Filmarchiv

Strictly Animated
Monkey Jie Shen

Eine Szene wird in ihre Einzelteile zerlegt, ein Handlungsablauf in Momentaufnahmen aufgelöst. Eine Falle, ein hinterrücks ausgeführter Schlag.

Monkey

Animationsfilm
2015
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Jie Shen
Jie Shen
Keju Luo
Jie Shen
Jie Shen
Jie Shen
Keju Luo
Eine Szene wird in ihre Einzelteile zerlegt, ein Handlungsablauf in Momentaufnahmen aufgelöst. Eine Falle, ein hinterrücks ausgeführter Schlag. Der Aufprall, der Fall … In prägnanter Kürze erzielt dieses fragmentarische Filmexperiment eine hohe emotionale Intensität. Es schockiert durch archaische Brutalität und fasziniert mit seiner außergewöhnlichen Ästhetik.

Duscha Kistler
Strictly Animated
Mr. Madila Rory Waudby-Tolley

Mister Madila ist ein spiritueller Heiler und begnadeter Berater in Sachen Impotenz, schwarze Magie, Liebes-Voodoo und Spielsucht oder bei Problemen mit der Fremdenpolizei.

Mr. Madila

Animationsfilm
2015
9 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Rory Waudby-Tolley
Rory Waudby-Tolley
Paul Devlin
Rory Waudby-Tolley
Rory Waudby-Tolley
Rob Malone
Mister Madila ist ein spiritueller Heiler und begnadeter Berater in Sachen Impotenz, schwarze Magie, Liebes-Voodoo und Spielsucht oder bei Problemen mit der Fremdenpolizei. In einer Serie von Gesprächen zwischen ihm und dem Filmemacher erfahren wir einiges über die Natur der Wirklichkeit, ihren inneren Geist und über die Farbe des Nichts. „Alles ist meistens nichts.“

Duscha Kistler
Werkschau Lutz Dammbeck
Overgames Lutz Dammbeck

Für Baudrillard ist die Gameshow in der Konsumgesellschaft eine Zeremonie „wie die katholische Messe oder auch das Opferfest der primitiven Gesellschaft“. Für Dammbeck ist sie auch ein Instrument der Reeducation.

Overgames

Dokumentarfilm
2015
164 Minuten
Untertitel: 
deutsche
Credits DOK Leipzig Logo
Lutz Dammbeck
Lutz Dammbeck
J. U. Lensing
Börres Weiffenbach, Eberhard Geick, Volker Tittel, István Imreh
Margot Neubert-Marić
Lutz Dammbeck
Vinzent Muhsik, Björn Geldermann
Für Baudrillard ist die Gameshow in der Konsumgesellschaft eine Zeremonie „wie die katholische Messe oder auch das Opferfest der primitiven Gesellschaft“. Für Dammbeck ist sie auch ein Instrument der Reeducation, die den Nachkriegsdeutschen den autoritären Gestus austreiben sollte. Ein Widerspruch in der angeblich politikfreien Zone des Konsums? Zumindest ein gewaltiger Einschnitt in die nationale Identität. In „Overgames“ begibt sich Dammbeck auf die Suche nach der Psyche der Deutschen, dem „Quellcode BRD“, den er irgendwo zwischen Margaret Mead und Richard M. Brickner, zwischen Fest des höchsten Wesens und Gameshow, zwischen „Hitlerjunge Quex“ und American Dream vermutet.

Sven Safarow



Ausgezeichnet mit dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2015

Strictly Animated
Peripheria David Coquard-Dassault

Ein verlassenes Vorstadtviertel. Wind bläst durch zerbrochene Fensterscheiben. Hier und dort finden sich Spuren von Menschen und lassen das Leben erahnen, das hier einmal pulsiert hat.

Peripheria

Animationsfilm
2015
12 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
David Coquard-Dassault
Christophe Heral
David Coquard-Dassault, Patricia Valeix
Ein verlassenes Vorstadtviertel. Harte Konturen auf staubigen Böden. Wind bläst durch zerbrochene Fensterscheiben. Wilde Hunde streunen durch leere Innenhöfe und loten bellend Räume aus, die lediglich noch vom Echo verklungener Stimmen bevölkert sind. Hier und dort finden sich Spuren von Menschen und lassen, einer Art modernem Pompei gleich, das Leben erahnen, das hier einmal pulsierte.

Duscha Kistler
Hommage Jay Rosenblatt
A Long Way from Home Jay Rosenblatt

Eine Hypothese: Wären Archäologen auf Filmmaterial von der Kreuzigung Christi gestoßen, dann könnte es wie das hier ausgesehen haben.

A Long Way from Home

Dokumentarfilm
2015
3 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Jay Rosenblatt
Jay Rosenblatt
John Turk, David Borengasser, Vanessa O’Neill
Jay Rosenblatt
Eine Hypothese: Wären Archäologen auf Filmmaterial von der Kreuzigung Christi gestoßen, dann könnte es wie das hier ausgesehen haben.

Brothers

Dokumentarfilm
2015
68 Minuten
Untertitel: 
englische
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Małgorzata Staroń
Wojciech Staroń
Wojciech Staroń
Zbigniew Osiński, Wojciech Staroń
Wojciech Staroń
Die ersten Sätze fallen noch auf Russisch. Dann finden die Brüder Mieczysław und Alfons ins Polnische zurück. 70 Jahre nachdem sie ins sibirische Exil geschickt wurden, sind sie wieder da, in ihrer masurischen Heimat. Doch abgesehen von der Sprache könnten sie sich auch noch in Sibirien oder Kasachstan befinden: Die Stationen ihres Lebens wurden mit den Jahren zeit- und ortlos, wie Ausschnitte ihrer selbstgedrehten Schmalfilme, vergilbte Erinnerungsspuren, nahelegen.

Regisseur und Kameramann Wojciech Staroń begleitet die Brüder auf ihrem letzten gemeinsamen Abschnitt, quotiert ihre kleinen verbalen Kabbeleien und sucht intime Momente, die auch ohne Worte Auskunft darüber geben, dass sie stets aufeinander angewiesen waren. Der eine malt, der andere hält die Leiter, auch noch mit letzter Kraft. Mit schlafwandlerischer Sicherheit fängt Starońs Kamera symbolische Bilder ein, die das Mit- und Nebeneinander der Brüder spiegeln. Zwei Traktoren, die sich am Horizont verfolgen. Zwei Stege in den See, der eine schon etwas morscher. Zwei Bäume auf dem schneeverwehten Feld, der weiter entfernte kaum sichtbar. So gelingt ihm zugleich eine Rückübersetzung von Alfons’ mystischen Naturmalereien in die Gegenwart, in der für die Brüder ein ganz realer Abschied bevorsteht. Die poetische Bilanz eines Lebens zu zweit.

Lars Meyer



Ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Internationalen Wettbewerb und dem Preis der Ökumenischen Jury 2015

Nach der Angst
Carface Claude Cloutier

In dieser musikalischen Komödie kommen endlich Autos zu Wort, und die machen sich so gar keine Sorgen über den Weltuntergang: „Que sera, sera“.

Carface

Animationsfilm
2015
5 Minuten
Untertitel: 
keine
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Julie Roy
Claude Cloutier
Claude Cloutier
Claude Cloutier
In dieser musikalischen Komödie kommen endlich Autos zu Wort, und die machen sich so gar keine Sorgen über den Weltuntergang: „Que sera, sera“.

Franziska Bruckner
Nach der Angst
Cold Coffee Stéphanie Lansaque, François Leroy

Der Tod der Mutter bedeutet für ein vietnamesisches Mädchen einen verstörenden Einschnitt. Das Familien-Café wird Kulisse für ihren zunehmenden Wahnsinn.

Cold Coffee

Animationsfilm
2015
15 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Marc Jousset, Perrine Capron
Stéphanie Lansaque, François Leroy
Denis Vautrin
Stéphanie Lansaque, François Leroy
Stéphanie Lansaque, François Leroy
Stéphanie Lansaque, François Leroy
Stéphanie Lansaque, François Leroy
Yann Lacan
Der Tod der Mutter bedeutet für ein vietnamesisches Mädchen einen verstörenden Einschnitt. Das Familien-Café wird Kulisse für ihren zunehmenden Wahnsinn.

Franziska Bruckner

Exodus

Dokumentarfilm
2015
15 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Lasha Khalvashi, Tinatin Kajrishvili
Vakhtang Jajanidze
Sandro Wysocki
Giga Japaridze
Vakhtang Jajanidze
Paata Godziashvili, Nino Tevdorashvili
Wo verläuft die Grenze zwischen dokumentarischer Beobachtung und inszenierter Nachempfindung? Möglicherweise mitten durch Tschiatura, der in Tristesse versinkenden ehemaligen Welthauptstadt des Manganabbaus, die vielleicht nur noch von den letzten verbliebenen Seilbahnen zusammengehalten wird. Vakhtang Jajanidze machte aus Schauplätzen Spielorte und aus Einwohnern Darsteller – angetreten, um sozusagen von sich selbst zu erzählen, und zwar auf Basis eines Drehbuchs nach der sprichwörtlichen „wahren Begebenheit“. Es begab sich also, dass das Schicksal zwei Schwestern trennen wollte. Die Seilbahnfahrerin Lily war entschlossen zu bleiben, die arbeitslose Tatiana hatte sich entschieden zu gehen …

Zaza Rusadze

Fears

Animationsfilm
2015
2 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Nata Metlukh
In Gestalt kleiner schwarzer Wesen befallen unterschiedliche Ängste eine Stadt. Doch wenn Gefahr droht, erweisen sie sich manchmal als gute Freunde.

Franziska Bruckner

Myself Shot

Animationsfilm
2015
2 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Andreas Hykade
Heiko Maile
Andreas Hykade
Angst vor gewalttätigen Metamorphosen? Mithilfe des Publikums und umsichtiger Vorbereitung arbeitet Myself dagegen an.

Franziska Bruckner
Nach der Angst
Ogris Debris – See the World Markus Wagner, Martin Lorenz

„Like a Bird …“ überfliegt dieses Musikvideo eine Welt nach der anderen. Ein kritischer Blick aus der Vogelperspektive, der nie an Leichtigkeit verliert.

Ogris Debris – See the World

Animationsfilm
2015
4 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Markus Wagner, Martin Lorenz
Markus Wagner, Martin Lorenz
„Like a Bird …“ überfliegt dieses Musikvideo eine Welt nach der anderen. Ein kritischer Blick aus der Vogelperspektive, der nie an Leichtigkeit verliert.

Franziska Bruckner

Ruben Leaves

Animationsfilm
2015
5 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
Credits DOK Leipzig Logo
Jürgen Haas (Hochschule Luzern – Design & Kunst)
Frederic Siegel
Nico Kast
Frederic Siegel
Thomas Gassmann, Kilian Vilim
Wer hat sich nach dem Verlassen der Wohnung noch nie gefragt, ob alles in Ordnung ist?! Ruben quält diese Frage auch, mit immer abstruseren Gedankengängen.

Franziska Bruckner

Shoulder the Lion

Dokumentarfilm
2015
74 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Erinnisse Rebisz, Patryk Rebisz
Erinnisse Rebisz, Patryk Rebisz
Graham Sharpe, Colin Stetson, The Eskies
Patryk Rebisz
Erinnisse Rebisz
Keller McDivitt
Der Mensch kann seine Augen schließen, den Gehörgang aber nie. Für den Musiker Graham bedeutet diese schlichte Tatsache das Karriereende. In seinem Kopf hat sich ein krankhafter Lärm eingenistet, der nie verstummt. Alice, die Fotografin, erblindet infolge eines Netzhautleidens. Und Katie, dritte Protagonistin dieses erstaunlichen Films über die Widerstandskraft des menschlichen Geistes, wird in ihrem ersten Profikampf als Boxerin in ein Koma geprügelt, aus dem sie Wochen später ohne jede Erinnerung erwacht (verfilmt in „Million Dollar Baby“). Reset!

Eine bildstarke Reise in die innere Welt von Menschen, die schwerste Sinnesverluste hinnehmen mussten. Dabei setzt das Regieduo Erinnisse und Patryk Rebisz auf visuelle Stilisierung der Sinne, um jedem Drama seine Bildentsprechung zu geben. Die erblindete Alice arbeitet weiter mit der Kamera, wobei die Speicherkarte ihres Gedächtnisses Erfahrungswerte für die neuen Fotografien liefert. Das Gehirn der Ex-Boxerin dagegen produziert immer neue, ihr unbekannte Bilder, die sie schließlich zur Malerei führten. Und Graham, dem seine Band das Leben bedeutete, erfindet sich, wenn auch erwartungslos, als Stage Manager eines Musikfestivals neu. Am Ende dieses erzählerisch mutigen und visuell ungewöhnlichen Films steht die Bewunderung für die Fähigkeit unserer Spezies, persönliche Krisen in Erkenntnis und Neuanfang zu verwandeln. Jedenfalls manchmal.

Matthias Heeder

The Complete Works

Animadok
2015
41 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Justin Stephenson
Justin Stephenson
Justin Stephenson
John Mihn Tran, Justin Stephenson
Justin Stephenson
Justin Stephenson
Justin Stephenson
Michael Phillip Wojewoda
Der kanadische Autor bpNichol (1944–1988) war ein ungekrönter Meister der Konkreten Poesie. Darüber hinaus Hans Dampf in anderen Gassen: Er produzierte Soundkunst, Short Storys, Nonsense-Lyrik, Comics, Kinderbücher und arbeitete fürs Kinderfernsehen. Mit „Complete Works“ unternimmt der Animationsfilmemacher und Titeldesigner Justin Stephenson den waghalsigen Versuch, Nichols Arbeit direkt und nicht über den Umweg des Autorenporträts zur Anschauung zu bringen: indem er sich dessen Obsession zu eigen macht, Sprache als ein vitales Tohuwabohu zu betrachten, worin Semantik, Syntax und Phonetik aufs Wildeste sich kreuzen.

Da tanzen Buchstaben, der Sinn wirbelt oder ein Gedicht spricht als autonomes Subjekt mit seinem Gegenüber, dem Leser. Der Vertrag, den sie miteinander eingegangen sind, besteht schlicht darin, dass keine Langeweile zwischen ihnen aufkommen darf, denn dieser Moment wäre ja der traurige Tod des Gedichts. Weiterhin gibt es Performances bekennender Nichol-Fans, und jede erzählt auch von einer erfüllenden Erfahrung, die zu wiederholen und zu teilen ein maßloses Vergnügen darstellen muss. Stephenson wiederum trägt als Filmemacher und Animator sein Scherflein dazu bei, dieses noch weiter zu steigern: ins Maßlosere oder gar Maßloseste hinein.

Ralph Eue

The Wolfpack

Dokumentarfilm
2015
89 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Izabella Tzenkova
Crystal Moselle
Randall Poster, Meghan Currier
Crystal Moselle
Enat Sidi
Richard Levengodd, Cole Wenner
Machen sie sich bereit für die Angulo-Brüder, die ihr gesamtes junges Leben in einer abgeschrammten Sozialwohnung in der Lower East Side verbrachten. Ihr Hare-Krishna-geschädigter Vater, der das Böse vor seiner Haustür verortete, unterband jeden Kontakt nach draußen. Keine Schule, keine Freunde. Die sechs Brüder durften praktisch nie raus. Stattdessen Unterricht zu Hause und über 5.000 Spielfilme auf DVD, ihr einziges Fenster in die Welt. Die holten sie sich zurück und schufen ihr eigenes Kino, indem sie die Filme für ihre Videokamera nachspielten – drehbuchgetreu, mit selbstgebastelten Kostümen und Requisiten. Das gab ihnen das Gefühl zu leben.

Crystal Moselle war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wie im Kino. Gerade begann sich die Machtbalance in dem Apartment zu verschieben, die Brüder wagten den Schritt nach außen – wo sie der Filmemacherin über den Weg liefen. Beide Seiten verband sofort ihre Liebe zum Film. Einmal aufgenommen in das „Wolfsrudel“ gelingt der Regisseurin das fesselnde Psychogramm einer Familie im Umbruch. Noch ist das Alte klaustrophobisch präsent, während sich das Draußen als unsicheres Terrain abzeichnet, das mit den Mustern der Kinogeschichten nicht zu meistern sein wird. Die Brüder ahnen es.

Matthias Heeder



Ausgezeichnet mit dem Preis der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique 2015