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Hommage Tan Pin Pin
Building Dreams Tan Pin Pin

„Building Dreams“ ist eine achtteilige Geschichte der Architektur Singapurs, deren erste, zweite und sechste Episode die Architektentochter Tan Pin Pin inszenierte.

Building Dreams

Dokumentarfilm
2003
24 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Xtreme Production, Arts Central
Tan Pin Pin
Goh Meng Hing
Gek Li San
Ho Weng Hin, Tan Kar Lin
Melvin Lee
Lim Kay Tong
„Building Dreams“ ist eine achtteilige Geschichte der Architektur Singapurs, deren erste, zweite und sechste Episode die Architektentochter Tan Pin Pin inszenierte. Zu sehen ist hier der Serienauftakt, in dem einige der ersten einheimischen Stararchitekten vorgestellt werden. Darunter sind Ho Kwong Yew, auf dessen Plänen das Stahlbetonprachtwerk See Guan Chiang House und das namenlose Schmuckstück Ecke Circular Road 79 (beide 1938) basieren, sowie Ng Keng Siang, der Erbauer des Asia Insurance Building (1955). Erläutert wird dabei auch, wie über die Jahre ein eigener Stil, eine eigene Schule und schließlich eigene Organisationen entstanden. Eine vergleichsweise nüchterne Arbeit Tans.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Gravedigger’s Luck Tan Pin Pin

„Afterlife“ war eine erinnerungswürdige Dokumentarserie: fünf Geschichten über das Leben mit dem Tod, die einen mit einigen wirklich kuriosen Problemen konfrontierten.

Gravedigger’s Luck

Dokumentarfilm
2003
22 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
David Moggie
Tan Pin Pin
Nigel Woodford
Haruld Goh, Low Ling Hooi, Nelson Pereira
Tan Pin Pin, Jasmine Ng Kin Kia, Tammy Quah
Tan Pin Pin
LT Chan, James Choong, Yazer Aziz
David Moggie
„Afterlife“ war eine erinnerungswürdige Dokumentarserie: fünf Geschichten über das Leben mit dem Tod, die einen mit einigen wirklich kuriosen Problemen konfrontierten. In Ashim Ahluwalias „Praying for Pray“ geht es zum Beispiel um das Aussterben der für Parsen-Bestattungen unerlässlichen Geier. Als die Serie 2003 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde, zeigte man als Extra-Episode Tans zweiten „Moving House“. Bei den Dreharbeiten für dieses Werk lernte sie den Protagonisten von „Gravedigger’s Luck“ kennen: den Totengräber Ah Kow, der sich sicher ist, dass all die Jahre mit den Toten Schuld sind an seinem dauernden Pech. Eine Art Humoreske.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Impossibility of Knowing Tan Pin Pin

Keinem Ort sieht man an, ob sich dort etwas Grausames zugetragen hat. Eine Stadtführung der anderen Art – mit Singapurs Schauspiel-Axiom Lim Kay Tong, der von 2002 bis 2006 als Moderator den TV-Pitaval „True Files“ verantwortete.

Impossibility of Knowing

Dokumentarfilm
2010
12 Minuten
Untertitel: 
keine
Credits DOK Leipzig Logo
Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
David Shiyang Liu
Grace Xiao
Jerry Teo, SoundRooom
Lim Kay Tong
Keinem Ort sieht man an, ob sich dort etwas Grausames zugetragen hat. Kein Haus sieht aus, als wäre darin ein Mord passiert, keine Straße, als hätte dort jemand ein Tier überfahren, kein Fenster und kein Hochhausdach, als sei ein Freitodsuchender von dort ins Nichts gesprungen, kein Gotteshaus, als hätte dort wer einen Brand gelegt, kein Kanal, als sei darin ein Mensch ertrunken, kein Tunnel, als sei ein Arbeiter bei dessen Bau verschüttet worden. Eine Stadtführung der anderen Art – mit Singapurs Schauspiel-Axiom Lim Kay Tong, der von 2002 bis 2006 als Moderator den TV-Pitaval „True Files“ verantwortete, als Cicerone im Off.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
In Time to Come Tan Pin Pin

Was steckt man in eine Kapsel, um die Wesenheit eines Ortes und seiner Kultur für die Ewigkeit symbolisch auf den Punkt zu bringen? Ein Essay darüber, dass die Geschichte immer auf dem Weg ist ins Jetzt.

In Time to Come

Dokumentarfilm
2017
62 Minuten
Untertitel: 
englische
Credits DOK Leipzig Logo
Shuling Yong
Tan Pin Pin
Michael Zaw, Brian McDairmant
Martyn See, Amelia Su
Jasmine Kin Kia Ng
Lim Tingli
Was steckt man in eine Kapsel, um die Wesenheit eines Ortes und seiner Kultur für die Ewigkeit symbolisch auf den Punkt zu bringen? Ein Fläschchen mit Flusswasser, Videokassetten (auf einer steht „A Nation Celebrates“), die Gelben Seiten … Ein Vierteljahrhundert später wirkt das damals Zeitgemäße oder Zukunftsgerichtete überholt, doch noch nicht historisch. Aber sind solche Objekte wirklich Singapur? Sind nicht die Momente des Verharrens und Wartens, die Leere zwischen der Betriebsamkeit und die Stille vor dem Lärm das eigentlich Sprechende? Also alles das, was sich nicht bewahren lässt? Das Mögliche wie das Verworfene? Ein Essay darüber, dass die Geschichte immer auf dem Weg ist ins Jetzt.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Invisible City Tan Pin Pin

Wann beginnt die Geschichte Singapurs? Ist nur die des 1965 ins Leben geworfenen Stadtstaates relevant? Am Ende heißt es mit Hegelscher Logik: „Alles, was existiert, hat einen Grund zu existieren.“ Selbst die Cola-Flasche von 1956.

Invisible City

Dokumentarfilm
2007
60 Minuten
Untertitel: 
englische
chinesisch
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Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
Ryan Seet, Tan Pin Pin
Inez Ang
Nigel Woodford
Wann beginnt die Geschichte Singapurs? Ist nur die des 1965 ins Leben geworfenen Stadtstaates relevant? Wie soll man sich zur Kronkolonie-Zeit verhalten, wie zu den zwei Jahren mit Malaysia? Was ist mit der linken Geschichte, die so aggressiv unterdrückt wird? Wen interessiert heute, wie aktiv die Kommunisten im antijapanischen Widerstand waren? Und sind einem die Aufnahmen des Botanikers und Gelegenheitsfilmemachers Ivan Polunin („Paradise in the Mud“, 1966), auf denen man das Dreckig-Dümpelige der Emanzipations- und ersten Unabhängigkeitsjahre sieht, vielleicht peinlich? Am Ende heißt es mit Hegelscher Logik: „Alles, was existiert, hat einen Grund zu existieren.“ Selbst die Cola-Flasche von 1956.

Olaf Möller

Lurve Me Now

Dokumentarfilm
1999
4 Minuten
Untertitel: 
_ohne Dialog / Untertitel
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Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
Beth Austin
Lars Hubrich
Ein extrem selten zu sehendes Exemplar eines filmhistorisch besonders grausam vernachlässigten Subgenres: der Puppenporno. Barbie (von Tan Pin Pin selbst synchronisiert) wird hier von einer nicht mehr ganz jung wirkenden Hand mächtig rangenommen: Erst streichelt sie langsam das linke Bein, dann zieht sie ihr das Glitzerstöckelschühchen aus, nimmt ihr zwischendurch sanft die Haarbürste ab, um ihr schließlich den BH aufzuknöpfen und ihr erst die Nippel und dann den Schritt mit Filzstiften VOLL-ZU-SCHMIEREN. Geil! Barbies Freundin Teresa wartet schon hinter dem Bett … Aus Zweifel an der geistigen Reife seiner Bevölkerung verbat der Staat Singapur jegliche öffentliche Aufführung von Tans Juvenalie.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Moving House Tan Pin Pin

Alle auf einem Friedhof Beigesetzten werden exhumiert, um sie in ein Kolumbarium zu überführen. Die Familie Tan gibt sich alle Mühe, den Ansprüchen der Verstorbenen gerecht zu werden.

Moving House

Dokumentarfilm
1997
22 Minuten
Untertitel: 
keine
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Tan Pin Pin
Philip Tan
Ronnie Lee, Martin Tan
Jasmine Ng Kin Kia
Nazrinn
Remesh Panicker
Im Rahmen einer umfassenden städtischen Baumaßnahme werden die sterblichen Überreste aller auf dem Hock-Eng-Seng-Friedhof Beigesetzten exhumiert, um sie erst in einem Krematorium auf eine urnentaugliche Masse zu reduzieren und dann in ein Kolumbarium zu überführen. Die Familie Tan gibt sich alle Mühe, den Ansprüchen der Verstorbenen gerecht zu werden, wofür geografische Überlegungen zur Lage des neuen Grabs genauso wichtig sind wie das Zelebrieren der nötigen Rituale vor Ort. Ob den Toten dieser Zwangsumzug gefällt, scheint der Regierung egal zu sein. Eine Dame gesetzten Alters fasst die Staatshaltung so zusammen: Wie kann es Land für die Toten geben, wenn schon die Lebenden keines haben?

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Moving House Tan Pin Pin

Vier Jahre nach ihrem ersten „Moving House“ schaut sich Tan Pin Pin denselben Vorgang an: die Exhumierung. Ging es in der ersten Variante um die eigene Familie, so folgt sie diesmal den Bemühungen Fremder.

Moving House

Dokumentarfilm
2001
22 Minuten
Untertitel: 
englische
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For Live Art Television, Discovery Channel International, Discovery Networks Asia
Tan Pin Pin
Philip Tan
Jackie Ong, Ho Choon Hiong, Lucas Jodogne
Gek Li San, Daryl Burney, Hendry Keck
Tan Pin Pin
Michael Lee, Cheong Yew Mun
Remesh Panicker
Vier Jahre nach ihrem ersten „Moving House“ schaut sich Tan Pin Pin denselben Vorgang an: die Exhumierung sterblicher Überreste. Ging es in der ersten Variante noch um die eigene Familie (überführt wurden damals Tans Urgroßeltern), so folgt sie diesmal den Bemühungen Fremder, der Familie Chew. Der wichtigste gestalterische Unterschied ist die Verwendung eines Sprechers, die Arbeit mit einem Off-Text, also die Einnahme eines Blickwinkels, der ein essayistischeres Betrachten der Dinge ermöglicht. So kommen etwa beim Anblick der Kolumbarien Gedanken an jene Wohnsiedlungen hoch, in welche die lokale Landbevölkerung in den 1950er bis 1970er Jahren zwangsumgesiedelt wurde.

Olaf Möller

Singapore GaGa

Dokumentarfilm
2005
55 Minuten
Untertitel: 
englische
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Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
Ryan Seet, Reu Low, Tan Pin Pin
Martyn See, Low Hwee Ling, Chia Noi Kheng
Brian Lim, Rafi Dean, Michael Lee
„Wasted days and wasted nights, I have left for you behind, for you don’t belong to me, your heart belongs to someone else.“ Das singt in einem neonneurotisch schimmernden Tunnel ein verloren wirkender Musiker zur Klampfe. Er ist der erste der musizierenden Sonderlinge, denen man in dieser Großstadtsymphonie en miniature begegnet. Überhaupt ist in diesem Versuch zum Thema Heimat vieles klein: Zu seinen Stars gehören die Bauchrednerpuppe Charlee, der Mundharmonika-Virtuose Yew Hong-Chow sowie die Pianistin Margaret Leng Tan, die John Cages 4'33'' auf einem winzigen Klavier darbietet. Wenn sich Singapur am Ende mit einem Stadion-Monumentalspektakel feiert, wirkt das erst recht absurd.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
Snow City Tan Pin Pin

Singapur verdichtet: Ein Straßentunnel wird eröffnet und sieht dabei aus wie eine Disco. Am Ende werden Lkw geduscht, während ein singapurisches Fähnchen müde am Flaggenstock vor sich hin hängt.

Snow City

Dokumentarfilm
2011
15 Minuten
Untertitel: 
keine
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Tan Pin Pin
Sun Koh, Inez Ang
Singapur verdichtet: Ein Straßentunnel wird eröffnet und sieht dabei aus wie eine Disco. Eine Krawatte baumelt verloren am Ast eines Baumes in einem verdreckten Stück Wald nahe des Strandes. Kachel- und Ziegelbruchstücke vor der schönen neuen Stahlbetonwelt des Changi Business Park, in dem verwabte Menschen ihre einsamen Lebensbahnen ziehen, gleich den Eisbären im örtlichen Zoo. Schräg über einem etwas debil grinsenden Schneemann warnt im Kunstschnee-Vergnügungspark Snow City ein Schild: Schnee ist rutschig, bitte spielen Sie vorsichtig. Am Ende werden Lkw geduscht, während ein singapurisches Fähnchen müde am Flaggenstock vor sich hin hängt.

Olaf Möller
Hommage Tan Pin Pin
To Singapore, with Love Tan Pin Pin

Alle im Film auftretenden Personen haben eine ähnliche Geschichte von politischer Verfolgung, die der singapurische Staat daheim – auch durch das Verbot dieses Films – systematisch unterdrückt.

To Singapore, with Love

Dokumentarfilm
2013
70 Minuten
Untertitel: 
englische
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Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
Tan Pin Pin
Delcie Poh
„T’was the 15th of February at dead of the night. They kept knocking and banging my door. I slipped quietly away but the others could not. And I know that I’d see them no more. They had taken so many, how many I know not. Well, there’s Maha and Mike and Samy and there’s Jing Quee and others, the brave and the tall. And they’re once more behind Changi wall …“

Dieses Lied stammt von Francis Khoo, dem verstorbenen Gatten der Ärztin Ang Swee Chai, die mit ihm gemeinsam nach England ins politische Exil ging. Alle in dem Film auftretenden Personen haben eine ähnliche Geschichte von politischer Verfolgung, die der singapurische Staat daheim – auch durch das Verbot dieses Films – systematisch unterdrückt.

Olaf Möller

Yangtze Scribbler

Dokumentarfilm
2012
6 Minuten
Untertitel: 
englische
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Josephine Seetoh
Tan Pin Pin
Bani Haykal
David Shiyang Liu
Gek Li San
Debbie Ding dokumentiert eine der flüchtigsten Kulturen Singapurs: Graffiti. Eher durch Zufall stieß sie in den Kellerfluren des Yangtze Cinema (ein 2015 geschlossenes, in Singapur ob seines Softcore-Erotika-freudigen Spielplans berühmt-berüchtigtes Programmkino) auf eine besonders mysteriöse Serie von Zeichnungen mit Zahlen. Vielleicht – zu solchen Annahmen verführt der Ort – sollen sie eine sexbezogene Botschaft vermitteln, vielleicht aber auch von etwas ganz anderem erzählen. Als Debbie Ding anderswo in der Stadt eine weitere Nachricht des Yangtze Scribbler – so nennt sich das Künstler-Phantom – entdeckt, beginnt sie, eine Obsession für dessen Schaffen zu entwickeln.

Olaf Möller