fallen, ist sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Gleich obenauf liegen Aufkleber mit Hakenkreuzen, daneben eine Kassette mit der Aufschrift „Blitz“ und „Hits“, einiges anderes Material mit Reichsadlern. Vor zwanzig Jahren schloss sie sich einer rechtsextremistischen Organisation in Norwegen an, suchte dort das Abenteuer und Gleichgesinnte. Heute schämt sie sich für dieses Material und für das, wofür es steht: ihre Zeit als Rechtsextreme. „Exit“ ist Karen Winthers Weg, die eigene Geschichte zu verstehen und ein Stück weit Frieden mit sich selbst zu schließen. Sie macht sich auf die Suche nach Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. In den USA trifft sie mehrere Frauen, die jahrelang in der rechten Szene aktiv waren und sich heute gegenseitig unterstützen. Mit Sören, einem ehemaligen Linksextremisten aus Schweden unterhält sie sich darüber, was es heißt, die eigene Meinung mit Gewalt durchzusetzen. In Deutschland besucht sie Ingo Hasselbach, „The Führer of Berlin“, von
dessen Ausstieg aus der ostdeutschen Neonazi-Szene der Wendejahre Winfried Bonengels Film „Führer Ex“ handelt. In Paris lernt sie den ehemaligen Dschihadisten David kennen, der mit den Attentätern der ersten Terroranschläge in Frankreich bekannt war und während seines Gefängnisaufenthalts den Absprung aus der Dschihadisten-Gemeinschaft geschafft hat. Winther interessiert sich vor allem dafür, was ihren Gesprächspartner/innen als Weckruf diente, Gewalt und Radikalismus hinter sich zu lassen. Was gab bei jedem Einzelnen den Ausschlag zum Ausstieg?

Als Karen Winther wegen eines Umzugs alte Kisten in die Hände fallen, ist sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Gleich obenauf liegen Aufkleber mit Hakenkreuzen, daneben eine Kassette mit der Aufschrift „Blitz“ und „Hits“, einiges anderes Material mit Reichsadlern. Vor zwanzig Jahren schloss sie sich einer rechtsextremistischen Organisation in Norwegen an, suchte dort das Abenteuer und Gleichgesinnte. „It‘s embarrassing to look at“, spricht sie im Off-Kommentar. „Exit“ ist ihr Film, ihre Geschichte und doch weist die Handlung schnell in andere Richtungen, bleibt nicht im eigenen Gefüge verhaftet. Winther reist in die USA, um Frauen zu treffen, die sich ebenfalls im rechtsextremen Milieu bewegten. Sie sitzt mit einem ehemaligen linksextremen Aktivisten im Auto und unterhält sich über eine prägende Begegnung, viele Jahre zuvor. Sie lernt Ingo Hasselbach, „The Führer of Berlin“, kennen, von dessen Ausstieg aus der ostdeutschen Neonazi-Szene der Wendejahre Winfried Bonengels Film „Führer Ex“ handelt. Und sie kommt mit einem Ex-Dschihadisten zusammen, der seine Strafe in einem Pariser Gefängnis abgesessen hat. Neben überraschend verbindenden Motivationen und Erfahrungen teilen alle Schwierigkeiten, die mit ihren „Exits“ zusammenhängen, Schuldgefühle, aber auch Gefährdungen seitens noch aktiver Mitglieder.



Carolin Weidner





Ausgezeichnet mit dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts, mit dem Young Eyes Film Award und dem Gedanken-Aufschluss-Preis der Jury aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen Strafgefangenen der JSA Regis-Breitingen


The Shape of Now

Dokumentarfilm
2018
70 Minuten
Untertitel: 
englische
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Augusto Cesar Sandino, Emil Olsen, Manuel Correa
Manuel Correa
Simón Mesa Giraldo
Manuel Correa, Angelica Toro, John Jarlen Quiroz
Manuel Correa
Sebastián Munera, Manuel Correa, Francisco Londoño, Emil Olsen
Francisco Londoño, Emil Olsen
Am Anfang arbeitet sich ein Insekt aus dem Boden – angestrengt, um Orientierung bemüht, den schweren Sand von den Flügeln streifend. Aus der Erde kommend, durchstößt es die Oberfläche des Planeten und dreht sich einmal um die eigene Achse, ganz so, als sähe es sich um in jener Gegenwart, in die es gerade erst hineingekrochen kam. Manuel Correas experimenteller Dokumentarfilm hat große Ähnlichkeit mit diesem arbeitsamen Tier, an dessen Körper noch der Boden klebt, dessen Sicht noch trüb, dessen Flügelschlag noch träge ist.

Schätzungen zufolge haben etwa 200.000 Menschen in Kolumbiens 50 Jahre andauerndem Bürgerkrieg ihr Leben verloren. Weitere 25.000 Menschen wurden entführt, viele gelten bis heute als vermisst. Als im November 2016 der Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC-Rebellen geschlossen wurde, verbannte man zwar die Waffen aus dem Konflikt. Die Bevölkerung des Landes sieht sich seither aber auch mit der schier unlösbaren Aufgabe konfrontiert, sich auf eine gemeinsame Vergangenheit einigen zu müssen. Aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln wirft „The Shape of Now“ Licht auf diesen kräftezehrenden Prozess und damit auf die bleierne Gegenwart Kolumbiens. Und ebenso wie die Menschen des Landes – die Überlebenden, die trauernden Mütter, die Historiker und die Experten – ist auch dieser Film noch ganz im Modus einer ersten Orientierung.

Lukas Stern
Internationales Programm
Childhood Margreth Olin

Ein Waldidyll – Lebenswelt einer Gemeinschaft von Vorschulkindern, die nichts sollen als spielen. Ohne Kommentare und (fast) ohne Erwachsene erkundet Margreth Olin ein Kindheitsparadies.

Childhood

Dokumentarfilm
2017
90 Minuten
Untertitel: 
englische
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Margreth Olin
Margreth Olin
Rebekka Karijord
Øystein Mamen
Helge Billing, Michal Leszczylowski
Margreth Olin
Andreas Lindberg Svensson
Ein idyllischer Ort mitten im Wald – Lebenswelt einer Gemeinschaft von Kindern. Kurz vermittelt sich sogar der Eindruck, dass sie hier ganz auf sich gestellt sind. Doch das Gelände gehört zu einem Kindergarten, der ganz ohne verquere Vorstellungen von frühkindlicher Bildung auskommt. Es gilt das Prinzip, dass Kinder von ganz allein lernen. Mit allem, was der Wald hergibt, werden Fantasiefiguren gebaut, Steckenpferde geschnitzt, ganze Küchen eingerichtet. Sie haben keine andere Aufgabe, als zu spielen – mit den anderen und mit der Natur. Nur am Rande tauchen die Erwachsenen auf. Ihnen kommt die Rolle der Begleiter zu. Sie geben Anregungen, leiten die Kinder wie nebenbei dazu an, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. Eine wunderschöne Szene ergibt sich im Winter: Zwei Kinder sitzen friedvoll unter einem Busch, essen Gummibärchen aus Schnee und gehen gedankenverloren in ihrem So-Tun-als-ob auf. Doch auch die schönste Kindergartenzeit geht zu Ende. Wenn die Schule beginnt, heißt es Abschied nehmen vom Waldparadies.

Ein Jahr lang hat Margreth Olin die Kinder im Alter von Eins bis Sechs in ihrem Lebensraum beobachtet. In perfekter Direct-Cinema-Manier verzichtet sie gänzlich auf erklärende Kommentare oder Gespräche unter Erwachsenen. Allein das Spiel und das Interagieren der Kinder im Wechsel der Jahreszeiten geben die Dramaturgie des Films vor.

Lina Dinkla
Internationaler Wettbewerb Animadok
Mum’s Hair Maja Arnekleiv

Als Maja 16 Jahre alt war, bekam ihre Mutter, die Filmemacherin Anita Killi, Krebs. Keiner wusste, was passieren würde. Aber die ganze Familie ahnte, dass ein Reservoir an guten Erinnerungen helfen könnte.

2017

Mum’s Hair

Animadok
2017
6 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Maja Arnekleiv
Maja Arnekleiv
Mattis Sørum
Maja Arnekleiv
Jan Otto Ertesvåg
Maja Arnekleiv
Mattis Sørum
Als Maja 16 Jahre alt war, bekam ihre Mutter, die Filmemacherin Anita Killi, Krebs. Keiner wusste, was passieren würde. Aber die ganze Familie ahnte, dass ein Reservoir an guten Erinnerungen helfen könnte, die schwierige Zeit zu überstehen. Aus über 2.000 Einzelbildern, die Maja innerhalb von zwei Jahren aufnahm, entstand ein berührender animierter Dokumentarfilm, der deutlich zeigt, dass es nicht auf die Haare ankommt, sondern auf das Lächeln darunter.

Luc-Carolin Ziemann



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb animierter Dokumentarfilm;
Nominiert für Young Eyes Film Award

Thea

Dokumentarfilm
2016
14 Minuten
Untertitel: 
englische
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Elisabeth Aspelin, Halvor Nitteberg
Halvor Nitteberg
Bernt Syvertsen
Øystein Mamen
Anette Stålem Flittig, Elisabeth Aspelin
Bernt Syvertsen, Mats Støten
Eine schwere Krankheit ist noch lange kein Grund für schlechte Laune. Thea hat Epilepsie und liebt es, Witze zu erzählen – am lautesten lacht sie selber.

Lina Dinkla

When I Hear the Birds Sing

Animationsfilm
2016
7 Minuten
Untertitel: 
englische
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Trine Vallevik Håbjørg
Trine Vallevik Håbjørg
Kouame Sereba, Erik Wøllo
Morten Øvreås
Øyvind Tangseth, Trine Vallevik Håbjørg
Trine Vallevik Håbjørg
Øyvind Rydland
Fünf Jugendliche erinnern sich an den Krieg an der Elfenbeinküste. Jetzt, im Flüchtlingscamp, können sie wieder lachen und Pläne machen für die Zukunft.

Lina Dinkla
Kids DOK
Daughter of Guang Nan Michael Mellemløkken

Yanxuan in den südchinesischen Bergen ist zehn und liebt, was alle Mädchen lieben: Singen und Tanzen wie die Stars im Fernsehen. Am sehnlichsten aber wünscht sie, ihren Geburtstag mit der ganzen Familie zu feiern.

Daughter of Guang Nan

Dokumentarfilm
2016
14 Minuten
Untertitel: 
englische
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Binbin Cai
Michael Mellemløkken
Michael Mellemløkken
Rune van Deurs
Yanxuan in den südchinesischen Bergen ist zehn und liebt, was alle Mädchen lieben: Singen und Tanzen wie die Stars im Fernsehen. Am sehnlichsten aber wünscht sie, ihren Geburtstag mit der ganzen Familie zu feiern. Doch die Eltern arbeiten weit entfernt.

Eternal Hunting Grounds

Animationsfilm
2016
19 Minuten
Untertitel: 
englische
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Ingvil Giske
Elin Grimstad
Sam Mcloughlin, Alison Cooper
Urmas Jõemees
Robert Stengård
Triin Sarapik-Kivi
Elin Grimstad
Yngve Sætre
Ein silbrig glänzender Fisch, ein weißer Hase, ein kleiner Spatz – zwei Kinder suchen am Meer und im Wald tote Tiere und begraben sie auf ihrem bunten Friedhof mit dem Namen „Ewige Jagdgründe“. Die ehrliche und zugleich magische Geschichte von Elin Grimstad lässt die Kinder bei ihren Abenteuern entdecken, was der Tod bedeutet. Sie nimmt sofort mit ihrer sehr plastischen und materialreichen Gestaltung, ihrer lebendigen Klangwelt sowie durch ihre gefühlvolle Erzählerinnenstimme ein.

André Eckardt



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube für den besten kurzen Animationsfilm (Internationaler Wettbewerb kurzer Dokumentar- und Animationsfilm);
Nominiert für mephisto 97.6 Publikumspreis

Internationaler Wettbewerb Kurzfilm
Heritage Charlotte Thiis-Evensen

Christian nimmt in regelmäßigen Abständen Videos auf, die er seinem kleinen Sohn als Erinnerung mit auf den Weg geben möchte. Darin redet er über die Zukunft und ein Leben, das er nicht mehr teilen wird.

2015

Heritage

Animadok
2015
21 Minuten
Untertitel: 
englische
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Carsten Aanonsen
Charlotte Thiis-Evensen
Eivind Buene
Christian Flatlie, Charlotte Thiis-Evensen
Vårin Andersen
Kajsa Næss
Christian nimmt in regelmäßigen Abständen Videos auf, die er seinem kleinen Sohn als Erinnerung mit auf den Weg geben möchte. Darin redet er über die Zukunft und ein Leben, das er nicht mehr teilen wird. Er überlegt, was er als Vater erklären muss – so von Mann zu Mann. In der Montage dieser Monologe mit animierten Sequenzen und privaten Aufnahmen umkreist der Film die Frage: Was bleibt von einem, wenn man geht?

---Annegret Richter

Ana Ana (I Am Me)

Dokumentarfilm
2013
75 Minuten
Untertitel: 
englische
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Corinne van Egeraat
Corinne van Egeraat, Petr Lom
Ryuichi Sakamoto
Petr Lom, Nadine Salib, Sondos Shabayek, Sarah Ibrahim, Wafaa Samir
Petr Lom
Jeroen Goeijers
Da, wo Zensur herrscht, schlägt die Stunde der Metaphern. Daran hat auch der Arabische Frühling in Ägypten wenig geändert. Die traditionellen Rollenzuschreibungen für Frauen sind die gleichen geblieben. Vorsichtig versuchen vier junge Künstlerinnen aus Kairo, diesen schmalen Grat zwischen Poesie und Verbot in ihren Arbeiten auszuloten. Unter dem Kopftuch müssen sie nach wie vor ihre Wünsche nach Kreativität und Selbstverwirklichung ebenso wie eigene Vorstellungen von Sexualität und Körperlichkeit verbergen. Diesen Zwiespalt zwischen Sein und Schein übersetzt der Film in oszillierende Bilder, die etwas von der Angst und der Anspannung, in der sich die Frauen befinden, erahnen lassen.
Kennengelernt haben der kanadische Regisseur tschechischer Herkunft Petr Lom und die Niederländerin Corinne van Egeraat die vier Theater-, Foto- und Videokünstlerinnen während eines Workshops. Seit 2011 arbeiten sie gemeinsam an diesem Projekt, nicht nur als Akteure, sondern als Co-Autorinnen. Ihre künstlerischen Objekte und Performances fächern ein Kaleidoskop von Assoziationen auf, die die Bildwelt des Films prägen. Altmeister Ryūichi Sakamoto lieferte dazu einen zurückhaltenden, aber wirkungsvollen Score. So ist „Ana Ana“ am Ende ein Poem, das politischer nicht sein könnte.
Cornelia Klauß

Mama arbeitet im Westen – Eine Kindheit in Polen

Dokumentarfilm
2014
58 Minuten
Credits DOK Leipzig Logo
Anita Rehoff Larsen, Tone Grøttjord
Åse Svenheim Drivenes
Eirik Myhr
Michał Jarosiński, Jacek Gruszka
Åse Svenheim Drivenes
Håkon Lammetun, Petter Fagerlund, Bartosz Idzi
Katja Wildermuth
Kuba ist 13 Jahre alt, sein Bruder Mikołaj ist sieben. Kuba weckt seinen Bruder, bittet ihn zu frühstücken, der Kleine weigert sich. Gemeinsam gehen sie Chips kaufen und laufen Hand in Hand nach Hause. Abends sitzen sie daheim und spielen am Computer. Irgendetwas fehlt in diesem Tagesablauf. Wo sind die Erwachsenen?
Kubas und Mikołajs Eltern befinden sich nicht im gleichen Land wie ihre Jungs. Der Vater arbeitet in Schottland, die Mutter in Österreich, und die Söhne warten in Polen ab, dass einer von ihnen wiederkommt. In der Schule darf Kuba nicht erzählen, dass die beiden allein sind, und auch sonst scheint die Konstellation erst ins Wanken zu geraten, als Kuba auffällig wird und an seine Grenzen gerät.
Der Film zeigt auf bestürzende Weise, wie sich mit den Arbeitsmärkten auch Verantwortungen verschoben haben und wirtschaftliche Missstände zu passiver Gewalt gegen die Schwächsten der Gesellschaft führen.

Me and My Moulton

Animationsfilm
2014
15 Minuten
Untertitel: 
keine
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Lise Fearnley, Marcy Page
Torill Kove
Kevin Dean
Alison Burns
Magnhild Winsnes, Bjarte Agdestein, Morten Pedersen, Torill Kove, Jens Hahn, Yin Ko Lee, Linda Manouan, Jo Meuris, Jonathan Ng, Hyun Jin Park
Torill Kove
Håkon Lammetun
Ein siebenjähriges Mädchen, Tochter aus modernistischem Architektenhaushalt, wünscht sich eine ganz normale Familie, ganz normal für das Norwegen der Sechzigerjahre. Aber ihr Vater trägt einen Bart – als einziger Mann in der ganzen Stadt.



Mephisto 97.6 Publikumspreis 2014

Diary From the Revolution

Dokumentarfilm
2012
79 Minuten
Untertitel: 
englische
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Kristine Ann Skaret, Geir Bølstad
Nizam Najjar
John Birger Wormdahl, Bjarne Larsen
Khalifa Elfetory, Sadoon Alamlas, Blade Kushba
Torkel Gjørv
Nizam Najar
Bernt Syvertsen
Das erste Bild: eine Reminiszenz an den Western. Der Regisseur Nizam Najjar in einer staubigen Landschaft. Aber diese Coolness hält er nicht lange durch. Schon in Tripolis lässt er sich vom Freudentaumel nicht täuschen. Teile des Landes sind noch von Militärtruppen Gaddafis besetzt, die Frontlinien in Libyen unübersichtlich. Seit zehn Jahren lebt er im sicheren Exil in Oslo. Nun, da sich sein Land im Umbruch befindet, hält es ihn dort nicht mehr. „Bewaffnet“ mit seiner Kamera geht er unter die Rebellen in Misrata, aus seiner Angst macht er keinen Hehl. Als „einem der ihren“ wird ihm gestattet, über ein Jahr lang zusammen mit den von Haj Siddiq angeführten Freischärlern zu leben. In Form eines Videotagebuchs hält er protokollarisch die Kampfhandlungen, Probleme beim Besorgen von Waffennachschub und das provisorische Lagerleben fest. Ebenso erhellend sind seine Beobachtungen der Al-Gabra-Brigade selbst. Wie ist sie strukturiert, wie verändern sich die Charaktere? Auch wenn sie als Helden sterben würden, so haben doch alle diese jungen Rebellen noch Pläne für das irdische Leben. Der Ruf nach dem „Märtyrertod“ klingt zunehmend wie eine hohle Floskel. Vor allem die charismatische Gestalt Haj Siddiqs steht im Fokus des Filmemachers. Wie ein Patriarch hat er seine Familie und die ehemaligen Mitarbeiter seines Bauunternehmens als Getreue um sich geschart. Sein selbstgefälliger Führungsstil birgt schon das Kalkül für die Machtübernahme nach dem Sieg.

Cornelia Klauß
Animadok
It's Up to You Kajsa Næss

Im Laufe einer Kindheit begegnen einem ständig neue Herausforderungen. Umso wichtiger sind Trost und Ermutigung durch die Eltern. Was aber, wenn der Vater für viele Jahre oder für immer ...

2013

It's Up to You

Animadok
2013
15 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Lise Fearnley
Kajsa Næss
Kim Hiorthøy
Nina Strand, Lise Fearnley
Erik Aster, Torkel Gjørv
Tuva Synnevåg, Jan Otto Ertesvåg, Kajsa Næss, Cathinka Tanberg
Kajsa Næss
Svenn Jakobsen
Im Laufe einer Kindheit begegnen einem ständig neue Herausforderungen. Umso wichtiger sind Trost und Ermutigung durch die Eltern. Was aber, wenn der Vater für viele Jahre oder für immer wegbleibt, weil er im Gefängnis ist? Ein einfühlsamer Film über das Heranwachsen in einer schwierigen familiären Situation.

My Stolen Revolution

Dokumentarfilm
2013
75 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Nahid Persson Sarvestani
Nahid Persson Sarvestani
Adam Norden
Nicklas Karpaty, Makan
Emil Engerdahl, Nahid Persson Sarvestani
Die Archivaufnahmen der Eröffnungssequenz vergegenwärtigen den Alltag im Iran der 1970er Jahre. Vielen Menschen war es möglich, ein „normales Leben zu führen“, während die oppositionellen Gruppen noch Seite an Seite gegen den Schah kämpften. Der wurde gestürzt, „aber die Islamisten waren besser organisiert als wir“. Nahid Persson Sarvestani war damals linke Aktivistin. Nur mit sehr viel Glück und dank der Hilfe ihres Bruders Rostam entging sie der brutalen Gefangenschaft, die Folter, Vergewaltigungen und Massenhinrichtungen bedeutete. Auch Rostam wurde getötet.
Ein eigenwilliges Schuldgefühl bringt Nahid Persson Sarvestani Jahre später dazu, einige der wenigen Überlebenden des Widerstands zusammenzuführen. Die Suggestionskraft der Objekte und Kunstwerke, die in der und durch die Gefangenschaft entstandenen, sowie die erschütternden Erinnerungen der fünf Frauen an ein Regime, das heute immer noch an der Macht ist, werden einem sehr persönlichen Ansatz und dem Diskurs der eigenen Gedanken und Fragen gegenübergestellt. Der Regisseurin gelingt es überdies, von einer tiefen Verbundenheit zu erzählen, indem sie uns mit den bewegenden Gesichtern starker Persönlichkeiten konfrontiert, die sich nicht nur symbolisch von ihrem Tschador befreien.

Claudia Lehmann



Ausgezeichnet mit dem Filmpreis "Leipziger Ring" 2013