Filmarchiv

Retrospektive
Die Teilung aller Tage Harun Farocki, Hartmut Bitomsky

Ein auf ganz andere Weise moderner Essay über die freie Marktwirtschaft und deren falsche Versprechen. Der Arbeiter möge lernen, sich zu widersetzen.

Die Teilung aller Tage

Dokumentarfilm
1970
31 Minuten
Untertitel: 
englische
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Cinegrafik, WDR
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Lissa Bauer
Carlos Bustamante, Adolf Winckelmann
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Johannes Beringer
Ingrid Oppermann, Gerd Volker Bussäus, Peter Schleh
Harun Farocki, Hartmut Bitomsky
Ein auf ganz andere Weise moderner Essay über die freie Marktwirtschaft und deren falsche Versprechen. Der Arbeiter möge lernen, sich zu widersetzen.

Olaf Möller

Angela Davis Is at Your Mercy

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Vidéo Out Production
Carole Roussopoulos
Carole Roussopoulos
Carole Roussopoulos
Carole Roussopoulos
Ein Agitationsfilm der linksradikalen Filmemacherin Carole Roussopoulos: Als Reaktion auf die Inhaftierung der Philosophin und Bürgerrechtlerin Angela Davis (1944–) trägt der Schriftsteller Jean Genet (1910–1986) ein Pamphlet vor, in dem er die rassistische US-amerikanische Justiz angreift.

Ralph Eue

Kathleen und Eldridge Cleaver in Algier

Dokumentarfilm
1970
25 Minuten
Untertitel: 
keine
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Claudia von Alemann
Claudia von Alemann
Claudia von Alemann
Claudia von Alemann
Claudia von Alemann
Claudia von Alemann
Kathleen Neal (1945–) und ihr späterer Ehemann Eldridge Cleaver (1935–1998), Mitgründer der kommunistischen Black Panther Party, während einer Reise nach Algerien. Aus Eldridge Cleavers Buch „Seele auf Eis“ stammt das berühmte Zitat: „Wir werden Menschen sein. Wir werden es sein, oder die Welt wird dem Erdboden gleichgemacht bei unserem Versuch, es zu werden.“

Ralph Eue

Rosa Luxemburg

Dokumentarfilm
1970
21 Minuten
Untertitel: 
keine
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DEFA-Studio für Dokumentarfilme
Renate Drescher
Ruth Zechlin
Jürgen Bahr, Bernd Merten
Evelyn Eweleit
Renate Drescher, Günter Radczun
Manfred Wagner, Irma Münch
Erika Wiens
Eine dokumentarische Filmerzählung, die unter Verwendung seltener Archivaufnahmen den Lebensweg von Rosa Luxemburg (1871–1919) bis zu ihrer Ermordung veranschaulicht. In der DDR, so der Film, lebt ihre Theorie weiter und gedeiht prächtig.

Ralph Eue

Instandhaltung an Wohngebäuden [Ausschnitt]

Dokumentarfilm
1970
18 Minuten
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Bezirksfilmstudio Leipzig
In Selbsthilfe sollen die Mieter den weiteren Verfall von Wohnungen und Gebäuden aufhalten. Die Räte der Stadtbezirke sind aufgefordert, dazu die Voraussetzungen zu schaffen. Gedreht im Stil einer TV-Reportage, die allerdings in den Interview-Teilen noch steifer wirkt als beim professionellen DDR-Vorbild.

Stefan Gööck

Sloping Fields

Dokumentarfilm
1970
21 Minuten
Untertitel: 
englische
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WFDiF
Władysław Ślesicki
Zbigniew Skoczek
Krystyna Rutkowska
Andrzej Bohdanowicz
Steine wälzen wie Sisyphos ist das täglich Brot der Menschen in den vergessenen Bergregionen der Polnischen Volksrepublik. Władysław Ślesicki setzt in seiner anthropologischen Beskiden-Beobachtung den Ablauf einer volkstümlichen Hochzeit als starken symbolischen Kontrast dazu.

Tomorrow. April 31 – Mai 1, 1970

Dokumentarfilm
1970
9 Minuten
Untertitel: 
englische
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National Film School Łódź
Wojciech Wiszniewski
Wojciech Kozłowski, Witold Stok-Stokowiec
Wojciech Wiszniewski
Enfant Terrible Wojciech Wiszniewski persifliert das sinnentleerte Ritual des „Tags der Arbeit“. Er konterkariert den offiziellen 1. Mai der Aufmärsche mit Bildern eines deformierten Arbeiteralltags – an einem Tag (31. April), den es eigentlich gar nicht gibt.
Zeitkino
Du und ich und Klein-Paris Werner Wolfgang Wallroth

Es war kein Geringerer als Goethe, der einst sagte: „Mein Leipzig lob' ich mir!
Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.“ Zum Zweck der Bildung kommt auch die 17-jährige Abiturientin Angelika in die Stadt und trifft bei der resoluten Zimmerwirtin Frau Häublein auf den Radrennfahrer Tommy

DDR

GDR
1970

Du und ich und Klein-Paris

Spielfilm
1970
105 Minuten
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DEFA-Studio für Spielfilme
Werner Wolfgang Wallroth
Karl-Ernst Sasse
Hans-Jürgen Kruse
Helga Emmrich
Rudi Strahl, Werner Wolfgang Wallroth
Wolfgang Ebert
Waltraud Kramm, Christiane Lanzke
Es war kein Geringerer als Goethe, der einst sagte: „Mein Leipzig lob' ich mir!
Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.“ Zum Zweck der Bildung kommt auch die 17-jährige Abiturientin Angelika in die Stadt und trifft bei der resoluten Zimmerwirtin Frau Häublein auf den Radrennfahrer Tommy – für den als Leistungssportler Mädchen (die er sowieso kindisch findet) und Liebe selbstverständlich tabu sind. Ebenso selbstverständlich kommt Angelika in eine reine Jungenklasse, finden sich ununterbrochen neue Verehrer ein, muss Tommy sie beschützen und gibt es ein Happy End …

Das klingt nun wirklich nicht nach Dokfilm, und die mit leichter Hand inszenierte Komödie nach dem Buch von Rudi Strahl glänzt denn auch mit dem Who’s who der ostdeutschen Schauspiel-Elite (u.a. die blutjungen Jaecki Schwarz und Evelyn Opoczynski) sowie dem Schlagerbarden Klaus-Dieter Henkler in seiner einzigen Filmrolle. Dennoch gehört dieser Film ins Zeitkino, wo er Anfang der Siebziger ganz sicher lief. Als er 1971 herauskam, wurde er auch dafür gelobt, dass Leipzig „heiter und lebensfroh“ in Szene gesetzt sei. Tatsächlich vermittelt er authentisch das Lebensgefühl der DDR jener Zeit, das mit einem zeitweiligen Aufschwung und Optimismus verbunden war, und zeigt das sommerliche Bild einer Stadt, die vom Verfall und der Agonie späterer Jahre noch nichts weiß.

Grit Lemke

Zigeuner sein

Dokumentarfilm
1970
47 Minuten
Untertitel: 
Schwedische Zwischentitel
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Sveriges Radio SVT, Stockholm
Peter Nestler
Peter Nestler
Peter Nestler
Zsóka Nestler, Peter Nestler
Nach Bildern des Malers Otto Pankok mit Darstellungen von Roma aus den 30er Jahren erzählen diese von ihren Erfahrungen im Dritten Reich und der Bundesrepublik: Ergreifende Berichte von Verfolgung, Diskriminierung, Ausgrenzung, von einem Leben als Menschen zweiter Klasse – unglaublicher Weise bis in die angeblich demokratische Gegenwart des Films, da sie unter menschenunwürdigen Bedingungen in Baracken am Rand der Städte und der Gesellschaft hausen und als Nazi-Opfer nicht anerkannt sind. In langen, nahezu ungeschnittenen Einstellungen erhalten die Menschen und ihre Geschichten Raum. Mehr braucht es nicht.
– Grit Lemke