Filmarchiv

Sections

Jahr

Doc Alliance Selection
The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi, and 27 Years without Images Eric Baudelaire

Eine Anführerin der linksextremen Japanischen Roten Armee, seit 30 Jahren versteckt in Beirut, ihre Tochter und eine Heimreise auf Umwegen, vielfach verschachtelt im Gestern und Heute

The Anabasis of May and Fusako Shigenobu, Masao Adachi, and 27 Years without Images

Dokumentarfilm
2011
66 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Eric Baudelaire
Diego Eiguchi
Wer sind May und Fusako Shigenobu? Fusako, Anführerin einer kleinen linksextremistischen Gruppe, der Japanischen Roten Armee, lebt seit fast 30 Jahren versteckt in Beirut. Ihre Tochter May hat Japan erst mit 27 entdeckt. Und Masao Adachi? Ein Drehbuchautor und Radikaler, Aktivist und Filmemacher, der sich dem bewaffneten Kampf verschrieben hat. Unter anderem ist er der Initiator einer „Theorie der Landschaft“ – fukeiron: Indem er Landschaften filmt, will Adachi Unterdrückungsmuster freilegen. Anabase? Seit Xenophon ist das der Name für schwierige Heimreisen voller Umwege. Diese komplexe, dunkle und spannungsreiche Geschichte erzählt Eric Baudelaire mittels des Dokumentarfilmgenres. Auf Super 8 als „fukeiron“ gefilmt, vermischen sich zeitgenössische Ansichten von Tokio und Beirut mit Archivmaterial, Fernsehausschnitten und Szenen aus Filmen, die den Hintergrund für Mays und Adachis Stimmen und Erinnerungen bilden. Sie sprechen vom Alltag, davon, wie es ist, als kleines Mädchen versteckt zu leben, von Exil, Politik und Kino und ihrer faszinierenden Beziehung zueinander.
– Jean-Pierre Rehm (FID Marseille 2011)
Doc Alliance Selection
The Will Christian Sønderby Jepsen

Drei Brüder, die von ihrem Großvater ein Vermögen erben, und ein Familienkrieg, der sich gewaschen hat. Eine Geschichte, die selbst in Hollywood niemand glauben würde …

The Will

Dokumentarfilm
2011
87 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Julie E.B. Pedersen, Sarita Christensen, Copenhagen Bombay
Christian Sønderby Jepsen
Jonas Colstrup
Christian Sønderby Jepsen
Rasmus Stensgaard Madsen
Peter Schultz
Henrik steckt ganz schön in der Klemme. Seine Freundin ist weg, sein Drogen- und Alkoholkonsum läuft aus dem Ruder und er hat haufenweise Schulden. Am dunkelsten Punkt, als seine Probleme endgültig unlösbar scheinen, öffnet sich die Tür zu einem neuen Leben. Henriks reicher Großvater stirbt und hinterlässt ein riesiges Vermögen. Aber bei der Aussicht auf Geld bricht ein Familienkrieg aus, der Jahre des Scheiterns und Verrats bloßlegt. Manchmal übertrifft die Realität jede Lügengeschichte. Und Christian Sønderby Jepsens tragikomischer und warmherziger Film über drei Brüder, die von ihrem Großvater ein Vermögen erben, ist schräger als jeder Roman. Selbst in Hollywood würde niemand die Geschichte glauben … Ein Film, der beweist, dass Blut dicker als Wasser ist und echtes Glück nicht käuflich.

Lina Dinkla



Ausgezeichnet mit dem Doc Alliance Award 2012

Doc Alliance Selection
Work Hard - Play Hard Carmen Losmann

Brave new working world: human capital striving for task-oriented performances in non-territorial work spaces or being x-rayed at assessment centres. A report from a reality as cold as ice.

Work Hard - Play Hard

Dokumentarfilm
2011
90 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Erik Winker, HUPE Film- und Fernsehproduktion
Carmen Losmann
Henk Drees
Dirk Lütter
Henk Drees
Carmen Losmann
Arbeit: Menschen, die nur mehr Human Capital sind, hinter glänzenden Paneelen, an denen keine eigene Kaffeetasse – dafür bitte zum Coffee Point – mehr steht (der non-territoriale Arbeitsplatz). Futuristische Gebäude, in denen nichts an Arbeit erinnern soll und die Human Resources in Meeting Points taskorientiert performen, nachdem sie vom Führungspersonal – ausgerichtet an ihrem Skill Set und dem Teamkodex – über die täglichen Aktivitätskennzahlen informiert worden sind. „Da bin ich ganz bei dir“, sagt der im Waldcamp auf Selbstverpflichtung und Disziplin getrimmte Manager zum Mitarbeiter, dessen Stammdaten und Talenteinschätzung – ermittelt von einem bis in den Zentralkortex alles durchleuchtenden Assessment-Center – mittels Diagrammen im Netzwerk der Firma gespeichert sind.
Was klingt wie eine düstere Science-Fiction-Vision, ist gesellschaftliche Realität. In präzise gewählten Kameraeinstellungen, in Settings, die so kühl und arrangiert wirken wie die Welt, die sie beschreiben, mit einer Tonspur, die das ununterbrochen tönende Managersprech sparsam durch Industrial Electronic Sounds unterbricht oder ihm auch mal die Luft abdreht, gelingt Carmen Losmann die adäquate Umsetzung eines eher abstrakten Themas. Aus diesem Film kommt man zu Eis erstarrt heraus. Aber für Freude als Motiv hätte es in der Management-Bewertungsskala auch nur eine miese Drei gegeben.
– Grit Lemke (DOK Leipzig Festivalkatalog 2011)