Filmarchiv

Jahr

Call Me Tony

Dokumentarfilm
Polen
2017
63 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Klaudiusz Chrostowski, Michał Łuka
Klaudiusz Chrostowski
Wojtek Frycz
Michał Łuka
Sebastian Mialik
Klaudiusz Chrostowski
Olga Pasternak
Al Pacino, Robert De Niro oder Dustin Hoffmann – das sind die Exzentriker, die Nonkonformisten aus Sicht von Konrad. Männer mit besonderem Stil und Intellekt, weswegen die Menschen gar nicht anders könnten, als ihnen ihre ganze Aufmerksamkeit zu schenken. Besonders nah ist dem jungen Polen Al Pacinos „Scarface“-Charakter Tony Montana. Gleich zu Beginn trimmt er in eine seiner Augenbrauen die typische Narbe. Und wenn es zum Abschlussball kein weißer Anzug sein kann, dann wenigstens ein blauer. Dazu löffelt er Kraftnahrung aus seiner Plastikdose, denn Konrad befindet sich mitten in den Vorbereitungen für einen Bodybuilding-Wettbewerb. Er möchte der Welt zeigen, dass auch er besonders ist, dass auch er etwas kann, dass er nicht in der Masse untergehen wird. Konrad will herausstechen und er hat klare Visionen.

Ebenso wie Klaudiusz Chrostowski, der ihn mit Mut zur Pose berahmt, scharfe Schnitte macht und Konrad so auf Kinoformat bringt. Wenn nach dem Wettkampf sein Schulterblick die Kamera trifft, die Bronzefarbe unter der Dusche von seinen Muskeln rinnt oder er in Lederjacke vor einem Kaffeeautomaten steht, dann sind das große Bilder, denen Konrad trotz allem auf erstaunliche Weise gerecht zu werden weiß.

Carolin Weidner


Nominiert für Young Eyes Film Award, MDR-Filmpreis

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

The Magic Mountain

Animadok
Frankreich,
Polen,
Rumänien
2015
87 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Anca Damian, Guillaume de Seille, Joanna Ronnikier
Anca Damian
Alexander Balanescu
Ion Ioachim Stroe
Theodore Ushev, Sergiu Negulici, Raluca Popa, Dan Panaitescu and Tomek Ducki
Anca Damian, Anna Winkler
Frédéric Théry, Sebastian Wlodarczyk
„Manchmal denke ich, dass ich nicht für diese Zeiten gemacht bin.“ Diese lakonische Feststellung des Protagonisten in Anca Damians zweitem animierten Dokumentarfilm markiert früh in der Erzählung dessen Standort: irgendwie verkehrt. Adam Jacek Winkler, polnischer Fotograf, antikommunistischer Dissident, Bergsteiger und Künstler, ist ein unruhiger Geist, immer auf der Suche nach der edlen Sache, für die zu kämpfen und zu sterben sich lohnt. Ein moderner Don Quijote, dessen Besessenheit ihn bis nach Afghanistan führt, wo er sich den Mudschaheddin im Widerstand gegen die Rote Armee anschließt.

Es ist ein romantischer und gleichzeitig zerrissener Held, von dem uns die Regisseurin erzählt. Hierbei verbindet sie Material aus Winklers persönlichem Archiv (Fotos, Skizzen, Videos) mit dem stilistischen Reichtum des künstlerischen Animationsfilms wie Collagen, grafisch verfremdetem Film- und Fotomaterial, Zeichnungen, Knetanimationen oder schlicht bemaltem Papier, das zu einem Gebirge gefaltet wird. Die verschiedenen Techniken greifen die jeweiligen Situationen auf, wodurch es gelingt, die Gefühlswelt des Protagonisten in eine ganz eigene, mal surrealistische, mal absurd-bittere Filmrealität zu übersetzen. „The Magic Mountain“ ist der zweite Teil einer geplanten Trilogie über moderne Helden, auf deren Abschluss man nach diesem Kinoerlebnis mehr als gespannt sein darf.

Mattias Heeder



Ausgezeichnet mit dem MDR Filmpreis 2015

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