Filmarchiv

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Jahr

Of God and Dogs

Dokumentarfilm
2013
11 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Abounaddara Collective
Abounaddara Collective
Abounaddara Collective
Abounaddara Collective
Das Gesicht und die Stimme eines jungen syrischen Kämpfers. Die linke Hälfte seines Antlitzes in tiefem Schatten. Zu hören: eine Erzählung, immer noch glühend von der Erinnerung an eine Vernehmung, zu der er als Verhörspezialist hinzugezogen wurde. Die Worte und Sätze kommen zögernd und gewichtig. Der erste Satz, den er trocken und klar spricht, nachdem er sich rauchend, mit geneigtem Kopf und geschlossenen Augen gesammelt hat: „Ich habe getötet.“ Der Mann, den er am Ende des Verhörs erschoss, war unschuldig, davon ist er überzeugt. Die zehn Männer aber, die dem Verhör beiwohnten, hatten den Verdächtigen schon vorverurteilt, wollten ihren Befund nur legitimiert sehen. Was ein gewöhnlicher Arbeitseinsatz für den jungen Mann hätte sein sollen, wird binnen weniger langer Minuten zur Bewährungsprobe seines Menschseins, und er empfindet, dass er versagt hat. Von diesem Versagen handelt „Of God and Dogs“ und schwingt sich zum großen filmischen Requiem auf: unversöhnt, meisterlich, verzweifelt.
Ralph Eue

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.

Everyday Everyday

Dokumentarfilm
2013
26 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Maia Malas, Madalina Rosca
Reem Karssli
Reem Karssli
Reem Karssli
Reem Karssli
Impressionen einer Wohnung, nur wenige Dinge werden mitgenommen. Eine Fahrt auf dem Rücksitz eines Autos. Dass es ein Außen gibt, ist nur zu erahnen. Ein Schatten auf dem Teppich, der zu einer anderen Wohnung gehört. Dieser Ort sei sicherer. Es gibt einen Balkon, über dessen Brüstung man besser nicht blicken sollte. In der Spiegelung der Fensterscheibe zeigt sich die Frau hinter der Kamera. Immer wieder sind Schüsse zu hören. Es heißt, ein Kiosk sei bombardiert worden. Nein, zwei. Es heißt, die Freie Syrische Armee baue eine Barriere vor dem Haus, das man mit der Vergangenheit, den Träumen und der Hoffnung zurücklassen musste. Mit „jedem Tag“ wachse die Angst. Jeder wisse, dass Syrien frei sei, frei bleibe und keine Diktatur akzeptieren werde, tönt es aus dem Fernseher.
Reem Karssli gelingt mit ihrem Videotagebuch das sensible Porträt einer Familie, deren Mitglieder „jeden Tag“ auf ihre ganz individuelle Art und Weise mit der Realität umgehen müssen, die „noch harscher, noch hässlicher“ sei als das, was eine Kamera einfangen könne. Ein seltenes Dokument, das durch seine extreme Unmittelbarkeit besticht und wohl nur durch ein Wunder diese Wohnung verlassen konnte.

Claudia Lehmann

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautor*innen geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Originaltitel und Namen sind teilweise transkribiert bzw. transliteriert. Wir bitten um Verständnis dafür, dass wir Bildrechte in den Festivalpublikationen sowie bei der Berichterstattung im Einzelnen nicht nachweisen können, und verweisen darauf, dass das Bildmaterial ausschließlich zum Zwecke der Werbung für den Einzelfilm bzw. die Festivalprogramme veröffentlicht wird. Eine Weitergabe an Dritte ist nicht vorgesehen und würde nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Rechteinhaber*innen stattfinden. Die Bildrechte liegen bei der/beim jeweiligen Rechteinhaber*in.